Ansichten eines Informatikers

Der große Angriff auf die Universitäten

Hadmut
23.5.2026 22:53

Hat die Academia-Klapsmühle überspannt und wird jetzt abgeschafft?

Brauchen wir Universitäten noch?

Back to the roots: Die ersten Jahren meines Blogs (und des damaligen Zweitblogs Forschungsmafia) habe ich damit verbracht, mich mit dem Korruptions- und Schwindelsystem Universität zu befassen, allgemein und speziell mit den MINT-Fächern, natürlich besonders Informatik.

Seit 2012 habe ich mich dann intensiv mit Geisteswissenschaften, Feminismus, Gender-Studies befasst. Was gerade etwas ausläuft, denn das Thema Feminismus und Gender geht gerade ein, ist ausgelutscht. Wenn von denen noch etwas kommt, dann die Hunderste Wiederholung, und es noch zu kommentieren, läuft auf nur noch auf Wiederholungen raus. Sie spinnen nicht nur, sie spinnen längst wie Flasche leer. Anfangs hatte es noch Unterhaltungswert, weil der Schwachsinn so grotesk, so lächerlich war, dass es unterhaltsam war, der Außenwelt zu beschreiben, was für einen unfassbaren Dummsinn die da treiben. Inzwischen weiß es aber jeder, gewinnt man kaum noch einen Blumentopf mit Berichten über Gender-Quatsch.

Was also tun?

Das Ur-Thema kommt wieder hoch: Universitäten im allgemeinen und besonders Dummen. Ich hatte das vor Jahren schon beschrieben, dass große amerikanische Unternehmen immer weniger Wert auf universitäre Weihen geben und ihn auch nicht mehr bezahlen. Denen wurde zunehmend egal, woher man das Wissen hatte, und ob man darüber einen Abschluss vorlegt, sondern dass man das Wissen und Können tatsächlich hat und in Tests und am Arbeitsplatz nachweisen kann. Mit anderen Worten: Genau das Gegenteil der Frauenquote und Gender-Politik. Quality matters, die (künstliche) soziale Rangordnung zählt nichts.

Nun geht es weiter. Sie halten die Universität nicht nur für wertlos – sie wollen sie ganz offiziell für Quatsch und für überflüssig erklären:

Elon Musk hat gerade das gesamte Universitätssystem auf die Probe gestellt.

Nicht der Lehrplan. Nicht die Professoren. Die Prämisse.

Musk: „Du brauchst kein College, um Dinge zu lernen. Alles ist im Grunde kostenlos verfügbar. Du kannst kostenlos lernen, was du willst.“

Tausend Jahre lang hatten Universitäten ein Monopol. Zugang. Du hast den Tribut bezahlt oder du bist unwissend geblieben.

Das Internet hat das in einem Jahrzehnt verändert.

Jede Vorlesung. Jedes Lehrbuch. Kostenlos. Von jedem Bildschirm auf der Erde.

Die sechsstelligen Studiengebühren kaufen kein Wissen mehr. Sie kaufen nur noch ein Signal.

Musk: “Es gibt einen Wert, den Hochschulen haben, nämlich zu sehen, ob jemand hart an etwas arbeiten kann, einschließlich einer Reihe von nervigen Hausaufgaben, und wer trotzdem seine Hausaufgaben macht.”

Das ist das Produkt. Nicht Intelligenz. Keine Kreativität. Keine Vision. Einhaltung.

Du zahlst 200.000 Dollar, um zu beweisen, dass Du Bürokratie nach einem Zeitplan tolerierst.

Musk: “Colleges sind im Grunde zum Spaß da und um zu beweisen, dass man seine Aufgaben erledigen kann. Aber sie sind nicht zum Lernen da.“

Das gesamte System ist eine Sortiermaschine für die Unternehmens-Personalabteilungen. Es misst nicht, was Du bauen kannst. Es misst, ob Du still sitzen, Anweisungen befolgen und auf Befehl liefern kannst.

Vier Jahre vorauseilender Gehorsam als Bildung verkleidet.

Musk: “Wenn Du versuchst, etwas Außergewöhnliches zu tun, musst Du Beweise für außergewöhnliche Fähigkeiten haben. Ich betrachte den College-Abschluss nicht als Beweis für außergewöhnliche Fähigkeiten.“

Das System optimiert für den Durchschnitt. Es belohnt die Konformität. Es bescheinigt den Folgsamen. Es filtert leise jeden heraus, der sich weigert, auf Erlaubnis zu warten.

Diejenigen, die die moderne Welt neu gestaltet haben, haben den Test nie abgeschlossen.

Musk: “Gates ist ein ziemlich kluger Kerl, er hat abgebrochen. Jobs ist ziemlich schlau, er hat abgebrochen. Larry Ellison, ein kluger Kerl, er ist ausgestiegen.”

Sie sind nicht rausgeflogen, weil es zu schwer war. Sie brachen aus, weil die Geschwindigkeitsbegrenzung zu niedrig war.

Das Gefährlichste, was eine Universität tun kann, ist ein Generationentalent davon zu überzeugen, dass der Abschluss des Lehrplans die Leistung ist.

Das ist es nicht. Es ist die Basis.

Ein Abschluss ist eine Quittung für blindes befolgen von Befehlen. Die Zukunft gehörte nie Menschen, deren einzige Fähigkeit es ist, robotermässig Dinge zu erledigen ohne deren Sinn zu hinterfragen und selbst zu denken.

👉🏼 Trotzdem braucht man irgend ein Papier auf dem Arbeitsmarkt, wenn Du nicht gerade ein Gates, Jobs oder Musk bist. Es geht heute nicht mehr darum irgend eine Uni oder Fachhochschule zu besuchen sondern ob Du die richtige Uni oder FH besuchst.

Die konsequente Fortsetzung, die Fortführung der Konsequenzen.

Anders gesagt: Das ganze Rumgelinkse, der Feminismus, das Frauenrumgequote, die Minderheitenförderung, die Wokeness haben – wie auch sonst alles – auch die Universitäten kaputt gemacht. Ich hatte vorhin zum Schrauben-Würth geschrieben, dass der sich darüber beklagt, dass keiner mehr hart arbeiten will, sondern sich die Work-Life-Balance in Richtung Life verschiebt. Von Lesern kamen dazu Rückmeldungen: Warum sollen sie denn noch hart arbeiten, wenn ihnen alles wegbesteuert wird? Einer meinte, früher habe man sich durch Arbeit noch ein Haus erarbeiten können, das gehe heute nicht mehr. Wir haben Gleichstellung, Ergebnisgleichheit. Warum sollte man sich im Job „noch den Arsch aufreißen“, wenn doch das praktisch gleich Gehalt herauskommt, und vor allem der fast selbe Lebensstandard?

Dasselbe passiert an den Universitäten: Frauen, Schwarze, Minderheiten bekommen für jedes noch so blöde Geschwätz Abschlüsse und Karrieren umgehängt. Quality is a myth. Damit wird jeder Wettbewerb, jede Anstrengung vernichtet und alles auf Nullniveau heruntergeschraubt. Im Prinzip läuft es an den Universitäten mit den geistigen Leistungen sehr ähnlich wie in den Unternehmen mit der Arbeit: Warum anstrengen, wenn die erzielten Ergebnisse leistungsunabhängig und planwirtschaftlich vergeben werden?

Ich hatte vor Jahren schon darüber berichtet, dass man in den USA erste geisteswissenschaftliche Fakultäten komplett geschlossen hat, weil man merkte, dass deren Studiengänge nicht mehr ziehen und nichts bringen, eigentlich Betrug sind. Nach deren Tenure Track-System kann man die meisten Professoren eigentlich nicht kündigen, aber es gibt eine rechtliche Hintertür: Wenn nämlich die Lehreinrichtung geschlossen wird, sind sie doch kündbar. Man kann in den USA an vielen Universitäten die unkündbaren Idioten also doch noch loswerden, wenn man den ganzen Laden dicht macht.

Und so sollte man die Aussagen Elon Musks nicht unterbewerten: Es sehen nicht nur bereits jetzt viele Leute davon ab, noch an die Universitäten zu gehen, weil sich herumgesprochen hat, dass das vermittelte Wissen so gering von Wert ist, dass man damit niemals die horrenden Studienschulden wird abbezahlen können – oder gleich gar keinen Job mehr findet. Der Wert des Hochschulstudiums schwindet und ist in manchen Fächern und an manchen Universitäten längst negativ, weil die Kosten viel höher als der Nutzen sind.

Dazu kommt, dass sich der Arbeitsmarkt durch KI gerade verändert und verengt, auch in den MINT-Fächern der Wettbewerb viel stärker wird, und der übliche Automatismus, mittelmäßige bis lausige Leute per Edelabschluss hochzupumpen einfach nicht mehr funktioniert. Das fing ja schon an aufzuhören, als die Firmen vor einigen Jahren anfingen, überflüssige und nutzlose Mitarbeiter rauszuwerfen – vor allem die ganzen Quotenweiber, die eh nichts arbeiten, aber den ganzen Tag fordern, stänkern, intrigieren. Erst flutet man den Arbeitsmarkt mit unfähigen Leuten, und wenn die rausfliegen, jammert man, Akademiker würden keine Stellen mehr finden – erkennt aber nicht, dass „Akademiker“ als solche zu nichts mehr taugen.

Ich hatte vor Jahren schon prophezeit, dass Unternehmen wie Amazon, Google und so weiter in Konkurrenz zu Universitäten treten und Ausbildungen anbieten werden, aber radikal anders. Nicht mit Hörsaal-Sitzen, sondern mit mehr praktischen Übungen, und vor allem online. Man immatrikuliert sich nicht mehr, an gibt seine Kreditkartennummer ein. Es wird Lehrvideos geben, und es wird KI-Lehrer geben, die Individualtraining anbieten und Leistungen prüfen, Lücken schließen und so weiter. Die benoten und ein Abschlusszeugnis ausstellen.

Und das wird zählen. Nicht mehr das Studium, sondern die einzelnen Lehr- und Ausbildungsnachweise. Die Kombination.

Man studiert nicht „Informatik“ oder „Physik“, sondern belegt einzelne Vorlesungen und Ausbildungsgänge, und wird sich auch später noch weiterbilden. Online.

Die Universitäten werden sich dann ziemlich schnell als abgehängtes Auslaufmodell erledigen wie Faxgerät und Postkarte.

Besonders in den USA, weil dort die Studienkosten sehr hoch sind und die Leute sich viel eher überlegen, ob ihnen das noch etwas bringt.

In Deutschland nicht so schnell, weil das Studium in Deutschland kostenlos und mit BAFöG behängt ist, das Studium immer noch die attraktive Alternative zur Sozialhilfe ist und sich einfach besser macht zu sagen, dass man im 24. Semester Politologie ist als zu sagen, dass man einfach keine Lust hat, zu lernen und zu arbeiten und für den Rest des Lebens auf social welfare leben und sich einen schönen Tag machen will.

Trotzdem werden auch die deutschen Universitäten einstürzen. In Berlin hat man da gerade das Hauptgebäude der TU wegen Gefahr durch Baumängel gesperrt. Was sich jetzt wie eine Wortspielanalogie anhört, ist real: Die schieben Renovierungsaufwände in Milliardenhöhe vor sich her, sind marode wie Dresdener Brücken, und die Träger, die Bundesländer, aber auch der Bund, sind schlicht pleite. Wir werden uns Universitäten nicht mehr leisten können, weil wir kaum die Betriebskosten aufbringen können, schon gar nicht den Erhalt, und sie gerade anfangen, von selbst einzustürzen. Das wird nicht mehr lange ohne Studiengebühren und Schließungen gehen.

Vor 10 Jahren hatte ich schon über Akademiker geschrieben, die Erdbeern pflücken gehen. Vor vier Tagen gerade wieder: Stellt Dir vor, es ist Geisteswissenschaft, und keiner will’s haben

Die dumme Merkel-Strategie bricht gerade zusammen, einfach alle Dummen und Faulen des Landes über die Hochschulen zu entsorgen, und statt sie arbeitslos zu melden zu immatrikulieren und es BAFöG statt Sozialhilfe und Mensa statt Tafeln zu nennen.

Dieser Politschwachsinn fällt gerade zusammen. Und mit den einstürzenden Universitäten wird auch die Zahl der Studenten wieder reduziert werden. Was die dann machen? Keine Ahnung. Also, ich meine, ich habe keine Ahnung, wie das dann heißt. Hartz IV – Bürgergeld – Grundsicherung … sie nennen es ja ständig anders. BAFöG ohne Hörsaalpflicht.

Nur: Damit werden wir noch weniger konkurrenzfähig sein als bisher schon, wenn wir nicht auf solche Ausbildungsmodelle umsteigen, die auch weiterhin anerkannt werden. Hochschulabschlüsse sind es nicht. Schon gar nicht die Deutschen. Obwohl das mal anders war: Das deutsche Ingenieursdiplom hatte mal einen Ruf wie Donnerhall, war weltweit begehrt. Heute sind deutsche Universitäten schlicht wertlos, irrelevant, tauchen auf kaum einer Liste noch auf. Es gab eine Zeit, da waren Akademiker weit intelligenter und schlauer als der Bevölkerungsdurchschnitt. Heute sind sie dümmer, linke Deppenghettos, marxistische Klapsmühlen mit Abschlussquoten.

Während in den USA die Universitäten von unten herauf sterben werden, weil die Studenten – und damit die Studiengebühren – ausbleiben werden, und der Staat auch immer weniger Stipendien vergeben wird, werden die deutschen Universitäten von oben herab sterben, weil dem Staat das Geld fehlen wird, sie mit Geld zu beregnen – und zu verhindern, dass es durch das Dach regnet.

Und dann werden wir eine Veränderung erleben.

Einige wenige Leute werden dann bei Apple, Google, Amazon, UniversityX oder wie auch immer moderne, aktuelle, frische Fähigkeiten lernen. Und man wird dann nicht mehr, wie bisher, für den Rest des Lebens „Dr. Ing.“ oder Diplom-Informatiker oder so etwas sein, sondern vielleicht einfach für 5 Jahre jemand, der Ahnung von Elektronik oder Ki oder so etwas hat, bis der Nachweis eben abgelaufen oder veraltet ist.

Das ganze Konzept deutscher Ausbildung steht vor dem Ende.

Und nach dem, was ich mit deutschen Universitäten erlebt habe, bin ich da auch recht froh darüber.