Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Mehr Zweifel an Wikipedia

Hadmut
5.9.2012 0:03

Dass die Wikipedia in Deutschland massiv manipuliert, politisch gefiltert und frisiert und als Propandaorgan missbraucht wird, habe ich hier im Blog ja schon mehrfach gerügt. Mehrere Leser haben mich darauf hingewiesen, dass es da gerade zunehmend kracht:

(Ich bin gerade unterwegs und kann deshalb nicht so viel schreiben, deshalb nur kurz und die Liste der Links.)

Erst kürzlich war ich ja wieder einmal gegen die Propaganda-Maschinerie und die Löschtruppen der Wikipedia gelaufen. Dann meldete sich die CDU zu Wort. Dann die Sciencefiles. Die Sache schaukelt sich auf.

Ich habe durchaus das dringende Gefühl, dass ich schon mehrfach auf bezahlte „Landschaftsgärtner”-Kollektive gestoßen bin, die einzelne Artikel überwachen und dann – mehr oder weniger anonym bzw. pseudonym – zensieren, filtern, usw.

Gerade im Bereich des Feminismus wäre das sehr plausibel, denn da gibt es viele mit öffentlichen Geldern geförderten Gruppen, etwa das vom Familienministerium jahrelang mit etwa 3 Millionen Euro finanzierte GenderKompetenzZentrum an der HU Berlin, das auch die Werbekampagne und die Webseite für Gender-Mainstreaming inhaltlich gebaut hat. Ich habe bis heute nicht herausgefunden und bisher keine Antwort von der HU bekommen, was die mit diesem Geld und den daraus bezahlten Mitarbeiterinnen eigentlich jahrelang gemacht haben. Bekannt ist aber, dass der Genderismus auf gezielter Desinformation beruht und dass es Äußerungen von Genderistinnen gibt, wonach die Gesellschaft auch „subversiv” zu unterwandern sei und jedes zur Verfügung stehende Mittel einzusetzen sei. Manipulationen der Wikipedia lägen auf jedenfall innerhalb dieser Zielansprache. Und wenn man bedenkt, dass Feministinnen schon ein einfaches Gespräch auf Twitter mit Echtzeit-Propaganda ausschmücken, sind Wikipedia-Manipulationen geradezu zwangsläufig.

Zeigt aber auch, dass das Prinzip Wikipedia, dass jeder beliebig, offen und anonym mitschreiben kann, nicht funktioniert, weil es zu angreifbar ist.

9 Kommentare (RSS-Feed)

Hanz Moser
5.9.2012 0:39
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Dass Scheitern des Wikipediaprojekts in dem Fall würde ich in dem Fall nicht der Idee an sich in die Schuhe schieben, sondern einem Problem mit einer Kernvariablen der Gleichung.

Es gibt zu wenig Aktive.

Man kann lange diskutieren ob und in welchem Ausmaß die Formalisierung und die künstlichen Hürden für Neulinge genau daran schuld sind. Wären es nicht für die meisten Seiten nur eine Hand voll Leute, die jemals mehr gemacht haben als zu lesen, könnte man das nicht so einfach unterwandern.

Wikipedia hat in den Köpfen der meisten Leute aber den Status einer Enzyklopädie erreicht. Wie früher beim Brockhaus glaubt man einfach, was drinsteht.
Bei denen, die das Zeug hätten mitzumachen und bei sowas als Korrektiv zu wirken, setzt sehr schnell die Erkenntnis ein, dass das viel Zeit und Energie kostet, weil Neulinge nicht willkommen sind und Seniorität und persönliche Dünkel wichitger sind als inhaltliche Qualität.


“Zeigt aber auch, dass das Prinzip Wikipedia, dass jeder beliebig, offen und anonym mitschreiben kann, nicht funktioniert, weil es zu angreifbar ist.”

Aber warum scheint dann die englische Wikipedia deutlich besser zu funktionieren? Andere Mentalität bei der breiten Masse der Nutzer? Und wenn ja, warum und woher? Warum ist ausgerechnet die deutsche Wikipedia für solche POV-Unterwanderung anfällig, müssten sich Lobbygruppen nicht noch viel stärker auf die englische Wikipedia stürzen?


nullplan
5.9.2012 7:25
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“[…]Währe nicht verwunderlich[…]”

Aua. Da ist ein h zuviel.


Herrmann
5.9.2012 8:28
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http://www.ef-magazin.de/2012/09/03/3676-wikipedia-projektmanagement-erklaert-sich-mit-feministinnen-auf-einer-linie

„Viel Wissen, auf welches heute am ehesten zugegriffen wird, ist aus einer weiß-männlich dominierten Wissensproduktion heraus entstanden. Bis heute bleibt dieses Wissen unmarkiert im Gegensatz zu anderen Wissensproduktionsformen, so gibt es ‘Geschichte’ dann zusätzlich als ‘das Andere’, aber mittlerweile beispielsweise Black History oder feministische Geschichte. In der jetzigen Verfasstheit der Wikipedia scheint es vorprogrammiert zu sein, dass weiterhin eher weiß-männliches Wissen wiedergegeben wird und alles, was dem widerspricht, noch umkämpfteres Terrain ist als ohnehin schon.“

Schöne neue Wissenschaftswelt, in die uns der Feminismus da führt.


lars
5.9.2012 10:12
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Was soll bitte weiß-männliches Wissen sein ?

Und wenn es das sein soll was ich drunter vermute, dann drängt sich doch die Frage auf ob daran irgendwas falsch sein soll ? Ich habe Fakten bisher immmer für ideologiefrei gehalten. Die Formulierung und Einordnung unterliegt evtl einer gewissen Färbung, aber sonst ?

Und was ist dann nicht-weiß-männliches Wissen ? Klingt uU etwas rassistisch und das ist doch in Deutschland ein tabu 😡


Chris
5.9.2012 11:11
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Ich würde Wikipedia nicht gleich als gescheitert erklären, wie Hans Moser das formuliert. Etwas differenzierter: In Fachbereichen, in denen das (meist natur- und ingenieurswissenschaftliche) Fachwissen ein zentraler Punkt ist, sind die Artikel meist von guter inhaltlicher Qualität, solange nicht wieder irgend ein Löschfanatiker aktiv geworden ist. Im Gegenteil dazu ist im Bezug auf (meist aktuelle) politische Themen die Wikipedia sehr strittig. Das ist aber auch klar, denn:
• in Naturwissenschaften gibt es meist keine konkurrierenden Theorien, sondern nur eine gängige Erklärungsmöglichkeit
• in politischen Themen gibt es immer Interessenten oder Lobbyisten, die ein starkes finanzielles und/oder emotionales Interesse daran haben, IHRE Sicht der Wahrheit kund zu tun.
• Die Wikipedia bildet den „Major Consensus Narrative“, also letztlich die Weltsicht derjenigen ab, die Artikel schreiben und verändern. Je weniger Autoren sich an dem Projekt beteiligen, desto einseitiger ist diese Weltsicht, die durch die Wikipedia beschrieben wird. (zum „Major Consensus Narrative“ siehe auch http://alternativlos.org/23/ )

Das Problem ist, dass einige Nutzer der Wikipedia nicht damit klar kommen, dass andere Menschen (in dem Fall die Autoren) einer andere Weltsicht haben. Von Menschen geschaffene Texte sind immer aus dem Umfeld des Menschen geprägt, das sollte man nicht vergessen. Es gibt keine „unabhängige Meinung“, der man einfach blind vertrauen kann – das gilt natürlich auch für die Wikipedia.


HF
5.9.2012 12:54
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Was soll bitte weiß-männliches Wissen sein ?
Na, zum Beispiel das Gravitationsgesetz.
Und was ist dann nicht-weiß-männliches Wissen ?
z.B. Yogisches Fliegen, Astralreisen …


Heinz
5.9.2012 17:48
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“Zeigt aber auch, dass das Prinzip Wikipedia, dass jeder beliebig, offen und anonym mitschreiben kann, nicht funktioniert, weil es zu angreifbar ist.”

Was hat das denn schon wieder mit anonym zu tun – sind Schmierblätter jetzt auf einmal gut, weil die Autoren mit Namen genannt werden?


erwin
8.9.2012 1:16
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Naja Chris,

“Das ist aber auch klar, denn:
• in Naturwissenschaften gibt es meist keine konkurrierenden Theorien, sondern nur eine gängige Erklärungsmöglichkeit”

Das ist aber Wishful Thinking. Einige Wiki-Autoren sind da Lern- und Medien-Resitent:

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Neutrino/Archiv

… und dann unter “WW von Neutrinos” schauen und den Diskussionsstream verfolgen.

–eh.