Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Pro Quote?

Hadmut
2.3.2012 11:37

Zwei Leser weisen mich gerade – unabhängig von einander, Zufall – auf zwei verschiedene Webseiten zum Thema Frauenquote hin. Grund für einen kritischen Blick.

Einmal auf „Pro Quote”, auf der eine Reihe von Journalistinnen und anderen Frauen eine Frauenquote im Journalismus fordern. Schaut man sich diese Webseite mit der gebotenen Medienkompetenz an, dann erscheint sie als eher dubioses Machwerk:

  • Wirkliche Argumente oder Informationen gibt es da nicht. Da wird rein über die sozial-emotionale Schiene gearbeitet, indem man eine Reihe von Portraits lächelnder Frauen zeigt, also über die Sympathie-Empathie-Methode geht. Das ist billiges Marketing, aber kein Journalismus.
  • Es gibt einen Umfrage-Button, bei dem aber nur „dafür” und nicht „dagegen” drücken kann. Was als Umfrage getarnt ist, ist in Wirklichkeit manipulativ wie die 99%-Wahl der Einheitspartei einer Dikatatur. Offenbar will man vortäuschen, viele Befürworter zu haben, will sich aber nicht dem Risiko stellen, daß da vielleicht gar nicht so viele für eine solche Quote sind, wie sie vortäuschen. Auch das ist miserabler bzw. gar kein Journalismus.
  • Zum Journalismus gehört auch ein bisschen das Formale. Schaut man aber in das Impressum, dann wird man da nicht richtig schlau draus.

    Zunächst steht da „Initiative Pro Quote”. Keine Rechtsform, keine Adresse, kein Verantwortlicher, kein Geschäftsführer. Ist es ein Verein? Wer steckt dahinter? Wer ist verantwortlich? Steht da alles nicht. Sogar der Whois-Eintrag zu pro-quote.de ist nichtssagend.

    Dann wird eine Kuhrt Kommunikation GmbH genannt, ein Web-Design-Firma. Die haben vielleicht die Webseite gemacht, aber sind nicht der Macher der Aktion.

    Als inhaltlich verantwortlich nennen sie eine Gunthild Kupitz, die man per Google als freiberufliche Journalistin findet, von der aber unklar bleibt, ob sie selbst dahinter steckt und das finanziert oder das auch nur im Auftrag eines Dritten macht.

    Es bleibt eigentlich im Dunkeln, wer hinter der Propaganda steckt, wer der Interessenträger dahinter ist. Aufällig ist jedoch, daß in der Liste der „Unterstützerinnen” unten als erste Alice Schwarzer auftaucht.

    Eine Kampagne, bei der nicht klar erkennbar ist, wer der Auftraggeber und Geldgeber ist, ist kein guter Journalismus. Journalismus wäre aufzudecken, wer dahinter steckt.

  • Wenn man die Kommentare liest, rollen sich einem die Zehnägel. Das meiste ist nur leeres Geschwätz. Da lese ich etwa von einer Stern-Redakteurin Laura Himmelreich:

    „43 Prozent der Leser des Stern sind Frauen. Und dennoch besteht unsere vierköpfige Chefredaktion nur aus Männern.“

    Was ist das für eine Aussage? Über 50 Prozent der Nutzer von Kloschüsseln sind Frauen, und trotzdem bestehen die allermeisten Installateurbetriebe nur aus Männern. Um die 50 Prozent der Nutzer von Straßen sind Frauen, trotzdem arbeiten im Straßenbau nur Männer.

    43 Prozent der Leser des Stern sind Frauen (sagt sie), aber ihre Forderung beschränkt sich auf die Redaktion. Müßte man das nicht auch für die Herstellung des Papiers, für die Druckerei, für das Ausfahren der Zeitschriften mit dem LKW an die Kioske, für die Bauarbeiten am Redaktionsgebäude fordern? Wenn 43 Prozent der Leser Frauen sind, gilt dann die gleiche Quote nicht auch für das Papier und die Speditionsleistung? Oder für die Hersteller der Kameras und der Computer, mit denen die Bilder und das Layout gemacht werden?

    An der Herstellung der Zeitschrift Stern sind ganz ganz viele Leute und Berufe beteiligt. Da steckt ein Haufen anstrengender Arbeit dahinter. Der weit überwiegend von Männern geleistet wird.

    Und aus diesem großen Haufen verschiedener Berufe picken sie sich einen einzigen heraus, den des Chefredakteurs. Angenehm, einflußreich, gut bezahlt. Da fordern sie eine Quote. Die ganze Drecks- und Zulieferarbeit hinten raus dürfen weiterhin die Männer machen.

  • Und natürlich wieder – mein Lieblingsthema – der universelle Wissenschafts-Standard-Fehler, eine Korrelation mit einer Kausalität zu verwechseln. Daß in den Chefredaktionen hauptsächlich Männer sitzen ist als empirisches Faktum eine Korrelation, aber noch lange keine Kausalität. Ob es tatsächlich auf einer Ungleichbehandlung, oder doch eher auf einem ungleichen Bewerberfeld oder tatsächlich niedrigerer Qualifikation beruht, wird gar nicht erst gefragt. Da wird einfach – journalistischer Dreck – die These der Unterdrückung und geschlechtsbezogenen Benachteiligung in die Luft gestellt und postuliert. Fertig.

    Und selbst als Faktum nicht mal belegt – stimmt es überhaupt? Warum sitzen etwa in der Presseabteilung der Uni Marburg 7 Frauen und nur 1 Mann? Warum wurden überhaupt alle Presseabteilungen von Universitäten, mit denen ich in den letzten Jahren zu tun hatte, von Frauen geleitet? Warum waren in den PR- und Presseabteilungen der Firmen, mit denen ich bisher zu tun hatte, die Frauen immer überrepräsentiert oder die Abteilungen sogar nur von Frauen besetzt? Das wird hier einfach ausgeblendet.

    Und warum werden Fernsehtalkshows – jedenfalls die mit den Spitzenverdienern in ARD und ZDF – überwiegend von Frauen gemacht?

    Als ich mal bei einer Veranstaltung einer Journalistenschule in Berlin war, lag die Verantwortung für die Veranstaltungsorganisation, Tonaufnahme usw. bei deren Journalistenschülern, die deshalb sichtbar waren. Überwiegend Frauen. Ich habe generell den (unbelegten) Eindruck, daß in der Gesamtheit des Journalismus mehr Frauen unterwegs sind. Müßte man dann nicht umgekehrt einen Einstellungsstopp für Frauen fordern, um umgekehrt die Männerquote anzuheben? Das fordern sie hier aber auch nicht. Dazu sagen sie auch nichts. Sie picken sich allein die extreme Minderheit der Chefredakteure heraus und betrachten nur diese.

    Mich würde einfach mal interessieren, wie sich beispielsweise das gesamte im deutschen Journalismus verdiente Einkommen in Euro auf Männer und Frauen aufteilt. Wieviel Prozent des Geldes wird von Frauen verdient?

  • Und wer sagt überhaupt, daß die Frauenquote der Redakteure der der Leser entsprechen muß? Vielleicht ist die Chefredaktion deshalb männlich, weil die Käufer (auch die weiblichen) deren Produkte lieber kaufen?

    Daß man von Geschlecht der Leserschaft nicht automatisch – wie es die Feministinnen unterstellen – auf Geschlechtersymmetrien bei den Autoren und den Inhalten schließen kann, ist bekannt.

    Beispielsweise werden Fernsehzeitschriften von beiden Geschlechtern viel häufiger gekauft, wenn eine Frau vorne drauf ist. Eine Fernsehzeitschrift mit einem Mann vorne drauf wird nicht gekauft. Eine typische Männerzeitschrift ist der Playboy, da sind nur Frauen drauf. Eine typische Frauenzeitschrift ist die Cosmopolitan. Da sind aber auch nur Frauen drauf. Weil beides nur gekauft wird, wenn Frauen drauf sind, trotz der unterschiedlichen Kundengeschlechter.

    Das heißt, von der Zusammensetzung der Leserschaft auf die Inhalte und Geschlechter der Redakteure schließen zu wollen, ist ohnehin Unfug. Das Kriterium für die Zusammensetzung der Chefredaktion ist nicht die Geschlechterquote, sondern allein der Umsatz und Gewinn, den die Redaktion erzielt. Und da haben die ein Eigen-Interesse daran, das zu optimieren. Die Investoren werden ja nicht Umsatzeinbußen in Kauf nehmen, nur um eine Redaktion rein männlich zu halten, obwohl da draußen Frauen warten, die besser wären, wie es hier suggeriert wird. Der Pressemarkt kennt nur eine Maxime, und das ist die Umsatzmaximierung. Alles andere zählt nicht.

    Wenn in den Chefredaktionen – angeblich – fast nur Männer sitzen, dann ist die Vermutung des ersten Anscheins nicht, daß die Frauen benachteiligt werden, sondern daß die Männer mehr Umsatz bringen.

    Denn unlogisch ist das Vorbringen der Initiative schon. Einerseits sagen sie, daß sich Frauen von Männern journalistisch unterscheiden, anders schreiben. Dann unterstellen sie aber ohne jede Begründung, daß das mindestens genauso gut wäre. Das ist unlogisch. Entweder sagt man, daß Frauen die gleiche Arbeit machen, also sich leistungsmäßig nicht unterscheiden, oder erklärt, warum ihre andere Arbeit mindestens genauso gut ist. Beides tun sie aber nicht. Sie fordern einfach.

Also auf mich macht diese Kampagne eher den Eindruck mangelnden journalistischen Könnens. Ich würde diese Frauen nicht in eine Chefredaktion stecken – nicht weil sie Frauen sind, sondern weil ich diese Kampagne für journalistischen BockZiegenmist halte. Gerade wenn man sich – wie etwa der Stern – für ein investigatives Recherche-Magazin hält, kann man solche Methoden eigentlich nicht gebrauchen.

Und da paßt es ganz gut rein, daß mir ein anderer Leser den Link auf diesen Artikel über die 50 gefährlichsten Berufe schickt (obwohl ich da glaube ich sogar im Blog schon hatte). Außer der Krankenschwester in den hinteren Rängen nur Männerberufe. Und so drastisch, daß sie die mittlere Lebenserwartung von Männern drücken. Fast alles Handwerker, Metzger und so weiter.

Mit der gleichen Logik von Pro Quote könnte man ja auch fordern, daß 50% der Dachdecker, Klempner, Fliesenleger Frauen sind, weil ja auch 50% der Bewohner von Häusern Frauen sind.

Komischerweise fordern sie die Frauenquote aber nur für die angenehmen Jobs. Das feministische Archiv in Marburg wollte sich die Asbest-Sanierung nur von weiblichen Handwerken durchführen lassen, hat aber keine gefunden. Die Konsequenz daraus, eine Frauenquote bei den Asbestsanierern zu fordern (und durchzusetzen), haben sie daraus aber nicht gezogen.


19 Kommentare (RSS-Feed)

FF
2.3.2012 12:37
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Jo. Da tun sich wirklich Abgründe auf. Da könnte man gleich wieder zornig werden.

Alleine die Porträtfotos, dieser Typ Fraooouuu (wie Alice Schwarzer so unnachahmlich tremolieren würde) mittleren Alters, karrierezickig, jede Menge über ihre Frisur (frech!) und Figur (Bauch, Beine, Po, Probleme!) nachdenkend, irgendwie permanent auf dem Kriegspfad…

Kleine Alltagsbeobachtung von mir: bin derzeit (und seit jeher) viel in Bibliotheken/Archiven unterwegs, recherchiere und “forsche” dort so vor mich hin. Ist mein Beruf.

Viele Frauen dort, aber doch auch Männer. Was mir nun auffällt: wenn ich (was sehr selten vorkommt) schwach vollgelabert werde, weil ich etwa einen Apfel verzehre, mal zur Thermosflasche greife oder mich (sehr!) gedämpft mit jemandem unterhalte – es sind immer Frauen, die rumnerven. Die es tatsächlich wagen, mich (1,95m/120kg) schwach von der Seite anzuzicken, weil sie sich irgendwie “gestört” fühlen.

Das fällt mir schon seit Jahrzehnten auf… War bisher nie (really!) ein Mann dabei. Na gut, sind vielleicht zwei, drei Dutzend “Fälle”. Schwache empirische Basis, geb’ ich zu. Trotzdem bemerkenswert.

Auch wenn es sonst Ärger gibt, mit Dritten (Archivar/Bibliothekar/Kantinenkoch/Hausmeister) etc., wegen irgendeines Furzes – es sind so gut wie immer Frauen (und seltenst halbwegs attraktive) die sich aufmanteln und ihren Zeitgenossen wegen Pipifax auf den Sack gehen.

Wer erklärt mir das.


Michael
2.3.2012 12:45
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Ich gebe Dir in den meissten Punkten recht, aber das mit der Umfrage habe ich nicht gefunden…
Nur eine Unterschriftenliste, was aber was ganz anderes ist. Eine Unterschriftenliste für die Gegner des eigenen Vorhabens anzubieten, wäre einigermaßen ungewöhnlich. Im Allgemeinen überlässt man das dann doch den Gegnern selbst ;).


Jens
2.3.2012 12:58
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“Keine Rechtsform, keine Adresse, kein Verantwortlicher, kein Geschäftsführer. Ist es ein Verein? Wer steckt dahinter? Wer ist verantwortlich? Steht da alles nicht.”

Ich hab übrigens die Erfahrung gemacht, dass die TMG-Aufsichtsbehörden da genau nix machen. Wegen http://blog.tessarakt.de/archiv/2011/01/30/dubiose-munzwerbung-mit-unterstutzung-der-stadt-karlsruhe/ wollte ich mal rausfinden, was diese “Staatliche Münze” eigentlich ist.

Wohl irgendwie eine Inkarnation des Landes Baden-Württemberg, aber aus http://www.staatlichemuenzenbw.de/de/impressum.html geht das nicht ansatzweise hervor. Die Münze wollte das prüfen, vom RP Tübingen habe ich nie eine Antwort erhalten …


Johnny
2.3.2012 13:45
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Kurioser Platz 29 der gefährlichsten Berufe: Diätassistenten


Hadmut
2.3.2012 13:53
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Ja, da sind schon einige spontan von ihren Klienten gefressen worden…


Peter Suxdorf
2.3.2012 14:28
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Der Kommentar ist herrlich http://www.pro-quote.de/frauenquote-und-grundgesetz/ und wird von Irmtraud direkt abgestraft…

Ich habe bei cbx schon mal geschrieben, daß die Damen gerne die Quote für die Führungsebene fordern dürfen, wenn sie parallel die Quote für die Trittbretter hinten am Müllwagen einfordern.


Hadmut
2.3.2012 14:56
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Kein Wunder, daß man die nicht als Chefredakteure haben will, bei dem Mist, den die von sich geben, gerade bei diesem Kommentar….


kjssjn
2.3.2012 14:53
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Hier das obligatorische, tägliche ‘Habe den Beruf verfehlt’-Posting:

Herr Danisch hat das Geschlecht verfehlt, er hätte eine Quotenfrau werden sollen.


energist
2.3.2012 15:58
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„Ich bin auch deshalb für die Quote, damit die Diskussion über die Quote ein Ende hat.

Claudia Voigt, Der Spiegel“

Die. beste. Argumentation. aller. Zeiten.

Bei solchen weiblichen Führungskräften frage ich mich allerdings auch tatsächlich, wie sie bisher so übersehen werden konnten. Da müssen doch maskulistische Netzwerke am Start sein!


Norbert
2.3.2012 17:11
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“Ja, da sind schon einige spontan von ihren Klienten gefressen worden…”

Du hast meinen Tag gerettet. Für diesen Spruch könnte ich Dir fast Deine Raucherfeindlichkeit verzeihen. Fast ! 😉


Hanz Moser
2.3.2012 20:14
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Meine perönliche Erfahrung mit Frauen und der Quote:
Ich kenne keine einzige Befürworterin, die es beruflich zu irgendwas gebracht hat. Die Befürworterinnen die ich kenne sind Hausfrauen, Mütter und einfache Angestellte. Zudem fallen sie alle in die Kategorie der Frauen, die ihre Weiblichkeit gerne betonen, wahrgenommen haben wollen und auch mal meckern wenn man ihnen nicht die Tür aufhält.

Mir drängt sich auch angesichts solcher Webauftritte immer mehr der Eindruck auf, dass sich hier der Teil der Frauen auf bessere Positionen zwängen will, der es bisher aus Gründen der Leistung nicht geschafft hat. Ob das Kalkül ist oder die Illusion, dass der eigene Mangel an Fähigkeit nicht existiert und es daher am Geschlecht liegen muss, kann ich aber nicht sagen.


Felix
3.3.2012 9:01
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Ich bin fuer eine Frauenquote in Fuehrungspositionen. Leider funktionieren Befoerderungen in hoehere Positionen vielerorts immernoch nach dem “old boys club” Prinzip, was qualifizierten maennlichen und weiblichen Kandidaten gleichermassen zum Nachteil gereicht. Solche Clubs etwas aufzubrechen indem man ein paar Frauen in die Mitte pflanzt waere denke ich eine gute Sache. Davon abgesehen ticken Frauen einfach anders, und ich faende es durchaus begruessenswert wenn das auch in Fuehrungsetagen repraesentiert waere.
Natuerlich ist eine 50% Fuehrungsfrauenquote in einem Betrieb der zu 95% Maenner beschaeftigt kompletter Schwachsinn, wo sollen da die qualifizierten Kandidatinnen herkommen? Aber solange sich die Quote am Geschlechterverhaeltnis in der naechstniedrigeren Hierarchieebene orientiert bin ich dafuer.
Die Forderung nach mehr weiblichen Chefredakteuren weil die Haelfte der Leser Frauen sind ist natuerlich immernoch Quatsch.


Hadmut
3.3.2012 9:43
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Das „old boys club”-System schließt aber eben auch die meisten Männer von der Führungsposition aus.

Also müßte man auch eine Quote für Männer einführen, die nicht dem „old boys club” angehören.


Thomas
3.3.2012 11:32
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@Felix Super !! Noch einer dem Sie das Gehirn auf links gewaschen haben.
Meine persönliche Erfahrung mit weiblichen Führungskräften, wie immer nicht repräsentativ, aber schmerzhaft.

Business auftreten (meist Hosenanzug oder ähnliches), fachlich völlig desintressiert, ich will also müsst ihr Attitüde. Und wenn ihr nicht macht dann werde ich aber böse.

Wenn das eine Verbesserung ist, ich glaube nicht. Im übrigen gibt es in einigen Sparten besonders inden Kommunikationsberufen und in der öffentlichen Verwaltungen “Old Sister” Netzwerke, kannst ja mal versuchen Gleichstellungsbeauftragter zu werden……

So genug aufgeregt, hab gestern den guten alten alten Heiner Bremer im Fernsehen gesehen, der war auch “Pro Quote”? Was den reitet weiss ich aber auch nicht genauso wie der Personalchef von der Telekom ?


aga80
3.3.2012 17:09
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Platz 42 Masseure Oh mein Gott muss ich jetzt sterben.

Aber das passt hier auch ganz gut, vor 6 Jahren war ich auf Arbeitssuche und habe mich als Physiotherapeut bei einigen Betrieben vorgestellt, zuerst sollte man mal wissen das die Männerquote im Beruf bei uns erst in den letzten 10-20 Jahren merkbar hoch geht es sind aber trotzdem noch gefühlt 80% Frauen.
Ich bin auf einige Vorstellungsgespräche nicht mal eingeladen worden, am Telefon hieß es dann einfach nur, nein einen Mann, das kann ich meinen Patienten nicht antun. Ich bekomme als Mann viel positives Feedback von Patientinnen, die lieber zu einem Mann zur Lymphdrainage kommen als zu einer Kollegin, das ist mir auch sehr häufig nach Mama Amputationen so gegangen, wenn man im Vorfeld bei der Terminvergabe, die Leute zumindest in dem Bereich über das Geschlecht des Behandlers informiert gibt es keine Probleme.
Ich habe schon als einziger Mann in einer sonst über Jahre bestehenden reinen Frauenpraxis gearbeitet, auch da gibt es genug Bereiche, bei dehnen man sich hervorragend ergänzt.
Andrerseits habe ich auch schon in Männerpraxen gearbeitet, (so selten sie auch sind,) in einem Stadtteil mit hoher Migrantenquote, aus der Türkei, da war es in den wenigstens Fällen ein Problem wenn man gefragt hat, ob auch ein Mann behandeln könne, da sind wirklich nur wenige Damen wieder gegangen, zumal dann bei diesen Patientinnen, einfach die Kollegin von der Rezeption, das Ein- und Auspacken aus der Fangopackung übernahm.


Magnus
5.3.2012 19:11
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“Komischerweise fordern sie die Frauenquote aber nur für die angenehmen Jobs.”

Das ist nicht komisch, sondern aus Sicht der Quotenlobbyistinnen vollkommen logisch. Der geringe Frauenanteil bei den angenehmen und lukrativen Jobs ist deren Lesart zufolge nämlich eine Folge der berühmt-berüchtigten “gläsernen Decke”. Die gibt es in den Drecksberufen aber eben nicht, egal wie wenig Frauen dort arbeiten. Und jetzt frag mich nicht nach der dieser Argumentation innewohnenden Logik, ich habe das jetzt einfach mal wiedergegeben 😉

Es ist aber auch amüsant die permanent wechselnden Begründungen für eine Quote zu verfolgen, war es früher mal der EQ und die angeblich besseren sozialen Fähigkeiten von Frauen die so wichtig für das Betriebsklima seien, ging es dann über zu den erfolgreicheren Firmen durch Frauen (immer mit Verweis auf eine grottenschlechte McKinsey Studie, die natürlich wieder mal Korrelation und Kausalität munter durcheinanderwarf), und just heute wurde dem staunenden Volk erklärt, Frauen würden weniger Fehler machen. Ach ja, außerdem wollten 3 von 4 Europäern eine Quote. Wollen sie natürlich nicht, aber die Umfrage wurde halt flugs so ausgelegt.

Und Deine Beobachtung zu den Pressesprecherinnen an der Universität könnte eine ganz profane Erklärung haben: bessere Zeugnisse (das Thema schlechtere Noten für Männer bei gleicher Leistung hattest Du ja glaube ich schon mal im anderen Blog) und eben die Quote im ÖD.


Knorka Kinte
5.3.2012 21:36
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Wo das hinführt im Journalismus, kann amn sich denken: Wenn ich auf pro-quote.de gehe, sieht man Anne Will, die uns mitteilt, dass das berufsbild aus klaren kritischen Haltungen besteht und der Blick auf Misstände – ja, klar. Frau Will als Koryphäe der seichten Labersendungen, in der es nur “menschelt” aber umso wenig “denkelt”…

es ist und bleibt, wie schon immer: Leistungsfähige Frauen kümmern sich um soetwas nicht. Sie begnügen sich einfach damit, die männliche KOnkurrenz in die Tasche zu stecken.


yasar
6.3.2012 13:00
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Apropos Männer in Frauenberufen:

http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=9373170/pv=video/nid=233454/mna9yc/index.html

Über fehlende Kindergärtner in Kitas bei Report heute Abend.


Andrea
1.4.2012 19:04
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Hier mal was neues zu Pro Quote: http://www.taz.de/!90737/