Die CSU heuchelt Wissenschaftsfreiheit
Über die Divergenz von Propaganda und Realität.
Man kann sich ja schon die Frage stellen, was ausgerechnet eine Dorothee Bär auf dem Posten eine Forschungsministerin zu suchen hat. Da ist ja ein schlechter Witz und Symptom der Personalnot der Bayern. Man könnte sie für eine Quotenfrau halten, aber bei den Männern sieht es ja auch nicht viel besser aus.
#Wissenschaftsfreiheit ist ein Grundrecht – und kein Verhandlungsgegenstand.
BM @DoroBaer im Gespräch mit der Funke-Mediengruppe über KI, Raumfahrt und wie Deutschland Top-Forscher aus aller Welt gewinnt.
Das gesamte Interview: https://t.co/AYUmKtKABb @morgenpost pic.twitter.com/6aqffoEau5
— BMFTR (@bmftr_bund) May 31, 2026
Das ist ein Hohn. Schon weil es in dem Artikel, auf den sie verweisen, um etwas ganz anderes geht, nämlich darum, dass „Studierende“ nebenher jobben sollen, weil dem Staat das Geld für BAFöG fehlt. Für Migranten hat man beliebig Geld, aber nicht für Studenten. Gut, ich habe in meinem Studium auch ab dem 5. Semester gejobbt, allerdings hatte ich als Informatiker den Vorteil, dass ich an der Uni selbst und in meinem eigenen Beruf als Informatiker (Hiwi, Tutor, Systemadmin) arbeiten konnte und nicht etwa kellnern gehen musste.
Darin sagt sie am Rande
Forschende in den USA schauen mit wachsendem Unbehagen auf Donald Trump. Gelingt es, Top-Wissenschaftler abzuwerben, die in Amerika nicht mehr glücklich sind?
Seit dem Start unseres 1000-Köpfe-Plus-Programms im Juli 2025 haben wir 286 exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 45 Ländern für Deutschland gewonnen – 45 davon aus den USA. Deutschland hat den großen Vorteil, dass wir die Wissenschaftsfreiheit im Grundgesetz verankert haben. Die müssen wir unter allen Umständen bewahren, auch gegen Angriffe der AfD.
Die versteht gar nicht, was „Wissenschaftsfreiheit“ bedeutete. Die meint, dass es darum geht, dass Studenten genug Geld haben, um sich das Studium leisten zu können.
Dass es bei der Wissenschaftsfreiheit auch und vor allem um die Inhalte geht, versteht sie entweder nicht, oder sie stellt sich doof – oder es ging in dem Interview auch gar nicht darum, sondern nur um BAFöG, und das Ministerium will das nachträglich als Wissenschaftsarie auslegen.
Ich bin da empfindlich, denn Ihr wisst ja, wie es mir ergangen ist.
Interessant dazu nämlich das (wenn auch keine direkte Replik darauf, aber von jemand anderem als Replik zitiert):
An den Universitäten existiert eine links-islamistische Wagenburg, die keinen Zentimeter ihrer Macht hergeben will, via @welt https://t.co/Cc60hrUite
— Prof. Dr. Susanne Schröter (@susannschroeter) May 30, 2026
Aus dem Artikel „Links-islamistische Wagenburg, die keinen Zentimeter Macht hergeben will“
Ein Klima der Angst an deutschen Unis stellt Islamismus-Forscherin Schröter fest: Ein antisemitisches Akademiker-Milieu diffamiere anderslautende Auffassungen als rassistisch oder rechtsradikal. Der Widerstand dagegen formiere sich vor allem außerhalb der Hochschulen.
[…]
WELT: Frau Schröter, Sie sagen inzwischen offen: Die Wissenschaftsfreiheit an deutschen Universitäten sei in Gefahr. Warum?
Susanne Schröter: Weil bestimmte Themen an Universitäten faktisch nicht mehr frei diskutiert werden können. Wer über Islamismus, Antisemitismus oder problematische Entwicklungen im postkolonialen Milieu forscht, gerät sehr schnell unter Verdacht, „islamfeindlich“ oder „rechts“ zu sein. Viele Kollegen und junge Wissenschaftler sagen mir inzwischen offen, dass sie bestimmte Forschung lieber lassen, weil sie Angst haben, sonst selbst stigmatisiert zu werden.
WELT: Sie sprechen sogar von einer „links-islamistischen Wagenburg“.
Schröter: Ja, weil sich da inzwischen ein geschlossenes Milieu gebildet hat. Es steht eine links-islamistische Wagenburg, die keinen Zentimeter ihrer Macht hergeben will. Kritik wird sofort als rassistisch oder rechtsradikal diffamiert. Das erzeugt enormen Druck – nicht nur auf Studenten, sondern vor allem auf Wissenschaftler.
WELT: Sie sagen ausdrücklich: Das Problem seien gar nicht in erster Linie die Studenten.
Schröter: Nein. Das eigentliche Problem sind Professoren und akademische Netzwerke, die postkoloniale Theorien lehren und verbreiten. Viele Universitätsleitungen haben Angst vor Konflikten mit genau diesen Milieus. Manche teilen die Ideologie sogar selbst. Dadurch entsteht ein Klima, in dem Wissenschaftsfreiheit zwar ständig beschworen wird, aber praktisch immer enger wird.
[…]
WELT: Sie beschreiben dabei ein paradoxes Bündnis: progressive Aktivisten auf der einen Seite, islamistische Gruppen auf der anderen.
Schröter: Das wirkt nur auf den ersten Blick paradox. Beide Seiten verbindet ein gemeinsames ideologisches Narrativ: der Kampf gegen den Westen. Islamisten haben sehr früh verstanden, dass sie ihre Positionen auf links drehen können. Sie sprechen dann über Kolonialismus, Diskriminierung oder Antiimperialismus – und finden damit Anschluss an akademische Milieus.
WELT: Und Israel spielt dabei eine zentrale Rolle.
Schröter: Absolut. Die Feindschaft gegenüber Israel ist das verbindende Element. Israel wird in postkolonialen Theorien als letzter westlicher Kolonialstaat dargestellt. Das schafft eine ideologische Brücke zwischen linken Aktivisten, islamistischen Gruppen und teilweise sogar rechtsextremen Milieus. Dieser israelbezogene Antisemitismus ist heute tief in akademische Debatten eingesickert.
WELT: Viele Studenten berichten inzwischen, dass sie in Seminaren kaum noch widersprächen.
Schröter: Das höre ich ständig. Junge Wissenschaftler sagen mir offen, dass sie bestimmte Themen nicht anfassen, weil sie Angst haben, beruflich beschädigt zu werden. Wer die „falsche“ Frage stellt, gilt schnell als problematisch. Das erzeugt Mitläufertum und Konformitätsdruck. Ich halte das für zutiefst anti-emanzipatorisch.
WELT: Gleichzeitig fällt immer wieder das Wort „umstritten“.
Schröter: Ja, und das ist ein sehr wirksames Machtinstrument geworden. Sobald jemand als „umstritten“ gilt, wird er nicht mehr eingeladen, nicht mehr zitiert und seine Bücher werden nicht mehr besprochen. Fragt man nach, warum jemand umstritten sei, kommt oft keine sachliche Antwort mehr. Das Label allein reicht inzwischen aus, um Menschen aus Debatten herauszudrängen.
Klar. Denn „umstritten“ heißt, dass jemand nicht am Konsens teilnimmt. Und der Konsens ist der marxistische Klassenstandpunkt.
Anders dagegen, wenn jemand als „streitbar“ bezeichnet wird, dann nämlich heißt das „tritt für den Marxismus ein“.
WELT: Woher kommt diese ideologische Allianz zwischen Teilen der Linken und islamistischen Gruppen eigentlich?
Schröter: Historisch spielt der Antiimperialismus eine große Rolle. Bereits seit den 68er-Jahren gab es Kontakte zwischen linken Bewegungen und radikalen palästinensischen Gruppen. Dahinter stand die Logik: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“ Dieses Denken wirkt bis heute fort. Islamisten sind dabei keineswegs naiv – sie nutzen diese Allianzen strategisch sehr geschickt.
Das ist genau das Ding: Die Verschmelzung von Linken und Islamisten, und es geht ja der Spruch, dass beide die nützlichen Dummen des jeweils anderen seien.
Das ist aber genau diese Krake, die die Hochschulen, Medien, Politik und alles andere erfasst hat und erwürgt.
Und dann kommt die Provinzpolitesse Bär als Forschungsministerin, schwafelt vom Grundrecht der Forschungsfreiheit und meint, das sei auch erfüllt, wenn Studenten jobben gehen, weil das Geld für BAFöG nicht reicht.
WELT: Hat sich die Lage an den Unis in Deutschland in den vergangenen Jahren verschärft?
Schröter: Definitiv. Die Strukturen sind heute wesentlich gefestigter. Wer einmal in Machtpositionen sitzt, holt bevorzugt Leute nach, die ideologisch ähnlich denken. Dadurch entsteht ein geschlossenes System. Viele schweigen inzwischen aus Angst vor beruflichen Konsequenzen.
Faktisch-praktisch haben wir schon lange keine Wissenschaftsfreiheit mehr, geht es schon lange nur noch um politische linke Konformität und Konsensunterordnung.