Ansichten eines Informatikers

Social Media kaputt und bald tot

Hadmut
30.5.2026 2:31

Was macht man nun?

Was kommt als Nächstes?

Was mir gerade so auffällt: Eigentlich sind die Social Media praktisch kaputt.

  • Twitter hat mir gut gefallen, aber da kommt nur noch Müll, und von mir wollen sie einen Haufen Geld, obwohl sie mich gleichzeitig drosseln und beschneiden.
  • Mastodon habe ich mal ausprobiert, aber das ist auch kaum nutzbar. Das Problem liegt dabei nicht bei Mastodon selbst, sondern darin, dass Mastodon in Wirklichkeit keineswegs so dezentral ist, wie behauptet wird. Um nämlich an andere als die abonnierten Tweets zu kommen und zu sehen, was so los ist, muss man auf möglichst große Instanzen, weil man auf einer Mastodon-Instanz immer nur das sieht, was da irgendwer abonniert hat, sonst kommen die Meldungen ja nicht auf die Instanz. Aber je größer, desto linker. Das angeblich so freie Mastodon wird monströs von irgendwelchen Leuten, die im Dunkeln bleiben, zensiert. Freilich kann man eigene Mastodon-Instanzen aufmachen, aber das nutzt einem nicht viel, weil man von da kaum etwas sieht und kaum publizieren kann, weil linke Administratoren das dann blocken – freilich ohne es den Mitgliedern mitzuteilen. Im Prinzip wie damals bei den Piraten.
  • Facebook, Instagram, Threads, Whatsup gehen eigentlich gar nicht, der Umgang von Meta mit den Daten ist eine Katastrophe. Instagram geht vielleicht gerade noch, wenn man politisch inhaltslose Reisefotos posted, aber Inhalte oder gar Querverbindungen zwischen Personen sind schon problematisch.
  • Bluesky ist eine einzige Marxistenhölle, wo es nur darum geht, sich gegenseitig möglichst schnell zu sperren und zu blockieren.
  • TikTok?

Schwierig. Was ist überhaupt noch brauchbar?

Und nun das:

Die ideale neue Medienwelt sieht in den Augen von zuständigen Politikern und Medienanstalten so aus: Eine kleine Gruppe von Medienanbietern wird gesetzlich privilegiert, zuerst die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Plattformen wie Facebook, Instagram oder X werden dazu gebracht, deren Texte, Bilder und Videos mit höchster Priorität ans Publikum zu verteilen.

Wer als Medienanbieter nicht ausdrücklich von einem speziellen Gremium zertifiziert wurde, muss damit leben, dass seine Beiträge verstreut hinten in den Timelines erscheinen oder ganz untergehen. Und wer einen Politiker verspottet oder verhöhnt, muss damit rechnen, dass sein Posting künftig gar nicht erst angezeigt oder hochgeladen werden kann.

[…]

Diese Vision soll noch dieses Jahr mit einem neuen Staatsvertrag Realität werden. Sie findet sich in zwei Planungs-Papieren. Das eine benennt „Eckpunkte“ für einen neuen sogenannten Digitale-Medien-Staatsvertrag. Es stammt von der Rundfunkkommission der Länder, die für Kultur und Medien zuständig sind. Die Rundfunkkommission koordiniert die Medienpolitik der Ministerpräsidenten und Staatskanzleien der Länder.

Tauchte wohl zuerst bei Apollo News auf:

Konkret läuft der Algorithmen-Eingriff unter dem Stichwort „Public-Value-Medien“, also Medienangebote, die einen „öffentlichen Mehrwert“ liefern – die Entscheidung, wer das ist, treffen die Landesmedienanstalten, die trotz des Etiketts „staatsfern“ nichts anderes als staatliche Aufsichtsbehörden sind. Bisher waren auch genau deshalb ihre Kompetenzen sehr beschränkt, wurden aber in den vergangenen Jahren Stück für Stück ausgebaut.

„Im Sommer wollen die Länder einen ersten Entwurf des Digitale-Medien-Staatsvertrags vorlegen“, erklärte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten sowie Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Thorsten Schmiege, kürzlich in einem Interview. Dabei gehe es auch darum, „wie verlässliche Informationen stärker in den Feed gebracht werden können“. Konkret: „Schon in den vergangenen Monaten ging es um Public Value, also Angebote mit gesellschaftlichem Mehrwert, in den nicht-linearen Medien. Dazu haben wir ein Modell entwickelt, wie das rechtlich und technisch funktionieren kann.“

[…]

„Der Public-Value-Ansatz sollte daher von einer angebots- zu einer inhaltsbezogenen Logik weiterentwickelt werden“, heißt es in dem Papier, das Apollo News vorliegt: Die Mediennutzung finde immer stärker in den sozialen Medien statt. Und dort bestehe die Gefahr, dass „desinformierende, polarisierende oder lediglich aufmerksamkeitsstarke Inhalte systematisch bevorteilt“ werden. Dies würde „die sachlich-informative Grundlage des öffentlichen Diskurses“ erodieren. „Dies ist keine technische Randnotiz, sondern eine demokratische Kernfrage.“

Die Lösung? Man will nun auch in die Social-Media-Algorithmen eingreifen. In dem Papier wird ein mehrstufiges Verfahren angeregt: Zuerst sollen ganze Medien den Status des „Public Value“ zuerkannt bekommen. Das sollen „verlässliche Anbieter“ sein, die „nach journalistischen Standards“ arbeiten und sich an die „geltende Rechtsordnung“ halten. Jeder könne sich bewerben – die Entscheidung liegt am Ende aber bei den Behörden.

Im Prinzip werden die Social Media damit ARD und ZDF, CDU und SPD angegliedert. Oder besser gesagt: Unterjocht.

Letztlich sind die Social Media spätestens dann tot. Man tötet sie gerade ab. Zumindest in Deutschland und der EU. Soll keiner auf die Idee kommen, Wahlrecht und Demokratie bedeuteten, dass man wählen könne, was man wolle.

Eigentlich ist die große Zeit der Social Media jetzt schon vorbei, denn der Nutzen, den sie einst hatten, und der Spaß, die sind längst Vergangenheit. Social Media sind unerwünscht, weil sie individuell, oder aus Sicht der Linken, individualistisch sind und damit den Klassenstandpunkt untergraben.

Es werden sich vielleicht Systeme wie Mastodon halten, auf denen man aber kaum diskutieren und selbst publizieren kann, weil man überall geblockt wird. Man wird nur noch die offiziellen Verlautbarungen von Behörden, Öffentlichen Einrichtung und dem Staatsfunk abonnieren können.

Die Zeit der Social Media und der alternativen Medien ist vorbei. Wir sind wieder in einer Diktatur.

Wir sind im Vierten Reich, wenn man so will.

Erstes Reich = Heiliges Römisches Reich (meist ab 962 bis 1806) Das mittelalterliche Reich deutscher Nation, das als direkte Nachfolge des antiken Römischen Reiches gesehen wurde.

Zweites Reich = Deutsches Kaiserreich (1871–1918) Das von Bismarck gegründete Kaiserreich unter den Hohenzollern.

Drittes Reich = Das nationalsozialistische Deutschland (1933–1945)

Und jetzt kommt eben das Regenbogenreich, das Vierte Reich.