Ansichten eines Informatikers

Transpfadfinder

Hadmut
29.5.2026 22:19

Auch das noch.

Wie schon berichtet, war ich in meiner Jugend mal kurze Zeit bei den Pfadfindern. Das hat Spaß gemacht, solange wir mit Freunden Zelten gegangen sind, Nutella und Knoblauch in rauen Mengen gefressen haben, abends am Lagerfeuer Lieder gesungen und gemeinsam gestunken haben, dass es dem Deiwel grauste. Nicht ein einziges Mal haben sich böse Geister in unsere Nähe getraut.

Der Spaß war doppelt vorbei, als wir nach innen feststellen mussten, dass die Pfadfinder formal der katholischen Kirche unterstellt waren und der katholische Pfarrer etwas war und sich in einer Weise aufführte, was zu beschreiben in Berlin den Gegenwert von drei vom LKA eingetretenen Wohnungstüren hätte. Und nach außen feststellen mussten, dass das alles linksgrün übernommen war und man versuchte, uns politisch einzuspannen. Erst sollten wir nur gegen den Bau einer Hochstraße demonstrieren, aber als wir in einem übergreifenden Pfadfinderlager nicht nur, wie versprochen, auf andere Gruppen mit hübschen Mädels trafen, sondern uns vor Ort überraschend eröffnet wurde, dass Plan und Aufgabe sei, in eine US-Kaserne in der Nähe einzudringen und dort Unruhe zu stiften, die Atomwaffen gelagert hatten. Das war dann der Punkt, an dem wir beschlossen, dass das nichts für uns ist und die schlechtesten Pfadfinder aller Zeit zu werden, und uns just in dieser Nacht in genau der entgegengesetzten Richtung tief im Wald zu verirren und nicht vor dem Frühstück wieder zurückzufinden. Wir hatten extra Karten und Kompass dabei um sicherzustellen, dass wir uns auch wirklich sorgfältig und sicher verirrten. Das politische Zeug war nicht nur nichts für uns, wir hatten auch keinerlei Lust festgenommen oder gar erschossen zu werden. Auch wenn in Deutschland, waren es US-Kasernen und da galt US-Recht, und wenn da ein Eindringling erschossen würde, würde kein einziger amerikanischer Hahn danach krähen. Nicht lange später war ich selbst im Grundwehrdienst, da auch auf Wache, und habe gemerkt, wie gut das war, dass wir uns da damals abgesetzt hatten, wie leicht man da – vor allem von den Amis – erschossen würde. (Abgesehen davon hatte die Bundeswehr mit Y-Reisen meinen Bedarf am Zelten dann auch für die nächsten 20 Jahre gedeckt.)

Das ist lange her, über 40 Jahre.

Heute gibt es Transpfadfinder.

Während wir damals noch Pfade im Wald suchten, geht es heute um Geschlechtsfindung:

Was zur Hölle ist ein „Raum von TIN*-Personen“? Und was macht der im Wald?

Was sind TIN*-Personen? Die Blechbüchsenarmee aus der Augsburger-Puppenkiste mit ihren rollenden Blitzangriffen? Oder der Tin Man aus Wizard of Oz?

Nein. Es sind trans*, inter* und nicht-binäre (TIN*) Personen.

Wisst Ihr, wo es noch so richtig, klassische, echte Pfadfinder gibt, so mit Pfadfinderuniform und Zelten und Kartennavigation und all dem normalen Kram wie Hilfsbereitschaft, sogar mit vielen Mädchen? Auf Zypern. Sieht man bei den jährlichen Umzügen, da sind auch Pfadfindergruppen dabei. So richtige, herkömmliche Pfadfinder.