Ansichten eines Informatikers

KI-Mediation als Richterersatz

Hadmut
29.5.2026 14:12

Wenn ich so darüber nachdenke …

Unser Gericht taugen ja nicht nur qualitativ nichts mehr, sondern sind auch kapazität überlastet und irre teuer.

Bei irgendwelchen Verfahrensarten gibt es aber längst Mediationsmöglichkeiten und Güteverhandlungen, manchmal sogar als Pflicht, und in vielen Zivilsachen versuchen Richter zu Vergleichen zu kommen, weil sie dann kein Urteil schreiben müssen und die Sache beendet ist.

Vielleicht ist das gar keine so dumme Idee, wenn man in den verschiedenen Gerichtswegen einführt, dass jeder Fall – jedenfalls bis zu einem gewissen Streitwert oder einer gewissen Höchststrafe – zuerst mal an einen KI-Mediator oder keine KI-Güteverhandlung kommt, vielleicht ein bisschen vom Rechtspfleger gefüttert, oder von den Anwälten der Seiten selbst, und die KI dann einen ersten Vorschlag unterbreitet, der in Zivilverfahren auf eine Einschätzung und vielleicht einen Vergleichsvorschlag oder in Strafsachen auf einen Freispruch oder einen Strafbefehl hinausläuft, der dann auch nur dann wirksam wird, wenn beide Seiten ihn akzeptieren (oder nicht fristgerecht ablehnen).

Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass solche KI in vielen Fällen verständiger als Richter sind und besser auf Argumente hört wie „der BGH hat entschieden…“ und so etwas.

Oder dann zu dem Ergebnis kommt, dass das ein Richter untersuchen muss und dazu schreibt, welche Punkte einer Aufklärung bedürfen – oder darstellt, warum eine Seite mit dem Vorschlag nicht einverstanden war, was daran noch strittig ist.

Gerade heißt es bei Heise: Hat 2000 US-Dollar gekostet: Erstmals KI-generierter Spielfilm bei Filmfestival

Also wenn man für 2000 Dollar einen ganzen Spielfilm hinbekommt, dann sollte ein deutsches KI-Urteil deutlich billiger hinzubekommen sein.

Das hätte noch einen anderen Vorteil:

Weil in Deutschland ja immer weniger Leute lesen und schreiben können, könnte man das Urteil dann nicht nur als Text, sondern ergänzend als Erklärverfilmung bekommen – als Dokumentarfilm, als Drama, als Slapstick-Komödie, als Polit-Thriller, als Tatort-Krimi, als Aktenzeichen-XY-Folge – oder, je nach Niveau der Parteien, erklärt von Ernie und Bert aus der Sesamstraße oder Sponge-Bob, bedauert von Bernd dem Brot oder bejubelt von den Tele-Tubbies. Ab einem gewissen Streitwert auch als 3-Stunden-Sandalen-Epos über den Rechtsstreit wie Ben Hur oder Batman „The Dark Knight“ im Kampf gegen das Böse.

Könnte man jetzt schon mal versuchen: Der KI irgendein Gerichtsurteil geben und sagen, dass sie das verfilmen soll. Mach mir aus diesem BGH-Urteil bitte einen Belmondo-Thriller. Oder gib dieses Finanzgerichtsurteil mal Bud Spencer und Terence Hill. Oder lass das Urteil des Verwaltungsgerichts mal von Stan Laurel und Oliver Hardy darstellen. Oder die Anklage von den Marx Brothers erklären.

Mach mir aus der § 188-StGB-Anklage eine DDR-Stasi-Drama.

Ruckzuck hat man die Anwalts- und Gerichtskosten auf TikTok wieder drin und gewinnt vielleicht noch irgendeinen Filmwettbewerb.