Ansichten eines Informatikers

Kanzler futsch durch Kanzlerputsch?

Hadmut
26.5.2026 16:46

Ach, daher weht der Wind gegen Merz.

Ich hatte doch gerade eben erwähnt, dass die CDU im Verdacht stehe, Friedrich Merz, den Kanzler von der traurigen Gestalt, gegen Hendrik Wüst zu ersetzen.

Ein Leser weist mich dazu auf einen Tichy-Artikel hin: Planen Özdemir und Wüst den Sturz von Merz? Bedeutet Söders Schweigen stilles Einverständnis?

Wenn ich den Text richtig verstehe und interpretiere, dann bildet sich gerade ausgehend von Baden-Württemberg und Cem Özdemir so eine neo-grün-sozialistische Koalition aus Grünen und CDU, die Merz wegputschen und alles auf grün-sozialistischen Kurs bügeln will.

Özdemir hat aber noch mehr gesagt. Der Grüne aus der grün-woken Gängel- und Verbotspartei will bemerkt haben, dass sich der Zeitgeist hier unmerklich geändert habe, und sagt deshalb:

„Wenn die Leute den Staat als Gängelstaat wahrnehmen, der nicht überall funktioniert und mit Bürokratie agiert, deren Sinn sie nicht verstehen, verlieren sie den Glauben an ihn. Ich habe mich mit meinem Amtskollegen Hendrik Wüst in Düsseldorf verständigt, der beim Bürokratieabbau auch so unterwegs ist. Wir werden mit der dortigen schwarz-grünen Regierung kooperieren, dem Bund gemeinsam Vorschläge machen und so den Föderalismus nutzen.“

Nun gut, Bürokratieabbau – geschenkt. Es gibt mittlerweile keinen Politiker mehr, der diese Leerformel nicht fehlerfrei aussprechen könnte. Interessant ist etwas anderes: „Ich habe mich mit meinem Amtskollegen Hendrik Wüst verständigt.“

Hendrik Wüst ist – wie Daniel Günther in Schleswig-Holstein – ein treuer Paladin Angela Merkels, deren 16-jährige Bilanz um ein Vielfaches desaströser ist als die des früheren Mitglieds des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands (KBW), Winfried Kretschmann.

Wüst will die CDU noch linker und grüner machen, als sie ohnehin bereits ist. Um ihn sammeln sich deshalb die Merkelianer und diejenigen in der CDU, die sich von diesem Weg die Erlösung der Partei versprechen. Für sie, die erkannt haben, dass Friedrich Merz ein Mühlstein ist, der die CDU in die Tiefe zieht, ist Wüst die Lichtgestalt, der sie in ihrer Verzweiflung übernatürliche Kräfte andichten. Diese sollen ihn befähigen, die CDU bei Wahlen wieder in Prozentbereiche zu führen, die momentan nur die AfD erreicht.

Der Hebel, so die Verschwörer Özdemir und Wüst, sollen Bundesrat und Klimaagenda sein. Erst jüngst haben sich die deutschen Umweltminister in Norderney getroffen, um sich ihre – nach eigenem Bekunden weltweit beneideten – Erfolge bei der Energiewende gegenseitig zu bestätigen. Nicht zufällig hat sich dabei der grüne Umweltminister Niedersachsens, Christian Meyer, besonders hervorgetan. Er sprach von einem „klaren Bekenntnis“ der Länder zur Energiewende und äußerte sogar den Satz: „Wir sind das Team Energiewende.“

Also auch hier kann von einem weiteren „Erfolg“ öko-sozialistischer Politik bei der fortschreitenden Deindustrialisierung Deutschlands ausgegangen werden.

Nicht so klar ist hingegen, wie ein solcher Putsch erfolgreich ausgeführt werden könnte. Königsmörder werden – selbst dann, wenn der König so unbeliebt ist wie Merz – nicht geliebt. Die ruchlose Tat wird immer mit ihnen verbunden bleiben. Also: Wie vorgehen?

Man liebt die Tat, aber nicht den Täter.

Ich hatte schon überlegt, ob die CDU Merz wegen dessen Versagen, schlechter Umfragewerte und AfD-Ablehnung loswerden wolle.

Aber es scheint umgekehrt zu sein. Merkel und ihre Merkelianer scheinen da die Strippen zu ziehen und der linke Merkel-Flügel der CDU die Rolle der siechen SPD übernehmen zu wollen, die CDU also Teil einer rot-grünen Koalition werden wollen.

Was erstaunlicherweise dazu führen könnte, dass die Demenz der SPD zum Zerbrechen der CDU führt, weil der rechte Flügel der CDU dann zur AfD überlaufen und der eine Mehrheit bescheren könnte.

Das aber könnte das neue Parteienspektrum werden:

  • FDP tot.
  • SPD tot.
  • Linker Teil der CDU geht mit den Grünen eine neo-rot-grüne Koalition ein.
  • Rechter Teil der CDU läuft zur AfD über.
  • Linke werden zur hässlichen kleinen Schwester, die da, wo man sie braucht, als Mehrheitsbeschaffer eingespannt wird.

Ich würde nicht mehr darauf wetten, dass Friedrich Merz das Ende von 4 Jahren Kanzlerzeit erlebt.