Ansichten eines Informatikers

Wer glaubt noch Bärbel Bas?

Hadmut
25.5.2026 14:49

Was stimmt, was stimmt nicht?

Nachdem sich Bärbel Bas gerade mit Aussagen über Einheitsbraune und den Selbstzweck der Migration (noch) unbeliebt(er) gemacht hat, schwirrt das da gerade durch die Social Media:

Irgendwo hatte aber einer schon kommentiert, dass das wohl kaum an den Toiletten gelegen habe, sondern daran, dass sie – siehe etwa Wikipedia – nur einen Hauptschulabschluss hat, man zum Technischen Zeichner aber die Mittlere Reife brauche. Ich habe mal nachgesehen. Viel ist nicht mehr zu finden, weil es diesen Beruf in Deutschland so nicht mehr gibt, aber solange es ihn gab, wurden ein Realabschluss oder ein Fachabitur und sehr gute Noten in Mathematik verlangt. Wie man es auf die Toiletten schieben kann, dass man für eine Ausbildung nicht angenommen wurde, für die man nicht die nötige Schulausbildung hat? Weiß ich nicht. Laut Wikipedia hat sie dann aber an der Höheren Berufsfachschule das Schweißen erlernt, um dann Bürogehilfin und Sachbearbeiterin in der betriebseigenen Krankenkasse zu werden. Da qualifiziert das Schweißen natürlich schon, da schweißt man ständig. So wird man dann Bundestagspräsidentin.

Aber hat sie das überhaupt gesagt? Wann? Wo?

Unklar. Immerhin hat FOCUS letzten Dezember schon dazu geschrieben:

Beim Arbeitgebertag lachten ein paar Unternehmer über Renten-Aussagen von Arbeitsministerin Bärbel Bas. “Ich war die Projektionsfläche als Frau”, sagte die Politikerin später in der ZDF-Sendung Maybrit Illner.

FOCUS-Kolumnist Jan Fleischhauer sieht in ihrer Verteidigungsstrategie im neuen “Schwarzen Kanal” kein Versehen, sondern ein Muster: Wann immer es ihr politisch nützt, zieht die SPD-Vorsitzende die Frauenkarte.

Dasselbe Motiv erkennt er in ihrer eigenen Aufstiegsstory. Bas präsentiert sich gern als strukturell benachteiligte Aufsteigerin, selbst dann, wenn die Fakten dazu kaum passen. Fleischhauer erinnert an den Kern ihrer Biografie: “Vater: Lastwagenfahrer, Mutter: Hausfrau, sie selber: Hauptschulabschluss.”

Daraus macht Bas rückblickend eine Art Feminismus-Saga, inklusive der Behauptung, sie sei nur deshalb nicht technische Zeichnerin geworden, weil Betriebe “keine Toiletten für Frauen” gehabt hätten.

Der Kolumnist verweist auf Experten, die das geprüft hätten. Sein Fazit dazu: “Das hat die sich einfach ausgedacht.” In keiner Jobabsage würde je der Grund angegeben. Für ihn ist klar: Der fehlende Realschulabschluss sei wohl eher das entscheidende Kriterium gewesen, nicht fehlende Sanitäranlagen.

Das hört sich an nach deren eigenen Versagen, das sie dann – typisch Feministinnen – irgendwelchen Männern anlastet.

Laut Handelsblatt hat sie so etwas bei Illner gesagt:

Auf dem Arbeitgebertag hatte Bas die Rentenreform mit dem Hinweis verteidigt, dass die hohen Kosten nicht aus Beiträgen, sondern aus Steuermitteln gedeckt würden – was für die Unternehmen aber ebenfalls eine Belastung darstellt.

Warum sie ausgelacht wurde? „Ich hätte sagen können, was ich wollte – ich war halt die Projektionsfläche als Frau, die nicht sehen will, dass das alles sehr viel kostet“, sagte Bas nun bei Maybrit Illner.

Politikwatch dagegen:

Hätte es in einem entscheidenden Moment der deutschen Geschichte am richtigen Ort eine Damentoilette gegeben, wäre uns Bärbel Bas als Arbeits- und Sozialministerin wohl erspart geblieben.

Auf Social Media erzählt Bärbel Bas folgende rührselige Geschichte: „Eigentlich wollte ich technische Zeichnerin werden. Aber das erwies sich als unmöglich, weil ich eine Frau war. 80 Bewerbungen habe ich damals geschrieben, niemand hat mich genommen. Es hieß in den Absagen, es gebe keine Toiletten für Frauen.“

Die aktuelle Folge „Achtung, Reichelt!“ sehen Sie hier:

Wir wissen natürlich nicht, ob diese Geschichte stimmt. Sie klingt ein bisschen zu fantastisch, um wahr zu sein. Erstaunlicherweise passiert Politikern in ihrem Leben immer genau das, was perfekt zu ihren politischen Ansichten und ihrem Weltbild passt. Wenn die Eltern von linken Politikern im Krankenhaus liegen, werden sie immer und ausschließlich von Pflegern gepflegt, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind.

Bärbel Bas hat den Hauptschulabschluss. Es ist also durchaus möglich, dass diejenigen, die sie damals ablehnten, sie schlichtweg für nicht ausreichend qualifiziert hielten. Aber Qualifikation, Exzellenz und Kompetenz scheinen linken Politikern heute geradezu abwegige, ja, obszöne Kriterien zu sein. Sie leben in der tiefen Selbstgewissheit, dass Staat und Steuergeld ihnen zustehen.

Bärbel Bas wollte Technische Zeichnerin werden, fand aber auch nach 80 Bewerbungen keinen Ausbildungsplatz. Angeblich, weil es kein Frauenklo in den Betrieben gab.

Warum fällt es Journalisten eigentlich immer so schwer, Quellen anzugeben?

Komischerweise ist es ausgerechnet die KI, die mir da bessere Informationen als Journalisten liefert, denn Grok meint dazu:

In einem ZEIT-Interview aus dem Jahr 2023 („Bärbel Bas: ‚Habt Träume, nur rechnet damit, dass ihr scheitert‘“).

Dort sagt Bärbel Bas wörtlich (auf Seite 2 des Interviews):

„Eigentlich wollte ich technische Zeichnerin werden. Aber das erwies sich als unmöglich, weil ich eine Frau war. 80 Bewerbungen hab ich damals geschrieben, und niemand hat mich genommen. Es hieß in den Absagen, es gebe keine Toiletten für Frauen. Für ein Übergangsjahr bin ich auf eine Berufsfachschule für Technik gegangen.“

Diese Aussage wird seither häufig zitiert, z. B. auf ihrer eigenen Website (wo sie die 80 Bewerbungen und Absagen erwähnt, aber nicht explizit die Toiletten-Begründung), in t-online, Focus, NIUS und anderen Medien.

Hinweis: Die Geschichte ist später kritisch hinterfragt worden (u. a. von Jan Fleischhauer in Focus), weil Absagen damals üblicherweise keine solchen expliziten Begründungen enthielten und andere Faktoren (wie der Hauptschulabschluss) eine größere Rolle gespielt haben könnten. Die genaue Formulierung mit den Frauentoiletten stammt aber klar aus diesem ZEIT-Gespräch.

Das Interview ist online auf zeit.de verfügbar.

Ah, ja, der Link auf den ZEIT-Artikel stimmt. Da hat sie das selbst gesagt. Zumindest an dem Punkt liefert die KI schon mal deutlich bessere Leistungen als die Presse.

Es gibt aber noch weitere Zweifel:

Bas ist laut Wikipedia im Mai 1968 geboren, da war sie also 15 (oder, wenn die Verordnung schon Anfang 1983 galt, erst 14), als getrennte Toiletten zwingend vorgeschrieben waren.

Mich überzeugt diese Aussage also nicht, ich halte sie (auch) nicht für wahr, bin da aber offenkundig nicht der erste, der sie anzweifelt und für erfunden hält.

Ich kann mir vorstellen, dass es trotzdem noch Betriebe gab, die keine Damentoiletten hatten. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass man sich bei 80 Betrieben bewirbt und die alle keine Damentoiletten hatten, ist doch sehr, sehr begrenzt, zumal sie sich ja nicht beworben hatte, um LKW-Motoren zu reparieren, was eher ein Männerjob war, sondern als Zeichnerin, was ja ein Bürojob ist, und Betriebe, die solche Zeichenbüros haben, dabei auch Sekretärinnen, Buchhaltungen und so etwas haben, also schon davon auszugehen ist, dass da einige Frauen angestellt waren und die eine getrennte Damentoilette haben.

Selbst wenn sie keine Damentoilette hatten und der Grund stimme, wäre wohl kaum ein Betrieb so dämlich, das in eine Absage reinzuschreiben, wenn das gegen geltendes Recht verstößt.

Und in der Regel werden in Absagen eben gar keine Gründe reingeschrieben, weil die das angreifbar macht, insbesondere wenn sie gegen geltendes Recht verstoßen.

Die Frage ist eher, wie schlecht eigentlich ihre Bewerbungen waren – wenn es sie denn überhaupt gab. Behaupten kann man das leicht. Nachprüfen nicht. Vielleicht waren es auch nur zehn. Fünf. Drei. Oder gar keine? Und vielleicht war sie einfach nicht qualifiziert und überzeugend, wenn sie sich mit einem Hauptschulabschluss auf eine Ausbildung bewirbt, für die man einen Realschulabschluss braucht.

Soweit ich das jetzt herausfinden konnte, umfasst die Mathematik in der Hauptschule zwar Grundrechenarten, Bruchrechnen und einfache Geometrie mit Winkelmessen, aber keine Trigonometrie (Sinus, Cosinus,…), Strahlensätze und solche Themen, die ich für einen technischen Zeichner voraussetzen würde. Soweit ich mich erinnere, hatten wir das in der Mittelstufe dran, um am Ende der 10. Klasse erklärte man uns „Glückwunsch, das erfolgreiche Bestehen der 10. Klasse umfasst auch die mittlere Reife!“ Stand, glaube ich, sogar auf dem Zeugnis drauf.

Insofern dürften Damentoiletten noch das geringste Problem der Bärbel Bas gewesen sein. Vielleicht waren ihre Zeugnisse ja auch sonst nicht so beeindruckend. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass sie dabei einen tiefgreifenden Hass auf Arbeitgeber entwickelt hat.

Der Brüller daran ist aber, dass ausgerechnet die nun Bundesarbeitsministerin ist. Bundestagspräsidentin war sie auch, da dürften Einkommen und Pensionsansprüche gigantisch sein. Eine Verhöhnung jedes Menschen, der einen ernsthaften Beruf erlernt und ausgeübt hat.

Wer glaubt diesen Leuten eigentlich noch irgendetwas?

Wer wählt sowas?