Ansichten eines Informatikers

Sozialarbeit statt Ingenieurwesen

Hadmut
24.5.2026 21:04

Über die Details des deutschen Niedergangs.

Zwei Leserzuschrift und eine Untergangsmeldung:

Ihr Artikel “Der große Angriff auf die Universitäten”

Sehr geehrter Herr Danisch,

sehr treffend formuliert, wobei im Absatz (5. von unten)

“Während in den USA die Universitäten von unten herauf sterben werden, weil die Studenten – und damit die Studiengebühren – ausbleiben werden, und der Staat auch immer weniger Stipendien vergeben wird, werden die deutschen Universitäten von oben herab sterben, weil dem Staat das Geld fehlen wird, sie mit Geld zu beregnen – und zu verhindern, dass es durch das Dach regnet.”

ich noch beisteuern möchte, dass die Hochschulen in Bayern sich teilweise durch Drittmittel finanzieren müssen, sprich Spenden aus der Industrie. Und diese Spenden gehen zurück.
Die Freiheit der Wissenschaft (wenn sie überhaupt jemals existiert hat) wird durch Spenden weiter reduziert -> Abhängigkeit.

In der Allgäuer Zeitung vom 9. Mai 2026 ist ein Artikel über die Studiengänge an der HS Kempten erschienen. Der Fachbereich Maschinenbau (Problemkind der HS Kempten) geht gerade – so sieht es aus – unter.
Nur 56 Studenten starteten zum Wintersemester 2025/2026. Mit allen anderen Fachrichtungen wie Fahrzeugtechnik im Maschinenbau sind es 176 Studenten.

Klassische Ingenieurstudiengänge (wobei ein Bachelor im Grunde kein Ingenieur ist) verlieren an Attraktivität. Dafür wird die soziale Arbeit immer interessanter für ein Studium.

Im Anhang habe ich Ihnen den Artikel und die Seite beigefügt.

Dazu Fotos eines Zeitungsartikels (auf Papier) „Soziale Arbeit wird immer beliebter“

Die Studiengänge Betriebswirtschaft und Tourismus zählten vor zehn Jahren an der Hochschule Kempten die meisten Studierenden. Heute stehen soziale Fächer hoch im Kurs. Ein Phänomen beschäftigt die Verwaltung.

[…]

Der Bereich Soziale Arbeit existierte in Kempten vor zehn Jahren noch gar nicht, sagt Adamer. Seit etwa fünf Jahren studieren stetig mehr junge Menschen das Fach.

[…]

Ein Problemkind an der Hochschule ist der Maschinenbau. Nur 56 Studierende starteten zum Wintersemester. Zählt man die verschiedenen Fachrichtungen, wie Fahrzeugtechnik, hinzu, waren es 176. Selbst im technisch-wirtschaftlich geprägten Allgäu zieht das Fach nicht mehr. „Dieser Rückgang ist Teil eines deutschlandweiten Langzeittrends“, sagt Adamer. Klassische Ingenieurstudiengänge verlieren an Attraktivität. Junge Menschen interessieren sich stattdessen mehr für Informatik – das Fach „Game Engineering“ sei hier genannt.

[…]

Mit ihm haben wir über eine weitere Entwicklung gesprochen, die sogenannten „no shows“. Das ist ein vergleichsweise neues Phänomen in Kempten: Bewerberinnen und Bewerber, die zwar einen Studienplatz annehmen und sich einschreiben, das Studium jedoch nie antreten. Sie legen dann keine Prüfungen ab und werden abgemeldet. […] Manche Studierende bewerben sich auf zwei Master. Und entscheiden sich erst kurzfristig für einen, sagt er.

Das hört sich, ohne dass es darin steht, nach Feminisierung und Lifestyle-Studium oder Alibi-Studium an. Das erinnert mich daran, dass irgendwo in Großbritannien vor Jahren eine Universität aufflog, die es gar nicht gab. Die hatte eine beeindruckende Webseite mit Bildern von Abschlussfeiern und all dem Zeug, was Hochschulen eben so auf ihre Webseiten packen, bestand aber nur aus einem Briefkasten und war gar nicht als Universität zugelassen. Die diente dazu, damit sich Migranten Aufenthaltstitel erschleichen konnten, weil sie angaben, an dieser Uni immatrikuliert zu sein und zum Studium antreten zu wollen.

Ein seltsamer Zufall ist, dass mir ein anderer Leser schreibt:

Ihr Artikel ‘Der große Angriff auf die Universitäten’

> Das ganze Rumgelinkse, der Feminismus, das Frauenrumgequote, die Minderheitenförderung, die Wokeness haben – wie auch sonst alles – auch die Universitäten kaputt gemacht.

Sehr geehrter Herr Danisch,

das haben Sie wieder ganz hervorragend analysiert und zusammengeschrieben. Genau so wird es kommen.

Fairerweise sollte man erwähnen, dass es insbesondere im Bereich der Ingenieurwissenschaften auch heute noch eine Handvoll Studiengänge (insbesondere in Süddeutschland) gibt, die versuchen sich von dem linken Schwachsinn einigermaßen abzukoppeln und Leistung von ihren Studenten zu verlangen. Das hängt allerdings meistens an ein paar wenigen (noch engagierten) Profs und Institutsleitern, die allesamt noch zu den gut ausgebildeten ‘Boomer-Jahrgängen’ gehören und daher sich demnächst in Pension verabschieden.

Dann ist auch dort Schicht im Schacht.

Der Untergang

Die WELT: Die Billionen-Demütigung der Deutschland AG

Ein einziges kalifornisches Techunternehmen ist an der Börse inzwischen mehr wert als Deutschlands gesamte Wirtschaftsleistung.

Es gibt Zahlen, die sind so groß, dass sie nicht mehr nach Finanzmarkt klingen, sondern nach Science-Fiction. Nvidia ist inzwischen ungefähr so viel wert wie die gesamte deutsche Jahreswirtschaftsleistung. SpaceX könnte nach einem Börsengang in Sphären vorstoßen, die mit dem Börsenwert des gesamten Dax konkurrieren. Und in den Analystenpapieren, die gerade an den Finanzmärkten zirkulieren, ist nicht mehr von Milliardenmärkten die Rede, sondern von Billionen – teils sogar von Billiarden, also 1000 Billionen.

Es ist ein Kontrast, der schmerzhafter kaum sein könnte. Während Deutschland sich im Klein-Klein verliert, und man sich darüber aufreibt, ob nun 48 Stunden arbeiten in der Woche oder maximal acht Stunden pro Tag an sechs Tagen der neue Maßstab sein sollen, zieht die Welt an uns vorbei. Die USA und der Tech-Sektor operieren in Dimensionen, die für uns utopisch anmuten. Deutschland verwaltet seine Mini-Konjunktur, während andernorts das parabolische Wachstum gefeiert wird.

Um womit wollen wir dagegen ankommen?

Mit Sozialarbeitern.

Wir werden aussterben. Ich bin mir nur noch nicht sicher woran. Ob an der zu geringen Reproduktion und schrumpfenden Bevölkerungszahl, bis der kümmerliche Restbestand von uns an einem Mittwoch vormittag alle gemessert werden, oder ob wir einfach verhungern, weil wir gar keine Industrie mehr haben, die uns ernähren könnte.