Fleischhauer schlecht vorbereitet und überfordert
Keine gute Sendung.
Ich schaue gerade im ZDF diese Trash-Talk-Geldspar-Show „Eingesperrt mit Jan Fleischhauer“, heute mit Aktivistin Leonie Plaar, die gegen die Meinungsfreiheit ist, während Fleischhauer behauptet, für die Meinungsfreiheit einzutreten.
Man merkt – jedenfalls in dieser Folge – so richtig, dass Fleischhauer in wesentlichen Punkten nicht vorbereitet ist, keine Ahnung hat, und einfach nur drauflosschwafelt, und meint, mit Gerichten sei alles gut.
Die sagte gerade so etwas, wie dass Worte und Aussagen, die die *ismen reproduzieren, wie Rassismen, Sexismen, per se „unwissenschaftlich“ seien, und der hakt da überhaupt nicht ein. Spätestens mit einer so dummen Aussage hätte man die Tussie durch den intellektuellen Entsafter drehen müssen. Aber darauf kommt er erst gar nicht.
Die schwätzt dummes Zeug, aber das wie ein Wasserfall, und die redet den einfach über den Haufen. Fleischhauer schlicht wehrlos, agiert wie netter Onkel gegen Terroristin.
Ich habe da immer öfter den Eindruck, dass das ZDF versucht, zu sparen, und ab dem späteren Abend, wenn da unter der Woche sowieso niemand zuschaut, möglichst billig produzieren wollen, egal was. Und diese Fleischhauer-Show sieht einfach total billig aus, das ist so eine Spar-Sendung, die kaum etwas kostet. Außer vielleicht das Honorar für Fleischhauer, das dürfte saftig sein. Insgesamt aber immer noch billig im Vergleich zu anderen Sendungen.
Das erinnert mich an „Tutti-Frutti“ auf RTL. Die Privatsender hatten, vor allem in ihrer Anfangszeit, das Problem, dass sie außerhalb der Hauptsendezeit zu wenig Werbeeinnahmen hatten und deshalb verzweifelt nach Wegen suchten, um die Sendezeit, die sie füllen mussten, um die Lizenz nicht zu verlieren, so billig zu füllen, dass da keine großen Verluste entstehen. Deshalb haben die früher so oft Sexfilmchen, so Schmuddelkram und Softpornos gesendet, weil die einfach das billigste erhältliche Sendematerial waren – bis man später auf Teleshopping umgestellt hat, weil die sogar für die Sendezeit zahlen, statt zu kosten.
Könnt Ihr Euch noch an den Hütchenspieler Salvatore erinnern? Der hat auch noch möglichst billig Sendezeit produziert. Ich weiß nicht mehr, ob es damals schon diese Telefonnummern gab, bei denen der Angerufene Geld bekommt, aber zumindest hat der sehr, sehr wenig gekostet und wurde gesendet, wenn nicht genug Werbeeinnahmen reinkommen.
Ich habe schon beim Nachmittagsprogramm wie Küchenschlacht und Bares für Rares den starken Eindruck, dass es da vor allem darum geht, möglichst billig zu produzieren, das aber noch viel mehr bei Fleischhauer. Da ist ja sogar das „Studio“ minimalistisch. Vier Pappwände, ein paar Kameras, fertig.
Das ginge ja noch.
Die Sendung von Richard David Precht war auch extrem billig produziert, da gab es ja nicht mal eine wesentliche Kulisse (die Lampe aus den vielen Schreibtischlampen, vermutlich das IKEA-Modell, fand ich aber sehr gut).
Auch die vielen Talkshows sind wohl ziemlich billig in der Produktion, denn angeblich bekommen die Gäste kein Honorar, nur Spesenersatz. Als ich diese Talkshows mal als Zuschauer besuchte, musste man noch (meiner groben Erinnerung nach) zwischen 10 und 25 Euro Eintritt bezahlen, was aber, wenn ich das richtig verstanden habe, weniger finanzielle oder Einnahmengründe hatte, sondern sicherstellen sollte, dass die Leute auch kommen, weil man etwas, was nichts kostet, nicht wichtig nimmt und leicht einfach wegbleibt. Bei Anne Will bekam man dafür immerhin eine Butterbrezel.
Aber bei Fleischhauer ist mir das heute schon aufgefallen, dass es da nicht eimal für eine ordentliche redaktionelle Vorbereitung gereicht hat. Die Tussi hätte man ohne weiteres filettieren können.