Ansichten eines Informatikers

Von Wim Wenders, den Brüsten der Nastassja Kinski und dem Ende der Kunst

Hadmut
31.5.2026 0:06

Von der Cancel Culture und wie man Kunst durch Gruppendruck ersetzt.

Ich hatte gestern abend so nebenbei einen Teil der Sendung zum „Deutschen Filmpreis 2026“ auf dem Fernseher laufen. Nicht, dass ich das gerne sehe würde, aber im Zweiten ging mir auch irgendwas auf den Wecker. Und eigentlich geht mir diese brancheninterne Selbstbeweihräucherung von Film und Rundfunk enorm auf die Nerven. Erstens ist das ohnehin alles längst auf Political Correctness geeicht, und hat mit Qualität schon lange nichts mehr (wenn überhaupt je) zu tun, und zweitens gibt es auch keine Mindestschwelle. Egal, welchen Mist die abgeliefert haben, irgendwer bekommt immer den Preis. Nicht vorstellbar, dass man sagt „Die Jury hat entschieden, den Preis für den besten Schauspieler dieses Jahr nicht zu vergeben, weil die alle so lausig waren.“

Und es ist halt auch ein ziemlich schlapper Abklatsch des Oskars, selbst die Trophäe sieht so ähnlich aus.

Und ich halte zwar die deutschen Filmstudios für recht gut, aber nicht die deutschen Filme. So das rein technische, Kulissen und solches Zeug, das bekommen sie richtig gut hin, aber die Drehbücher, die Schauspieler, die Art zu drehen, das ist alles so schrecklich provinziell. Die Filme sind besser, wenn die Amerikaner ihre Filme in Potsdam drehen.

Andererseits: Dem deutschen Publikum kann man ja gar keine guten Filme mehr hinstellen, und wer geht schon noch ins Kino? Freiwillig?

Jedenfalls hatte ich das so nebenbei laufen, das Gehampel der selbstüberschätzenden Eitelkeiten, der eingebildeten Schnösel und Kaum-etwas-Könner, eigentlich eine ganz schreckliche Sendung, Dokumentation der deutschen Kunstdekadenz, als mir doch etwas auffiel.

Wim Wenders.

Genauer gesagt, die Ansprache von Wim Wenders.

Der bekam da auch einen Preis, und ich habe nicht einmal mitbekommen, wofür eigentlich. Ob der gerade einen Film gemacht hat, oder Ehrenpreis, oder Lebenswerk oder irgendsoetwas. Wer politisch korrekt und nicht bei drei auf dem Baum ist, bekommt einen Preis, solange sie die Sendezeit füllen müssen.

Dann stand der also da, etwas betreten auf der Bühne, und fing dann mit seiner Dankesrede an. In der Mediathek ab 1:13:30. Ich habe da eigentlich erst einmal nur deshalb hingehört, weil ich den vom Namen, vom Gesicht, von ein paar seiner Filme kenne, mich jetzt aber nicht erinnern konnte, den schon mal sprechen gehört zu haben. Manchmal hört man ja nur hin um sich ein Bild zu machen, was ist das für einer.

Erst einmal das übliche Filmbranchen-Blabla. Ich danke diesem, ich danke jenem, so toll haben wir zusammengearbeitet und ohne Euch wäre das ja alles gar nicht möglich, Blablabla. Sie sagen immer das, was sie immer alle sagen. Da wollte ich eigentlich auch schon wieder weghören.

Dann kam der ab etwa 1:17:28 auf ein ganz seltsames, schräges Thema: Frauen.

Er erklärte, mit welchen tollen Leuten er zusammenarbeiten habe können, dass er aber am Anfang seiner Tätigkeit ganz große Probleme mit Frauen gehabt habe, weil er nicht gewusst habe, wie er mit Frauen sprechen muss, wie deren Seelenleben aussieht, wie er ihnen erklären kann, was sie tun sollen. Deshalb habe er 10 Jahre lang nur mit Männern gearbeitet, bis er sich wieder an Frauen getraut habe. Dazu Kamera auf Senta Berger, Iris Berben und so weiter.

Da dachte ich mir: „Was für eine Scheiße ist denn das jetzt schon wieder?“ Auch weil der sich dabei anhörte, wie ein geprügelter Hund. Haben sie auf den eingedroschen, weil jetzt jeder irgendwas Feministisches, irgendwas zu Frauen in der Filmbranche sagen muss?

Und was erzählt der da für einen Schwachsinn?

Schauspielerinnen bekommen fette Gehälter, obwohl die meisten von ihnen einfach überhaupt nichts oder nur sehr, sehr wenig können, keine Charakter darstellen können und viele nur wegen der Quote oder dem Aussehen dastehen (und sich dann darüber beschweren, dass sie nicht mehr dastehen, wenn sich das mit dem Aussehen gibt – obwohl es auch richtig gute Schauspielerinnen gibt und gab, die erst als alte Schachtel so richtig erfolgreich geworden sind, wo es dann am Aussehen ganz sicher nicht mehr gelegen haben kann, sondern die konnten dann eben schauspielern). Da würde ich verdammt nochmal soviel Professionalität erwarten, dass der Regisseur sich nicht in Seelennöte verfällt, wie er es dem Weibe begreiflich machen könne, ohne dass sie ihrerseits eine feministische Krise bekommt. Im Prinzip sagte Wenders, dass Frauen so kompliziert und unprofessionell sind, dass er über 10 Jahre brauchte, um zu lernen, wie er ihnen erklären kann, was er will.

Und das ganze dann aber so verpackt, als ginge es ihm darum, Frauen in den Himmel zu loben, was sie alles können, ach, wie toll und schön, und dass er Filme mache, um die Geschlechterrolle von Männern zu kritisieren.

Ach, dachte ich, das ist ja raffiniert.

Eigentlich sagt er, dass man mit Frauen nicht effizient arbeiten kann, aber er verpackt es so in feministische Phrasen und männliche Schuldbekenntnisse, dass die es nicht merken und sich alle freuen. Aha, dachte ich, er gibt eine Kostprobe dessen, was er in diesen 10 Jahren darüber gelernt hatte, nämlich wie man mit Frauen sprechen muss, damit die seelisch intakt bleiben. Also so, dass bei Frauen etwas ganz anderes ankommt, als er inhaltlich gesagt hat, und die sich freuen und gut gelaunt sind, weil sie es nicht verstanden haben, während die Männer verstehen, was er sagt.

Er spricht so, dass die Männer die inhaltliche Aussage verstehen und die Frauen sich über die Verpackung freuen und nicht mitbekommen, was er sagt. Ein Meister der Regiearbeit.

Da war aber schon klar, dass der versucht, sprachlich alles so zu verpacken, dass das Filmgesindel es akzeptiert. Wenn man vor einem so großen, einflussreichen, meinungsmachenden Haufen widerlicher Leute steht, dann muss man das wohl alles im Himbeersirup eintunken, bevor man es sagen kann.

Die Brüste der Nastassja Kinski

Und dann wurde das plötzlich sehr wichtig und beachtlich. Es ging um die damals 13-jährige Nastassja Kinski, die er in dem Film „Falsche Bewegung“ von 1975 mit nacktem Oberkörper gezeigt hatte. Deshalb werde jetzt auf ihn eingedroschen.

Dazu muss man wissen, dass das Deutschland der damaligen Zeit einerseits lustvoll prüde, andererseits aber diskussionsfreudig war, und das die Zeit war, in der nackte Brüste die Leinwand suchten und umgekehrt. Paradebeispiel war Ingrid Steeger in „Klimbim“ ab 1973, worüber man sich gleichzeitig gerne aufregte und es gerne sah, weil die Brüste von Ingrid Steeger einfach toll waren. Die waren perfekt. Es hatte auch viel damit zu tun, dass man Nazi-Deutschland und dann auch die piefig-miefigen 50er und 60er Jahre hinter sich hatte, das Land wieder funktioniert hatte, man endlich Farbfernsehen und modernes Programm hatte und Freiheit wollte. Es war auch die Zeit, in der Soft-Pornos in Mode kamen. Sehr bekannt damals Sylvia Kristel in der Emmanuelle-Reihe ab 1974, Eis am Stiel, Schulmädchenreport, Gwendoline, und und und, die kann man gar nicht alle aufzählen, so viele waren das.

Das war eben die Zeit.

Und ein zentraler Punkt daran ist, dass Wim Wenders genau damit auch die Karriere der Nastassja Kinski gestartet hat. Vermutlich wäre die ohne diesen Film nie etwas geworden.

Und seien wir ehrlich: Nastassja Kinski lebte von ihrem Namen und ihrem bekannten Vater, und davon, dass sie damals zu den wirklich hübschesten, schönsten Frauen gehörte, die die deutsche Leinwand aufzubieten hatte. Eine schauspielerische Offenbarung war sie meiner Erinnerung nach dagegen nicht. Gut, dass kann man von einer 13- oder 16-jährigen auch nicht erwarten, es ist ja kein Vorwurf, aber so kam die an eine Schauspielkarriere.

Und dann der Superbrüller, der Tatort „Reifezeugnis“ von 1977, in der die 16-jährige Nastassja Kinski eine Schülerin spielte, die ein Verhältnis mit ihrem Lehrer hat (Christian Quadflieg), in der es auch was zu sehen gibt, und der Plot darin ist, dass das alles herauskommt, weil ein Schüler tot im Wald gefunden wird, und der Kommissar die ganze Suppe aufdecken muss. Großer Skandal, Riesendiskussion, wie kann man nur. War der erfolgreichste und am meisten wiederholte Tatort. Und im Gegensatz zu den heutigen mit einer guten Story und einem Kommissar, der sich da in Ruhe, aber systematisch durch ein Geflecht aus Lügen kämpfen muss und die provinzielle Idylle aufzubrechen.

Damit hat Nastassja Kinski Karriere gemacht.

Nicht, weil sie so eine tolle Schauspielerin war.

Sondern weil sie außergewöhnlich hübsch und freizügig war.

Ich hatte darüber schon mal einen Blog-Artikel, aber der ist komplett aus der Google-Suche gestrichen.

Und heute, wo ihre Karriere vorbei ist, will sie davon plötzlich nichts mehr wissen und das rückwirkend alles tilgen. Ihre Brüste waren gut, solange sie ihr nutzten, aber seit sie alt ist, will sie die tilgen und hatte das schon vom Tatort verlangt. Jetzt verlangt sie das von Wim Wenders, er möge die Szene aus dem Film entfernen. Siehe etwa FAZ.

Und nun stand da ein offenbar geprügelter Wim Wenders auf der Bühne, und erklärte in eben diesem Tonfall, der Inhalt und Verpackung trennt, dass er vor dem Dilemma steht, dass man Druck auf ihn ausübe, die Szene aus dem Film zu entfernen (und durch, wie er am Ende andeutet, eine KI-generierte Szene ersetzt), und zwar so

  • dass es sich für Frauen anhört, als sorge er sich um ihre Seelenpein und wolle alles tun, dass sie sich wohlfühlen,
  • und Männer hören, dass er eigentlich nicht einsieht und gar keine Lust hat, seine Filme nachträglich zu ändern, und das kein Ende mehr nähme, wenn man dafür einen Präzedenzfall schaffe.

Und wie er das sagte, nein, was er da sagte, das fand ich sehr wichtig und beachtlich:

Und vielleicht nicht unbedingt, wie er es sagte, aber dafür, dass er es sagte und wo er es sagte, und was er da sagte, dafür hat er meine Achtung.

Er hat da einen ganz wichtigen Punkt angesprochen. Und man merkt deutlich, dass er seinen Film nicht ändern will, aber es so sagt, dass ihm die Frauen nicht die Augen auskratzen.

Was ist da los?

Warum wird da derart auf den eingedroschen, dass der da steht wie ein getretener Hund, und sich auch nicht traut, offen seine Meinung zu sagen, es aber – letztlich ist es ein Hilferuf – deutlich sagt, dass er seinen Film nicht einfach ändern will und das auch erst einmal für nicht richtig hält – aber dringend den Konsens sucht, um nicht alleine dagegen ankämpfen zu müssen.

Was laufen in dieser Branche für Sauereien, dass man derartigen Druck auf den Mann ausübt? Ist das nicht Geschichtsfälschung? Betrug am Zuschauer?

Und wer übt überhaupt diesen Druck aus? Wer steckt dahinter?

Nastassja Kinski? Glaube ich nicht. Vordergründig schon, als Strohmann. Aber letztlich versucht die die Filme zu vernichten, mit denen sie ihre Karriere gemacht hat, und dann müsste sie in der Konsequenz ihre ganze Karriere zurück geben.

Kann jemand, der im Knast sitzt, sagen, er hat einen Fehler gemacht und würde das gerne rückgängig machen?

Nein. Nun kann man fragen, ob eine 13- oder 16-jährige geschäftsfähig ist und eine wirksamen Vertrag abschließen kann. Aber rechtlich gesehen war es die 18-Jährige, und weil die Geld und Ruhm genommen hat, hat sie das auch genehmigt.

Ich kann die Haltung von Nastassja Kinski nicht nur nicht verstehen, ich halte sie auch für dumm, denn da schlägt voll der Streisand-Effekt zu. Würde man das nicht groß erwähnen, wüsste heute kein Mensch mehr, dass in den beiden Filmen ihre Brüste zu sehen waren. Wer kennt heute noch diesen Film oder diesen Tatort-Krimi? Wer weiß heute noch, wer Nastassja Kinski überhaupt ist?

Und herrje, wovon reden wir? Wir reden nicht von Pornos, wir reden von Titten. Ein paar schöne, aber doch ganz gewöhnliche Titten. Früher war die halbe Weiblichkeit oben ohne oder ganz nackt am See oder am Meer. Man muss da jetzt auch kein Drama draus machen. Lange Zeit haben Omas ihre Jugendnacktbilder ihren Enkelinnen gezeigt. Guck mal, Oma war auch mal jung und schön. Reihenweise standen Frauen beim Playboy Schlange, um für die Nachwelt festzuhalten, wie sie frisch aussahen. Und das war damals Business. Das war Zeitgeist. Das war normal.

Die Frage ist für mich nicht, was an diesen Filmen falsch ist, sondern was im Kopf derer läuft, die heute fordern, die Filme zu ändern, und die – vermute ich – auch auf Nastassja Kinski einwirken und die bearbeiten.

Ich habe nämlich den dringenden Verdacht, dass das nicht um Scham der Brüstebesitzerinnen, sondern wieder mal um den Neid der Besitzlosen geht. „Geschlechtsnormativ“ nennt man das heute. Das Problem ist wohl, dass solche Filme heute zeigen „Guckt mal, so sehen schöne Frauen aus, oder zumindest sahen sie früher so aus.“ Ingrid Steeger hatte ja auch die perfekte Figur. Und genau das ist wohl das Problem, dass die Heutigen es nicht ertragen, dass die damals einfach gut, jung, gesund aussahen und echt waren.

Da geht es nicht um Scham, sondern es geht darum, dass die heutige Jugend nicht mehr sehen soll, wie normale, gesunde, untätowierte, ungespritze echte junge Frauen mal ausgesehen haben. Da läuft ein Marxismus-Programm. Da läuft „Cancel Culture“, weil unter dem Regenbogen gelten soll, dass jeder und jede Traumbrüste haben kann, der sich einfach einbildet, sie zu haben.

Und deshalb in ich der Auffassung, dass man Wim Wenders hier unterstützen und das politische Gesindel, das das fordert, zum Teufel jagen solle.

Und Nastassja Kinski soll sich nicht so aufplustern. Sie hat damals mitgemacht und sie verdankt dem ihre Karriere. Und wenn ihr das wirklich heute peinlich wäre, würde sie einfach die Klappe halten statt das immer wieder in die Medien zu drücken. Man könnte fast meinen, es ginge ihr im Gegenteil darum, dass jeder nochmal ihre Brüste sieht.

Mir ging das schon gegen den Strich, dass man Star Wars so geändert hat, dass nach der Überarbeitung Han Solo nicht mehr als erster schießt und den Kopfgeldjäger umlegt, sondern Solo zurückschießt, damit der der „Gute“ sein kann.

KI statt Schauspieler

Was viele dieser Branche auch nicht bedenken:

Je mehr man auf Canceln setzt und je mehr Druck Schauspielerinnen machen, ihre nachträglich erklärten Jugendsünden zu stornieren, desto problematischer wird es, Frauen in Filmen einzusetzen. Im Prinzip müssen Juristen künftig davon abraten, Schauspielerinnen einzusetzen, weil man nie wissen kann, worüber die sich in 50 Jahren beschweren werden.

Und dann maulen sie, weil Leute wie Wenders über 10 Jahre lang nur mit Männern gearbeitet haben, Frauen nicht berücksichtigt werden.

Frauen sagen damit, dass man sie besser nicht einstellt, weil sie immer Ärger machen. Zeigt man sie nicht, beklagen sie Diskriminierung. Und zeigt man sie, verlangen sie später, dass man es entfernt. Ich glaube nicht, dass ein Mann von Wenders verlangt, seine alten Szenen zu ändern.

Nun verlangt man offenbar von Wim Wenders, seinen Film nachträglich umzuschneiden, und ich verstehe seine Bemerkung zu KI so, dass es auch um die Frage geht, die fragliche Szene 50 Jahre später durch eine KI-generierte Alternative zu ersetzen.

Die Aussage ist letztlich, dass man Frauen im Film gar nicht mehr einsetzt und sie gleich ganz durch KI ersetzt, weil sich die KI auch in 50 Jahren nicht über das Zeigen ihrer Brüste beschweren wird, und sie auch keine Persönlichkeitsrechte hat (wer weiß allerdings, was unserer Koalition noch einfallen mag).

Die merken gar nicht, dass sie sich selbst gerade den Ast absägen, auf dem sie sitzen.

„Künstlerisch notwendig?“

Was man daran aber am meisten stört, ist, dass da – auch in der Presse – gerade im Zusammenhang mit Wenders, Kinski und diesem Film, immer wieder die Frage gestellt wird, ob es „Künstlerisch notwendig“ gewesen sei, ihre Brüste zu zeigen. (Als ob sich Frauen in ihrem Schlafzimmer grundsätzlich nur voll bekleidet bewegten und ins Bett legten.)

Die „Kunst“ wird damit abgeschafft. Wenn man Kunst auf das reduziert, was „notwendig“ ist, dann ist es eben keine Kunst mehr. Wenn man sich für jedes Detail, für jede Sekundenszene rechtfertigen und erklären muss, warum man nicht ohne sie auskommt. Und jetzt führt man eben einen der typischen marxistisch-kommunistischen Kriege gegen die Kunst. Eigentlich wieder das alte Prinzip der „Entarteten Kunst“, aber den Begriff will man natürlich vermeiden. Man versucht jetzt also, alle Brüste zu tilgen und alles, was nach herkömmlicher Frau aussieht. Denn man will ja von der binären, heterosexuellen Geschlechtsordnung weg. Man will ja, dass Kinder nicht mehr lernen, nicht mehr sehen, was Männer und Frauen sind.

Es ist eine ähnliche Vorgehensweise wie bei der Meinungsfreiheit. Dort will man gerade alles auf „public value“ zurechtstutzen, und deutsche Gerichte streiten gerne, dass eine Äußerung einen Beitrag zur öffentlichen Debatte geliefert habe.

Meinungsfreiheit ist aber nicht, nur irgendwo beizutragen und einer Öffentlichkeit zu dienen. Meinungsfreiheit ist, etwas sagen zu dürfen und zu können, allein schon, weil man es sagen will, auch wenn es sonst keine Sau interessiert. Meinungsfreiheit ist die desjenigen, der spricht, und nicht die dessen, der hört.

Und so ist es mit der Kunst. Kunst beruht nicht auf Notwendigkeit. Kunst ist, was man zeigen will, und nicht, was man zeigen muss.

Einen sehr ähnlichen Effekt sehen wir in der Wissenschaft. Die abweichende Meinung darf nicht mehr wissenschaftlich sein. Wissenschaft wird gleichgesetzt mit dem Konsens derer, die der Sozialismus auf Wissensschaftsposten gesetzt hat.

Was passiert da?

Es wird alles planiert und auf den Klassenstandpunkt gezwungen. Alles soll sich nach einem Konsens richten, und den Konsens geben Marxisten über die „Zivilgesellschaft“ vor.

Und wie immer – ganz wie bei der „strategischen Prozessführung“ – verwendet man Individualrechte und Partikularinteressen von gecasteten Strohmann-Klägern, um per Präzedenzfall die ganze Gesellschaft zu ändern.

Und dazu versucht man nun, auch alte Filme umschneiden zu lassen, so wie man die Bücher von Astrid Lindgren und Mark Twain umschreibt. Der Unterschied ist, dass es erstens sehr viel schwieriger ist, Filme zu ändern als Texte. Und dass zweitens Wim Wenders noch lebt, und sich wehren kann.

Ich rufe deshalb nicht nur dazu auf, Wim Wenders darin zu unterstützen, seinen Film zu erhalten, wie er ist.

Sondern ich möchte Wim Wenders auch dringend raten, sich umgehend Gedanken über sein Testament zu machen und wem er die Rechte an seinen Filmen hinterlässt, damit es ihm eben nicht so geht wie Astrid Lindgren, deren Erben den „Negerkönig“ usw. gestrichen haben.

Altersverifikation von Pornowebseiten

Mir geht gerade die Frage durch den Kopf, ob es bei dem Krieg gegen Online-Pornos, bei dem man Altersverfikation durchsetzen will, überhaupt um den Schutz der Jugend vor Pornographie geht, und nicht viel mehr um den Schutz linker Gendernarative.

Vielleicht geht es darum, dass Jugendlich gerade keine normalen Penisse und Vaginen sehen und was man damit so anstellen kann. Wir hatten doch gerade diese Vorgang, dass man an einer Schule Schwulenpornos zeigte.

Könnte es also sein, dass die Altersverifikation bei Online-Pornos und der Strategische-Prozessführung-Angriff gegen Wim Wenders derselbe Vorgang ist, nämlich der Versuch, alles zu tilgen, was noch irgendwie nach Heterosexualität, zwei Geschlechtern, Gesundheit und naturgemachten Geschlechtsorganen aussieht?

Geht es darum, dass Kinder erst gar nicht mehr lernen, was echte, „normale“ (=Normgerechte) Brüste sind?

Ich habe mich immer gewundert, warum die Leute heute so versessen auf diese potthässlichen Tattoos sind. Die sind ja einer der Gründe, warum ich jeden Spaß an der Aktfotografie verloren habe, weil man kaum noch vandalismusfreie Models findet. Könnte es sein, dass da etwas anderes dahintersteckt?

Sind Tattoos ein Tarnfleckmuster für naturgeformte Körper, das deren Formen verdecken soll? So wie die Autohersteller auf ihre Entwicklungsmodelle („Erlkönige“) schraffierte Folien kleben, damit man die Form nicht erkennen kann?