Ansichten eines Informatikers

30.000 Blogartikel auf danisch.de

Hadmut
23.5.2026 23:27

Puh. Das ist eine Menge.

Der Zähler meines Blogs vor der Publikation dieses Artikels:

Das heißt, dass dieser Artikel mein 30.000ster publizierter Blogartikel ist.

Naja, stimmt nicht ganz, eigentlich sind es schon viel mehr, weil ich drei oder vier Artikel aus Rechtsgründen wieder gelöscht habe, und für einige Jahre ja noch ein zweites Blog, die Forschungsmafia hatte. Aber insgesamt sind in diesem Blog jetzt 30.000 Blogartikel online.

Zu früh.

Nicht viel zu früh.

Nur ein wenig zu früh.

Wieso zu früh?

Weil ich noch ein paar Tage bis zum 20-jährigen Blog-Jubiläum habe. Eigentlich hatte ich vor, 30.000 Artikel und 20 Jahre Blog auf denselben Tag zu bringen, aber das hat nicht ganz geklappt, ich habe doch ein paar Blogartikel mehr geschrieben als geplant.

Hätte ich mir damals nicht vorstellen können. Ich dachte so in der Art, dass 30 Artikel sicherlich kein Problem seien und es dann wohl schwierig werde. Ich der Schule war ich wirklich kein Freund des Aufsatzschreibens, damit konnte man mich jagen, und mit meinem Produkten konnte ich Lehrer jagen.

Vor einiger Zeit dachte ich noch, dass das tote Arbeit ist, denn wer soll die alle jemals noch lesen? Bis vor ein paar Jahren war ich in Suchmaschinen, vor allem bei Google, zu fast allen Themen noch auf Seite 1, spätestens auf Platz 2 oder 3 der Antwortenliste. Das ist lange vorbei, da hat mich die political correctness rausgehauen.

Inzwischen aber merke ich – und freue mich darüber – dass das doch nicht alles so tot und abgelegt ist, denn nun haben wir die KI, die man damit füttern kann und auch tatsächlich füttert, womit ich – ohne das vorher zu wissen und zu wollen – ein ganz seltsames, besonders, ungewöhnliches Zeit- und Zeitgeistdokument gebaut habe, mit dem man KI betanken kann. Ich habe mich lange als eine Art Chronist gesehen, und mich immer gefragt, wie ich aus meinem Blog eine Chronik machen könnte. Ich kann mich ja selbst nicht mehr an viele meiner Artikel erinnern und bin immer frappiert, wenn sich Leser an Artikel von mir erinnern, die mir schon selbst nicht mehr einfallen. Ich werde halt auch nicht jünger. Heute weiß ich, wie das geht. Mit KI. Und damit habe ich einen Fundus, der nicht als Buch in irgendeiner Bibliothek verschimmelt oder im Antiquariat für 1,50 angeboten wird, sondern der über 20 Jahre hinweg an fest jedem Tag die Tagesmeinung und Tagesbeobachtungen beschreibt. Ich müsste sie mal durchzählen, sollte per SQL eigentlich einfach sein, an wievielen Tagen ich in den letzten 20 Jahren keinen Blogartikel geschrieben habe. Es können nur ganz wenige Tage gewesen sein. Wobei ich mir dann schon erlauben muss, Blogartikel bis 4:30 Uhr morgens noch dem vorangegangenen Tag zuzurechnen, weil ich ja oft bis in die Nacht oder zum Morgen schreibe.

Auch wenn es noch nicht ganz 20 Jahre sind und noch ein paar Tage fehlen (was den Quotienten ja nur erhöht, andererseits gehören dafür noch ein paar Schalttage rein, aber so ungefähr gerechnet): 30000 / ( 20 * 365 ) = 4.1 Ich habe also in den letzten 20 Jahren durchschnittlich an jedem einzelnen Tag mehr als 4 Blogartikel geschrieben.

Und dabei auch einen Stapel Tastaturen durchgeheizt.

Ich kann Microsoft zwar grundsätzlich nicht leiden, aber ich verwende deren ergonomische Tastaturen, weil ich sonst bei der Menge an Schreibkram Probleme mit den Handgelenken, Sehnenscheidenentzündung usw. bekomme. Mit einer geteilten, gewinkelten Tastatur habe ich da keine Probleme. Leider taugen die Qualitativ nicht viel und die Tastenbeschriftungen sind auch nur aufgeklebt, die Handballenauflage löst sich auch durch Schweiß und Hautfett auf. Ich habe nicht mitgezählt, aber so ungefähr 10 dieser Tastaturen habe ich schon verheizt, ich habe insgesamt vier parallel in Gebrauch und muss die beiden an meinen hauptsächlich genutzen Arbeitsplätzen spätestens so alle 2 bis 3 und die anderen beiden so alle 3 bis 4 Jahre austauschen.

Eine interessante Frage ist aber schon, wie lange man dafür noch Tastaturen verwendet.

Leser empfahlen mir vor Jahren schon, ich solle doch diktieren und das von der Spracherkennung niederschreiben lassen. Nein, das wird nichts, so kann ich nicht richtig denken, und formuliere ganz anders. Man spricht anders, als man schreibt, und der Leser soll es ja lesen und nicht hören, sonst wäre es ein Podcast.

Trotzdem die Frage: Wie geht das weiter?

Leute, die noch lesen können, sterben weg. Ich merke immer öfter, dass zu viele Leute lange Texte überfordern. Eine gewisse Zeit lang bekam ich „tl;dr“-Beschwerden. Inzwischen gibt es Leute, die sich Texte von der KI zusammenfassen lassen. Oder Info-Graphiken daraus machen lassen.

Ein Podcast wäre auch eine Idee. Aber wohl keine gute. Denn erstens bin ich selbst am Mikro nicht so gut, und zweitens gibt es Podcasts längst wie Sand am Meer, inflationär. Solange man als Blogger schreibt, hält sich die Konkurrenz dagegen in Grenzen, schreiben kann nicht jeder. Was sich ändern wird, denn es wird jede Menge von KI erzeugte Text-Blogs geben.

Und so ist das ein Meilenstein, eine Kilometerzahl, eine willkürliche Zahl mit vielen Nullen.

Und weiter geht’s …

Nachtrag: Der Zähler, nachdem ich auf „Publish“ gedrückt habe: