Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Der fehlende innere Dialog – so ähnlich wie „split brain“ – etwa „Konfabulation“?

Hadmut
12.11.2021 1:52

Leserzuschrift zur Hypothese der fehlenden Hirnfunktion.

Zum Artikel von vorhin über Gender usw. als Ersatzinterpretation für fehlende Rationalität schreibt mir ein Leser:

Hallo Herr Danisch,

wenn Sie schreiben… “Ich bin mittlerweile bei der Überlegung angekommen, ob vielleicht nur sehr wenige Leute in unserer Gesellschaft über rationale Fähigkeiten verfügen.”, dann kommt mir dazu ein Gedanke. Ich habe irgendwann erstaunt festgestellt, dass es anscheinend nicht wenige Menschen gibt, die keine ‘innere Stimme’ besitzen. Die nie einen inneren Dialog führen oder gar Introspektion betreiben.

Im Grunde findet bei diesen Leuten kein innerer Monolog/Dialog statt, einer erklärte auf Reddit, er würde zum Beispiel wenn der Chef kurz vor Feierabend meint, er müsse länger bleiben, nicht diese Art innerer Monolog haben, welcher der Situationseinschätzung dient. Er würde sich in solchen Situationen lediglich zunehmend frustriert fühlen. Ein anderer meinte, und das könnte bei dieser Amygdala-Sache vielleicht auch eine Rolle spielen, er würde nie bewusst über seine Gefühle nachdenken, als würde da ein Mittelsmann fehlen.

Und das wird noch viel spannender, da schreibt beispielsweise einer, dass er bewusst ‘übersetzen’ müsste was er denkt, wenn er quasi außerhalb seines Kopfes kommunizieren müsste und dass dies Zeit und bewusste Anstrengung bräuchte. Klingt für mich beinahe so wie die ‘rationale’ Form meines Aspergers, welches mich dazu zwingt, statt auf den üblicherweise hartverdrahteten Chip auf die langsame, unzuverlässige und nur bewusst zu steuernde Softwaresimulation zur Deutung von Gesichtsausdrücken zurückgreifen zu müssen. Er schreibt auch, dass er sich auf wörtliche Kommunikation, wie zum Beispiel ein Telefonat oder ein Meeting lange vorbereiten und die Worte vorab zurechtlegen würde oder, so er dies nicht könne, beim Reden immer wieder längere Pausen einlegen müsste.

Hier der Link zur entsprechenden Diskussion auf Reddit, in welchem ich diese Aussagen bei meiner Suche zu dem Thema gefunden habe.

https://www.reddit.com/r/NoStupidQuestions/comments/exan65/today_i_told_my_mom_that_i_have_no_internal/fg7h4zi/

Das mag jetzt recht gemein und arrogant klingen, obwohl es kein Stück so gemeint ist, aber ich frage mich dann schon, wie bewusst, wie ‘sabient’ diese Leute dann sind. Und ich frage mich, ob diese Menschen gefühlsgesteuerter sind, als Menschen mit innerem Monolog. Ich meine, wenn da einer meint, er würde nie bewusst über seine Gefühle nachdenken, dann scheint es mir nahe zu liegen, dass er dann auch schneller und intensiver auf emotionale Impulse reagiert als andere Menschen, die sich dann fragen ‘Wie fühle ich mich? Warum fühle ich mich so? Wie reagiere ich darauf? Was passiert, wenn ich Verhalten XYZ zeige?’. Dass dies gerade beim Verhalten der von Ihnen geschilderten Menschen, die alles nur amygdala-gesteuert wahrnehmen und entsprechend irrational und gefühlsgesteuert reagieren, eine Rolle spielt, könnte ich mir gut vorstellen – fehlt hier doch der interpretierende und vor allem bremsende, rationale Mittelsmann im Gehirn. Da haut die Amygdala ein Warnsignal raus, man fühlt sich unwohl und schon wird eher reflexhaft reagiert, bevor der Mittelsmann die Situation und die Folgen hier möglicher Verhaltensweisen analysieren und interpretieren kann.

Das ist mir in der Form noch nicht so explizit in Bezug auf „innerer Dialog“ aufgefallen, aber es würde genau passen und exakt meine Beobachtungen von diesen vielen linken und feministischen Veranstaltungen erklären, dass die Leute dort überhaupt nicht in der Lage sind, die eigenen Standpunkte zu überprüfen, zu validieren, zu revidieren.

Die glauben irgendwas, und wenn andere das nicht so bestätigen, fühlen sie sich zutiefest ungerechnet behandelt und schreien wie Kinder, die keine Bonbons kriegen. Sie sind überhaupt nicht in der Lage, den eigenen Standpunkt einer kritischen Nachprüfung zu unterziehen, tun aber so als ob, indem sie das simulieren, meist mit alberner, oberflächlicher Rhetorik, die ihnen rein verbal das Gefühl – notfalls per Niederbrüllen – verleiht, der Stärkere und Ranghöhere zu sein.

Und genau den Zusammenhang zwischen Amygdala und Asperger, dass ich nicht Rechte, sondern Autisten für das Gegenteil von Linken halte, habe ich ja schon oft beschrieben. Im Prinzip halte ich Linke für von einem ähnlichen Problem wie Autisten betroffen, nur andersrum, mit dem anderen Teil des Gehirns. Möglicherweise haben Autisten und Linke dasselbe Problem, nämlich die Unfähigkeit, die Informationen und Ergebnisse verschiedener Teile des Gehirns richtig und im richtigen Verhältnis zusammenzumischen – die einen schalten das eine auf Durchzug, die anderen das andere.

Autisten haben ja auch oft das Problem, dass sie unter einer Reizüberflutung leiden und nicht damit klarkommen, wenn zuviele Reize auf einmal auf sie einstürmen, ob akustisch, optisch oder wie auch immer. Auch das könnte vielleicht mit einem fehlerhaften Mischungsverhältnis der Einflüsse verschiedener Teile des Gehirns zu erklären sein.

Irgendwie scheint es da zu unterschiedlichen Mischungsverhältnissen zu kommen, welcher Teil des Gehirns welchen und wieviel Einfluss auf das Verhalten und Denken hat.

Split Brain

Möglicherweise ist da auch was ganz getrennt. Das gibt es ja sowohl als Folge von Verletzungen und Unfällen, als Krankheit, oder auch als rabiate Behandlungsmethode von Epilepsie, dass man die Verbindung von Hirnteilen unterbricht. Bei Split Brain zwischen den Gehirnhälften kann man ja auch solche Effekte beobachten, dass ein Teil des Gehirns den anderen nicht mehr beeinflussen kann, nur dass es nicht dieselben Auswirkungen wie hier hat, also die Trennung sicherlich nicht zwischen den Hirnhälften verläuft.

Dazu Wikipedia:

Die Patienten zeigen in natürlicher Umgebung keine Auffälligkeiten. Die fehlende Verbindung von linker und rechter Hemisphäre lässt sich dennoch experimentell nachweisen: Zeigt man Split-Brain-Patienten im linken Gesichtsfeld (genauer: auf den rechten Netzhauthälften beider Augen) ein Objekt, können sie es nicht benennen. Dies liegt daran, dass sich das Sprachzentrum bei den meisten Menschen in der linken Hemisphäre befindet. Die Informationen aus dem linken Gesichtsfeld werden jedoch nur an die rechte Hemisphäre geleitet. Aufgrund des durchtrennten Balkens können beide Hemisphären bei Split-Brain-Patienten nicht miteinander kommunizieren. Dadurch sind die Informationen, die in der rechten Hirnhälfte verarbeitet werden, für das Sprachzentrum nicht verfügbar. Die Betroffenen sind jedoch in der Lage, mit der von der rechten Hemisphäre gesteuerten linken Hand einen gleichartigen Gegenstand zu greifen.

Sowas ähnliches habe ich ja in ganz anderem Zusammehang schon beschrieben.

Ich schreibe hier im Blog ja sehr schnell und geradewegs runter, und mache dabei sehr häufig Schreibfehler, die ich beim Schreiben mit der Hand oder Denken niemals machen würde. Schreibe ich aber sehr schnell mit der Tastatur, schreibe ich oft falsche Silben, die sich aber irgendwie ähnlich anhören, aber ganz anders geschrieben werden. Sogar zwischen den Sprachen deutsch-englisch. Es sind dann aber keine orthographischen Fehler, oft nicht mal falsch geschrieben, sondern einfach eine ganze Silbe durch eine andere substituiert, die sich ähnlich anhört. Weil ich so viel schreibe, dass ich nicht mehr einzelne Buchstaben, sondern ähnlich wie ein Stenotypist ganze Silben als Bewegungsabläufe abspeichere – und dieser Speicher offenbar a) nicht exakt funktioniert und b) nach dem Klang organisiert ist.

Nach dem, was ich so gelesen habe, scheinen die Wortbedeutungen und die Handbewegungen zu Silben aus verschiedenen Hirnhälften zu stammen und das eine Folge dieser Querkommunikation zu sein. Ich müsste das mal systematisch erfassen und analysieren, ob das was mit linker und rechter Hand zu tun hat. Mir ist nämlich aufgefallen, dass viele Wörter auf der Tastatur vorwiegend oder sogar nur mit der jeweils linken oder rechten Hand geschrieben werden. Und ich habe die linke Hand im Verdacht, Silben zu vertauschen.

Das funktioniert also nicht alles immer so reibungslos mit der Kommunikation zwischen den Hirnteilen.

Bei Lecturio gibt es eine schöne Zusammenfassung zum Thema Split Brain:

Roger Sperry und Michael Gazzaniga entwickelten Tests, die durch selektiven optischen Input die Arbeit der Hemisphären analysierten. Wesentliche Ergebnisse dieser Tests sind:

  • Ein Wort, das linksseitig gezeigt wird, wird nicht erkannt. Die rechte, hierbei verarbeitende Hemisphäre kann mit Schrift bzw. Sprache nicht gut umgehen.
  • Ein Wort, das rechtsseitig gezeigt wird, kann ausgesprochen werden. Die verbale Information gelangt in die sprachbegabtere linke Hälfte des Großhirns.
  • Wenn ein „linksseitiges“ Wort gleichzeitig mit einigen Gegenständen auf der linken Seite präsentiert wird, kann die linke Hand den Gegenstand auswählen, dessen Wort angezeigt wird.
  • Soll ein Gegenstand außer Sicht mit der linken Hand ertastet werden, kann er nicht benannt werden.
  • Soll ein geometrisches Muster kopiert werden, ist die rechte Hemisphäre schneller. (Das gilt auch für Puzzles.)

Das könnte womöglich erklären, warum bei mir beim Schnellschreiben Denken und die Bewegungsabläufe im Zehnfingersystem nicht immer exakt deckungsgleich sind. Sprach- und Bewegungszentrum liegen offenbar in verschiedenen Teilen des Gehirns. Warum ich manchmal andere, völlig anders geschriebene, aber gleich oder ähnlich gesprochene Silben schreibe, aber nur mit der Tastatur, wo linke und rechte Hand zusammenarbeiten müssen. Beim Schreiben mit einem Stift würde mir das nie passieren.

Schaut Euch mal das Bild zur Hemisphärendominanz an. Sprechen, Lesen, Schreiben, Rechnen in der linken Gehirnhälfte, die auch – geht über Kreuz – für die rechte Hand zuständig ist. Ich bin ausgeprägter Rechtshänder. Das Taktile, das haptische und die Bewegung in Mustern findet aber in der rechten Hirnhälfte statt. Das heißt, dass ich mein Text beim Bloggen zwar mit der linken Hirnhälfte erdenke, aber die rechte Hirnhälfte dafür zuständig ist, sie die Hände in die Tastatur klimpern zu lassen. Und da sind offenbar die Bewegungsabläufe zum schnellen Zehnfingerschreiben auf der Tastatur nach dem Klang der Silben abgespeichert. Ich denke beim Tastaturschreiben in der Regeln nämlich auch überhaupt nicht mehr darüber nach, wie man etwas schreibt (was natürlich eine deutlich höhere Schreibfehlerquote als beim Schreiben mit der Hand verursacht, wo ich jeden Buchstaben einzeln hinmalen muss), sondern es fließt meist halt so mit dem Denken gleich in die Tastatur. Nur ab und zu muss ich mal innehalten und überlegen, wie man etwas schreibt. Ich denke nicht in Buchstaben, sondern in Wörtern und Bewegungsabläufen.

Ist mir auch schon passiert, dass ich nicht wusste, wie ein Fremdwort geschrieben wird, ich es aber auf der Tastastur eingeben konnte. Oder dass ich eine Tastatur, auf der die Beschriftung abgenutzt und weg war, bewusst nicht mehr bedienen konnte, weil ich ohne Beschriftung die Buchstaben nicht mehr gefunden habe, aber ohne weiteres auf der Bloggen konnte, weil ich da sowieso nicht auf die Tastastur sehe und mir das dann völlig egal ist, was auf der Taste steht. Ist mir natürlich auch schon passiert, dass ich erst nach einem oder sogar mehreren Sätzen gemerkt habe, dass ich die Hände versehentlich um eine Taste versetzt auf der Tastatur hatte und folglich nur Mist geschrieben habe.

Und die schreiben nun

Es gibt verschiedene Theorien darüber, wie die Callotomie auf das Bewusstsein eines Menschen wirkt. So vertreten einige Wissenschaftler die Ansicht, dass es zu einer permanenten Zweiteilung des Ichs käme. Andere sprechen den Sprachzentren und ihrer Lokalisation wesentliche Bedeutung zu. So bestimmen diese den Sitz des Bewusstseins, da erst sie Bewusstsein schafften.

Wahrscheinlicher ist die Annahme, dass die Ausprägung des Bewusstsein komplexeren Mustern folgt. So sind andere Bereiche unseres Gehirns, wie der Hirnstamm, ebenfalls bewusstseinsbildend oder zumindest beteiligt. Da es hier nicht zu einer Durchtrennung kommt, wird es immer auch gleichbbleibende, ungeteilte Bewusstseinsanteile geben.

Split-Brain-Patienten sind in der Lage, im Alltag Widersprüchlichkeiten oder mangelhafte Information zu kompensieren. So ist insbesondere das Phänomen der Konfabulation sehr häufig, d. h. dem Füllen von Erinnerungslücken bzw. logischen Details durch freies Erfinden von Geschichten, die aber subjektiv für wahr gehalten werden. Auch über gezielte Körperfeedbacks erlernen Betroffene, sich der jeweilig anderen Hemisphäre mitzuteilen.

Konfabulation. Das Ausfüllen von ausbleibenden Informationen abgeschnittener Gehirnteile durch frei erfüllende Geschichten, die man aber subjektiv für wahr hält.

Verschwörungstheorien?

Aberglauben?

Gender?

Sind das vielleicht alles solche Konfabulationen, die sich aus Ausbleiben rationaler Erklärungen durch frei erfundene Geschichten ausspachteln, an die sie dann glauben?

Zu jeder Gesetzmäßigkeit, die ermittelt wird, gibt es Ausnahmen. Gerade, wenn man glaubt, etwas zu wissen, dann löst es sich wieder im Gegenbeispiel auf. So auch in Bezug auf die Hemisphärenlateralität. Kinder etwa, die ohne Balken geboren werden, kompensieren den Austausch über andere Kommissuren. Diese natürlichen Split-Brain-Patienten zeigen keinerlei oder weniger „Split“ im Leben.

Ein Patient lernte 13 Jahre nach der Operation, mit der rechten Hemisphäre ebenfalls zu sprechen. Er konnte Wortinhalte, die linksseitig präsentiert wurden, erkennen und wiedergeben. Die Persönlichkeit mag anfangs, nach einer Callotomie, verändert wirken. Doch nach einer Weile greifen subkortikale Mechanismen und setzen den Menschen wie ein Puzzle wieder zusammen.

Trotz klarer Hemisphärenlateralität: Die populärwissenschaftliche Trennung in Vernunft links versus Emotion rechts betrachtet die Tatsachen nur oberflächlich. Man spricht heutzutage eher von zwei Denkarten:

  1. linksseitig: analytisch, logisch, zeitabhängig, sequenziell
  2. rechtsseitig: holistisch, synthetisch, kreativ, ganzheitlich

Welcher Stil überwiegt, hat nicht nur mit den neuronalen Gegebenheiten zu tun, sondern auch mit der Sozialisation und Denkkultur. So gelten westliche Kulturen generell als linkslastiger, da deren rechtsseitige Fähigkeiten in Schule und Beruf seltener gefördert werden.

Erklärt das den Hass auf den weißen Mann?

Weil in der westlichen Kultur mehr in der linken Hirnhälfte gedacht wird, also analytisch, logisch, sequenziell?

Und sind „Linke“ und vielleicht auch Afrikaner vielleicht eher in der rechten Hirnhälfte unterwegs?

Auch wenn diese Effekte, die ich bei Linken beobachtet habe, nicht genau auf linke und rechte Hirnhälfte passen, sondern das anders liegen muss – die Symptome und Ersetzungsmechanismen im Gehirn, mit denen ausgefallene Hirnfunktionen durch andere ersetzt oder deren Funktionieren vorgegaukelt wird, entsprechend sehr genau den Selbstbeschreibungen von Autisten, die Sozialverhalten künstlich lernen müssen wie Sprechen nach einem Schlaganfall, und dem, was ich bei Linken und Feministen beobachtet habe. Sie verstehen die Welt nicht, und ersetzen das durch frei erfundene Märchen und Geschichten, und nennen das dann „andere Epistemologie“.

Dass Gender nichts anderes als eine frei erfundene Verschwörungstheorie ist, habe ich oft beschrieben.

Ist Konfabulation der dazu passende Fachbegriff?