Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Lehrer-Katastrophe

Hadmut
18.9.2019 0:01

Mir schrieben einige Leser, darunter viele Lehrer:

Ein Leser meint, ich hätte beim aktuellen Lehrerartikel nicht das aufgegriffen, was ich 2016 und 2017 geschrieben hätte, nämlich von der Verblödung junger Lehrer und dem Zusammenbruch der Lehrkaskade, wenn nämlich nicht mehr genug befähigte Lehrer da sind, um überhaupt noch den Lehrernachwuchs auszubilden.

Der von mir damals prophezeite Kaskadenzusammenbruch käme nun zum Tragen.

Ich bin immer tief beeindruckt, wenn sich Leser genauer, spontaner, präziser an meine früheren Artikel erinnern, als ich selbst. Was vermutlich daran liegt, dass sich die Leser manche Artikel merken, die für sie besonders interessant sind, während für mich im Prinzip alle interessant sind (sonst würde ich sie nicht schreiben), und man bei über 12.000 auch gerne den Überblick etwas verliert.

Aber ja, das bricht natürlich so vor sich hin zusammen.

Dazu passt natürlich sehr gut, dass Lehrer künftig nicht mehr lehren sollen, sondern nur noch Lernbegleiter sein sollen, während der Computer lehrt. Man könnte auch „Wischhelfer” sagen. Das Ziel ist, dass der „Lehrer” das zu Lehrende selbst nicht mehr wissen muss, geht ja nicht mehr.

Es heißt ja auch, in der Not fräße der Teufel Fliegen. In Potsdam versucht man, Quereinsteiger und Flüchtlinge zu Lehrern zu machen.

In Kreuzberg geben inzwischen sogar schon die Sozialarbeiter an den Schulen auf (ich war auf zwei Grundschulen und zwei Gymnasien, und wir hatten und brauchten da keinen einzigen Sozialarbeiter), nicht nur wegen der Schüler, auch wegen der doofen Lehrer:

Wie schwierig es ist, die massenhaften Abgänge von Fachlehrern zu kompensieren, zeigen aktuelle Berichte von Eltern: Sie beklagen schwache Deutschkenntnisse von Lehrern, die jetzt die Lücken füllen sollen, und haben sich auch bereits bei der Schulleiterin beschwert, weil sie die schulische Zukunft ihrer Kinder in Gefahr sehen.

Es galt ja schon als Problem, dass die Kinder schlecht Deutsch lernen, wenn es die anderen Kinder nicht können. Aber wenn es schon der Lehrer nicht kann? Ich hatte übrigens mal einen migrantischen Kollegen, der mir erzählte, dass er als Kind nach Berlin, Kreuzberg, kam und dann bald nochmal die Schule wechseln musste, weil an seiner ersten Schule niemand Deutsch sprach und er so nicht Deutsch lernen konnte.

Ein anderer Artikel, aber womöglich derselbe Fall (ist mir jetzt nicht ganz klar) beschreibt, dass Sozialarbeiter und Lehrer gemeinsam die Flucht ergreifen, weil man sich mit der Schulleiterin nicht vertrage. Ist halt heute so.

Ein Leser berichtet frappiert, er habe im Radio eine Werbung für Quereinsteiger als Lehrer gehört, die ungefähr etwas mit „Picasso?…, sag mal in welcher Band spielte der eigentlich?… hää, war das nicht ein Dichter?“ zu tun gehabt habe und erkennen lässt, was man sich so unter „Quereinsteiger” vorstellt.

Interessant ist natürlich die Frage, warum wir überhaupt einen Lehrermangel haben. So rein theoretisch können Kinder ja nicht ganz so überraschend auftauchen, weshalb mir ein Leser berichtete:

Habe letzte Woche zwei Befragungen des KMK Chefs durch „Journalisten“ gesehen.

Beide Male wurde ihm um die Ohren gehauen, dass es doch einfach ist, den Lehrerbedarf zu planen. Lehrerausbildung 7 Jahre; Geburtenrate plus 6 bzw. 7 Jahre = Einschulalter einfach zu planen

„Warum bekommen Sie das nicht hin?” Der spricht dann mehrmals von kurzfristigen Änderungen die nicht planbar sind. Das Wort Migranten, schwer oder nicht beschulbar, scheint ein Tabuwort zu sein. So wie Inklusion inzwischen auch.

Von unseren lernresistenten „Journalisten“ kann ich natürlich nicht verlangen, dass sie zumindest eine Korrelation zwischen Lehrermangel, Wohnungsmangel, Kriminalität etc. mit Migration feststellen.

Verdammt guter Punkt. Eigentlich sieht man die Zahl der Schüler mindestens 6 Jahre vorher „kommen”.

Ein Lehrer schreibt mir zu meiner Freude, dass er seinen Schülern eine Standpauke zu Fridays for Future gehalten und dazu auch meinen Text Dumme, dumme Kinder verwendet habe. Danach seien sie fast alle wieder freitags im Unterricht gewesen. 😀 (Mir haben schon öfters Lehrer geschrieben, Texte aus meinem Blog im Unterricht verwendet zu haben.) Das nun aber würde von Kollegen und ausgerechnet der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mit solchen Rundschreiben und Aushängen konterkariert:

Wenn dann schon die Kollegen und die Lehrergewerkschaft zum Schwänzen aufrufen, hat auch dieser Lehrer inzwischen die Schnauze voll und ist drauf und dran, einfach aufzugeben. Klar, wozu brauchen wir eigentlich noch Bildung, wenn es eh nur noch darum geht, in sozialistischer Geschlossenheit der Leithammelin hinterherzulaufen? Hauptsache, wir marschieren durch die Straßen. Das Marschieren durch die Straße war in der Deutschen Geschichte schon immer beliebt.

Was übrigens die kognitive Dissonanz jener Gewerkschaft aufzeigt. Denn während sie auf der einen Seite Lehrer mit Hirn auf diese Weise in die Flucht schlägt, jammert sie auf der anderen Seite, es müssten doch mehr Männer her und Lehrer werden. Vermutlich wird die Gewerkschaft von Frauen gesteuert.

Was übrigens zu dem kuriosen Effekt führt, dass sich die Gender- und Diversity-Spinner an den Unis schon sorgen, wie man jetzt Männer an die Grundschulen bekäme. OK, ich erklär’s Euch: Frauenförderung auf Männer anzuwenden, das funktioniert nicht. Männern wird nämlich manches einfach zu dumm.

Oder wie es mir der Lehrer (ich vermute aus dem Text, dass er Lehrer ist, die anderen sagen es explizit dazu) erläutert:

Kurzfassung: Bei den Grundschulen handelt es sich in der Zwischenzeit um eine fast reine Frauenveranstaltung, das gilt auch für die Ausbildung – und fertige Lehrerinnen wählen halt dann Teilzeit, fangen erst gar nicht an oder hören bald auf – und schon ist der Lehrermangel da.

Und bei den MINT Fächern in der Schule — wer kann das denn noch unterrichten?

Warum bin ich überhaupt darauf gekommen, hier nachzufragen? Weil in keinem Artikel der Presse das Wort “Frau” oder “Frauenanteil” vorgekommen ist. Es gibt also ein Bildungsproblem, in den Grundschulen unterrichten fast 90% Frauen —– wer hat also (laut Presse) keine Schuld daran? Eh klar, die Frauen. Daher schreiben wir auch nichts
darüber. Sonst würde sich die Bevölkerung fragen, ob das Problem etwa von Frauen verursacht —- nein, nein—das wollen wir nicht einmal denken!

Natürlich nicht. Noch nie in der Geschichte des Feminismus und der Emanzipation der Frau wären Frauen jemals für irgendetwas verantwortlich gewesen. Feminismus, Empowerment, Gleichberechtigung bedeuten stets, dass Männer die Alleinverantwortlichen sind. Es sei, so höre ich von verschiedenen Seiten, schlicht nicht möglich, bestehende Probleme mit Lehrerinnen zu besprechen. Regelrechte Denk- und Wahrnehmungs-Blockade.

Ständig hört man, dass wir durch zuviel CO2 die Welt kaputt machen. Dass man etwas durch zuviel Frauen kaputt machen kann, das hört man nie. Toxisch sind nur Männer. Das nennt man Geschlechtergleichheit oder generell, dass es Geschlechter gar nicht gibt. Bin gespannt, was uns zuerst ereilt: Die Klima- oder die Bildungskatastrophe.

Oder anders gesagt: Lehrerinnen und Veterinärinnen sind doch das Gleiche. Über letztere hatten wir auch schon festgestellt, dass die Versorgung auf dem Bauernhof zusammenbricht, weil sie den Männern die Ausbildungsplätze wegnehmen und dann Streicheltiermasseuse mit Halbtagspraxis in der Großstadt werden. Hamster gerne, Rindvieh nein. So dann auch in der Schule.

Sehen wir es geisteswissenschaftlich-poststrukturalistisch: Alles nur Diskurs und Sprechakt. Wenn die Leute erst mal zu doof sind, noch Zahlen zu erkennen und Temperaturen zu verstehen, und dann von der Klimaerwärmung nicht mehr reden, dann gibt es sie auch nicht mehr. Wie bei Geschlecht. Da hat uns die weibliche Bildung ja eingeredet, dass das alles nur sozial konstruiert und gesellschaftlich anerzogen wäre, dass das wieder verschwindet, wenn wir Sprache und Sexismus ändern. Warum sollte das beim Klima anders sein, wenn sich der Poststrukturalismus doch auf die ganze Welt bezieht? Weibliche Bildung ist was tolles. Wir müssen einfach aufhören, von Klimaerwärmung zu reden, dann findet sie auch nicht statt.

Ein anderer, der explizit schreibt, dass er Lehrer ist, bestätigt mir, dass Frauen das ganze System „dysfunktionalisieren”. Zu wenig leistungsorientiert, zu viel Gelaber. Das Schulsystem, von Frauen zerstört. Er legt Wert darauf, dass er von einer „normalen” und nicht von einer Brennpunktschule redet.

Eine Grundschulpädagogin, die gerade bei ihnen rumsitzt, hätte sich entsetzt gezeigt: Sie sei schockiert und entsetzt, wie unanständig die Kinder sich verhalten würden, wie rabiat es zugehe, wie respektlos untereinander umgegangen wird und wie gewalttätig es schon unter den ganz Kleinen zugeht.

Was soll ich sagen? Sie hatte Goldhamster erwartet und Rindviecher angetroffen.

Jetzt überlegt sie übrigens, einen anderen Lebensweg einzuschlagen. Sie sucht nach einem ohne Rindviecher. Einen mit Hamstern gepflasterten Weg.

Damit steht sie nicht alleine, denn ein Lehrer berichtet, dass sie mal eine Referendarin hatten, die vorher 6 Jahre studiert und dann nach 4 Wochen Schule entnervt aufgegeben und damit 6 Jahre Ausbildung weggeworfen hat. Gut, hat man auch in der Medizin. Da gibt es auch viele, die vorher teuer auf Steuerzahlerkosten Medizin studieren und dann erfolglose Verteidigungsministerin werden.

Mit den Referendaren sei das überhaupt so eine Sache. Ja, schon, es gäbe noch fähige. Aber das Gros der Leute sei schlicht unbrauchbar, da völlig fehl am Platz. Viele Kulturwissenschaftler, irgendwas mit Sprachen, Medienwissenschaften etc. Akademischer Ausschuss eben.

In diesem Zusammenhang ist es interessant zu beobachten, dass die Seminarlehrer (leiten die Referendare an und beurteilen sie) immer jünger und immer weiblicher werden. Da sitzen teilweise 35-Jährige und es wird dann eben viel marxistischer Müll aus den universitären Priesterbetrieben abgesondert. Die Ausschreibungen der Funktionsstellen ist hier regelmäßig 12 Seiten lang, kaum jemand möchte die Jobs mehr machen und die alten, weißen Männer pensionieren sich weg.

Was erwartet man auch sonst von sozialistischer Planwirtschaft?

Wobei der Witz an dieser Planwirtschaft ist, dass sie keinen Plan haben:

Es gibt ca. eine Hälte der Leute deutlich über 50 Jahre und ca. 40% deutlich unter 40 Jahre. Also kaum mittleres Alter. Wenn die erste Gruppe CO2-neutral AIDA fährt, wirds hier zappenduster. Dann müssen bereits die Grundschulkinder zu Greta, weil niemand sie betreuen kann.

Womit wir wieder beim Punkt von oben wären, dass man normalerweise 6 Jahre vorher sieht, wieviele Kinder kommen, die Migration aber die ganze Schrumpfplanung zunichte gemacht hat. Die Vorgänge neulich in Heidelberg, als die Einschulung in Messerstecherei, 18 Polizeiautos und psychologischen Interventionsteams endete, sei, so wird mir versichert, typisch und symptomatisch, geradezu unausweichlich.

Sagen wir es so: Das Thema Schule ist durch, vorbei, aus, tot. Irreparabel im Eimer. Ein Fall für den Abdecker.

Normalerweise sagt man an dieser Stelle „Sie weiß es nur noch nicht”.

Doch, es gibt ein paar Lehrer, die wissen es. Aber sie dürfen es nicht sagen. Deshalb gehen sie.

Spätestens bei der Rechtschreibreform hätte man merken müssen, dass das politisch, geisteswissenschaftlich und feministisch zerstört wird. Da wollten sich welche verwirklichen.

Ich sehe nicht, wie man das noch retten oder wieder hinkriegen will.

Ich sehe auch noch nicht, wo uns Feminismus und Diversität irgendetwas gebracht oder etwas wenigstens gleich gut gelassen hätten. Soweit ich das sehen kann, zieht der Feminismus eine Schneise der Vernichtung hinter sich her.

Warten wir mal den Freitag ab. Da wollen sie ja besonders groß demonstieren, mit Unterstützung der GEW.