Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Mikromüllhalden

Hadmut
1.9.2019 16:23

Die Gegend vollgekackt, den ganzen Dreck und die leeren Konservendosen einfach liegen gelassen und gegangen…

Am Wochenende steht bei mir Wohnungsputzen auf dem Programm. Mal mehr, mal weniger, mal dies, mal das, und so weiter.

Ich habe im Wohnzimmer auf dem Fensterbrett eine Uhr stehen. So eine ganz billige aus dem Supermarkt, die die Uhrzeit per DCF77 empfängt und per LCD anzeigt. Schon etwas größer, damit man sie auch quer durch die Wohnung ablesen kann, und sie steht aufrecht schräg, weil sie auf der Rückseite einen Ständer zum Ausklappen hat.

Vor einigen Wochen ist mir beim Saubermachen aufgefallen, dass auf der Rückseite dieser Uhr eine ganz kleine Spinne ein kunstvolles Netz gespannt hatte, und emsig in dem Netz herumkletterte, wohl Endkontrolle. Ich hab’s nicht über’s Herz gebracht, der kleinen Spinne ihr mühsam aufgebautes Netz zu zerstören und fand auch, dass das ja nützlich ist, weil die mir da das Viechzeug wegfängt. Also hab ich sie gelassen.

Heute: Mikro-Müllhalde.

Die Spinne weg, vom kunstvollen Netz nur noch ein paar vergammelte (aber selbst mit dem Staubsauger nicht zu entfernende) Stricke, die an der Uhr kleben, und unter der Uhr ein großer Müllhaufen leergefressener Insekten, Käferchen und so Zeugs halt. Wie Konservendosen. Leergefressen, fallen gelassen, und gegangen, den ganzen Dreck einfach liegengelassen, und alles voller winziger Flecke, keine Ahnung ob Sabbel oder Exkremente oder was, wie man das von Spinnen so kennt. Es bedarf schon eines ganzen Spritzers Scheibenreiniger, um den Dreck wieder wegzubekommen.

Irgendwie musste ich unwillkürlich an wilde Müllhalden denken, wie sie in den Parks und Ecken entstehen und wo die Leute einfach irgendwo hinkacken. Sowas in Spielzeugeisenbahngröße. In meinem Wohnzimmer.

Leider kam mir der Gedanke erst, als das alles schon im Staubsauger verschwunden war. Wäre mal was für ein Makroobjektiv gewesen.