Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Hygienemängel und antibiotikaresistente Keime

Hadmut
19.9.2013 22:09

Wow. Das Problem mit den multiresistenten Keimen scheint besonders in Deutschland zu grassieren. Andere Länder wie die Niederlande haben damit viel weniger Probleme, dafür aber viele spezielle Hygieneärzte.

In Deutschland dagegen sollen (kam gerade im ZDF Heute Journal) nur 5-10% der Kliniken Hygieneärzte haben. Für die ist wohl kein Geld da. Dafür soll die Hygiene in deutschen Krankenhäusern mangelhaft sein.

Na wie gut, dass wir das Geld verwendet haben, alle öffentlichen und Universitätskliniken mit Genderbeauftragten zu fluten. Sind ja auch viel wichtiger. Hygiene im Krankenhaus – wer braucht sowas schon? Politoffiziere brauchen wir.


17 Kommentare (RSS-Feed)

Henning
19.9.2013 22:23
Kommentarlink

Für den Fall, das du demnächst nochmal eine Spritze bekommst oder Blut abgenommen wird: das Desinfektionsspray benötigt ca 1 min bis es richtig gewirkt hat. Bei mir hier in D hat noch nie eine Krankenschwester /Arzthelferin länger als 15 sec gewartet. Muss ja alles schnell gehen.

Und im Krankenhaus soll es med. Personal geben, das sich nach Toilettenbenutzung nicht mal die Hände wäscht.


ein anderer Stefan
19.9.2013 23:03
Kommentarlink

Was wir vor allem brauchen, sind noch mehr privatisierte Krankenhäuser und die letzten in öffentlicher Trägerschaft, die in Konkurrenz dazu treten müssen. Natürlich können die privaten alles besser und billiger – vor allem Geld für die Aktionäre verdienen. Es gab mal eine Zeit, da hat man Krankenhäuser als einen Aspekt der Daseinsvorsorge begriffen. Heute ist das ein Wirtschaftszweig wie jeder andere. Da gibt es natürlich keinen Zusammenhang mit immer weniger Personal, immer laxerer Einhaltung von Vorschriften und immer mehr Problemen in der Basisversorgung. High-tech Gerätemedizin und extrem überteuerte Medikamente gehen immer – aber Geld für anständiges und ausreichendes Personal ist nicht vorhanden.


Thomas
19.9.2013 23:48
Kommentarlink

Es gibt schätzungsweise in vielen menschenahen Berufen ziemlich krasse Mängel in der Hygiene. Das liegt m.E. nach auch daran, dass das hier auch in relevanten Teilen dem Arbeitsschutzrecht zugeordnet wird und nicht bspw. der öffentliche Sicherheit. Viele der Arbeitsschutzrichtlinien sind wiederum aber so gestrickt, dass quasi nur jeweils betriebsintern darauf zu achten ist und “irgendwo” noch Menschen existieren, die deren Einhaltung überwachen sollen, soll heißen, es gibt in der Sache zwar Nachweispflichten, aber die werden kaum (noch?) druchgesetzt und die Umsetzungen der Richtlinien überprüft. Im Grunde ist das “gewohnheitsrechtlich” inzwischen quasi freigestellt, sich um diese Richtlinien zu kümmern oder eben auch nicht, d.h. es ist so eine Art Luxus, wenn man sonst keine wichtigeren Aufgaben hat. Dazu kommt eben die Wertschöpfungslosigkeit in menschennahen Berufen und die Tatsache, dass die einzige Einsparungsmöglichkeit beim Personal besteht. Und wenn eben, wie von Henning im ersten Kommentar geschildert, die Devise hauptsächlich “schnell, schnell, schnell” lautet, dann fallen solche durchaus auch aufmerksamkeitsintensiven Dinge wie Hygiene- und Infektionsschutz halt unter den Tisch. Abgesehen davon sind manche Vorschriften auch nicht ganz praxistauglich bzw. irgendwie fragwürdig, wie bspw.: man müsste im Altenheim, Kinderheim, Pflegeheim fürs Nasenputzen der Patienten etc. jedesmal Einmalhandschuhe anziehen. Das schafft einerseits eine Art Distanz, andererseits kostet das eben nicht vorhandene Zeit. Und so macht man das “schnell mal” ohne Handschuhe, “passiert schon nichts”. Jene Personen, die dann wiederum darauf achten sollen (Sicherheitsbeauftragte), dass solche Regelungen trotzdem eingehalten werden, sind meist im Betrieb selbst als Mitarbeiter direkt eingebunden und schwärzen die Kollegen dann eher nicht deswegen an, weil sie sich keine Handschuhe angezogen haben. Zudem haben solche Sicherheitsbeauftragten auch keine Weisungsbefugnisse, sind also wesentlich irgendwie Labertaschen (im schlimmsten Fall). Weisungsbefugnisse haben nur Leitungen oder Fachkräfte für Sicherheit, welche wiederum Ingenieure, Ärzte oder Vergleichbares sein müssen, die sich nahezu ausschließlich um die Etablierung und Einhaltung solcher Richtlinien kümmern sollen. D.h. das ist quasi nicht direkt im Betrieb mitarbeitendes, ziemlich teures Personal und das ist eben wiederum gleich doppelt kürzungswürdig bzw. schlecht bezahlbar, weswegen kaum ein Arzt, Ingenieur etc. in diesem Land so eine Tätigkeit (als Berufsbuhmann) übernimmt. So sind diese Stellen dann auch wegen Fachkräftemangel eben nicht ausreichend besetzt und man kann dann halt intern irgendwie rumwurschteln und die Einhaltung solcher Richtlinien funktioniert dann nach einem doppelten Lotto-Prinzip: einerseits müssen die intern dafür zuständig gemachten Personen dann die Intelligenz besitzen, die Sachen überhaupt zu durchdringen, andererseits müssen sie den Schneid haben, dass dann auch durchzusetzen, was (trotz Benachteiligungsverbot für diese Tätigkeiten) immer Rückwirkungen haben wird und dies bei dem Umstand, dass solche Tätigkeiten dann auch als reines Ehrenamt laufen, d.h. man muss sich die Kenntnisse dazu schlicht in der Freizeit erarbeiten.


FullxD
20.9.2013 0:15
Kommentarlink

Keime! Überall Keime!!! :O

Die Probleme mit Multiresistenz sind schon sehr lange bekannt. Nicht die Bedürfnisse für die Krankenversorgung sind für die Forschung von Bedeutung, sondern die Profitmaximierung. Deswegen interessiert das Problem in der Krankheitsmafia hierzulande niemanden mehr. Auf die Karte klicken, dann ist deutlich zu erkennen wo die zivilisierte Welt anfängt: http://www.radiobremen.de/politik/dossiers/krankenhauskeime/wissenschaftlerforderung100.html


kokko
20.9.2013 1:34
Kommentarlink

hab gehört deutsche arzte (im büroteil eines gebäudes) ziehen auf toilette nicht (wenn man die spülung per hand betätigen muss – wegen der keime)

nach ihrem geschäft waschen sie sich dann aber nicht mal die hände sondern nutzen nur die sterillium-spender die jetzt überall in den toiletten mit hängen. dabei machen sie aber nur einen kleinen hieb auf die hand wischen kurz ihre hände ineinander und dann wird das schon steril sein

da wundert mich nix mehr


kokko
20.9.2013 1:43
Kommentarlink

kontrollen von bestimmten mindeststandards uä werden nicht wie man sich das denkt bzw wie es sicher auch eigentlich vorgeschrieben ist unangekündigt gemacht sondern zT (oder zum großteil?) angekündigt – dh bevor die kommen wird nochmal schnell frühjahrsputz gemacht, eigentlich durchgängig vorrätig zu haltende utensilien werden schnell wieder gekauft, sicherheits- und qualitätssicherungsmaßnahmen werden auf einmal eingehalten und nicht wie sonst immer so gemacht wie es schneller/einfacher/billiger geht etc pp


Andy
20.9.2013 4:44
Kommentarlink

Verstehe die Aufregung nichz. Wenn in allen Krankenhäusernbereits weibliches Personal ohne besondere Qualifikation vorhanden ist (Genderbeauftragte) braucht man denen doch bloß einen Lappen in die Hand drucken und los geht’s…


Mal wieder Schleichwerbung für Hygieniker? Wer braucht schon solchen Mist?

Krankenhäuser sind Zuchtanstalten multiresistenter Keime — seit mindestens 30 Jahren bekannt — oder nur Propaganda?

Carsten

http://gegen-den-strich.com/images/hagenburg.jpg


Auf die Karte klicken, dann ist deutlich zu erkennen wo die zivilisierte Welt anfängt: http://www.radiobremen.de/politik/dossiers/krankenhauskeime/wissenschaftlerforderung100.html

Na, da sehen wir doch eindeutig die Quelle dieser pösen Keime, Portugal. Sofort eine Mauer aus Scheuerlappen errichten!

Carsten

schlechter Verlierer
http://gegen-den-strich.com/images/verlierer.jpg


Mist, ich nochmal.
Was richtige Ärzte schon lange wissen, das kritiklose Rumballern mit dem Zeug ist problematisch:
http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/mike-adams/us-gesundheitsbehoerde-gibt-zu-das-zeitalter-der-antibiotika-ist-vorueber-bakterien-sind-schlaue.html
Es geht um die Meldung über den Umgang mit Antibiotika, das restliche Geschwafel mit Vorsicht genießen!

Carsten

primary busyness solutions executive assistent
http://gegen-den-strich.com/images/azubi.jpg


claus
20.9.2013 12:19
Kommentarlink

@Carsten: Mit Antibiotika auf Keime ballern ist ein Krieg, der ewig währt. Kaum hat man eine Waffe gegen den Feind gefunden, findet der eine Gegenwaffe und die Rüstungsspirale währt ewig (falls nicht der Feind vorher gewinnt). Für die Pharmaindustrie ist so ein ewiger Krieg natürlich von Vorteil. Da kann man viel Geld mit verdienen.

In diesem Zusammenhang finde ich die Werbung von Sagrotan lustig: wenn man damit den Boden aufwischt, vernichtet man angeblich 99,9% der Bakterien. Klingt eigentlich gut. Allerdings hätte ich Angst vor den restlichen 0,1%. Wenn das nämlich gefährliche Keime sind, können die sich jetzt grenzenlos ausbreiten, weil sie ja keine Konkurrenz mehr haben.

Vielleicht ist der beste Schutz vor Bakterien, in einem ausgewogenen bakteriellen Milieu zu leben. Das dämmt die gefährlichen Bakterien ein und das Immunsystem bleibt immer in Schuss.


Hustenstorch
20.9.2013 12:33
Kommentarlink

Naja, wer zieht denn nicht ein durchgegendertes Krankenhaus einem mit vorbildliche Hygiene vor?
Heißt ja nicht umsonst KRANKENhaus


Heinz
20.9.2013 15:33
Kommentarlink

> Was richtige Ärzte schon lange wissen, das kritiklose Rumballern mit dem Zeug ist problematisch

Ja, aber das “rumballern” mit dem (und anderem) Zeug ist notwendig…
notwendig um die Bestechungen der Pharmaindustrie zu erhalten.


Thomas W
20.9.2013 19:07
Kommentarlink

Liebe Radikale: das “Rumballern” mit dem Zeugs ist auch notwendig, damit man Gesundheit auch tatsächlich wieder herstellen kann. Ich weiß nicht, ob ihr jemals erlebt habt, was so alles durch eine Intensivstation durchgeht. Wenn man da nicht richtig “rumballert”, dann kann man nach kurzem den Laden dicht machen. Was die Folge hat, dass bisherige Intensivpatienten dann eben verrecken.

Dieses total überzogene “DAS DA sind die Bösen, und sie machen es nur aus einem einzigen bösen Grund!!!!!!!!!!!!!!!!!!!”-Geschwafel finde ich so unerträglich und einfältig. Ich meine, was sind denn in einem Krankenhaus die Alternativen zum “rumballern”? Vielleicht ausräuchern? Oder vielleicht einfach mal bissl was mehr Pril ins Wischwasser?
Und was sind die Alternativen zum Krankenhaus selber? Vielleicht Pflege zu hause? Schonmal gesehen, wie Autounfallopfer auf einer Intensiv aussehen? Was die auch für Schmerzen haben?
Dieses Generalmotzen ist so unendlich unproduktiv, ausser natürlich für die Motzenden selber, die sich dann als diejenigen wähnen können, die als einzige die Wahrheit kennen.

Man kann wohl sagen, dass der gegenwärtige Zustand nicht gerade gut ist, wobei trotzdem kaum einer sich selbst zu hause gesund pflegt, wenn er ein gebrochenes Bein hat. Aber diese Generalvernichtung ist einfach nur kindisch.

Nach meinem Empfinden könnte man bspw. mal viel stärker darauf hin Druck ausüben, dass Pharmaunternehmen heutzutage hauptsächlich damit beschäftigt zu sein scheinen, alten Medikamenten nutzlose chemische Anhängsel anzupflastern, damit das dann wieder als “neues” Medikament zum vollen Preis verkauft werden kann anstatt sich mal mit der Erfindung neuer Medikamente (oder Krankheitsbekämpfungsstrategien) zu befassen. Man könnte auch an der Qualität klinischer Tests herummäkeln, wenn man davon denn Ahnung hat.

Würde man euch “Radikalen” folgen, so müssten wir alle Krankenhäuser von heute auf morgen dicht machen, was unfassbares Leid zur Folge hätte (dessen Bekämpfung durch Krankenhäuser ihr anscheinend auch gar nicht registriert) und wahrscheinlich müsste man auch noch ein Großteil des bösen, total und ausschließlich absichtlich unhygienisch arbeitenden Personals in den Knast stecken und zwar mindestens für 50 Jahre.

Ja, die Pharmaindustrie macht mit dem Zeug auch Geld und zwar auf kritikwürdige, bisweilen menschenverachtende Art und Weise. Aber das ist auch nicht der einzige Effekt dieses Zeugs. Ich will mal einen von euch sehen, der mit einem Tumor Stufe 3 freiwillig auf angebotenes Fentanyl oder wenigstens Morphin verzichtet, weil es ja von der Pharmaindustrie kommt und das gesamte Krankenhauspersonal entweder korrupt oder übel versaut ist.

Ernshaft, allein die Vorstellung, dort würden Leute quasi absichtlich schlampig arbeiten kennzeichnet eine Nichtkenntnis der Arbeitsverhältnisse in Krankenhäusern und auch eine Nichtkenntnis der Gründe, warum Menschen als Arzt oder Pfleger im Krankenhaus arbeiten…


Wildlife
20.9.2013 22:29
Kommentarlink

Es wäre schon viel gewonnen, wenn man sich den Strom für eine dauernde Flutung der oberen 30 cm des Raumes mit UV-C – Licht leisten würde. Mit der Zirkulation der Luft gehen die Keime darin regelmässig unter der Decke entlang durch das UV-C und werden vernichtet. Resistenzbildung ist meines Wissens gegen UV-C unmöglich.
Wenn ein Raum gerade nicht genutzt wird, könnte man ihn auch mit UV-C fluten. Das desinfizierte auch die Oberflächen, ohne daß sich jemand mit dem Lappen Fleiss abringen müsste.

Schliesslich könnte man OP-Sääle und Intensivzimmer bei Neubauten von vornherein mit gasdicht verschliessbaren Türen, Fenstern, Lüftungen und Armaturen für Wasser ausstatten, und eine hauseigene Chlordioxid- Anlage einbauen, so dass man OP´s und Intensivzimmer turnusmäßig mit Chlordioxid begasen könnte. Chlordioxid ist so ziemilch das stärkste Desinfektionsmittel überhaupt, kommt als Gas auch dorthin, wo UV-C und Lappen nicht hinkommen, und Resistenzbildung ist meines Wissens unbekannt.
Es wurde z.B. nach den Anschlägen mit Anthrax- Briefen auf amerikanische Senatoren in den Räumen eingesetzt, in denen die Briefe geöffnet worden waren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Chlordioxid

http://www.chemie.de/lexikon/Chlordioxid.html


Robert W.
21.9.2013 13:39
Kommentarlink

“Resistenzbildung ist meines Wissens gegen UV-C unmöglich.”

Beim Begriff “unmöglich” wäre ich aus Prinzip vorsichtig.

Nach dem, was ich über “Resistenzbildung” weiss, ist sie immer möglich, wenn auch nur eine gewisse (auch extrem kleine) und vererbbare Überlebensmöglichkeit vorhanden ist (der Rest ist angewandte Evolution: Variationen bilden und kräftiges Aussieben).
Warum sollte es keine Mutationen geben, die eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen UV-C bewirken?


KlausiKeribert
5.10.2013 2:36
Kommentarlink

@Henning – auch wenn Ihr Beitrag nun schon ein wenig her ist, kann ich das so nicht stehen lassen.
Es kommt bei der Einwirkzeit von Desinfektionsmittel auf die Art der gewünschten Desinfektion an. Mit BODE Sterilium (der Klassiker) dauert eine hygienische Handdesinfektion 30 Sekunden, einen chirurgische 90 Sekunden.
Eine chirurgische Desinfektion macht man, wie der Name andeutet, bei operativen Eingriffen.

http://www.schuelke.com/download/pdf/cde_lde_Flyer_Hygienische_Haendedes_adv.pdf
http://www.hygiene.bbraun.de/cps/rde/xchg/om-hygiene-de-de/hs.xsl/7229.html (suche nach der Norm EM 1500 in der Seite)