Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ich werd sehkrank

Hadmut
9.9.2013 1:27

Ich war heute auf der IFA in Berlin.

Um es kurz zu sagen: Nichts hat mich aus den Latschen gehauen. Irgendwie habe ich mich erinnert gefühlt an die Zeit in den 90er Jahren, als mir die Lust auf die CeBIT vergangen ist: Im Prinzip immer das gleiche, nur hatten sie damals dann irgendwann alle den 386 statt dem 286, oder irgendwann mehr Takt, Speicher, den MiniPC usw. und irgendwann war man an dem Punkt, an dem man sich schneller, besser und einfacher im Internet informiert als auf der Messe. Das gleiche heute hier: Im Prinzip sieht’s aus wie letztes Jahr, nur haben die Fernseher jetzt 4K statt 2K und ein paar Zoll mehr.

Was mir eigentlich am besten gefallen hat, war eine billige Kleinigkeit: Mousepads bekommt man seit 25 Jahren. Aber bei TP-Link habe ich eins bekommen, das so dünn ist, dass man es in den Notebook einpacken kann, und das oben eine Mikrofaser-Beschichtung zum Schutz des Displays hat. Im Notebook Display-Schutz, bei der Benutzung Mousepad. Klasse. Ich ärger mich nämlich immer, dass man auf dem Notebookdisplay die Fettabdrücke von den Tasten sieht. Und das Ding hat auch noch genau die passende Breite für mein Reisenotebook. Und dann wollten die dafür nicht mal Geld, die haben die Dinger verschenkt.

Ansonsten war ich jetzt nicht so begeistert. Überall 4K-Displays, die zwar geil aussehen, aber auch extrabreit kosten und einem eigentlich (noch) gar nichts nutzen, weil es kein 4K-Videomaterial gibt. Dazu kommen nämlich auf der IFA auch Kameras raus, und die kosten auch extrabreit. Da muss erst mal eine Angebot her und dazu dann wieder der nächste Standard Bluray oder Download. Stimmt es eigentlich, dass die bei der Bluray die nicht schon für 4K tauglich gemacht haben? Oder ist die einfach zu klein?

Naja, wie auch immer. Ich bin dabei auf ein Problem gestoßen, das mir so noch nicht untergekommen war. Die haben da nämlich jetzt sehr große Displays. Bisher war das der Grund, warum ich schon bei FullHD Zweifel am Nutzen hatte, weil ich eigentlich umso weiter weggehe, je größer das Display. Und eigentlich sieht man die Pixel dann auch nicht mehr so alle. Ich habe mal bei einem Test von einem guten Player an einem FullHD-Bildschirm gesehen, dass es gar nicht so einfach ist, eine Bluray von einer DVD zu unterscheiden, wenn der upscaler gut ist.

Das ist jetzt etwas anders, denn die fangen inzwischen an, gewölbte Bildschirme anzubieten (oft so dünn wie eine Glasscheibe). Dabei neigt man, sich dahin zu setzen, wo man ungefähr den Mittelpunkt des Kreises vermutet, auf dem das gewölbte Display liegen würde. Ich habe dabei gemerkt, dass einem bei Kameraschwenks etwas schwindlig werden kann, weil mit dem großen Bildfeld die Augen ein Panorama sehen und deshalb Bewegung detektieren, während der Gleichgewichtssinn sagt, dass man ruhig steht. Diese Divergenz führt bekanntlich zu Schwindel und Seekrankheit. Ich würde es eher mal sehkrank nennen.

Ansonsten finde ich 4K eigentlich toll, aber in einem ganz anderen Zusammenhang. Ich habe nämlich bei Panasonic ein 4K-Tablet gesehen. Potthässlich, absurd teuer, und dann noch Windows drauf. Aber: Sie hatten das Ding als Gag in einen Holz-Bilderrahmen eingespannt, in dem man nur das Display sah. Und auf dem haben sie ein Foto eines Ölgemäldes gezeigt. Wow, sah das gut aus. Viele Leute dachten, das Bild sei echt. Damit könnte man, vom Preis mal abgesehen, meinen Wunsch einer Virtuellen Ausstellung realisieren. Bildschirma an die Wand, Bilder rauflegen. Klingelt zufällig der Geschäftskollege draußen, kann man per Knopfdruck den frivolen Schweinkram gegen die Gemälde aus der Pinakothek austauschen.

Ich werde mir auf jeden Fall 4K- oder noch höher aufgelöste Bildschirme kaufen. Ganz bestimmt. Vielleicht in 5 oder 10 Jahren, wenn sie auf normalem Fernseher-Preis angekommen sind und es überhaupt etwas gibt, was man in 4K darstellen kann.

Apropos Bildschirme: Jahrelang habe ich mich darüber geärgert, dass es nur noch diesen Hochglanz-Scheiß gab. Inzwischen gibt es wieder überall matt. Allerdings etwas anders, als ich das von früher kenne. Früher hat man die Oberflächen wohl angeätzt, was wohl teuer und aufwendig war. Inzwischen sieht man an den glänzenden Ecken und Kanten, das der Bildschirm eigentlich hochglänzend ist, aber eine Folie aufgeklebt wurde. Egal, es funktioniert.

Bei Grundig habe ich eine Modenschau mit Models auf dem Catwalk von Kilian Kerner gesehen. Schrecklich. Ganz schrecklich. Bei drei oder vier Fällen haben Model, Kleid, Farben gut ausgesehen, aber meist hat das überhaupt nicht zusammengepasst. Sack-Kleider, die die Silhouette ruinieren, kein Gefühl für Proportionen und Längenverhältnisse, und Farben, naja. Am schlimmsten aber war, dass die die Models in solche Pumps geschraubt haben, die vorne noch ein Plateau hatten, damit’s hinten für die Mörderhacken reicht. Und manche sind damit eben geschritten wie ein Storch im Salat oder vielleicht so ähnlich wie ich in Skistiefeln. Die hätten ganz dringend einen Reifenwechsel gebraucht. Und vielleicht einen zweiten Gesichtsausdruck. Die sind da nicht nur stocksteif rummarschiert, sondern auch noch mit einfrorenem, bewegungslosem Gesichtsausdruck. Stacksige Kleiderständer. Dabei könnte man doch von jedem Nachwuchsmodel erwarten, mindestens drei Seasons Germany’s Next Topmodel geguckt zu haben. Irgendwann stolperte dann eine mal in den Mörderhacken beim Hochsteigen der Treppe, fiel hin und – musste lachen. Und prompt sah die nach was aus.

Apropos Mädels: Jede Menge hübsche Mädels in Messeaufmachung. Bei Samsung hatten sie eine ganze Halle voller Mädels, die zwangsweise in Miniröcke gepackt worden waren. Gut, gefällt mir. Warum ich aber dann von manchen Anzugträgern etwas schräg angesehen wurde, weil ich in kurzen Hosen unterwegs war, kann man nur als „Sexismus” einstufen, oder? Während alle Samsung-Messemädels da in blauem Polo und weißem Minirock unterwegs waren, hatten sie vorne ihren Super-Teuer-Edel-Riesen-4K-Fernseher, an dem zwei Mädels im langen schwarzen Kleid standen, um zu unterstreichen, dass das die Premium-Version war. Die haben mir so leid getan. Die eine hat noch mühsam gelächelt, aber die andere hatte schon einen glasigen Blick und war kurz vor dem Umkippen. Erinnerte mich an das Wachestehen bei der Bundeswehr, aber dort hat man wenigstens Kampfstiefel und keine Hacken an, und wird dabei auch nicht von tausenden Leuten angeglotzt.

Und dann war da bei Samsung noch eine, die mir auffiel, weil sie neben mir auf einmal so seltsam anfing zu zappeln und in völliger Missachtung ihrer Umgebung etwas aufführte, was bestensfalls als einseitiger Bauern-Holzschuh-Tanz durchgehen würde. Lösung: Samsung hatte einen weißen, glänzenden Hallenboden, auf dem man ständig schwarze Streifen vom Schuhabrieb und Dreck sah. Deshalb mussten sie ständig putzen und da waren eben Mädels unterwegs, die über einem Fuß so einen seltsamen Putzüberzieher hatten, der auf der Sohlenseite einen unauffälligen Wischmop hatte. Die mussten dann den Boden saubertanzen.

Die Telekom wollte mir eine Super-Wahnsinns-Mobil-Universal-Flatrate andrehen zum Messe-Preis. Wieviel heißt Flatrate? Unbegrenzt! Wann wird gedrosselt? Nach 200MB. Hahahahaaaa.

Eigentlich war ich ja wegen was anderem gekommen, nämlich PC-Bildschirme mit fototauglichem Farbraum und Hardwarekalibrierung. Nicht massentauglich. Manche hatten das gar nicht aufgebaut, andere nur am Rande ein Modell, zu dem man sich mühsam durchfragen musste.

Der andere Grund, warum ich da war, ist, dass ich ein neues Smartphone brauche. Das Samsung Note 3 ist – abgesehen vom Preis – eigentlich genau das, was ich suche. Hat sogar Wechselakkus. Und bei Samsung konnte mir sogar einer was dazu sagen, wie sie es bei Knox mit der Sicherheit halten. Weil doch Samsung auch in den USA vertreten ist und damit US-Recht unterliegt. Sie meinten, das wäre nur die Vertriebsniederlassung, und das würde die Firmenleitung einen feuchten Kehrricht interessieren, was die Amis wollen. Das würde in Korea einfach nichts zählen. Äh, wirklich? Die Amis sind doch in Südkorea gut drin? Ach, meinten sie, ich solle mir doch nur mal die Patentstreitigkeiten ansehen, da wäre doch gut erkennbar, dass die Koreaner auf US-Recht pfeifen. Wer’s glaubt, wird seelig, aber immerhin eine erfrischende Antwort.

Bei anderen Handys war ich schon bezüglich der Technik skeptischer. Die haben zwar oft tolle Software mit drauf, aber ein Problem. Keine wechselbaren Akkus. Mein letztes Handy hat 400 Euro gekostet, dafür aber auch knapp 4 Jahre gehalten. Weil ich zweimal den Akku ersetzt habe.

Bei LG meinten sie, das Akku-Wechseln wäre überflüssig, ihr Akku hätte 3000mAh. Leute, es geht um die Lebensdauer, nicht um die Laufzeit. Ich will ihn ersetzen, wenn er verbraucht oder kaputt ist, nicht wenn er leer ist. Betretene Gesichter. Ich verlange von einem Gerät für 500 bis 700 Euro einfach, dass es länger hält als 2 Jahre. Ja selbstverständlich würden ihre Geräte viel länger als 2 Jahre halten. Und was hat man davon, wenn man Akkus nicht wechseln kann? Erfahrungsgemäß geht Akkus bei Dauerbelastung so im Lauf des dritten Jahrs die Puste aus. Hmpf. Ja, da können sie jetzt auch nichts machen. Sie haben übrigens ein ganz tolles, affengeiles neues 8-Zoll-Tablett. Der Akku ist nicht wechselbar.

Bei Sony hatten sie auch ganz tolle, richtig schöne neue Handys. Akku wechseln? Geht nicht. Wozu auch, meinten sie, ich bekäme ja 2 Jahre Garantie auf das ganze Gerät. Toll. Und was mache ich, wenn der Akku im dritten Jahr kaputt gehe? Unverständnis. Das Problem würde sich doch gar nicht stellen, weil nach zwei Jahren der Handy-Vertrag abgelaufen sei und ich ein neues Handy bekäme. Wie bitte!? Ich soll ein x00-Euro-Handy nach zwei Jahren wegwerfen? Warum denn nicht, meinten sie. Ich müsse das neue ja nicht bezahlen, sondern das wäre ja in der Handy-Gebühr mit drin. Ach, und die zahlt man etwa nicht?

Schöne und beeindruckende Smartphones im günstigeren Preisbereich habe ich unerwartet bei Archos gesehen. Sogar mit Dual-SIM. Und bemerkenswerterweise mit austauschbarem Akku. Es geht also, wenn man will.

Wenn es der Regierung ernst wäre mit dem Umweltschutz, würde sie Handy-Vertrags-Bundles verbieten. Macht sie aber nicht. Weil es nicht um Umweltschutz geht, sondern darum, der Industrie ständig Umsätze durch Pseudogeschäfte zuzuschustern. Oder gleich Geräte mit nicht wechselbarem Akku verbieten. Wetten, dass die das dann ganz plötzlich hinkriegen, was jetzt angeblich nicht geht?

Bei mir wird’s wohl ein Samsung Note 3 werden. Hauptgrund: Man kann den Deckel aufmachen und den Akku wechseln. Ach ja, und der Brüller schlechthin: Das Ding hat – wie Handys eben – so eine winzige Plastikkamera mit Plastikscheibchen davor, das Fingerabdrücke, Staub und Kratzer anreichert. Aber 4K-Videos soll das Ding aufnehmen können. Na, dann! (Seltsam: Bei Canon kosten 4K-Kameras deftige tausende und allein die Objektive wiegen mehrere Kilo.)

Apropos Handy: Jetzt gibt’s ja diese Armbanduhr-Displays zu den Handys, so als Smartwatch. Die einzige, die mich daher zumindest vom Konzept überzeugt hätte, wäre die von Sonostar. Eine Mini-Firma macht den großen vor, wie es geht. Aber deren Stand war winzig, so 1,5 Quadratmeter, und es gab außer einem Mockup und der Verpackung nichts zu sehen.

Dafür habe ich ein neues Wort gelernt: Schallereignis

Bei Yamaha. Dort habe ich mir ein Home-Surround-System angesehen. Nein, nicht angesehen, angehört. In einem optimal aufgebautem Raum hört man bei einem Kinofilm Geräusche von hinten, obwohl da gar kein Lautsprecher hing. Das wird dann vorne vom „Digital Sound Projector” erzeugt, der dann nach dem Prinzip der „Wellensynthese” vorne die Schallwellen so erzeuge, dass durch die Interferenz mit den Reflektionen von der hinteren Wand (falls man denn zuhause eine passende Wand zur Hand hat) den Eindruck erzeugt, als käme das Geräusch von hinten. Wenn man also was von hinten hört, obwohl da gar nichts ist, nennen die das „Da hinten fand ein Schallereignis statt.”

Ach, ja.


25 Kommentare (RSS-Feed)

aga80
9.9.2013 8:03
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Danke für deinen Bericht.
Die Problem mit dem Akku und wozu denn bei einem Vertrag bekommen sie doch eh alle 2 Jahre was neues, kommen mir aber so was von bekannt vor. Die sollte man weniger Mädels einstellen, die über eine tolle Silhouette verfügen, da gehört Fachpersonal hin da ist mir das Geschlecht oder das Aussehen egal, solange ich eine gescheite Beratung bekomme.
Bei den anderen Techniken bin ich ja mal gespannt, wann was wirklich kommt, denn persönlich bin ich gerade erst seit ein paar Monaten bei 1080P bei meinen Bildschirmen angekommen … .


prx
9.9.2013 9:10
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Bevor du dein Wohnzimmer mit 4K Schirmen tapezierst, schau lieber nach, ob du damit auch mehr als bloss einen Rembrandt in echten 4K an die Wand kriegst. Gerüchteweise gibts dafür noch keine Schnittstellen, die die erforderliche Rate rüber bringen. Also was HDMI und HDCP angeht. Bei HDMI muss man möglicherweise in der Farbauflösung Federn lassen um die Rate der alten Schnittstelle nicht zu überschreiten, und fürs neue HDCP gibts anscheinende die Hardware noch nicht so ganz.


Hadmut
9.9.2013 9:45
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@prx: Genau das wird ja der Grund sein, warum sie das als Tablet gebaut haben. Denn damit umgehen sie ja genau diese Schnittstellenproblem.

Aber war nicht HDMI 2.0 genau dafür gedacht, oder hab ich das falsch in Erinnerung?


euchrid eucrow
9.9.2013 10:15
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kleine erheiterung zum thema bildschirm am montag morgen gefällig? 😉


claus
9.9.2013 10:37
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“Ich habe dabei gemerkt, dass einem bei Kameraschwenks etwas schwindlig werden kann, weil mit dem großen Bildfeld die Augen ein Panorama sehen und deshalb Bewegung detektieren, während der Gleichgewichtssinn sagt, dass man ruhig steht. Diese Divergenz führt bekanntlich zu Schwindel und Seekrankheit. Ich würde es eher mal sehkrank nennen.”

Das IST Seekrankheit. Ich denke aber, dass man sich in diesem Fall (Bildschirm) daran gewöhnen kann. Das Gehirn kann das Gleichgewichtssystem in gewissen Grenzen umprogrammieren.


Hadmut
9.9.2013 11:08
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@claus: Nein, Seekrankheit ist genau andersherum: Die Augen melden Stillstand und die Gleichgewichts- und Bewegungssinne Bewegung.


Rembrandt in 7:3????????????????????????

Carsten

“Sie wollen sich nicht registrieren? Kein Problem! Kaufen Sie einfach direkt über Paypal.”


DerdieBuchstabenzählt
9.9.2013 12:37
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@Hadmut

>Nein, Seekrankheit ist genau andersherum:

Ist das die “Landkrankheit” aus “Waterworld”? Oder haben sowas auch
U-Bootkapitäne am Sehrohr? 🙂


prx
9.9.2013 13:14
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prx
9.9.2013 13:47
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prx
9.9.2013 13:48
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Ok, ist nur fast von Rembrandt, aber wer nimmt das schon so genau.


HDMI 2.0 ist 4k ready und teilweise über Firmwareupdates sogar nachrüstbar.


FullxD
9.9.2013 15:06
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> Und was hat man davon, wenn man Akkus nicht wechseln kann?
Beschiss des Kundens, denn das gehört zu der von den Herstellern geplante Obsoleszenz.

Die plötzlich gehypten Armbanduhr-Handies gibt es bereits seit vielen Jahren. Kaum das Apples Marketing ein eigenes Produkt dazu ankündigt gelten die als “in”. Als antizyklischen Trendsetter habe ich eine solche Uhr mit allem drum und dran schon vor Jahren kaputtgemacht. Auch habe ich bereits eine Brille getragen als es noch als uncool galt. Selbst Alu-Hüte werden jetzt Mode. *Aluhut absetze* Meine Uncoolness muss ich niemanden mehr beweisen!

Immerhin gilt Feminismuskritik heute nicht überall als “in”. Selbst der Herr Danisch hat Entgegenkommen mit schlecht gelaunten Messehostessen in Deutschland. Die Biester hierzulande sind so gramerfüllt, dass sie für derartige Aufgaben natürlich nichts tauen. Das Samsung sie nicht durch Wischmobroboter ersetzt hat ist unverständlich, denn die würden sehr viel mehr Charme haben.


Tichy
9.9.2013 15:48
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ich unterstuetze auch kein muell. nun wird mein erstes smarthandy daher ein fairphone, das erfuellt prinzpiell einige meiner vorgaben. hoffentlich laufen auch bald alternative betriebssysteme, damit man es auch in der praxis nutzen kann.


onli
9.9.2013 16:34
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Simulatorkrankheit ist einer der Begriffe dafür. Wenn die Fernseher das auslösen könnten wäre das lustig. Sonst kennt man das eher von 3D-Kinos und vor allem von Computerspielen (wobei nicht wirklich klar ist – vll auch nur mir nicht – ob das jeweils das gleiche Ding oder unterschiedliche Übelkeiten sind).


Heinz
9.9.2013 21:14
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@Hadmut
> @claus: Nein, Seekrankheit ist genau andersherum: Die Augen melden Stillstand und die Gleichgewichts- und Bewegungssinne Bewegung.

Nein, das hat claus schon richtig erklärt.
Das Schiff bewegt sich, das sehen die Augen, aber der Gleichgewichtssinn sagt, dass man selbst still steht, sich also alles um einen herum bewegt.

Deshalb muss man bei entsprechender Übelkeit ja auch zum Horizont schauen, _damit_ die Augen Stillstand registrieren.


Hadmut
9.9.2013 21:37
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Nein.

Auf einem Schiff, das sich bewegt, kann der Gleichgewichtssinn gar nicht sagen, dass man still steht, denn man bewegt sich ja ständig.

Man wird auch nicht (oder nicht so leicht) seekrank, wenn man rausgeht und den Horizont sieht, auch wenn es noch so schaukelt.

Das schlimmste, was man machen kann, ist, sich in die Kajüte zu setzen, weil man dann nämlich Bewegung fühlt, aber Stillstand sieht, weil sich Körper und Kajüte immer gleich bewegen. Deshalb hilft man seekranken Leuten, indem man sie ans Fenster setzt, weil sie dann den Horizont und das Meer sehen, und dann Sicht und Gefühl wieder übereinstimmen. Deshalb wird auch vielen Leuten im Auto beim Lesen übel. Ganz schlimm ergeht es manchen Leuten, wenn sie bei einer Busreise ins Reiseklo gehen, weil sie da auch Bewegung fühlen, aber nicht sehen. Leuten, denen es im Bus schlecht geht, kann man helfen, indem man sie vorne rechts in die erste Reihe oder auf die Begleiterbank setzt, weil sie dann vollen Blick nach draußen haben.

Das ist übrigens auch der Grund, warum Fahrer und Kapitäne am Steuer praktisch nie seekrank werden – solange sie am Steuer stehen. Die Bewegung fühlen sie wie alle anderen, aber sie müssen sich auf den Blick nach draußen konzentrieren und sehen die Bewegung immer konsistent zur gefühlten Bewegung.


Werner
10.9.2013 0:26
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Dann bin ich bezügl. Seekrankheit die Ausnahme. Immer wenn mir schwummrig wurde bin ich unter Deck und habe mich in meine Koje verholt. Kein Bullauge, nur Dunkelheit und etwas Licht aus der Kajüte. Mir ging es dort prima. Danach erholt an Deck und nach einiger Zeit war wieder Koje angesagt. Nach ein paar Tagen ist man aber “seefest”.
Aber in einem hat Hadmut recht, am Steuer wird man nicht seekrank.


claus
10.9.2013 18:02
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Seekrankheit ist der Volksmund für Kinetose. Und Kinetose beschreibt jene Symptome, wenn die Sinne zur Lageerkennung (visuelles System, Vestibularapparat, Muskelspnnnung, Gelenkstellung und Tastsinn) nicht mehr zusammenpassen. Dabei ist es unerheblich, ob das visuelle System Bewegung oder Schieflage wahrnimmt (Hadmuts Fall mit dem Bildschirm) und die anderen Lagesinne nicht oder umgekehrt (im Schiff).


ML
10.9.2013 21:00
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Die ganze Kommentare über die Seekrankheit erinnern mich an die Occulus Rift, wo viele Leute bei der ersten Benutzung Seekrank werden, da dort Gleichgewichtssinn und das, was die Augen sehen nicht übereinstimmt.

Vermutlich sind wir in Zukunft dank solcher VR-Brillen oder gekrümmter Fernser gegen Seekrankheit geimpft.


pro-anonym-kommentar
10.9.2013 22:01
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Gegen Seekrankheit gibts Pillen. Die Pharmaindustrie wird sich über neu Bildschirme freuen. Dann sind nicht nur gleich Batterien für die FB im Karton, sondern auch ein Sack Anti-Kotzpillen.


Joe
11.9.2013 0:55
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Meines Wissen handelt es sich um ein evolutionäres Schutzprogamm aus der Frühsteinzeit, Sobald die Sinne anfangen Unsinn zu melden, hat man offenbar das falsche gegessen, ergo Vergiftungsgefahr -> Mageninhalt sofort entleeren. Diejenigen, denen nicht übel wurde, hat es offenbar wegselektiert.

VR ist tatsächlich Gewöhnungssache. Auch beim Fliegen nach Instrumentenflugregeln in Instrument Meteorological Conditions ist das Schwierigste das Ignorieren des Unsinns aus dem Gleichgewichtsorgan (“Du befindest Dich im freien Fall” – “Nein, das Instrument zeigt einen stabilen Vorwärtsflug an.”) Weshalb Leute, die das nicht gezielt gelernt und trainiert haben, oft in weniger als 30 Sekunden abstürzen, sobald die Sicht nach draußen weg ist.

Vor dem Einsatz eines VR-Helms empfehle ich das Üben mit dem Headtracker (z. B. NaturalPoint TrackIR) in Verbindung mit einem herkömmlichen Monitor. Auch das fühlt sich am Anfang sehr seltsam an. Allerdings kann man durch Stillhalten des Kopfes und regelmäßiges visuelles Fixeren bspw. des Monitorfußes die Verwirrung des Gleichgewichtsorgans in Grenzen halten. Ein VR-System muß man hingegen beim ersten Anflug von Übelkeit (meist schon nach wenigen Minuten) sofort abnehmen.

Hat man sich an Headtracking gewöhnt (man fühlt sich dann mit einer statischen Kameraperspektive plötzlich “eingesperrt”), ist der Sprung zu VR keine große Sache mehr.


Hadmut
11.9.2013 0:58
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@Joe: Ja, das war auch mein Wissensstand.

Deshalb wird einem ja auch speiübel, wenn irgendwer anderes sich übergibt oder übergeben hat, weil die Gefahr hoch ist, etwas verdorbenes gegessen zu haben, wenn dem anderen das auch widerfahren ist.


claus
11.9.2013 9:27
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@Joe: Ja, so kenne ich das auch (mit dem schlecht werden).

Ich erinnere mich an einen Bericht über einen Pioloten ohne Intrumentenflugausbildung, der eine Wolke durchflogen hat. Er war sich totdsicher, das Flugzeug grade zu halten. Als er aus der Woke rauskam war “oben” grün und “unten” blau.


Marc
15.9.2013 22:58
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YouTube hat einiges in 4K, sieht vor allem nach Trailern für aktuelle Filme aus.