Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Von Medion geschüttelt

Hadmut
19.4.2013 17:46

Da fragt man sich dann auch, was man davon halten soll.

Seit einiger Zeit arbeite ich mit normalerweise zwei PCs, einem ordentlichen Hobel mit satt Festplatten, dickem i7, reichlich Speicher, Monsterlüfter, starkem Netzteil für Bildverarbeitung und sowas. Das Ding macht aber – trotz sauteurem Edel-Lüfter – ziemlich Krach und zieht viel Strom. Deshalb habe ich mir vor einiger Zeit für einfachere Aufgaben – Websurfen, Mailen, Bloggen – noch eine MiniPC in Taschenbuchgröße mit AMD E350 CPU gekauft. Den hört man nicht, er braucht kaum Strom, und für sowas reicht der allemal. Allerdings brauchte ich gerade noch etwas von der Sorte und einen neuen, großen aber günstigen Monitor. Etwas, was man da, wo man auch Besuch bekommt, in die Ecke stellen kann, was nicht stört, wenig Kabel hat, nett aussieht und nicht viel kostet.

Typischer Einsatzfall für einen dieser neumodischen AIOs (für Zurückgebliebene: AIO = All In One), bei denen Rechner und Monitor in einem Gehäuse stecken. Nur kann ich die Dinger partout nicht leiden, aus zwei Gründen. Erstens weil sie fast alle einen Touchscreen haben, und ich *h*a*s*s*e* Fingerabdrücke auf dem Monitor. Zweitens, weil es unsinnig ist. Denn zumindest nach meiner Erfahrung haben Monitor und PCs unterschiedliche Lebensdauern, und es ist deshalb unsinnig, die beiden zu verbinden – es sei denn, die sparsamere Stromversorgung und die Einsparung von Platz und Kabeln sprechen dafür. Oder der günstige Preis. Wenn’s kaput ist, schmeißt man’s halt zusammen weg. Alle regen sich über die geplante Obsoleszenz auf, aber bisher habe ich viel mehr Elektronik rausgeworfen, weil sie technisch schlichtweg veraltet war. Nur ein eher kleiner Teil dessen war wirklich kaputt oder nicht mehr zu gebrauchen. Obsoleszenz äußert sich bei mir eher darin, dass sich Geräte nicht modernisieren lassen. Deshalb kaufe ich eher ungern Geräte mit proprietären Sonderbauteilen. Mir ging deshalb schon durch den Sinn, mir nach dem gerade hochkommenden neuen Standard einen Selbstbau-AIO zu kaufen. Es gibt nämlich inzwischen einen Gehäusestandard dafür, „Thin Mini ITX”. Das sind im Prinzip Mini ITX Boards (also sehr kleine PC Mainboards), die außerdem nur noch die halbe Bauhöhe haben, nicht mehr von einem normalen PC-Netzteil, sondern per 19V-Buchse von einem externen Netzteil, wie man sie von Notebooks kennt, versorgt werden, und die über besondere Anschlüsse zur Direktansteuerung von Monitoren dienen. Inzwischen gibt es auch die ersten Monitore, die nach diesem Schema gebaut sind, die also hinten einen Schacht haben, um ein solches sehr flaches Board aufzunehmen, und zusätzlich noch Platz für Festplatte, CDLaufwerk und meist noch einen Kartenleser und USB-Ports haben. Also ein AIO zum selbstbauen, und wegen des einheitlichen Industriestandards kann man den PC später locker aufrüsten – falls es den Standard in zwei Jahren noch gibt. Eigentlich warte ich ja drauf, dass es dann irgendwann mal solche Boards mit einer 64Bit-ARM-CPU gibt. Naja, ging mir so durch den Kopf.

Vor ein paar Tagen ging ich so beim Samstagseinkauf bei Aldi an der Kühltheke vorbei und komme an den Haufen mit ihren Elektronik-Restposten. Da hatten sie einen AIO-Computer, die Aldi-typische Marke Medion. So mittelprächtig. Nicht gut, nicht schlecht, aber neulich von Lenovo aufgekauft. Und Lenovo gehören ja qualitativ zu den besseren, also zu erwarten, dass die nicht so völligen Stuss verkaufen.

Ein Medion P2010D (MD8806), mit FullHD-Monitor, Lautsprecher, Webcam, Intel Core i3, 1TB-Festplatte, 4GB RAM, WLAN, eingebautem DVB-T-Empfänger mit Fernbedienung, DVD-Brenner, Windows 8, HDMI-Ein- und Ausgang, (schrottiger) Tastatur, (schrottiger) Maus, 3 Jahre Garantie. Als Rausschmeißer von 599 auf 450 Euro heruntergesetzt.

Da habe ich mal nachgerechnet, weil ich gerade in einem anderen Zusammenhang einen möglichst billigen Rechner gebaut habe. Dort habe ich mich für Mini-ITX-Komponenten entschieden, die unter der Randbedingung 16GB RAM und Display Port möglichst günstig sein sollten:

  • Gehäuse mit Netzteil: 60 Euro
  • 16GB DDR3 RAM: 110 Euro
  • Intel DH77DF mini itx board: 110 Euro (es ist übrigens sauschwer, ein ITX-Board mit Display Port usw. zu finden, weil Hersteller und Händler ihre Angebote nach den absurdesten Kriterien sortieren nur nicht nach „ich will dies und jenes drauf haben”).
  • Intel G1610 CPU, Boxed mit Lüfter: 42 Euro. (OK, ist schnarchnasig und eine Anfänger-CPU, aber man bekommt zwei Kerne zu 2,6 GHz zum besten Preis-Leistungsverhältnis, die für die meisten Büroarbeiten völlig ausreichend sind, nur eben nicht für Videospiele, Videoverarbeitung usw., aber kann man ja später auch noch austauschen.
  • Festplatte: Was noch in der Bastelkiste rumflog und schon 5 Jahre auf dem Buckel hat.
  • Betriebssystem Linux: kost nix
  • Laufwerk: Nöh. Gerade nichts übrig und kaufen ist zu teuer.
  • Kartenleser: Erst mal nicht.
  • Garantie: Nicht so richtig, weil es ein Händler auf den anderen schiebt.

Da habe ich dann schon ca. 330 Euro ausgegeben, abgesehen vom Displayport und 16 GB RAM eine deutlich schwächere Ausstattung, kein Laufwerk, keinen Kartenleser, kein DVB-T, kein WLAN, keine Windows8-Lizenz (will man eigentlich auch nicht haben, muss beim Preisvergleich aber berücksichtigt werden), und noch keinen Monitor, keine Lautsprecher, keine Webcam. Und die 1TB-Festplatte müsste man auch noch draufrechnen.

Klare Sache: So billig kann ich das nicht selbst bauen, nicht mal unter Verwendung von Teilen aus der Bastelkiste. Vielleicht könnte ich halbwegs mit dem Neupreis von 600 Euro konkurrieren, aber bei 450 wird das echt schwierig.

Und dann fiel mir noch auf, dass das Mainboard am Bildschirm unten ein Slot-Blech hat, was verdächtig nach slim mini ITX aussieht. Und auch alle anderen Merkmale des Geräts weisen darauf hin, dass die auch bei diesem Komplettgerät in Wirklichkeit nach dem Schema slim mini ITX gebaut haben.

Na, das wäre doch prima, wenn man für vergleichsweise wenig Geld einen slim mini ITX AIO bekommt, bei dem man dann irgendwann einfach mal ein neues Mainboard reinschiebt oder nur erst mal mehr Speicher, weil 4GB (von denen ja noch der Videospeicher abgeht) halt doch arg mickrig und eigentlich jetzt schon veraltet ist.

Und weil sie damit werben, dass man alles innerhalb eines Monats ohne Angabe von Gründen zurückgeben kann, hab ich mir halt mal so ein Ding mitgeholt.

Nun schreien sie ja alle, Medion, Billig-Marke, wer kauft schon bei Aldi, wer billig kauft, kauft zweimal und so weiter.

Aber: Das Ding macht einen guten Eindruck. Gut verarbeitet, Win8 läuft sauber, auch Linux läuft mit der Hardware, sehr leise, und das Ding steht – im Gegensatz zu meinen weit teureren Markenmonitoren – satt auf dem Tisch und wackelt nicht. Es hat einen stabilen Fuß aus Metall, sogar mit zwei Streben, was kaum einer der teuren Monitore auf dem Markt von sich behaupten kann. Das Netzteil hat sogar einen Schalter, das Ding verbraucht wenig Strom.

Eigentlich gut.

Doch nun der Haken an der Sache:

4GB sind zu wenig. Speichererweiterungen usw. sind nicht vorgesehen, das Handbuch schweigt sich dazu aus, ebenso wie Medion selbst. Das Gehäuse bekommt man nicht trivial auf. Keine Schreiben. Zwar verbirgt sich hinter der Lautsprecherhalterung ein Entriegelungsmechanismus, doch wie der funktioniert, konnte ich nicht ergründen, ich will das Gerät ja im Zweifel als unbenutzt zurückgeben können. Ich habe nicht mal die Schutzfolien entfernt, ist noch so, wie es aus der Packung kam.

Bei Medion angefragt. Deren Kundendienst ist das allerletzte. Auf die erste Anfrage nach dem Speicherausbau und wie man das Gehäuse öffnet habe ich gar keine Antwort erhalten. Auf die zweite Anfrage bekam ich diese Antwort:

Sehr geehrter Herr Danisch,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie möchten den Arbeitsspeicher Ihres Rechners aufrüsten? Gerne übermitteln wir Ihnen die hierfür erforderlichen Informationen:

In Ihrem Rechner wurde ein 512 MB Arbeitsspeichermodul “DDR2-RAM” (533 MHz Taktrate, non ECC) verbaut.

Eine weitere Speicherbank ist zum Aufrüsten frei. Diese kann mit Speichermodulen bis zu 1 GB Größe bestückt werden. Die maximale Speichergröße für Ihren PC beträgt insgesamt 2 GB Arbeitsspeicher. Verwenden Sie bitte nur DDR 2 Module mit 533 MHz Taktung. Module mit höheren Taktraten werden leider nicht unterstützt.

Geeignete Arbeitsspeicher können Sie bei Verfügbarkeit über unseren Onlineshop http://www.medion.com/de/electronics/ bestellen.

Sollten Sie den Speicher alternativ erwerben wollen, achten Sie bitte bei der Speicheraufrüstung darauf, möglichst Markenspeicher zu verwenden, da die Verwendung sogenannter “NoName”-Speicher zu Kompatibilitätsproblemen führen kann.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

MEDION AG

Boah, wie grottig. Da haben sie eine Anleitung von irgendeinem 10 Jahre alten PC rausgesucht. Die müssen ja extrem inkompetent sein. Ich dachte, Lenovo hätte den Laden übernommen? Da kann man sich dann auch vorstellen, wieviel die Garantie wert sein kann. Heißt das dann im Falle eines Schadens, dass man letztlich doch den ganzen Rechner wegschmeißen kann?

Immerhin findet man in diesem Testbericht den Hinweis, dass es ein OEM-Mainboard von Elitegroup mit H61-Chipsatz sei. Der H61-Chipsatz unterstützt eigentlich 16GB RAM.

Aber was heißt das? Woher soll man wissen, ob das Ding jetzt slim mini ITX-kompatibel ist?

Eher nicht, denn es hat Funktionen, die slim mini ITX Boards nicht haben, nämlich nicht nur einen HDMI-Ausgang für den Rechner, sondern auch einen HDMI-Eingang für den Monitor und einen Umschalttaster zwischen PC und Extern am Monitor. Das ist nicht Standard. Vermutlich kann man da nicht einfach ein anderes Board reinschrauben.

Andererseits muss man auch betriebswirtschaftlich denken: Wenn das Ding 2-3 Jahre hält, und daran habe ich wenig Zweifel, trotz der fragwürdigen 3-Jahres-Garantie, war es womöglich immer noch günstiger als ein selbstgebauter und später aufgerüsteter PC. Wenn nur die 4GB RAM nicht so knapp wären, von denen ja noch der Bildschirmspeicher abgeht. Eigentlich wollte ich nichts mehr unter mobil und mini 8GB und fürs Arbeiten 16 GB kaufen.

Alles in allem aber eine durchaus interessante Frage, ob man sich lieber für billig Geld einen fertigen und praktischen Rechner hinstellt, auspacken, draufdrücken, los geht’s, und ihn nach 2-3 Jahren im Zweifelsfall rauswirft, oder ob man gleich (deutlich) mehr Geld versenkt, und sich „was ordentliches” von Markenherstellern kauft, und dann mit der Bastelei anfängt.

Was ist besser? Und für wen?

Wieviele Leute können sich mal schnell aus ein paar Bauteilen einen PC zusammenstecken?

Den Service von Medion kann man gleich vergessen. Der von Markenherstellern ist aber auch nicht immer besser.

28 Kommentare (RSS-Feed)

kynik
19.4.2013 17:55
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ich habe noch einen anderen grund keine aio-geräte zu kaufen. früher, als es noch diese kompletten stereo anlagen gab, hiess die faustformel immer: eine der verbauten komponenten ist schrott und wenn die dann als erste kaputt geht schmeisst man das ganze gerät weg.


Hadmut
19.4.2013 17:59
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Genau deswegen meide ich ja allgemein AIO-Geräte, wäre aber von dem Konzept der slim-mini-ITX-AIOs recht angetan weil man effektiv jede Komponente einzeln, auch herstellerübergreifend, austauschen kann. Und weniger Geraffel auf dem Tisch und nur ein Netzteil, das ist eben auch was wert.

Beim E350-Mini-PC, den ich oben erwähnt habe, war noch eine Halterung mitgeliefert, mit der man ihn hinten an die VESA-Schraubengewinde eines Monitors anschrauben kann und damit quasi so etwas wie ein AIO für Arme (oder Reiche, ist ja in der Summe teurer) bauen kann. Dummerweise sind die VESA-Halterungen heutzutage nur noch bei ganz wenigen Monitoren frei, weil viele Hersteller ihre Standfüsse dranschrauben.


Monika
19.4.2013 18:09
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Leiser Rechner:
Die leisen Lüfter und dann noch dämmendes Gehäuse (meines silentmax, viel Auswahl gabs nicht, vielleicht gibt es ja nur diese eine Firma).

Neuen Zusammenbauen:
Schnell steckt man keinen zusammen, aber es macht Spaß. Und die Planung, nehmen wir das oder doch lieber dies. Und am Ende aus Kostengründen zusammenstreichen, tja.

Medion:
Mein erster privater PC war auch von Medion. Hat alle meine Vorurteile gegen Aldi über Bord geworfen. War einfach super. Inzwischen habe ich Vorurteile gegen Lenovo, weil das Thinkpad vor 5 Jahren vom Material sich billig anfühlte.

Aufmachen oder Nicht:
Würde mich interessieren, wie “es ausgeht”, machst du ihn auf oder gibst ihn zurück.


Hadmut
19.4.2013 18:38
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@Monika:

> Schnell steckt man keinen zusammen

Ich verbrate da immer einen Haufen Zeit um herauszusuchen, was ich eigentlich will, und ob ich nun dieses oder jenes Board nehme.

Wenn’s aber keine Probleme oder Sonderlocken gibt, ist ein PC normalerweise in 10-20 Minuten zusammengebaut. Das ist ja heute nicht mehr viel zu tun und viel einfacher, als früher mit den lästigen ATA-Kabeln. Die Gehäuse sind auch besser geworden.


Stefan H.
19.4.2013 18:17
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“(es ist übrigens sauschwer, ein ITX-Board mit Display Port usw. zu finden, weil Hersteller und Händler ihre Angebote nach den absurdesten Kriterien sortieren nur nicht nach „ich will dies und jenes drauf haben”).”

Kann ich nicht nachvollziehen, für diese Art von Suche eignet sich Geizhals und co doch perfekt.

http://geizhals.at/?cat=mb1ppga_ddr&xf=522_Mini-ITX~325_DisplayPort#xf_top


Hadmut
19.4.2013 18:20
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@Stefan H.: Oh, Danke für den Tipp. Ich kann natürlich auch nicht alle Webseiten kennen.


Hanz Moser
19.4.2013 18:23
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“Das Ding macht aber – trotz sauteurem Edel-Lüfter – ziemlich Krach und zieht viel Strom.”
Da hast du was falsch gemacht. Die Zeiten in denen Leerlaufverbräuche von mehr als 60W normal und tolerabel für dicke Kisten sind, sind schon seit einiger Zeit vorbei. Und selbst 100W kann man noch nahezu unhörbar abtransportieren, wenn es nicht mini ITX ist.

Das Argument, dass dein E350 Board vergleichsweise sparsam ist, halte ich auch für trügerisch. Die Dinger brauchen tatsächlich relativ wenig, aber wenn man ein Auge auf die Komponenten hat kann man auch richtige PCs bauen, die ähnlich groß sind, weniger Ruheverbrauch haben und dafür nicht in ihrer Verwendung extrem eingeschränkt sind. Der Vorteil der Boards liegt meiner Ansicht nach darin, dass man für 200 Euro einen kompletten PC haben kann.
Wenn du eines der Intel thin mini ITX Bretter als Basis nimmst unterbietest du fast zwangsweise alle E350 Lösungen, selbst wenn du einen der 65W Quadcores nimmst. Für einige µATX LGA 1155 Mainboards kann ich dir auch sicher sagen, dass die mit einem vernünftigen Netzteil und beliebiger CPU über den Verbrauch solcher Schmalspur Systeme nur dann hianusgehen, wenn sie auch wesentlich mehr Rechenleistung erbringen, als es ein E350 oder aufgelöteter Celeron könnte. Genau deswegen, wegen des vergleichsweise hohen Verbrauches, habe ich auch kein E350 Board gekauft, obwohl es von der Leistung gereicht hätte.

Ansonsten schau doch mal auf heise.de/preisvergleich
Da kannst du nach DisplayPort sortieren. Auch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber besser als die meisten Webshops ist es allemal.

Schau dich auch mal nach mini ITX Gehäusen mit VESA Montage um. Die sind nicht billig und von hinten sehen sie etwas klobig aus, in einer Ecke sieht aber auch der Besuch nichts und du hast eine saubere Trennung zwischen Anzeige und Rechner.

Und wie du schon festgestellt hast bekommst du für ein Gerät das du so billig selbst nich zusammennageln kannst Support in exakt der Preisklasse. Vernünftiger Support kostet halt Geld und weil das erst nach dem Kauf und von einem geringen Teil der Käufer bemerkt wird dampft man ihn ein.


Hadmut
19.4.2013 18:29
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@Hanz: Genau darauf läuft’s ja hinaus. Eigentlich sind sich so ziemlich alle Fachzeitschriften darüber einig, dass man den stromsparendsten Rechner in der Kategorie der Rechner mit normalem PC-Netzteil mit einem Celeron hinbekommt und damit trotzdem brauchbare Rechenleistung bekommt.

E350-Rechner können da gegenüber einem Celeron trotz geringerer Rechenleistung kaum Energie sparen, weil die Netzteile das nicht umsetzen können. Ein E350 lohnt sich erst dann, wenn man ein externes Notebook-Netzteil nimmt, was für diese niedrigen Stromverbräuche ausgelegt ist. Genau das habe ich ja. Du hast schon recht, wenn man einfach ein E350-Board in einen Rechner einbauen will, aber nicht, wenn man einen dedizierten E350-Rechner verwendet.

Ich brauche mich auch nicht mehr auf Heise umzuschauen, denn die Komponenten sind bestellt.


jck
19.4.2013 18:49
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Was spricht denn dagegen, ein Notebook zu nehmen? Ich hab eins an meinen TV gehängt und bin sehr viel zufriedener als mit dem alten MiniPC – und wenn man mal noch ein Notebook braucht, isses auch da. Dazu eine Logitech K400 und gut is. 300 Euro für nen 37″TV, 300 Euro für’s Notebook und 30 für die Tastatur – sind auch nur 630 Euro und größer wird der Bildschirm nicht. Deutlich billiger geht das mit einem gebrauchten Notebook mit defektem Bildschirm (brauchste ja nicht), aber Du schreibst ja leider nicht, was du damit machen willst.


Hadmut
19.4.2013 19:08
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@jck: Aus dem Alter, aus dem ich aus Kostengründe kaputte Rechner verwende, bin ich raus. Außerdem will ich eine ordentliche Tastatur haben und ein Notebook ist auch ganz schön groß.


Hanz Moser
19.4.2013 19:06
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@ Hadmut
Das Argument mit den Netzteilen ist ein Strohmann, der nur greift wenn man an der Stelle sparen will, falsch dimensioniert oder die Alternativen wie bspw. Intels thin mini ITX Bretter außen vor lässt.

Unter die 12-15W im Leerlauf die man mit letzteren hinbekommt schaffen es die vollintegrierten E350 Büchsen nämlich auch nicht. (Man achte hier besonders auf das Detail, ob mit schlafendem Monitor oder nicht. Wenn die Grafikeinheiten sich komplett schlafen legen spart das nochmal einige Watt und man kann auch mit dem DQ77KB unter 10W kommen.) Tatsächlich liegen die meisten deutlich höher, auf ungefähr dem Niveau eines sparsamen ATX Mainboards mit ordentlichem Netzteil. Vergleicht man dann ATX gegen ATX, verlieren die E350 Systeme.
Dass die AMD Minibüchsen so unglaublich sparsam sein sollen ist vor allem ein Marketingmythos, dem du auch aufzusitzen scheinst.

Der Link zu Heise war eigentlich auf deine Aussage hin gedacht, dass du nicht gezielt nach Features suchen kannst. Den Kommentar von Stefan hatte ich noch nicht gesehen, als ich meinen Beitrag geschrieben habe.

Was das selbst Bauen angeht stimme ich dir aber zu. Das Zusammensuchen und Bestellen braucht erheblich länger, als die zehn Schrauben und fünf Kabel.


Heavy
19.4.2013 21:03
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@Hanz: was du schreibst, ist sicherlich richtig. Aber man darf nicht vergessen, dass die E-350 Architektur schon seit Anfang 2011 auf dem Markt ist. Damals war das definitiv die sparsamste Option für einen Rechner mit 64 Bit und Hardware-Virtualisierungsunterstützung. Heute würde ich wohl auch ein Ivy Bridge System nehmen.


Fritz Firckler
19.4.2013 22:20
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geht doch nichts über einen komplett lüfterlosen PC, z.B. Streacom Chassis aber da kostet gerne das gehäuse 300-400€ alleine^^
dann noch keine beweglichen teile, also nur ne ssd reinballern und gut is


Hadmut
19.4.2013 22:22
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Als einer der – nur für kleine Server- und Kommandozeilendienste – nützlichsten und gleichzeitig preisgünstigsten und billigsten Rechner hat sich bisher ein Raspberry Pi bewährt.


Hanz Moser
19.4.2013 23:16
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@ Heavy
Ich müsste jetzt nach Daten kramen, aber Sandy Bridge kam auch Anfang 2011 auf den Markt und ist nicht wirklich durstiger. Mit einem von Intels mini ITX Boards waren auch damals schon knapp unter 20W ohne Anstrengung machbar. Auch mit den Core-is der ersten Generation waren bei sehr gezielter Auswahl der Komponenten, damals vor allem Netzteile, bereits rund 15W im Leerlauf (mit laufendem Monitor) möglich. Ich erinnere mich speziell an die Kombination picoPSU, MSI HM55-bla und einen i3, die genau das machte. Mit einem 300W 80+ Netzteil waren es ziemlich genau 20W. Und das war ohne Basteleien und irgendwann Mitte 2010!

Jetzt müsste man schauen, wann die ersten Varianten mit dem E350 auf den Markt kamen, die integrierte Spannungswandler hatten oder sonst gut genug gebaut waren, um das zu unterbieten. Die meisten von denen lagen zumindest anfangs über 20W.

Wirklich die stromsparendste Option waren die E350 Büchsen eigentlich nie. Aber im Vergleich zu einem verbrauchstechnisch vergleichbaren System waren sie anfangs extrem billig, man musste nicht gezielt passende Einzelkomponenten aussuchen und sie hatten die deutlich bessere Grafikhardware. Heute sind sie nur noch erheblich günstiger und fressen mehr Strom.

@ Hadmut
Durchaus richtig, aber damit sind wir von der Vorstellung eines ganz normalen, alltagstauglichen PCs auch komplett weg.


prx
20.4.2013 8:57
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Mancher normale Office-PC mit normalem i5-2xxx Sandy Bridge liegt idle je nach Art der Disk bei 17-23W (offizielle Daten Fujitsu P700).


buliwyf
20.4.2013 10:37
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Wenn dein Selbstbau PC ungefähr das Doppelte kostet, müsste er doppelt so lange halten wie das Medion Angebot. Das kannst du nach 3 Jahren wenn die Garantie abgelaufen ist. verschenken und zu einem dann neuen Angebot greifen. Dieses ist zu diesem Zeitpunkt sicherlich deutlich schneller als deine Eigenbau PC.
Gehen wir also von deinem Eigenbau PC aus, dass dieser 6 Jahre halten muss. Was noch lange nicht sicher ist, da du auf die Einzelteile sicherlich nicht so lange Garantie erhälst als auf den Medion PC.


Heinz
20.4.2013 11:55
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Ich hab aber auch schon viele Sachen wegen geplanter Obsoleszenz weggeschmissen, letztens z.B. ein CD/MP3/Radio – auch von Medion.


el
20.4.2013 18:41
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Bei Recherche nach Boot-Compi gefunden:
Shuttles:
XS36V ein extrem schlanker Mini-PC mit äußerst ökologischen und ergonomischen Ambitionen. Denn sein Stromverbrauch ist fast nicht der Rede wert und der Geräuschpegel liegt nahezu bei Null. Als Hardware-Plattform dient der Intel® Atom™ Prozessor D2700 Dual-Core-Prozessor (2x 2,16 GHz) mit integriertem GMA 3650 Grafikkern. Durch den Verzicht auf jegliche Lüfter ist es wartungsarm und fast geräuschlos. Im 36 mm dünnen Gehäuse des XS36V ist Platz für ein 2,5″ Festplatten- oder SSD-Laufwerk. WLAN (n) und ein Cardreader sind bereits integriert.
oder (http://www.comstern.de/Products.htm?id=124646721&T=srch)
SHUTTLE XS36VL (PEB-XS36VL11)

170 Euro


Hadmut
20.4.2013 20:29
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@el: Das ist ein Barebone!

Da müssen auch noch Speicher und Platte rein, und der fasst maximal nur 4GB RAM. Soviel hat der AIO hier auch. Und der hat auch nur USB 2.0.


Hanz Moser
20.4.2013 22:17
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Und es ist ein älterer Atom als Desktopausführung.
Das Ding frisst vermutlich mehr Strom als der Rechnerteil des AIOs und ist im Vergleich ein leistungsmäßiger Krüppel.
Da würde ich viel eher zu einem der Celeron 847 Boards greifen. Die fangen bei etwa 65 Euro an, lassen sich für weitere 105 Euro problemlos mit Gehäuse und Netzteil ausstatten und sind dann in jeder Hinsicht überlegen.


yasar
21.4.2013 12:15
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Ich würde ja einfach eine Monitor und einen MiniPC-im BUCH-Format über die VESA-Halterung befestigen. Mit kurzen Kabeln ist das so gut wie ein AIO (auch wenn ein wenig tiefer), aber trotzdem noch getrennt zunutzen, wenn man will.


yasar
21.4.2013 12:38
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ich sehe gerade, daß in der aktuellen c’t (10/2013) so bauvorschlag ist (Seite 134/135). Ich habe das bisher bei Kunden z.B. mit Acer Revos gemacht. Die haben passende Bohrungen und Halterungen.


Joey
23.4.2013 9:20
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@Hadmut: Für 450 Euro kannst du deinen Dicken i7 auch locker leise bekommen. Und im Leerlauf braucht der nicht so viel Strom, mess doch mal nach wie viel er zieht! Der Mehrverbrauch rechtfertigt selten eine Anschaffung in der Höhe. Sollens 20 Euro im Jahr sein, wenns hoch kommt…

1. Anständiger Towerkühler z.b. von Scyte mit vieeeel Kühlfläche
2. Gute Lüfter. Hier besser nicht sparen und Noiseblocker oder vergleichbares kaufen. Hab selber die eLoop drinn und bin begeistert!
3. Lüftersteuerung, idR lässt es sich manuell besser Regeln als Temperaturabhängig. (Nerviges Hoch-Runterdrehen)


lothar
27.4.2013 15:43
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@Hadmut: Bist Du mit dem Gerät nun zufrieden?
Ich habe beim lokalen ALDI auch so eins angeboten gesehen, und überlege noch. Mich stört allerdings W8.


Hadmut
27.4.2013 16:16
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@Lothar: ich habs kaum benutzt und noch nicht mal die Folien abgezogen. Eigentlich wollte ich es zurückgeben, bin aber in der Diskussion mit einem Kollegen über selbstgebaute Rechner und dem Ärger, bei einem Selbstbaurechner erst im dritten Versuch den richtigen Speicher bekommen zu haben, zu dem Ergebnis gekommen, dass ich das Ding doch behalte und ihm eine Chnace als Wohnzimmer-in-der-Ecke-PC zu geben.

Abgesehen davon, dass ich noch nicht weiß, wie man das Gehäuse aufmacht, es nur 4GB hat und das Panel zwar nicht schlecht, aber erkennbar doch ein Billigpanel ist, finde ich das Ding eigentlich nicht schlecht.


Rolf
17.7.2013 19:03
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QLothar

Habe mir auch gerade den p2010D AIO gekauft. Ich habe das System jetzt im zwei-Monitor-Betrieb. Der zweite Monitor hat eine Touchoberfläche, das funktioniert recht gut. Ich bin verzweifelt auf der Suche nach Tips zum Öffnen des Gerätes um den Speicher aufzurüsten. Auch zeigt Bios/UEFI an, dass ein mSata Anschluss da ist. Das wäre eine echte Verbesserung mit einer SSD.


Hadmut
18.7.2013 0:17
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@Rolf:

Was ich bisher herausgefunden habe ist, dass man unten die Lautsprecher-Leiste abklipsen kann und darunter der Verriegelungsmechanismus sichtbar wird. Ich habe es aber nicht geschafft, den zu entriegeln.