Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Sind Objektorientierte Programmiersprachen frauenfeindlich?

Hadmut
30.3.2012 17:48

Ein Leser schickt mir gerade einen Link auf das da. Einer behauptet, als Informatikstudent zu einer Lehrveranstaltung über Emanzipation verpflichtet worden zu sein. Darin habe er sein Softwareprojekt einer Personalverwaltung vorgestellt, die er in der objektorientierten Programmiersprache C++ geschrieben habe. Dabei sei er gleich abgewürgt worden, weil C++ frauenfeindlich sei, weil da Personen zu „Objekten” degradiert würden. (So nach dem Motto sei ja bekannt, daß Frauen für Männer nur „Objekte” sind.)

Nein. Unmöglich. Völlig ausgeschlossen. Das ist ein Hoax. Das kann gar nicht sein. So dämlich kann man überhaupt nicht sein, das geht gar nicht. Soviel Dumme passen in keinen Hörsaal, wie man dafür gleichzeitig bräuchte.

Oder etwa doch?

Wären das die, die per Quote in die Dax-Vorstände sollen?


12 Kommentare (RSS-Feed)

Thomas
30.3.2012 18:54
Kommentarlink

Ich glaube ja das sich der Zwischenrufer voll darüber bewusst war, wie die Anwesenden auf die Aussage “Da werden Personen als OBJEKTE abgebildet” reagieren würden und sich einfach einen Spass erlaubt hat. Innerlich hat der sich bei der anschliessenden Diskussion sicher totgelacht 😉


denn
30.3.2012 19:17
Kommentarlink

“Wären das die, die per Quote in die Dax-Vorstände sollen?”
Garantiert nicht, die würden doch nie Frauen da reinlassen, über die sie keine Kontrolle haben …
Eher wird das dann wie bei Berlusconi enden, wo er – wenn ich mich nicht irre – einem Model einen Ministerposten geschenkt hat.


Hanz Moser
30.3.2012 21:52
Kommentarlink

Ach quatsch, in die Vorstände werden Frauen kommen, die für’s Mund halten bezahlt werden. In Norwegen, was man uns ja als Vorbild anpreist, ist das Verhältnis Frau zu Aufsichtsratsposten ziemlich gigantisch und eine Frau mit neun Posten ist keine absurde Ausnahme sondern eher die Regel.

Also keine Angst, Unternehmen werden sich von solchen Gender-Tyranninnen nicht kleinkriegen lassen, die finden Wege drum herum.


onli
30.3.2012 22:06
Kommentarlink

Totaler Fake.

Andererseits – wenn man bedenkt, dass Gender Mainstreaming in solchen Unibiotopen blüht, könnte es glatt passiert sein.


Kaiser
31.3.2012 3:00
Kommentarlink

Und als weiteren Schmankerl hab ich noch diese Geschichte hier: http://www.daujones.com/detail.php?usrid=12172

🙂


Alex
31.3.2012 3:14
Kommentarlink

Ein Ausschnitt von http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Programmiersprachen (Buchstabe B)
– und worum welche davon Frauenfeindlich sind

B <- Auch Frauen mit A sind vollwertige Menschen, Sie Sexist!
B-0
BASCOM
BASIC <- Die Art wie hier mit dem Code herumgesprungen wird ist einfach unwürdig!
bash <- Auch Frauen können eine vollwertige Programmiersprache handhaben!
BCPL
BeanShell
Beatnik
Befunge <- Wir wollen nicht nur Kunstsprachen diskutieren!
BETA
BLISS
Blitz Basic
BLOG
Boo <- Wir fordern die Aufhebung von statischen Typen
Brainfuck <- Ohne Worte…
Brainfuck2D <- Auch Frauen haben räumliches Vorstellungsvermögen!

Hmm, nuja, so "lustig" wie ich zu Anfangs dachte ist es doch nicht geworden, aber bevor es in der Daten-Nirwanain landet..


Stefan W.
31.3.2012 11:06
Kommentarlink

Früher waren Frauen Objekte meiner Sympathie und meiner Solidarität.

Subjekt, Prädikat, Objekt – das ist nun vorbei.

Ich schlage eine Frau. => Die Frau wird zum Objekt.
Ich küsse eine Frau. => Die Frau wird zum Objekt.
Ich denke über Frauen nach => Alle Frauen werden zum Objekt.
Eine Frau küsst mich => Die Frau ist nicht mehr Objekt – jetzt habe ich der Frau das letzte genommen, was sie hatte.


empörter_info_student
31.3.2012 11:57
Kommentarlink

Dazu eine Perle von “Proseminar” an der Universität Hamburg:

http://www.informatik.uni-hamburg.de/Info/Studium/BSc/Informatik/KVV_Informatik_SoSe2012.pdf

seite 54

“Admina ist ein Proseminar für Studentinnen.
Admina gibt zunächst einen Überblick über die “Welt der Informatik”, um auf dieser
Grundlage auf die speziellen Interessen der Teilnehmerinnen einzugehen.
Es werden Themen aus den Interessenbereichen der Teilnehmerinnen ausgewählt, zu
denen sich kleine Gruppen Kenntnisse aneignen, die sie an die anderen
Teilnehmerinnen weitergeben.
Es wird besonderer Wert auf eine Didaktik gelegt, die stressfreies Lernen
ermöglicht. Dabei werden auch die Erfahrungen von Studentinnen höherer Semester
genutzt. Kleine Gruppen ermöglichen eine individuelle Unterstützung jeder
Studentin.”

Sowas dreistes. Während Männer sich für ihr Proseminar in eine anspruchsvolle, fachliche Materie einarbeiten müssen, dürfen in einem Kurs von Frauen für Frauen mit nur weiblichen Teilnehmern und Dozenten ” Themen aus den Interessenbereichen der Teilnehmerinnen ” ausgewählt werden.


Hadmut
31.3.2012 14:01
Kommentarlink

@empörter_info_student: Ist ja hammerhart.

Wenn ich so einen Scheiß schon lesen, daß Sie Leuten, die bereits Informatik studieren und sich für dieses Studium entschieden haben, einen „Überblick über die Welt der Informatik” geben wollen, sagt das ja schon verdammt viel.

Und „stressfreies Lernen” hört sich auch eher nach Kaffeeklatsch als nach Lernen an.

Allerdings sollte man berücksichtigen, daß das laut Vorlesungsverzeichnis nicht nur, aber insbesondere für Erstsemester angeboten wird, das da also sowieso eher mit O-Phase als mit Studium zu vergleichen ist. Aber lächerlich wirkt es schon. Wenn man mit so einem Frauenbild startet, wie die Veranstalterinnen dieses Proseminars, braucht man sich nicht mehr zu wundern, daß die Außenwelt Frauen weniger zutraut, wenn die schon selbst so tun, als wären Frauen irgendwie schwerer von Begriff oder hätten Probleme mit Lernen oder sowas. Ich halte eine solche Veranstaltung daher für sehr kontraproduktiv.


empörter_info_student
31.3.2012 14:12
Kommentarlink

Zusatzinfo: Es wird nur im Winter angefangen und im Winter ist kein Proseminar vorgesehen, d.h. es wird normalerweise frühestens im 2. Semester belegt.


Hadmut
31.3.2012 14:42
Kommentarlink

Naja, und wenn die das schon so sagen, daß weibliche Informatikstudentinnen erstmal einen stressfreien Überblick über die Welt der Informatik bräuchten…


Knorka Kinte
31.3.2012 18:43
Kommentarlink

Nehme auch klar an, dass es ein fake ist.

Aber schöne Satire, trotzdem. Dass wir uns aber ernsthaft die Frage stellen, ob das wahr ist – allein das ist doch schon gruselig genug.