Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ich hab den Beruf verfehlt

Hadmut
30.3.2012 11:33

Pleite-Staat in Europa hätt ich werden sollen.


14 Kommentare (RSS-Feed)

Sebastian
30.3.2012 12:13
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Keine Sorge Hadmut, du bist Teil davon.


Hadmut
30.3.2012 12:19
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Mußtest Du mir das jetzt so direkt und schonungslos sagen?


John
30.3.2012 13:52
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Keine Angst. Notfalls wird auf jedes Grundstück eine Grundschuld eingetragen und du darfst dann auch einen Teil der Schulden tragen.


Hadmut
30.3.2012 14:03
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🙁


Sebastian
30.3.2012 14:06
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Natürlich. Aber ich verstehe auch nicht warum alle rumjammern, das man die sog. PIGS rettet.
Retten (wenn man das so nennen mag), tun wir uns damit doch am Ende nur selbst. Es geht dabei einzig und allein um das Aufrechterhalten der Illusion das Staaten ihre Schulden bedienen werden.
Würde man die PIGS nicht retten, wäre auch sehr schnell klar das Deutschland seine Schulden nie und nimmer bedienen kann.


Hadmut
30.3.2012 14:07
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Wieder die alte Leier, daß wir uns am besten am eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen und selber retten, indem wir unser Geld rauswerfen…


Sebastian
30.3.2012 14:12
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@Hadmut

Nein ich meinte nicht damit, das wir uns “retten” sollen. Es gibt keine Rettung. Wir können aber das jetzige System noch ein wenig am Leben erhalten, das ist alles. Oder aber man lässt es sein mit allen Konsequenzen.

Außerdem werfen wir kein Geld raus, das “Geld” von dem du redest gibt es nur weil es einen Schuldner (in diesem Fall die PIGS) gibt die angeblich noch irgendwann zahlen werden. Wenn diese Schuldner ausfallen, ist auch das Geld weg. Kurzum das Geld ist in jedem Fall weg, die Frage ist lediglich soll es heute und sofort weg sein oder versuchen wir diese Zahlungsillusion noch ein wenig aufrecht zu erhalten.


Hadmut
30.3.2012 14:16
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@Sebastian: Worin liegt der Sinn, jemandem, der seine Schulden nicht zurückzahlen kann, weil er nicht haushalten kann, neues Geld zu geben, damit er doch die alten Schulden an einen selbst zurückzahlen kann, wenn man doch davon ausgeht, daß er geliehenes Geld nicht zurückzahlen kann, man es also nicht wiedersieht.

Oder anders gesagt:

Wenn eine Person X mir 10 Euro schuldet, aber nicht zurückzahlen kann, worin liegt dann der Nutzen für mich, wenn ich ihm nochmal 10 Euro gebe, damit er sie an mich zurückzahlen kann? Bestenfalls stehe ich so, als hätte ich ihm nichts gegeben, nämlich bei Verlust von 10 Euro. Schlechtestenfalls haben ich dann einen Verlust von 20 Euro.


yasar
30.3.2012 14:34
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Ihr vergeßt eines bei diesen Schuldenspielchen:

Die Politiker geben nicht Ihr eigenes Geld her, und die Nutznießer sind “Kumpels” der Politiker,

Ich nehme also das Geld von anderen Leuten und leihe es jemandem, der dann seine Schulden an meine Freunde zurückzahlen kann. Und wenn der von dem ich das genommen habe, sein Geld nicht wiederbekommt, sage ich halt: “Schade, wer hätte das ahnen können, daß die nicht zurückzahlen”.

Das übliche Spielchen halt, das viele Banker und Politiker spielen.


Sebastian
30.3.2012 14:43
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@Hadmut

Dein Beispiel trifft auf unser Wirtschaftssystem nicht zu. Denn es existiert kein Nettogeld, also Geld dem keine Schulden gegenüberstehen.

Geld entsteht in unserem heutigen System dadurch, das sich Leute verschulden. Und eben dieser Entstehungsmechanismus führt zu folgenden Konsequenzen:

1. Jedem Guthaben stehen Schulden gegenüber (die Schulden sind insgesamt sogar größer als die Guthaben)
2. Wenn Schulden ausgebucht werden müssen auch Guthaben ausgebucht werden (Schuldenabbau führt also zu Guthabenabbau)
3. Es herrscht ein Schuldenwachstumszwang, denn die Schulden müssen mit Zinsen bedient werden und das geht nur indem sich irgendwer noch weiter verschuldet

Dadurch das wir die PIGS retten, indem wir uns selbst verschulden, schaffen wir neue Guthaben. Tun wir es nicht, müssen haufenweise Guthaben ausgebucht werden und es fehlt die zusätzliche Verschuldung die benötigt wird um die Altschulden zu bedienen (noch mehr Guthaben müssen ausgebucht werden).
Wenn dann alles nacheinander ausgebucht wird, wird es am Ende gar keine Guthaben mehr geben (und damit keine Wirtschaft mehr).

Und genau das greift dein Beispiel zu kurz, die Frage ist nicht ob wir mit 10 € Verlust aus dem Kredit mit Person X rauskommen, sondern die Frage ist wollen wir das alle Guthaben ausgebucht werden?
Wenn wir das nicht wollen, dann ist es zumindest keine schlechte Idee bestehende Ansprüche solang wie möglich am Leben zu erhalten.


Hans Napf
30.3.2012 15:23
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Google-Stichwort: Debitismus 😉


FF
30.3.2012 15:40
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@Hadmut: exakt. Das Allheilmittel gegen Schulden heißt – träräää! – noch mehr Schulden! Und wenn das nichts hilft: die Schulden verzehnfachen, verhundertfachen, vertausendfachen. Das ist große Politik. Demiurgen und Weltenlenker unter sich.

Dumm nur, daß die alle weg sein werden, wenn der Laden hochgeht.


Stefan K.
30.3.2012 17:54
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Wie schon weiter oben gesagt: jeder Kapitalbesitzer in D ist Teil des Spieles. Jede Geldanlage, jeder Rentenfonds, wo jemand seine 10.000 oder 100.000 “angelegt” hat, füttert die Blase der Verschuldung anderer.

Solange dieses Spiel läuft, profitieren viele: die Banken, die sich an der Vermittlung der Geschäfte bereichern und ihren Angestellten fette Provisionen zahlen, die Schuldenmacher, die über ihre Verhältnisse leben, die Konzerne, die das flottierende Geld abschöpfen – und auch die Geldanleger, die ohne Leistung ihr Kapital vermehrt wieder zurückbekommen – solange das Spiel eben läuft.

Die utopischen Schuldensummen der Staaten sind natürlich allesamt eine Luftbuchung, von der jeder seit Ewigkeiten wieß, daß sie NIE abgebaut, sondern stets weiter aufgepumpt werden.

Der Gedanke, daß wir damit unsere Kinder und Enkel “belasten”, stimmt nur solange, wie der Rechtsanspruch der Gläubiger (der Banken etc.) auf Zinszahlung und Schuldenrückzahlung erhalten bleibt.

Es ist jedoch immer möglich, zu sagen:

“Schluß! Wir stellen jede Zahlung ein, unsere Gläubiger werden nie mehr einen Cent sehen, jede Schuld ist komplett abzuschreiben!”

Nun muß man sich nur noch genau ausmalen, was das genau bedeuten würde: die Pleite sämtlicher Banken, Fondsgesellschaften, den Verlust der Ersparnisse aller Volksmassen, den Zusammenbruch der Wirtschaft, extreme Arbeitslosigkeit usw. usw.

Weil das von den Regierungen gefürchtet wird wie die Pest, weil es schlicht unbeherrschbare Anarchie bedeutet, darum wird statt so eines Insolvenzverfahrens und radikalen Schuldenschnitts lieber anders gehandelt.

Man kann ja doch ohne weiteres Fantastilliarden von Euro als “Rettungsschirm” ausrufen und auch drucken, damit weiterhin die Illusion besteht, es gäbe keine Pleitestaaten. Das funktioniert – weil es am Ende ja doch nur auf die REALwirtschaft ankommmt.

Geht jeder Arbeiter weiterhin brav zur Arbeit, baut die Bauwirtschaft Straßen, fliegen die Flugzeueg, fahren die LKWs und forschen die Forscher, dann ist nämlich alles in Butter.

Allerdings wird auch diese schöne florierende Wirtschaft irgendwann zusammenbrechen, je mehr an der Peripherie Europas die Dauerstreiks zur Methode werden, je höher die Zahl der nichtproduktiven Transferempfänger steigt und je mehr die Zahl des “noch” arbeitswilligen und ausreichend bildungsfähigen Nachwuchses sinkt.

Die Anarchie, die man in Paris und London bereits sah, wird uns in Bälde flächendeckend heimsuchen.

Wie auch immer: es wird spannend.

Es paßt auch der Allgemeinplatz, daß diese Verwerfungen früher immer wie durch ein Wunder mittels ordentlicher Kriege zum Ende geführt wurden, wonach man einen Neubeginn vor sich hatte. Diese Kriege will man ja nun nicht mehr *ironie off*

:-))


Jens
31.3.2012 15:01
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“3. Es herrscht ein Schuldenwachstumszwang, denn die Schulden müssen mit Zinsen bedient werden und das geht nur indem sich irgendwer noch weiter verschuldet”

Dieser Unsinn wird durch Wiederholung nicht wahrer. Zinsen werden an jemanden gezahlt. Der kann dieses Geld ausgeben, beispielsweise indem er bei demjenigen etwas kauft, der die Zinsen gezahlt hat.