Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Judith Butler und Gender auf ARTE

Hadmut
13.9.2012 0:54

Ich habe gerade (mit ein paar Unterbrechungen weil ich nebenbei noch kommuniziert habe) den Film über Judith Butler auf ARTE gesehen. Ein paar Anmerkungen.

Zunächst mal ist mir aufgefallen, dass sie Doku älter sein muss, weil noch in 4:3 gedreht. Tatsächlich gibt die Film-Info, die über DVB-C mitkommt, an, dass die Doku von 2006 stammt. Also vielleicht nicht mehr aktuell ist. Da ARTE vieles, was sie senden, online zugänglich macht, nehme ich an, dass die Doku morgen verfügbar ist. Sie hat zwar Israel mal zwischendrin angesprochen, aber das war nicht der tragende Inhalt der Sendung. Darum ging’s nicht.

Letztlich hatte die Sendung aber auch kein richtiges greifbares Thema, sondern zeigte einfach diverse Gespräche mit Butler, was zwar wenig inhaltlichen Informationsgehalt hat, andererseits aber einen gewissen Eindruck von der Person vermittelt.

Was mir positiv aufgefallen ist:

Sie spricht ziemlich gut deutsch. Und sie macht auf mich überhaupt nicht diesen idiotisch-biestig-aggressiven Gift-Emanzen-Eindruck, den ich von deutschen Genderistinnen und Feministinnen habe. Die Frau macht durchaus den Eindruck, dass man sich mit ihr ganz normal und intellektuell unterhalten und mit ihr diskutieren kann, und dass sie selbst das Thema weit weniger ideologisch sieht, als ihre Jüngerinnen. Es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen dem Eindruck, den Judith Butler in diesem Video auf mich machte, und der schwachsinnigen Aggressivität und dem ideologischen Fanatismus, mit dem ich deutsche Feministinnen erlebt und wahrgenommen habe. Da herrscht ein ganz erhebliches geistiges Gefälle zwischen Guru und Anhängern. Sie kann erklären, wie sie auf etwas kommt und warum sie das so sieht, und sie kann das wie ein ganz normaler Mensch in ganz normaler Weise erklären, was da eine Seltenheit ist. Ich habe den Eindruck, dass sie selbst „Gender” nicht annähernd so verbissen und fanatisch sieht wie die dumpfe Masse, die ihr folgt.

Was mir negativ aufgefallen ist:

Eigentlich nichts im Wortsinn, negativ ist da das falsche Wort. Aber vieles, was meine Bewertung von „Gender” bestätigt: Nämlich die völlige Abwesenheit von Wissenschaft. Man sieht zwar auch Szenen, in denen sie als Professorin Vorlesung hält und die Studenten lauschen. Aber mit Wissenschaft hat das alles nichts zu tun.

Bemerkenswerterweise gibt Butler an einer Stelle sogar offen zu, dass sie selbst ihre Gender-Theorie nur in der Kategorie „perhaps” sieht – vielleicht ist das so. Vielleicht auch nicht. Sie erklärt zwischendrin, was ihre persönliche Lebenssituation so war, welche Probleme sie hatte, und dass daraus ihre Vorstellung von gender entstanden ist. Und bestätigt damit genau das, wie ich mir das Zustandekommen von Gender nach bisheriger Literatursichtung vorgestellt habe: Da zimmert sich jemand willkürlich ein Weltbild zusammen, weil er sich damit persönlich besser fühlt. Mit Realität, Überprüfung oder Wissenschaft hat es nichts zu tun. Sie bastelt sich da ihre Sichtweise, scheint selbst nicht einmal Allgemeingültigkeit oder zwingende Richtigkeit zu beanspruchen, sondern sich in ihrem „vielleicht” wohl zu fühlen. Einfach so eine „Theorie”, so eine „Sichtweise”, um sich in ihrer Lebenswirklichkeit wohl zu fühlen, ohne irgendeinen wissenschaftlichen Anspruch erheben. Ich hatte den Eindruck, dass es sie nicht interessiert und für sie auch nicht wichtig ist, ob ihre Sichtweise wirklich wahr und nachweisbar ist, sondern dass es ihr schon genügt, wenn das für sie passt und sie sich damit wohl fühlt. Dagegen wäre gar nicht mal so viel zu sagen. Natürlich kommt auch von ihr wieder der bei Feministinnen unvermeidliche Verweis auf Simone de Beauvoir, die gesagt hat, dass man nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht würde. Belegt, wie sie darauf kommt, hat sie nie, aber Generationen von Feministinnen schwören kritiklos als unumstößliche Wahrheit darauf, als wäre de Beauvoir der Messias. Butler richtet sich auch danach. Aber sie sagt das eher beiläufig.

Es zeigt, dass hinter Butlers Gender-Theorie keinerlei Beleg oder wissenschaftliche Substanz steht, sondern das halt einfach nur ihr beliebig zusammengestoppeltes Wohlfühl-Weltbild ist, und sie anscheinend auch keinen wissenschaftlichen Anspruch darauf erhebt. Geschenkt, das darf sie ja auch. Fragwürdig eher, wie man mit sowas Professorin werden, Bücher in rauen Mengen verkaufen und von der Stadt Frankfurt 50.000 Euro einsacken kann.

Es vermittelt aber auch den Eindruck (der natürlich täuschen kann, weil man sich im Fernsehen ja gerne nett darstellt), als sei diese fanastisch-aggressiv-schwachsinnig-religiös-gläubig-dogmatische Form des Genderismus, wie er in Deutschland in der Politik und an den Universitäten praktiziert wird, nicht bei Butler, sondern erst durch das Heer dummer Leute entstanden, die darin ihre Ideologie entdeckt haben, es aber nie nachgelesen oder verstanden haben. (Ich hatte ja im Buch schon erwähnt, dass Butler mehrere tausend Male für eine Aussage zitiert wurde, die sie nicht getroffen hat, weil die Genderisten da einfach irgendeinen Käse hochventilieren und sich gegenseitig da reinsteigern, ohne jemals irgendetwas nachzuprüfen.)

Insofern wäre gegen Butler gar nicht mal viel zu sagen, außer dass sie eben mit Wissenschaft gar nichts zu tun hat und trotzdem Professorin wurde, und sie in ihren Vorlesungen und Büchern einfach nur erklärt, mit welcher Vorstellung der Welt sie durch ihr Leben und ihre Probleme kommt. Irgendwo auch ziemlich naiv, oberflächlich und anspruchslos aber darf man. Frauenwissenschaft eben, wie sie entsteht, wenn man wegen der Quote keine Wissenschaft braucht, um Professor zu werden, und es sich darin bequem machen kann. Schon kurios, wenn Leute eine Professur dafür bekommen und Vorlesungen darüber halten, wie sie mit ihren persönlichen Lebensproblemen klargekommen sind.

Dummerweise hat sie damit eine Schablone, eine Vorlage geliefert, die den pöbelhaften unteren Bevölkerungsschichten als ideologische Kampfvorlage passt und von ihnen als „Wahrheit” aufgefasst wird. Genau so sind auch die Religionen entstanden.

Festzuhalten ist, dass von „Gender” immer weniger übrigbleibt, je genauer man hinschaut. Da ist überhaupt nichts, keine Substanz, keine Grundlage. Kommt mir immer mehr so vor wie die Blödel-Ergebnisse, die beim Kinderspiel „Stille Post” entstehen.

27 Kommentare (RSS-Feed)

Anmibe
13.9.2012 2:12
Kommentarlink

1.) Zunächst ist natürlich die Frage zu stellen in wieweit Philosophie überhaupt Wissenschaft ist. Man kann in der Philosophie durchaus „nur“ Fragen und Thesen erst einmal aufwerfen. Den wissenschaftlichen Teil übernehmen dann andere, die etwas von Wissenschaft verstehen.

2.) Zumindest in dem hier dargestellen Bild im Film von ihr, geht
es mir ähnlich wie Dir. Die Fragen die sie aufwirft sind durchaus relevant und bedenkenswert, wie bspw. die Anekdote von dem Jungen mit weiblichen Gang, der getötet wurde. Woher kommt der Hass auf Anderssein? Auch ist ihr Beispiel zur Rollenvermittlung in Hollywoodfilmen durchaus richtig und wird durch S. d. Beauvoirs „…man wird zur Frau gemacht“ gut augsedrückt. Für Männer gilt aber auch das Analoge.

3.) Das sie keine Wissenschaft betreibt, hat sie indirekt zugegeben, als sie über ihre Bücher sprach. Sie behauptet es interessiere sie nicht, ob die Aussagen ihrer verschiedenen Bücher konsistent sind, denn jedes Buch behandelt dieselbe Fragestellung eben aus einem anderen Blickwinkel. Das hat mit Wissenschaft natürlich nichts mehr zu tun.

4.) Auch bei mir hinterläßt sie keinen Eindruck einer verbiesterten Fundamentalistin. Ich weiß auch nicht ob das Bild im Film geschönt ist oder erst ihre „Jünger“ für die Verzerrung verantwortlich sind. Möglich ist das durchaus, man denke an Karl Marx Kapital, es ist eine Bestandsaufnahme mit vielen richtigen Erkenntnissen, aber was daraus gemacht wurde, wissen wir ja. Hierbei fiel mir noch eine persönliche Erfahrung ein. Deutsche Lesben sind ziemlich aggressiv. Könntest Du Dir vorstellen als Mann einen ganzen Abend/Nacht in einer Lesbenkneipe nicht nur geduldet zu werden, sondern Dich richtig nett unterhalten zu haben? In DE wohl nicht, aber in anderen Ländern geht das durchaus.


Hadmut
13.9.2012 10:50
Kommentarlink

@Anmibe:

> Zunächst ist natürlich die Frage zu stellen in wieweit Philosophie überhaupt Wissenschaft ist.

Ich bin längst zu der Auffassung gelangt, dass Philosophie (so, wie sie praktiziert wird) gar nichts mehr mit Wissenschaft zu tun hat, sondern reines Unterhaltungsprogramm mit Wichtigtuerei ist, das ganze aus Steuergeldern bezahlt. Das meiste ist einfach nur Geschwätz und Wortakrobatik.

> die Anekdote von dem Jungen mit weiblichen Gang, der getötet wurde

die mich übrigens eher zu der Frage geleitet hätte, ob das auf archaisch-vererbten Verhaltensmustern beruht, und damit genau zum Gegenteil der Butler’schen Thesen geführt hätte.

Das ist halt die Unwissenschaftlichkeit der Gender-Ideologie: Das Ziel ist fest vorgegeben, und dann versucht man, alles als Bestätigung zu interpretieren.


Milo
13.9.2012 9:42
Kommentarlink

Ich sehe die Person Butler doch kritischer. Klar ist es fragwürdig, warum sie im Wissenschaftsbetrieb erfolgreich sein kann.

Aber noch schwieriger finde ich, auch moralisch gesehen, dass es ihren Thesen an Wissenschaftlichkeit fehlt. Warum? Sie sind äußerst radikal und zugleich gegen die Sichtweise vieler anderer Menschen gerichtet. Ein Großteil der Menschen denke falsch, meint Butler, und deren falsches Denken wäre der Stützpfeiler eines Unterdrückungssystems. Das ist ein harter Vorwurf. Hier eine kurze Zusammenfassung:

“Butler geht in ihrem Buch aber noch weiter und legt dar, dass auch das biologische Geschlecht diskursiv erzeugt sei (an anderer Stelle schreibt sie wörtlich: „sex“, also das anatomisch-biologische Geschlecht, sei „always already gender“, also kulturell und sozial hervorgebracht). Die Einteilung der Menschen in die Kategorien „männlich“ und „weiblich“ wäre demnach ein diskursives Konstrukt, das eine angebliche, natürlich-biologische Tatsache zum Vorwand nimmt, Macht und Herrschaft auszuüben. Die neuen Feministinnen arbeiten also an der Abschaffung der traditionellen Geschlechterkategorien, da schon das Denken in diesen Kategorien Grundlage für sexistische Unterdrückung sei.”
http://cuncti.net/streitbar/191-preisverleihung-mit-tricks-gehts-besser

Ich finde, wer einen Großteil der Menschen derart angeht, nur weil sie sich als Mann oder Frau begreifen, ist in der Pflicht, seine Thesen zu belegen. Ansonsten muss man das als haltlose Vorwürfe ansehen. Es ist eine Anmaßung, Leuten vorzuwerfen, sie würden falsch denken und damit auch noch gravierend falsch und gesellschaftsschädigend handeln. Wer keine Belege hat für solche weitreichenden Aussagen, hat eigentlich kein Recht, solche Vorwürfe zu äußern.


Hadmut
13.9.2012 10:46
Kommentarlink

@Milo:

> Ich sehe die Person Butler doch kritischer.

Oh, ich sehe sie auch sehr kritisch. Hab ich ja im Buch auch beschrieben. Ich halte vieles von dem, was sie sagt, für inhaltlichen Unfug. Aber man muss in der Kritik ja schon spezifisch sein. Ich habe bisher nicht den Eindruck, dass sie in ihrem Auftreten ausfällig wird, sondern dass sie einfach nur inhaltlich rumspinnt. Es ist halt einfach falsch was sie sagt. Lies mal im Vergleich dazu Catharine MacKinnon. Die ist ziemlich durchgeknallt und hetzt massiv los. Da gibt’s schon erhebliche Unterschiede.

> Das ist ein harter Vorwurf.

Ja. Sogar ein falscher Vorwurf. Aber nicht von dieser beleidigend-aggressiven Attacke ad personam, die andere Feministinnen treiben. Zudem muss man sehen, dass Butler viele Ausflüsse des Feminismus durchaus auch kritisiert, etwa die Sprachpanscherei. An manchen Stellen kann man durchaus den Eindruck gewinnen, dass sie manches, was Feministinnen aus ihr folgern, selbst für Schwachsinn hält und sich davon distanziert.

> “Butler geht in ihrem Buch aber noch weiter und legt dar, dass auch das biologische Geschlecht diskursiv erzeugt sei”

Was nicht mal stimmt. Sie hat es behauptet, aber nicht dargelegt. Die Frage ist, ist das ihre Verfehlung oder die derer, die solche Aussagen über sie treffen.

> Ich finde, wer einen Großteil der Menschen derart angeht, nur weil sie sich als Mann oder Frau begreifen, ist in der Pflicht, seine Thesen zu belegen.

Oh ja. Aber das müsste dann für die deutschen Feministinnen auch bzw. noch stärker gelten. Genau diese Forderung, nämlich die Thesen zu belegen, muss man viel stärker erheben.

Allerdings gilt auch für Butler die Meinungsfreiheit. Solange sie die Thesen nur behauptet, dürfen die prinzipiell sogar falsch sein. Nicht wissenschaftlich, aber als Meinung. Das Problem liegt ja aber in der Umsetzung durch „Gender Studies”, faule Abschlüsse, Frauenquoten und der ganze Quatsch. Da ist das nicht mehr Teil der Meinungsfreiheit. Und dieser Blödsinn wird nunmal in Deutschland produziert.


thomas w
13.9.2012 9:44
Kommentarlink

Gut möglich, dass es sinnvoll wäre, zwischen Wissenschaftlern und Philosophen zu unterscheiden. Philosophie wollte nie Wissenschaft sein, sondern in diese hineinwirken.


Milo
13.9.2012 10:05
Kommentarlink

“Philosophie wollte nie Wissenschaft sein, sondern in diese hineinwirken.”

Das sehe ich nicht so.

Philosophie sollte auch Wissenschaft sein, wo sie die Ergebnisse des Nachdenkens sammelt und bilanziert. Das gilt nicht nur für Wissenschafts- und Erkenntnistheorie. Der Vorteil ist es, dass auf diese Weise das Rad nicht neu erfunden werden muss. Es gibt in der Geistesgeschichte einige Denkprobleme, für die in der Philosophie vorläufige Lösungen gefunden worden sind. Auch gibt es eine Reihe von wichtigen Problemen (Willensfreiheit, Kausalität), zu denen eine wissenschaftliche Philosophie einen Überblick über Lösungsansätze und ihr jeweiliges Pro und Kontra geben kann.

Das schließt Philosophie als Entwurf eines sinnstiftenden Gebäudes nicht aus.


Anmibe
13.9.2012 10:13
Kommentarlink

@Milo
Im Film kommen diese Aussagen aber nicht vor. Subversion der Filmemacher?


Eckhard Kuhla
13.9.2012 10:21
Kommentarlink

Kurzweilig geschriebener Text! Hab die Sendung nicht gesehen, Dein Beitrag hat aber das Sehen, denk ich mal,sehr gut ersetzt. Eine Einflußgröße darf man bei der Butler nicht vergessen: Ihre Wohlfühlwelt hat sie sich auch als bekennende Lesbe geschaffen. Und damit zig anderen Frauen das Umsteigen auf den Trend-Zug “Geschlechtsflucht” (Norbert Bolz) gefördert. Genial, diese ständig sich in Weiterentwicklung befindliche Genese von Butler zu Gender Mainstreaming,zur Gleichstellung,hin zu Gender Diversity und jetzt – ganz aktuell – “Queerversity”. Butlers Schwestern benutzen gekonnt diese Art von Sprachverschwubelung, um IHRE Sexualität an die Frau zu bringen.


Milo
13.9.2012 10:36
Kommentarlink

@Anmibe

Keine Ahnung, was der Film davon berichtete. Fakt ist, dass Butler eben genau das denkt und genau mit diesen Thesen zur Ikone der Gender-Leute geworden ist.


Mr. Pragma
13.9.2012 13:13
Kommentarlink

Zur Butler möchte ich zunächst nichts weiter sagen ausser, dass es mich nicht wundert, wie Hadmut sie (wohl völlig richtig) WAHRNIMMT


Mr. Pragma
13.9.2012 13:46
Kommentarlink

(Sorry, Tastatur Spleen …)

Zur Butler … wahrnimmt. Nämlich als nicht geifernd, keifend, frauenkämpferisch.

Zur Philosophie allerdings schon.

Weil auch da, ähnlich wie beim Genderismus, Willkürlichkeit und ein Wahn der Definitionshoheit um sich greift und den Kern wie auch wissenschaftliche Realität zunehmend überdeckt (oder gar nach aussen hin ersetzt).

Philosophie, das vorab, ist eben nicht “mal bissl nachdenken, idealerweise buchtauglich hübsch/provokant/etc.)

Zunächst mal bietet – und fordert – die Wissenschaft Philosophie Ansätze, formale Ansprüche ans Denken. Zum anderen sucht und verlangt sie Schlüssigkeit und Stimmigkeit.

Wir sind heute (nicht zuletzt Dank Stumpfipedia) ja verleitet, dies, jenes und allerlei unter “philosophieren” zu subsumieren und frohgemut drauflos zu “deffeniern”.

Zum Teil liegt das auch ganz simpel in Sprache begründet; Unter “Logik” verstehen wir, weiss doch jeder, die eine oder andere Form von “Folgerichtigkeit”. Das ist zum Teil, wenn auch recht oberflächlich richtig. Logos aber ist komplexer; es meint auch “Gesetzmäßigkeit”, “Gebot” und geht bis zu “göttliches (oder Meta- oder dem Sein oder Kosmos innewohnendes) Prinzip” und Anscheinspragmata wie dem, in welcher Weise Kongruenz zwischen Gedachtem und Kommuniziertem, soweit denn erreichbar, zu erreichen sei.

Auch Ethik, das begehrte und viel genutzte Zimmer(chen) im Haus der Philosophie ist weit weniger die Betrachtung von Sittlichkeit, Gut und Böse oder gar (vulgärer) Moral, sondern vielmehr Logos im Hinblick auf menschliches und gesellschaftliches Handeln.

Und so philosophieren Genderisten eben *nicht* – analog zu denken vs. zu “mal meinen” haben sie nichts zu sagen sondern erschöpfen sich in Plapperei.

Philosophen machen sich naturgemäß viele Gedanken zu Mann und Frau. (Im richtigen Sinne, das nur am Rande) ethisch fragen sie z.B. wo und wo nicht Geschlecht relevant sein kann oder gar muss; Ob, inwieweit und wo Männlichkeit und Weiblichkeit komplementär, gegensätzlich, auch über den Körper und den Geist (jenen, der im Gehirn beheimatet) hinaus, welchem Logos folgend, usw, usf.

Genderisten, die sich auf Philosophie berufen, mögen Lehrstuhlinhaber im Bereich Philosophie kennen – Philosophen, Wissenschaftler also, aber kennen sie zweifellos nicht (oder überhören und ignorieren sie).


slowtiger
13.9.2012 16:39
Kommentarlink

“Butler geht in ihrem Buch aber noch weiter und legt dar, dass auch das biologische Geschlecht diskursiv erzeugt sei” – das muß man doch nur aus dem Kauderwelsch übersetzen, und dann heißts einfach “irgendwas wird weiblich genannt, sobald Sprache dafür verfügbar ist”.

Was die hier andauernd verlangte “Wissenschaftlichkeit” angeht: wie hätten wirs denn gern? Ich bezweifle nämlich, daß wir die erforderlichen >600 Kleinkinder zusammenkriegen, die wir mal gezielt “männlich” und “weiblich” erziehen und dann mal sehen, was sie werden. Insofern halte ich einfach die allermeisten Behauptungen in dem ganzen Feld für unbeweis- bzw unwiderlegbar.


Einbildungen bestimmen ganz wesentlich unser Leben! Es ist sogar politisch unkorrekt oder beleidigend oder lebensgefährlich oder justiziabel, Einbildungen als solche zu bezeichnen. Wissenschaftliche Untersuchungen oder Nachfragen nach Beweisen sind in diesen Fragen auch unerwünscht — sogar, wenn sich die betreffende Disziplin Wissenschaft nennt. Es ist schlimmer als ich bisher annahm, wie ich in letzter Zeit lernen mußte.

Carsten

“Nicht jeder mit zerfressener Leber muß ein Prometheus sein.”
Mitfläschler


Ketzer
13.9.2012 17:45
Kommentarlink

Ketzerfrage:

Kann man Butlers poststrukturalistische Philosophie überhaupt mit einem strukturalistisch (denn was ist einer Struktur noch mehr untergeordnet als Naturwissenschaft?) geschulten Naturwissenschaftler-Geist erfassen?


Hadmut
13.9.2012 18:11
Kommentarlink

Vorsicht: „Strukturalistisch” hat nichts mit Struktur im wissenschaftlichen Sinne oder mit Geist zu tun. Sie haben es vor allem nie greifbar definiert, das ist alles so wischi-waschi.

Die Strukturalisten gehen davon aus, dass ein Wort nicht wirklich was für sich bedeutet, sondern alles erst in seinem Kontext Bedeutung bekommt. Was zu dem Problem führt, dass eigentlich überhaupt nie irgendetwas verlässlich was bedeutet, weil der Kontext unendlich ist und man ihn deshalb gar nicht so umfassend erfassen kann, um zu begreifen, was etwas bedeutet.

Die Poststrukturalisten (und daraus entstand der Genderismus bzw. der Genderismus ist die Anwendung des Poststrukturalismus auf Geschlecht und Sexualität) machen das Gegenteil daraus, nämlich dass das Wort, das Gesproche da ist und die Realität erst formt. Deshalb glauben sie, dass gar nicht existiert, bevor es nicht durch Sprechakte konstruiert ist. Deshalb meinen sie, dass es auch kein biologisches Geschlecht geben kann, weil den Unterschied zwischen den Geschlechtern erst einer (ein fieser Biologe oder Mediziner) diskursiv herbeireden muss, um ihn zu erschaffen. Unterschiedliche Geschlechter gäb’s nur, weil böse Menschen über Frauen anders reden als über Männer. Und das sei erst im 18. Jahrhundert passiert, weshalb die Geschlechter auch erst im 18. Jahrhundert erfunden wurden.

Eigentlich nur ein großer Haufen willkürlichen Quatsches.


Anmibe
13.9.2012 19:30
Kommentarlink

@Hadmut:

Ich bin längst zu der Auffassung gelangt, dass Philosophie (so, wie sie praktiziert wird) gar nichts mehr mit Wissenschaft zu tun hat, sondern reines Unterhaltungsprogramm mit Wichtigtuerei ist, das ganze aus Steuergeldern bezahlt. Das meiste ist einfach nur Geeschwätz und Wortakrobatik.

Wieso fällt mir hier so ganz spontan Sloterdijk ein!? 😉

die mich übrigens eher zu der Frage geleitet hätte, ob das auf archaisch-vererbten Verhaltensmustern beruht, und damit genau zum Gegenteil der Butler’schen Thesen geführt hätte.

…und hier müßte eben der wissenschaftliche Diskurs beginnen, der aber im Gender vermieden wird.

Das ist halt die Unwissenschaftlichkeit der Gender-Ideologie: Das Ziel ist fest vorgegeben, und dann versucht man, alles als Bestätigung zu interpretieren.

Ack

@thomas w

Philosophie wollte nie Wissenschaft sein, sondern in diese hineinwirken.

Optimlaerweise sollte eine Wechselbeziehung bestehen. Einerseits sollte die Philosophie die in der Wissenschaft gewonnenen Erkenntnisse zur Kenntnis nehmen, logisch konsequent zu Ende denken und insbesondere die Auswirkungen auf die Ethik (zunächst wertungsfrei) darlegen. Die Wissenschaft könnte durch philosophische Thesen angeregt werden (man Denke an Platons ideen oder Aristoteles). Bei der modernen Philosophie, darin stimme ich mit Hadmut überein, daß sie nur aus verklausulierter Wortakrobatik besteht (vgl. eben Sloterdijk). Abgesehen davon, daß sie (die Philosophie) sich zu aktuellen ethischen Themen (Gentests, pränatale Diagnostik, Transplantation, Beschneidung) überhaupt nicht äußert. Hier wird den Religioten die Arena kampflos überlassen. Meines Erachtens liegt das im Wesentlichen daran, daß eklatante Mängel an naturwissenschaftlichen Kenntnissen vorliegen.


Mr. Pragma
13.9.2012 20:49
Kommentarlink

@Anmibe

Mit Verlaub, aber …

“Wieso fällt mir hier so ganz spontan Sloterdijk ein!?”

Hoffentlich nicht, weil der ziemlich vielen (mehr oder minder und sei es ein-) Gebildeten einfällt. Machen wir’s einfach: Verraten Sie’s uns doch einfach.

“Optimlaerweise sollte eine Wechselbeziehung bestehen”

Weil? Wie definieren Sie “optimal”?

“Einerseits sollte die Philosophie die in der Wissenschaft gewonnenen Erkenntnisse zur Kenntnis nehmen …”

Aha. Und was meinen Sie, tut die Philosophie stattdessen?

“… logisch konsequent zu Ende denken …”

Warum nur logisch? Warum überhaupt; meinen Sie, die jeweiligen Fachwissenschaftler selbst könnten nicht “logisch konsequent zu Ende denken? Sind die nur eine Art fleissige Bienchen, die unbeholfen im ordinären Schmutz wühlen um eventuell gefundene und als potentiell edel vermutete Bröckchen, dann den Philosophen zum zu Ende denken anzutragen?

“und insbesondere die Auswirkungen auf die Ethik (zunächst wertungsfrei) darlegen.”

Aha. Und warum insbesondere die Auswirkungen auf die Ethik? Weil “kritische” Sloterdijk Gelegenheits-Konsumierer das für bedeutsam halten? Und warum “zunächst wertfrei”? Und danach? Wertend?

“Die Wissenschaft könnte durch philosophische Thesen angeregt werden”

Hört! Hört! Eine unerhört brisante These! Wer hätte das zu denken gewagt?!

Ich erspare Ihnen und uns das weitere Eingehen auf Ihren Beitrag, insbesondere auf die “gebildet empört” wirkende und seichte erneute Einlassung ad “Ethik”.

Danke immerhin für das Beispiel für “verklausulierte” – und, das erlaube ich mir anzumerken, inhaltlich magere bis luftige “Wortakrobatik”.


Knorka Kinte
13.9.2012 20:50
Kommentarlink

“Philosophie wollte nie Wissenschaft sein, sondern in diese hineinwirken.”

Genau und das ist das Problem der meisten heutigen Philosophen. Die haben Philosophie studiert und wissen nur, was andere, die mal Ahnung hatten, früher gesagt haben. Die wahren Denker hingegen, wie Kant z.B. waren immer auch Naturwissenschaftler. Die wurden zu Philosophen, weil
sie sich einen großen Überblick über die logische Struktur der Welt verschafft haben.

Und das schau sich einer diese Karikaturen an: Die verschließen sich vor der Welt, lehnen Wissenschaft doch größtenteils als “phallogozentrisch” ab und logische Stringenz und Klarheit wird nicht als Merkmal einer guten Theorie gesehen, sondern als Makel. Und ob sich da was widerspricht, juckt die auch nicht.

Diese immense Überheblichkeit haben sie, die Leuten wie Newton fehlte: Er sagte: “Ich sitze auf den Schultern eines Riesen”.
Die postmodernen “Denker” hingegen geben vor, nur zu spielen, aber beanspruchen die Welt für sich, ohne sie zu kennen.


Hadmut
13.9.2012 21:01
Kommentarlink

> und wissen nur, was andere, die mal Ahnung hatten, früher gesagt haben

Das ist schön gesagt. 🙂


Mr. Pragma
13.9.2012 22:01
Kommentarlink

“Genau und das ist das Problem der meisten heutigen Philosophen. Die haben Philosophie studiert und wissen nur, was andere, die mal Ahnung hatten, früher gesagt haben. Die wahren Denker hingegen, wie Kant z.B. waren immer auch Naturwissenschaftler. Die wurden zu Philosophen, weil
sie sich einen großen Überblick über die logische Struktur der Welt verschafft haben.”

Ein wichtiger Aspekt und klug angemerkt.

Ich möchte noch einen weiteren im Zusammenhang mit dem vorliegenden Thema wesentlichen anfügen.

Philosophie heisst wissen wollen; wissen nicht im Sinne von Fakten sammeln oder Regale füllen sondern im Sinne von verstehen, geistig durchdringen wollen.
So kann sie zweieinhalb wichtige Leistungen bieten. Sie kann Initiator sein, kann Hypothesen entwickeln und so z.b. naturwissenschaftliche Forschung “zünden”.
Sie kann und das ist angesichts der in 1000 Kleinstbereiche und Nischen zerklüfteten Wissenschaft wichtig “andernorts” Erforschtes zusammenfügen, strukturieren und solchermaßen zusätzlichen Erkenntniswert schaffen.
Und sie kann (das ist der halbe Punkt von zweieinhalb) fruchtbar rückwirken in Fachbereiche.

So sehr die Philosophie ihre Theoretiker (z.B. Erkenntnistheoretiker) braucht, so sehr wird und bleibt sie doch nur den steten Bezug zu anderen Wissenschaften lebendig.

Philosophie, man beachte das “Liebe, Hinwendung, starkes Hingezogensein” im Begriff), die nur hineinwirken aber nicht Wissenschaft sein möchte, ist weder das eine noch das andere; sie wäre (und ist, leider, oft genug) dann nichts weiter als plappernder Elitarismus ohne Grund und Boden, unfruchtbar und stumpf.

Lebendige und fruchtbare Philosophie ist stets, zumindest auch, in beiderseitigem Wirkungsbezug mit (insbesondere nicht geisteswissenschaftlichen) anderen Fachbereichen, die sie übrigens schätzt und achtet, als Kunden wie auch als Lieferanten.


User
13.9.2012 22:51
Kommentarlink

Also für mich ist spätestens nach diesem Beitrag (Danke @Hadmut) diese ganze Gendergeschichte durch. Das ist und bleibt ein Käse und es wird auch nichts anderes draus. Ja klar, der Experiment wird weitergehen, aber da wo es auf die (freie) Realität trifft wird es zwangsläufig scheitern müssen. In diesen “künstliche” Räume wie Parteien, Medien und im Bildungswesen bzw. staatlichen Organisationen, wo Meinungen vorgegeben bzw. die Meinungsmacher sich unabhängig Ihrer Wirkung festsetzen und halten können, dort kann sowas bisweilen wuchern aber bezogen auf die Gesellschaft als Ganzes und global kann es nicht funktionieren.

Achja die Philosophen… was solls wenns nur blabla ist, sollen die halt schwafeln. Geschenkt!


Alexander
14.9.2012 4:32
Kommentarlink

Anscheinend ist der kleinste gemeinsame Nenner für wissenschaftliches Arbeiten, dass man sich irgendwelchen absurden Kram selbst aus den Fingern saugen muss. Hat bei den Politikern die in letzter Zeit ihren Doktorgrad abgeben mussten irgendjemand begründen können, dass ihre Dissertationen inhaltlich schlechter waren als das Gros der Arbeiten im jeweiligen Fachbereich? Alles was beanstandet wurde war das bewusste oder fahrlässige Ignorieren von Zitierregeln. Die Plagiatsprüfung einer repräsentativen Stichprobe von wissenschaftlichen Arbeiten in den Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften würde wahrscheinlich zu Tage bringen, dass Plagiate dort gängiger Standard sind. Alles was nicht direkt vom Ghost Writer bezogen wurde ist Wissenschaft. Das Frau Butler Professorin ist und Guttenberg kein Doktor mehr, ist doch reine Willkür und entbehrt jeglicher Objektivität.


WikiMANNia
14.9.2012 13:19
Kommentarlink

“Ich habe den Eindruck, dass sie selbst „Gender” nicht annähernd so verbissen und fanatisch sieht wie die dumpfe Masse, die ihr folgt.”

Sowas nennt man gemeinhin:
http://wikimannia.org/Nützliche_Idioten


ich
14.9.2012 15:20
Kommentarlink

SIE IST DER MASSIAS! ICH MUSS ES WISSEN, DENN ICH BIN SCHON EINIGEN GEFOLGT!


thomas w
14.9.2012 18:47
Kommentarlink

@Knorke: Kant war kein Naturwissenschaftler im heutigen Sinne, sondern Universalgelehrter (und deswegen auch in den Naturwissenschaften gebildet). Sowas gibt es heute bekanntlich nicht mehr.

Ich habe aber auch eher den Eindruck, dass hier ohnehin eher die Auffassung vorherrscht, Philosophie, Geistes- und Sozialwissenschaften sollten alle ersatzlos und sofort abgeschafft werden, weil sie für alles schelchte verantwortlich sind. Das alte Klischee halt. Diskutieren kann man da nicht, weil es hier ja offenbar schon eine apodiktische Evidenz der Falschheit dieser Wissenschaften gibt. Sind voll unnütz und produzieren überhaupt gar kein Zeugs, mit dem man was anfangen kann. Und zwar niemals. Eine Diskussion ist doch hier gar nicht mehr gewünscht, sondern dass alle sagen: ja bitte, schafft sie endlich ab! Oder täusche ich mich? Ist jedenfalls mein Eindruck. Finde ich eher langweilig, weil hier nichts abgewogen wird, sondern im Grunde bashing stattfindet. Im übrigen auch das Schubladendenken, welches bei den anderen immer kritisiert wird, selbst 1a weitergeführt wird (“die” Geisteswissenschaftler, “die” Philosophen…sind alle, alle gleich). Öde und unkonstruktiv.


anonKlaus
14.9.2012 23:47
Kommentarlink

Hier eine Studie von 2009 die Datenreihen bis 1950 untersuchte:
http://isites.harvard.edu/fs/docs/icb.topic457678.files/WomensHappiness.pdf

Auszug aus der Einleitung:
“Given these shifts of rights and bargaining power from men to women over the
past 35 years, holding all else equal, we might expect to see a concurrent shift in
happiness toward women and away from men. Yet, in this paper, we document that
measures of women’s subjective well-being have fallen both absolutely and relatively
to that of men. While the expansion in women’s opportunities has been extensively
studied, the concurrent decline in subjective well-being has largely gone unnoted.
One exception to this is David G. Blanchflower and Andrew J. Oswald (2004), who
study trends in happiness in the United States and Britain noting that, while women
report being happier than men over the period that they examine, the trend in white
women’s happiness in the United States is negative over the period. We will show, in
this paper, that women’s happiness has fallen both absolutely and relative to men’s
in a pervasive way among groups, such that women no longer report being happier
than men, and, in many instances, now report happiness that is below that of men.
Moreover, we show that this shift has occurred through much of the industrialized
world.”

Man könnte also deuten: der “Realitätsabschrimdienst” (materiell&informell) den Männer traditionell geboten haben, dürfen und müssen jetzt auch Frauen übernehmen -> Verantwortung+Realität=weniger happy
“Ignorance is a blessing” dürfen vorerst nur noch Kinder praktizieren.

ps.
aus der Studie geht auch hervor, dass die Selbstmordraten fast unverändert blieben:
männer = 4xfrauen


anonKlaus
15.9.2012 12:42
Kommentarlink

Ein weiterer interessanter Aspekt zum Thema aus den USA: “Title IX” und die Nebenwirkungen (eingeführt 1972)

Zitat aus dem Gesetzestext:
“No person in the United States shall, on the basis of sex, be excluded from participation in, be denied the benefits of, or be subjected to discrimination under any education program or activity receiving Federal financial assistance.”

Die Konsequenzen waren, dass eine Quersubventionierung losgetreten wurde: dem Highschool/Collage-Sport für Jungen, welcher sich in grossen Teilen selbst getragen hatte, wurden Mittel entzogen, um Mädchensport zu fördern. Diesen “Prozess” haben viele Sportarten nicht überlebt (Schwimmen, Wrestling uvm.), da man beide Geschlechter bedienen MUSS. Resultat ist: Wenns zu teuer wird lässt man es ganz bleiben.

Im Fokus stehen auch die “Career and Technical Education”-Highschools wie zB in New York: “Aviation High School” oder “Automotive Highschool”
Die zeichnen sich dadurch aus, dass sie in vielen “Rankings” vorneweg marschieren und hervorragende Abschlussquoten produzieren. Die Schüler sind begeistert bei der Sache.
Ihr Nachteil: fast nur Jungen interessieren sich für diese Berufsfelder (80%+)
Die Folgen der TitleIX-Nebenwirkungen für Jungen an diesen Schulen sollten zeitnah untersucht werden.
http://publicadvocategotbaum.com/policy/documents/CTEgirlsreport.pdf

ps.
Eine CTE-Highschool in NY wird von Mädchen dominiert (90%): “Fashion Industries High School”