Vom Ende, dem nicht nur unausweichlichen, sondern sogar bevorstehenden …
Bereuet, das Ende ist nah!
Kennt Ihr den Schrauben-Würth? Industriemilliardär, der hat ziemlich viel Ahnung. Mit Familie angeblich auf Platz 47 der reichsten Menschen der Welt (Forbes Liste), drittreichster Deutscher (nach unten erwähntem Text sogar zweitreichster). Der weiß, wovon er redet.
Der schreibt in seinem Geschäftsbericht für 2025:
Ich selbst kann mit meinen 91 Lebensjahren die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland von Anfang an überblicken und habe alle Höhen und Tiefen miterlebt. Leider muss man feststellen, dass wir uns in diesem beschriebenen Zyklus vom Zustand des Werdens weit entfernt haben.
Die Bundesrepublik Deutschland steuert auf das Ende des Seins zu und ist in großer Gefahr, in den Modus des Vergehens zu rutschen. Der Zustand des Seins lässt sich mit den letzten zwei oder drei Centennien des Imperium Romanum vergleichen: Wohlstand, Leichtlebigkeit, Müßiggang und der Verfall der Strukturen waren damals gang und gäbe und führten in unserer Region im Jahr 495 zum Ende des Römischen Reiches, als die Franken die damalige römische Regionshauptstadt Köln erobert hatten.
Um in meinem Bild zu bleiben, befindet sich Würth heute in der Übergangsphase vom Werden zum Sein: Die Strukturen sind geschaffen, Informatik und Künstliche Intelligenz sind auf einem guten Weg, Führungsstrukturen sind wohl organisiert. Leider beobachte ich, dass man sich in vielen Fällen mit einem oder zwei Homeoffice-Tagen wohl temperiert organisiert hat, seine Pflicht tut, wie sich das gehört.
Hier deuten sich durchaus Parallelentwicklungen zwischen Unternehmen und der Bundesrepublik Deutschland an: Der Wohlstand ist da, die Work-Life-Balance verschiebt sich immer mehr auf kürzere Arbeitszeiten, mehr Urlaub, höhere Löhne bei gleichzeitig möglicher Leistungsreduzierung: Ausgeprägte Indikatoren für den Zustand des Seins, an dessen Ende der Übergang in den Zustand des Vergehens unausweichlich ist – das lehrt die Geschichte.
Letztlich beschreibt er damit durch Wohlstand verursachte Dekadenz.
Die Schwäbische zitiert ihn, allerdings auch mit Textstücken, die ich da nicht gefunden habe, und die wohl aus anderen Quellen stammen:
In einem Essay schreibt Würth nun: „Die Bundesrepublik Deutschland steuert auf das Ende des Seins zu und ist in großer Gefahr, in den Modus des Vergehens zu rutschen.“ Seine Begründung unter anderem: Die Betriebe seien wegen der „unmäßigen Lohnforderungen der Gewerkschaften“ nicht mehr konkurrenzfähig – entsprechend gehen laut Würth zahlreiche Arbeitsplätze hierzulande verloren. Auch beklagt der Schwabe einen „Mentalitätswechsel“ zur Jahrtausendwende: Die Kinder und Enkel der Babyboomer-Generation würden „die Bequemlichkeit lieben“, kritisiert Würth.
Anscheinend aus mehreren Quellen zusammengestückelt, denn deutlicher als in seinem Geschäftsbericht wird Würth in der Augsburger Allgemeinen:
WÜRTH: Ich will diese Diskussion um deutsche Arbeits-Tugenden in die große Weltgeschichte einordnen. Dabei erkennt man: Kein System hat auf Dauer überlebt. Alles unterliegt dem Zyklus des Werdens, des Seins und des Vergehens.
Jetzt wird es philosophisch.
WÜRTH: Bei dieser Einstufung von geschichtlichen Entwicklungen orientiere ich mich an einem Gemälde des Künstlers Giovanni Segantini, das in der Schweiz in einem dem Künstler in St. Moritz gewidmeten Museum hängt. Sein beeindruckendes Triptychon trägt den Namen „Werden, Sein, Vergehen“. Welche Phase in der Geschichte man auch betrachtet, alle Entwicklungen folgen diesem Zyklus, was das Leben eines Menschen oder den Fortgang großer Machtblöcke wie etwa des Römischen Reichs betrifft. Der Aufstieg des Römischen Reichs war eine enorme Leistung. Er gelang ohne Telefon, Internet und Elon Musk. Fast 500 Jahre haben die Römer die Macht über Teile des heutigen Deutschlands ausgeübt.
[…]
WÜRTH: Nach der Phase des Wohlstands, des Wohllebens, der Pracht, ja der Freiheit und des freien Worts wuchsen in Deutschland die Begehrlichkeiten nach mehr Geld und noch weniger Arbeit. Die Work-Life-Balance wurde immer mehr in Richtung Life-Balance verschoben. Forderungen von Gewerkschaftern nach der Vier-Tage-Woche kamen auf. Wir sind jetzt in Deutschland an der Kante vom Sein zum Vergehen angekommen, befinden uns also in einer Phase, in der der Niedergang nicht weit ist.
[…]
Einer Ihrer Lebensgrundsätze lautet: „Schaffe, net schwätze.“
WÜRTH: Natürlich, wir müssen wieder mehr schaffen in Deutschland. Wir müssen fleißiger werden. Es ist doch eine verrückte Idee von Gewerkschaftern, einen Feiertag, der auf einen Samstag oder Sonntag fällt, nachzuholen. Wo sind wir denn? Wer so etwas fordert, muss der Meinung sein, das Geld falle wie Schneeflocken vom Himmel. Dieses Beispiel zeigt, dass wir in Deutschland auf der Kante vom Sein zum Vergehen stehen.
Das ist das sozialistische Schlaraffenlandprinzip von SPD und Grünen: Das Geld tropft vom Baum, kommt aus der Steckdose, man muss es nur einsammeln und umverteilen.
Und die Nummer mit der Work-Life-Balance war eine feministische Aktion. Damit wurde in der Literatur der Gender-Studies begründet, warum man von Frauen nicht die Leistungen wie von Männern fordern kann, weil Leistungsanforderungen frauendiskriminierend seien: Männer arbeiteten gerne und schlügen sich gerne die Nächte in Labors um die Ohren, während Frauen mehr Wert auf Work-Life-Balance legten (vulgo: zu faul sind). Deshalb würde jegliche Leistungsanforderungen Frauen benachteiligen. Und weil Leistungsanforderungen sowieso nur Schwindel seien und der Ausgrenzung von Minderheiten dienten: Quality is a myth.
Und nun ist es eben kaputt.
Nochmal zurück zur Schwäbischen:
Harte Worte eines betagten Mannes, aber auch jüngere Experten wie der Ökonom Daniel Stelter sehen Deutschland seit Langem im „Sinkflug“ und befürchten inzwischen sogar den kompletten „Absturz“ des Landes und seiner Volkswirtschaft. Ifo-Präsident Clemens Fuest konstatiert, dass sich Deutschland „seit Jahren in einem wirtschaftlichen Niedergang“ befindet. Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) spricht von einer noch „nie dagewesenen Lage“. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht den Wirtschaftsstandort gar im „freien Fall“. Doch wie bedrohlich gestaltet sich die Lage des Landes tatsächlich?
Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller, eine schwäbische Familienunternehmerin, die keineswegs für Panikmache steht, zeichnet inzwischen ebenfalls ein düsteres Bild. „Seit Kriegsende war die wirtschaftliche Lage in Deutschland noch nie so dramatisch. Da war Corona nichts dagegen“, sagte die Managerin des Ditzinger Maschinenbauers jüngst in einem Interview mit dem „Handelsblatt“. Es komme alles zusammen: „Marode Strukturen in jeder Hinsicht. Hohe Zinsen, Inflation, Rezessionsgefahr, hohe Energiepreise und die gigantische chinesische Welle, die den europäischen Markt flutet. Gleichzeitig bröckelt die Allianz mit Amerika“, beschreibt die Managerin die Lage.
[…]
Viele Kennzahlen bestätigen die negative Einschätzung der Manager und Wirtschaftsexperten: Die Produktivität in Deutschland stagniert, Bürokratie hemmt Investitionen, Wachstum gibt es nur noch im öffentlichen Dienst und bei den Staatsschulden. Während in der EU mehr Menschen arbeiten, geht die Beschäftigung in Deutschland immer weiter zurück. Allein im ersten Quartal des Jahres 2026 sank die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorquartal um 486.000 Personen oder 1,1 Prozent auf nur noch 45,6 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Bereinigt um die zum Jahresbeginn üblichen Saisoneffekte bleibt immer noch ein Rückgang um 61.000 Menschen.
Und man dachte, man könnte die Arbeitszahlen einfach dadurch verbessern, indem man an der billigsten Zapfsäule „Fachkräfte“ nachtankt.
Laut einer aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts sorgt sich inzwischen jeder fünfte selbstständige Unternehmer in Deutschland um die eigene wirtschaftliche Zukunft. Das Geschäftsklima für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen verschlechterte sich zuletzt auf minus 29,9 Punkte – und damit auf den geringsten jemals gemessenen Wert. Jedes zwölfte Unternehmen sieht seine wirtschaftliche Existenz bedroht.
[…]
Auch die britische Denkfabrik „Centre for European Reform“ stellt der Bundesregierung ein desaströses Zeugnis aus: Statt dem Druck aus China etwas entgegenzusetzen, streuen deutsche Politiker demnach in Brüssel und im Rahmen der großen westlichen Wirtschaftsnationen G7 „Sand ins Getriebe“ – und schadeten der eigenen Wirtschaft. „Paris setzt sich häufig entschlossener für die Interessen der deutschen Industrie ein als Berlin“, so das ernüchternde Fazit der britischen Experten. Der Ausblick ist düster: Ohne besseren Schutz vor staatlich geförderten chinesischen Exporten stehe Deutschland eine Deindustrialisierung bevor – mit Schließungen von Fabriken und schwindenden Fähigkeiten, heißt es in dem Bericht.
Der linke Ansatz, hier einen Luxussozialstaat zu betreiben, und gleichzeitig auf Globalisierung und offene Grenzen zu machen, sich also der billigeren Konkurrenz auszusetzen, funktioniert einfach nicht.
Es gibt eben keine gemeinsame Strategie, sondern ein Kartell aus Linken, in dem jeder Sozenhonk eine Partikularinteressen durchsetzt, auch wenn die sich gegenseitig widersprechen.
Und so sieht das dann in der Praxis aus:
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil muss immer mehr Zinsen für die Schulden zahlen. So wächst der Druck auf den klammen Bundeshaushalt. Es gibt nur einen Ausweg. https://t.co/psoO5z2X4c
— DIE ZEIT (@zeitonline) May 22, 2026
Experten sind deswegen besorgt: »Das aktuelle Tempo der Kreditaufnahme wird den Haushalt spürbar belasten«, sagt Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Der Ökonom geht sogar davon aus, dass die Zinsausgaben des Bundes jedes Jahr um mehrere Milliarden höher ausfallen könnten als erwartet, wenn die Anleiherenditen so hoch bleiben.
Steigen wiederum die Zinsausgaben, schrumpft der finanzielle Spielraum der Regierung. Und der ist schon jetzt gering, weil Deutschland mehr Geld ausgibt, als es einnimmt. Im Etat für 2027 muss Finanzminister Lars Klingbeil eine Lücke von 20 Milliarden Euro schließen, in den darauffolgenden Jahren werden die Finanzierungslücken noch größer. Wie die Löcher gestopft werden sollen, ist unklar.
Zumal sich abzeichnet, dass Klingbeil nicht mit höheren Steuereinnahmen rechnen kann, denn die Wirtschaft entwickelt sich schlechter als erwartet. Für das laufende Jahr erwartet die Regierung nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent. Auch in den darauffolgenden Jahren sieht es nicht viel besser aus.
Wie also kommt man aus dieser Lage ohne Wachstum heraus? Die Schuldenbremse lockern, um die Lücke zu füllen? Das ist politisch schwierig und könnte die Zinskosten noch weiter treiben. Die Steuern erhöhen? Das könnte die Wirtschaft weiter bremsen. Es bleibt nur eine Option, wenn die schwarz-rote Koalition trotz der steigenden Zinskosten handlungsfähig bleiben will: Sie muss sparen – und die Ausgaben stärker begrenzen.
Mit anderen Worten: Wir können uns den Sozialstaat und die Hängematte nicht mehr leisten.
Und das wir nicht nur viele Linke in den Heulkrampf treiben. Wir haben dann ein ganz anderes Problem:
Wir haben das Land mit Millionen von Sozialhilfempfängern vollgepumpt, von denen viele weder arbeitsfähig noch arbeitswillig sind, viele davon aber gewaltbereit und gewaltfähig.
Das Fachblatt für Arbeitsmarkt und Staatsfinanzen, die BILD, schreibt:
2025 ließ sich der Bund die Versorgung und Unterbringung von Asylbewerbern 24,8 Milliarden Euro kosten – das ist ein Rückgang von 3,2 Milliarden Euro im Vergleich zu 2024 und geht aus einer Kabinettsvorlage von Finanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) hervor, die BILD vorliegt.
Wir haben im Staatshaushalt also 20 Milliarden zu wenig und zahlen 25 Milliarden für Flüchtlinge. Auf Bundesebene.
Die meisten Kosten für Flüchtlinge werden zunächst von den Ländern und Kommunen getragen. Diese können das Geld anschließend vom Bund zurückfordern. Dabei betonen Länder und Kommunen jedoch, dass die tatsächlichen Ausgaben höher liegen als die Kompensation durch den Bund, etwa für Integrationskurse, Gesundheit oder Kosten in der Jugend- und Sozialarbeit.
Und denen müssen wir jetzt erklären: Sorry, aber Sozialdeutschland ist abgebrannt, is nicht mehr. Ihr müsste jetzt arbeiten, hungern oder raus hier.
Und das wird sicher lustig.