Ansichten eines Informatikers

Sonnenbrand

Hadmut
19.6.2026 23:36

Eine Anmerkung.

So, Miniurläubchen auch schon wieder vorbei.

Zu Mykonos hatte ich mich schon fluchend geäußert, aber Delos hat es rausgreissen, Delos fand ich sehr interessant, und das war dann auch das, was ich mir unter Urlaub so vorstelle – eine Exkursion, irgendwas entdecken, irgendwo rumlatschen und sich was angucken.

Sagen wir es mal so: Urlaubig im eigentlichen Sinne war es jetzt nicht, aber zumindest den Zweck, mal rauszukommen, das Hirn zu lüften, andere Dinge zu machen, hat es weitgehend trotzdem erfüllt, obwohl mich der juristische Krieg nicht einmal hier in Ruhe ließ. Dazu demnächst mehr.

Was mich aber erstaunt, ist, wieviele Leute mir geschrieben haben, dass ich die Finger von Sonnencreme lassen solle, die verursache Krebs. Lieber solle man sich an die Sonne „gewöhnen“. Einer wies darauf hin:

Da habe ich gestaunt.

Riecht nach Korrelation und Kausalität verwechselt, denn wer viel Sonnencreme verwendet, tut das, weil er oft in der Sonne ist. Post hoc ergo propter hoc.

Ich will es mal so sagen:

Ich habe Sonnenbrand. Aber nur da, wo sich die Sonnencreme abgewetzt hat. Auf den Handrücken am Daumenansatz. Und an den Oberseiten der Armbeugen.

Ansonsten hat die Sonnencreme gut funktioniert. Und wenn ich die Hautstellen vergleiche, dass die Haut da, wo die Sonnencreme wirken konnte, „normal“ ist oder nur etwas „Farbe bekommen“ hat, während sie an den Sonnenbrandstellen der Hände richtig ledrig und verletzt wirkt (gerade reichlich Handcreme mit Kamille draufgeschmiert), kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass es mit Sonnencreme krebsträchtiger sein solle als ohne Sonnencreme.

Zumal mich an dieser zitierte Studie nicht nur sofort stört, dass sie nach Verwechslung von Korrelation und Kausalität riecht, sondern mir auch deshalb dubios vorkommt, weil es verschiedene Wirkstoffe für Sonnencremes gibt und man meines Erachtens Untersuchungen auf diese Stoff und nicht „Sonnencreme“ allgemein betrachten kann. Zumal es auch (teure) Sonnencreme gibt, die kaum wirkt, siehe etwa die Vergleichstests von Stiftung Warentest, wo häufig die billigsten gewinnen und die teuersten als mangelhaft durchfallen. Und wenn die nicht wirkt, handelt man sich freilich Hautkrebs ein.

Außerdem muss ich da immer an den Reiseleiter der Westaustralienreise denken. So ein gegerbter Crocodile-Dundee-Typ, auch irisch-stämmig. Der nahm auch keine Sonnencreme, und hatte eine Haut wie Schuhsohle. Eine fragte ihn mal, ob er keine Angst vor Hautkrebs habe. Seine Antwort: Viermal hätten sie ihm den Hautkrebs schon rausgeschnitten, und er werde dann auch irgendwann einmal an Hautkrebs sterben.

Soviel zu gewöhnen.

Ich gehöre leider zu der Generation, in deren Kindheit es noch hieß, dass Sonnenbrand gesund sei, weil er die Haut erneuere. Da war es kein Urlaub, wenn die Haut sich nicht großflächig abschält. Entsprechend hatten wir als Kinder häufig Sonnenbrand, und heute heißt es, die Haut vergesse nichts, das käme alles als Spätfolge zurück.

Wenn ich die Wahl habe, dann lieber mit Sonnencreme. Auch wenn ich in beiden Fällen an Krebs sterben werde, fühlt es sich nach dem Gebrauch von Sonnencreme einfach besser an.