Ansichten eines Informatikers

1 Liter Wasser in Ano Mera

Hadmut
16.6.2026 22:15

Nachrichten vom Tage.

Ich dachte mir, ich könnte mal ins Landesinnere von Mykonos, nach Ano Mera. Wird empfohlen, wenn man raus aus dem Trubel will. Sieht auf der Landkarte nach einer Tagesreise aus. Das liegt aber am Maßstab. Die Insel ist ja nicht groß, und frappierenderweise ist man schon nach 10 Minuten Autofahrt, dort, es sind ja nur 7km ins „Landesinnere“. Man sieht auch von da das Meer.

Man merkt aber sofort, dass man da „woanders“ ist, denn da kostet die Flasche Sonnencreme dann ab 8 Euro. Hätte ich noch welche gebraucht, hätte sich die Fahrt schon deshalb gelohnt. Ano Mera ist ein ruhiges, kleines Dorf, das dann auch sehr viel mehr nach normalem Wohnen aussieht, da gibt es dann auch eine Wäscherei.

Und es gibt die Sehenswürdigkeit. Ja, sie haben eine. Ein kleines altes Kloster. Mit eigenem kleinem Museum. Habe ich besichtigt.

Ansonsten gibt es da nicht viel, außer für hiesige Verhältnisse günstige Sonnencreme. Und ganz viele Restaurants.

Weil mir das ganze gebratene Zeugs etwas zuviel wurde und ich ja auch inzwischen einen Wanst vor mir herschiebe, habe ich es heute mal bei einem griechischen Salat und einem Mineralwasser belassen.

Der Salat war sehr, sehr gut.

Das Wasser hat für eine Überraschung gesorgt. Ich hatte mir den Luxus erlaubt, das Wasser mit Kohlensäure zu bestellen, und da gab es „big“ für 5 und „small“ für 3 Euro zur Auswahl. Ich frage, wieviel das so ist. Er zeigte mit der Hand und sagte, die kleine sei 0,25 und die große 1 Liter. Dann nehme ich die große.

Ich bekam also eine gut gekühlte (Glas!-)Flasche der Marke Souroti. Die hat auch sehr gut geschmeckt. Mir fiel aber auf, dass es „nur“ 0,75 Liter waren. Stört mich nicht, hat mehr als gereicht, ich hatte noch einen fingerhohen Rest drin gelassen, weil das nicht mehr ins Glas gepasst hatte, ich hatte zu früh nachgeschüttet.

Chef wollte wissen, ob es auch geschmeckt hat. Ja, wunderbar, ich bin begeistert, gebe auch Trinkgeld und so weiter unterhalte mich noch mit dem, habe ihn im Laufe des Gesprächs aber erwähnt, dass er da vorsichtig sein müsse, wenn Deutsche kommen, es gäbe nämlich in Deutschland Leute, die wenn 1 Liter angesagt sind, 0,75 gar nicht akzeptieren würden. Das kann bei Deutschen schief gehen. Das fand er überraschend, denn bisher habe er solche Probleme noch nie mit Deutschen, aber oft mit Amerikanern gehabt. Die Deutschen seien ihm gern gesehene Gäste. Auf die Amerikaner sei er dagegen nicht gut zu sprechen.

Ich hatte also bezahlt, mich nett und freundlich von ihm verabschiedet, der auch ganz nett und so, als er mir zurief, nein, ich solle noch nicht gehen. Ich dachte, ich bekomme jetzt, wie manche andere Gäste, noch einen Ouzo. Das bringt mich immer in Seelennöte, weil ich a) keinen Alkohol mag, b) keinen Alkohol trinken will, c) keinen Alkohol trinken soll (wurde mir vor 35 Jahren wegen der Chemotherapie gesagt, weil die die Leber schädigt), d) ich nicht weiß, wie ich auf Alkohol reagiere, aber so gar nicht damit konform ging, wie manche meiner Sippe auf Alkohol reagierten und ich mich nicht genauso aufführen will, und d) mit dem Auto unterwegs bin und erst gar nicht in die Situation geraten will, in irgendwelchen Schwierigkeiten etwas anderes als 0,000 Promille zu haben. Nein, nein, was anderes.

Er brachte mir dann lachend eine der kleinen 0,25-Flaschen für auf den Weg, weil „Jetzt ist es ein Liter!“. Großer Lacher, Herrlich. Ich solle doch wieder kommen.

Also bin ich dann zurück zum Auto und habe dort noch ein gut gekühltes 0,25-Liter-Fläschchen Souroti-Mineralwasser (mit Kohlensäure) genossen.

So kam es heute, dass ich zu einem hervorrangenden griechischen Salat und einem ganzen Liter Mineralwasser in Ano Mera kam.