Ansichten eines Informatikers

Warum die Universitäten immer blöder werden (müssen)

Hadmut
8.6.2026 20:46

Ein Professor erklärt es mir.

Zu ihrer Studienzeit gab es noch die C-Besoldung. Diese wurde 2002 durch die W-Besoldung der Hochschullehrer ersetzt. Idee war, man zahlt ein (bescheidenes) Grundgehalt (das unter der bisherigen C-Besoldung liegt) und die Professoren haben die Möglichkeit, zusätzlich eine Leistungszulage für gute Lehre oder für zahlreiche Publikationen zu bekommen. Wenn ich also in einer Berufskommission sitze und es kommt ein Bewerber, der einen tollen Vortrag hält und der auch viel publiziert hat, werde ich natürlich gegen den Betreffenden stimmen, weil ich sonst ja nie eine Zulage bekomme (beliebtes Argument: der geht doch eh bald woanders hin – man nimmt also nur Bewerber, die sonst keiner will). So hat man strukturell dafür gesorgt, dass das Niveau immer mehr sinkt.

Das ist ein guter Punkt.

Zu meiner Zeit (C3- und C4-Professuren) war das schon so, dass die Professoren bei Berufungen keinen wählten, der gleich schlau oder gar schlauer als sie war, weil sie ja dann schlecht gegen den aussehen würden. Und zumindest in der Karlsruher Informatik war ja die Ausgangslage schon miserabel, weil kaum einer der Professoren selbst Informatiker war. Das waren alles Leute aus anderen Fächern, die in ihren eigenen Fächern nichts geworden sind. Und als man dann in den 70er, frühen 80er Jahren plötzlich Informatikfakultäten brauchte, hatte man das Henne-Ei-Problem: Woher nehmen, wenn man noch keine Ausbildung hat. Also besetzte man die Professuren damals einfach mit denen, die zuerst „Hier!“ riefen. Man sagten damals, dass Informatik-Professoren deshalb C-Professuren haben, weil sie C-Liga sind. Mehr so Kreisklasse.

Das lief dann so wie beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk: Es gibt jedes Jahr eine feste Zahl von Auszeichnungen, und die werden auch vergeben, egal wie schlecht das Programm war. Also stellt man Honks ein, die im Niveau unter einem liegen, damit man selbst an die Auszeichnungen (und Spitzengehälter) kommt. Informatikfakultäten funktionierten schon zur C-Zeit genauso.

Daran, dass das seit der W-Besoldung durch die Zulagen noch massiv verschärft wurde, hatte ich noch nicht. Ich hatte immer nur darüber geschrieben, dass Professoren dadurch von solchen Leuten wie Merkel und Schavan abhängig wurden, weil man das nötige Geld nur noch dann bekam, wenn man auf den akademisch Strich ging, der Regierung in den Arsch kroch und ihnen in Gutachten und Studien schrieb, was immer sie haben wollten.

So wurden dann Klimakrise, Rechtsextremismus, Feminismus gemacht. Mach Professoren erpressbar und sie von Zuwendungen abhängig, und sie werden Dir jedes beliebige Gutachten und jede bliebige Studie schreiben. Zumindest manche von ihnen.

Wenn man dann aber noch per Frauenquote welche auf die Professuren setzt, die einfach gar nichts können und nur Gender faseln, sind die noch abhängiger und erpressbarer, weil Gutachtenhure der einzige Weg ist, überhaupt noch an Geld zu kommen.

Und wie nennt man das alles?

Spieltheorie.

Das ist so ähnlich, wie dass ein Sozialgeldempfänger gerade überhaupt keinen Grund hat, zu arbeiten. Das strengt an und bringt nicht mehr Geld. Deshalb sitzen da ein Haufen Leute, die ihr Geld, die Zulangen zum dünnen W-Gehalt, einfach nur damit machen, dass sie bei Berufungen dafür sorgen, dass alle anderen Professoren noch schlechter sind.

Spieltheorie eben. Man verhält sich so, dass man dabei mit dem geringsten Aufwand den meisten Gewinn abholt.