Der prototypische Fall der Melanie Amann
Vom Zustand des Journalismus.
Ich mag keine Talkshows. Aus vielen Gründen.
Einer der Gründe ist, dass da immer dieselben Leute sitzen und immer denselben Quatsch erzählen. Und zu den Untergründen für diesen Großgrund zählen Leute wie Ulrike Herrmann und Melanie Amann. Beide stehen in meiner Wertschätzung ganz unten, wozu irgendwo auch deren auf mich sehr unsympathische Mimik beiträgt. Herrmann grinst als Argumentation immer so süffisant-herablassend, als verfüge sie über die heilige Wahrheit und belächle jeden anderen weil ihrer Weisheit unterlegen. Melanie Amann dagegen schaut oft und gerne so angewidert killerhaft, als wolle sie gucken wie Lee Van Cleef und den Gegner umlegen.
Ich halte die Dauerpräsenz solcher Leute für ein Elementarproblem des deutschen Rundfunks. Ich frage mich immer, wie man solche Leute überhaupt einladen kann. So ab und zu mal vielleicht zum Vorführen, aber doch nicht ständig. Und schon gar nicht als relevante Meinungen. Ich halte die Frau in ihrem gesamten Auftreten für indiskutabel.
Die war ja mal stellvertretende Chefredakteurin beim SPIEGEL, und ich dachte mir, na, die passen zusammen, Inzwischen ist sie aber „Chefredakteurin Digital der Funke Zentralredaktion“. Das Gehalt wird dick sein, aber was die sich dabei gedacht haben, erschließt sich mir nicht.
Gerade ist großes Geschrei auf X (Twitter), weil inzwischen einen eigenen Videopodcast und sich damit blamiert hat: Die wollte da wohl Harald Martenstein dafür rösten, weil er einen normalen Umgang mit der AfD für angebracht halte. Das passt ihr natürlich gar nicht. Das ganze Video (eine Stunde) findet man hier Wie oft haben Sie schon AfD gewählt, Herr Martenstein? | Amann Unframed Das hört sich schon nach Abklatsch von „Ben unscripted“ an.
Ich muss mir das mal anschauen, denn viele Leute schreiben, dass „unframed“ ein Hohn sei, weil jeder einzelne Satz von ihr massiv links gefärbt sei und sie einfach alles links framed. Ich habe mal so ein bisschen drin rumgezappt. Sie geht wie wild auf die AfD los und greift Martenstein dafür an, dass er für einen normalen Umgang mit der AfD eintritt, weil die nun einmal den Wählerwillen repräsentieren, während Amann so auf dem Geth-gar-nicht-Trip ist und jeden dafür bestraft, der der AfD auch nur irgendetwas zugesteht. Da geht es um den typischen Linken Alleinherrscheranspruch.
Frau Amann sollte ihr neues Podcast-Format "Amann [un]framed" lieber "Absolut [ge]framed" nennen!
Es ist wirklich erstaunlich, dass sie nicht merkt, dass sie in jedem zweiten Satz wertende Aussagen trifft u. genau damit den "Frame" setzt!
Als Sprachrohr für Propaganda ist… pic.twitter.com/D0KHL7etpv
— ADLER 🇩🇪 (@ADLER4715681) June 5, 2026
Martenstein lässt sie gut auflaufen. Amann macht eine so schlechte, peinliche und unseriöse Figur, dass manche schon unken, ihre zweite Sendung sei auch schon wieder ihre letzte gewesen.
Ich will da aber gar nicht so sehr auf Amann speziell herumhacken. Erstens tun das schon ganz viele andere, und zweitens spricht ihr Auftreten schon für sich.
Mir geht es eher darum, dass die von Rundfunk und Presse ja immer noch als „Journalistin“ hingestellt, dafür gehalten wird. Das ist aber doch unter aller Sau, was die da bietet. Und das ist ja auch kein einmaliger Aussetzer, so tritt die ja schon lange in Talkshows auf. Wie also kommt einer der größten Verlage, die Funke Mediengruppe, dazu, so jemanden zum Chefredakteur zu machen?
Alle regen sich gerade darüber auf, was für einen Mist Amann da von sich gibt.
Geschenkt.
Aber ich rege mich darüber auf, dass andere sie immer noch für eine „Journalistin“ halten. Was für ein Bild, was für ein Selbstbild muss der Journalismus von sich haben, wenn man so etwas für Journalismus hält? Das hat doch mit Journalismus gar nichts mehr zu tun, das ist Marxismus, und selbst darin noch ein Vulgärmarxismus.
Und dann die Aussage, dass man die Meinungsfreiheit beschneiden wolle, wenn man den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abschaffen will. Als ob der Rundfunk der Meinungsfreiheit diene. Und das meine ich nicht nur ironisch oder kritisch, das meine ich im verfassungsrechtlichen Sinne: Der Rundfunk dient nicht der Meinungsfreiheit, das ist nicht seine Aufgabe.
Eine solche Aussage zeigt wieder, dass „Journalisten“ von den Begriffen, die sie zu verteidigen vorgeben, eigentlich gar keine Ahnung haben. Ich hatte das schon beobachtet und beschrieben, dass kaum ein Journalist den Unterschied zwischen Presse und Rundfunk verstanden hat, sie aber alle felsenfast davon überzeugt und beseelt sind, sie seien die Hüter der Verfassung – obwohl sie sie nicht einmal verstanden haben – und die AfD seien die Verfassungsfeinde.
Die Leute haben einfach gar nichts verstanden und hantieren mit den bekannten und heiligen Verfassungsbegriffen, fuchteln damit herum, um Kampfrhetorik zu betreiben. Begründen können sie nicht. Das ist alles nur so gefühlt, moralig, dass man sich wie ein Christbaum behängt mit den guten, positiv konnotierten Begriffen („Wir sind die Guten, die Retter der Welt.“) Das hat gar nichts mit Wissen zu tun.
Ja, Ihr könnt Euch aufregen über Melanie Amann und ihr blödes Geschwätz. Soviel Ihr wollt. So viel es Euch Spaß macht. Enjoy!
Wichtiger wäre es aber, sich über die aufzuregen, die Melanie Amann für eine Journalistin halten, obwohl man doch sehen kann, wie die denkt, wie die tickt, wie die funktioniert. Nicht Melanie Amann ist das Problem. Das Problem ist ein so niveauloser Vulgärjournalismus, der eine wie sie für einen von sich hält. Man kann kein seriöser Journalist sein, wenn man sie ebenfalls für eine Journalistin hält, weil man sich dann mit ihr auf eine Stufe stellt.