Ansichten eines Informatikers

Airbus A320neo

Hadmut
5.6.2026 20:14

Damit das nicht so aussieht, als würde ich immer nur über Boeing schreiben.

Offenbar gibt es da gerade große Probleme mit einem Triebwerkstyp:

Übersetzung:

Ist der Luftfahrtmarkt verrückt geworden? Sieht ganz so aus. Schaut euch das an. Airbus-A320-Neo-Flugzeuge mit wenigen Nutzungsjahren werden demontiert, um sie Stück für Stück (Teile) zu verkaufen. Warum? Wegen der Pratt-&-Whitney-GTF-Triebwerke insbesondere. In vielen dieser Triebwerke wurden Fertigungsfehler entdeckt, was dazu führte, dass die jeweilige TOW (Time On Wing) erheblich reduziert wurde. Die Überholungen sind häufiger und zeitaufwendiger (können bis zu 250 Tage dauern! …), als geplant, und das zwingt viele Flugzeuge dazu, monatelang am Boden zu bleiben. Nun zu den Zahlen. Die Leasingrate für ein GTF-Triebwerk liegt bei rund 200.000 Dollar/Monat, während das Leasing eines vollständigen A320 Neo mit diesen Triebwerken 400.000/Monat kostet. Das heißt, der Eigentümer des Flugzeugs zieht es vor, es zu zerlegen, um die Triebwerke zu leasen, und nutzt den Rest, um mit dem Verkauf oder der Vermietung anderer Komponenten noch ein bisschen Geld zu verdienen. In der Zwischenzeit leidet der Weltmarkt unter dem Mangel an Flugzeugen. Es fehlte nur noch zu sagen, dass A320-Neo-Modelle mit CFM-Leap-1A-Triebwerken nicht von diesem Problem betroffen sind.

Verschiedene Leute merken an, dass die Bilder in den Tweets Murks sind, weil sie 737 und andere Flugzeuge zeigen, die mehrheitlich CFM LEAP-1B Triebwerke haben, die von dem Problem gar nicht betroffen seien, weshalb die Bildauswahl Illustrationsquatsch ist. aber die Texte stimmen wohl schon. Die KI erklärt mir dazu

Der Pratt & Whitney GTF (Geared Turbofan) ist ein hochmodernes Flugzeugtriebwerk, das dank eines speziellen Untersetzungsgetriebes den Fan (vorderer Ventilator) und das Kerntriebwerk entkoppelt. Dadurch arbeiten alle Komponenten im jeweils optimalen Geschwindigkeitsbereich, was den Treibstoffverbrauch um bis zu 20 % senkt und die Lärmbelastung um 75 % reduziert.

Ja, schön. Da gab es aber wohl irgendwelche Montageprobleme, die die Einsatzzeit dieser Triebwerke drastisch verkürzen und deshalb jede Menge Flugzeuge ohne funktionierende und einsatzfähige Triebwerke rumstehen. Es soll angeblich irgendwas mit den Turbinenschaufeln zu tun haben.

In diesem Video wird etwas dazu erklärt. Demnach geht es um die „turbine discs“, also die Turbinenräder, mithin also die gesamten Dinger, an denen die Schaufeln hängen. Und dabei soll es beim „Metall Pulver“ zu Verunreinigungen gekommen sein. Ich würde mir daraus zusammenzuphantasieren, dass diese Schaufeln irgendwie aus Metallpulver geschmolzen oder gesintert werden, und tatsächlich findet man, dass es gesinterte Turbinenschaufeln gibt. Was ist „sintern“? Sintern heißt, dass man das Material (z. B. Metall) nicht vollständig schmilzt und gießt, sondern ein Granulat nur anschmilzt und unter hohem Druck verbindet, damit es einen festen Körper gibt, ohne dabei völlig flüssig geworden zu sein. Und wenn dann das Metallpulver verunreinigt ist, dann hält das Material nicht.

Und demnach heiße das nicht, dass das Triebwerk nur ausfällt, sondern „uncontained failure“ – heißt, dass es nicht mehr contained ist. Und contained meint, dass, was immer im Triebwerk schief läuft, innerhalb des Triebwerksgehäuses bleibt, und die Flugzeugstruktur nicht gefährden kann. „Uncontained“ heißt dann aber eben, dass einem die Scherben um die Ohren fliegen und nicht innerhalb des Triebwerks bleiben, und damit das Triebwerk nicht nur ausfällt, sondern die Teile davon das Flugzeug treffen können. Und das heißt in der Regel Absturz, alle tot.

Dafür kann Airbus zwar eigentlich gar nichts, aber sie sind nun einmal die, die diese Triebwerke am meisten einsetzen. Und wenn einem in der Luft die Turbinenschaufeln das Flugzeug durchlöchern, hilft einem das Detail, ob nun der Flugzeug- oder der Triebwerkshersteller dran schuld ist, auch nichts mehr.