Ansichten eines Informatikers

Belgien und der dubiose Überweisungsdienstleister Wise

Hadmut
2.6.2026 2:55

Alles ganz anders?

Ich hatte neulich berichtet, dass ich Datenschutzbeschwerde gegen die Wise-Bank erhoben hatte und Belgien – Bankenaufsicht, Datenschutzbeauftragter, Botschaft – sich einfach tot stellt. Ich hatte die Frage aufgeworfen, wie eine Bank eine Bankenlizenz bekommen kann, die offensichtlich gegen die DSGVO verstößt.

Überraschung:

Aus dem letzten Link (Manager Magazin):

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Zahlungsdienstleister Wise wegen Überweisungen, die mutmaßlich im Zusammenhang mit Betrug, Korruption und Drogenhandel stehen. Das Unternehmen weist „Fehlverhalten“ von sich. Der Aktienkurs bricht ein. Die belgische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Geldwäsche gegen den europäischen Zweig des Überweisungsdienstleisters Wise. Die Ermittlungen laufen schon seit dem vergangenen Jahr und „nähern sich ihrem Ende“, wie die Staatsanwaltschaft der AFP am Montag bestätigte.

Ein früherer Artikel war wohl der des SPIEGEL: Die schmutzigen Kunden des Zahlungsdienstleisters Wise

Das Fintech Wise verspricht einfache und kostengünstige Überweisungen ins Ausland. Doch eine internationale Recherche zeigt, wie Kriminelle das Angebot der Firma nutzen. Schaut das Unternehmen nicht genau genug hin?

Ein Leser fragt an, ob ich das angestoßen hätte oder meine Beschwerde das beeinflusse.

Glaube ich nicht.

Eher andersherum. Das könnte der Grund sein, warum sich die belgischen Behörden tot stellten und sich nicht rührten.

Es könnte außerdem der Grund sein, warum mir Wise sofort, innerhalb weniger Stunden, gekündigt hatte. Vielleicht haben die mich für einen Schnüffler gehalten. Oder jemanden, der polizeiliche Ermittlungen anzieht, weil ich ja damals gerade ein Strafermittlungsverfahren am Hals hatte.

Mit blühender, ungezügelter Phantasie könnte man sogar auf den verwegenen Gedanken kommen, dass die vielleicht nur deshalb überhaupt eine Banklizenz bekommen haben, damit man selbst zuständig ist und selbst gegen die ermitteln kann.

Das könnte noch lustig werden.

Vielleicht war das sogar gut, dass ich gleich wieder rausgeflogen bin, wenn das so eine kriminelle Bude ist.

Warten wir also ab, was dabei herauskommt. Vielleicht ist das ja auch nur ein Aktiencoup, und in Wirklichkeit sind die Staatsanwälte die Kriminellen, die sich Aktien kaufen und dann „Fehlalarm, alles gut bei denen“ verkünden.