Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Bin ich verbittert?

Hadmut
12.11.2021 4:05

Anmerkung in eigener Sache.

In den letzten Wochen haben mir drei oder vier, vielleicht fünf, habe nicht mitgezählt, Leute geschrieben, ich würde mich „verbittert“ anhören.

Es ist in der Zahl der Zuschriften nicht signifikant, ich bekomme viel mehr „weiter so!“-Zuschriften. Trotzdem denke ich darüber nach. Soweit das geht, denn die bisherigen haben das nicht begründet. Man kann ja nicht viel damit machen, wenn einem das einer einfach so als Begriff an den Kopf wirft.

Zumal mir natürlich klar ist, und sich immer öfter zeigt, dass da in irgendwelchen Kreisen auch Listen zirkulieren, die alles und jeden, der nicht konform geht, mit zwei, drei Begriffen beschreiben um zu erklären, warum jemand nicht auf ihrer Linie ist. So bin ich zum wiederholten Mal von Fernseh- und Rundfunkteams angeschrieben worden, die mich gerne als „Männerrechtler“ interviewen wollten. Das habe ich jedesmal mit sehr deutlichen Worten abgewiesen, weil die Leute damit schon zu erkennen geben, dass sie mich oder mein Blog überhaupt nicht kennen, denn ich bin nicht nur kein Männerrechtler, ich halte das auch für blöd und unlogisch, denn wenn man Frauenrechte für einen Fehler hält (sofern sie nicht mit den biologischen Besondernheiten zu tun haben), kann nicht mit Männerrechten daherkommen. Wäre ja genauso unsinnig. Ich finde das dann auch beleidigend, wie dämlich diese Rundfunkanfragen daherkommen, auf welchem oberflächlich-geistlosem Niveau daherkommen, und dann erwarten, dass man mit ihnen auf diesem Niveau spricht oder noch darunter, weil sie ja auf einen herabblicken wollen. Aber: Da gibt es fraglos Listen, gab ja auch schon öffentliche, in denen ich da als „Männerrechtler“ geführt werde, und dann kommen die damit an, dass sie auf mein Blog gestoßen wären.

Zweifellos gibt es auch Listen, in denen steht, dass ich „verbittert“ wäre, weil es ein Grundprinzip nicht nur Linker, sondern überhaupt des akademischen und geisteswissenschaftlichen Umfeldes ist, jeglichen Dissenz, jegliche Kritik immer auf irgendeinen mehr oder weniger schweren psychopathologischen Befund in der Sphäre des Abtrünnigen zurückführt. Das habe halt einen persönlichen Grund, warum derjenige sich nicht der reinen, wunderbaren, heiligen Meinung anschließe.

Es hat auch damit zu tun, dass man sich links ein System zusammenlügt, das man für das Schlaraffenland hält, und in dem niemand benachteiligt oder geschädigt wird. Wenn dann einer das Maul aufmacht und ruft, dass es eben doch eine Sauerei ist, dann will man das nicht wahrhaben, weil man sich doch für so wunderbar und gerecht hält, und erwartet, dass jeder das Maul hält und zufrieden ist. Ist das einer nicht, dann wird der unter subjektive Gründe eingeordnet, die nur bei ihm und nicht im System liegen können. Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass ich da bei Journalisten und in linken Kreisen mit drei, vier kategorisierenden Worten wie „Männerrechtler“, „Rechter Blogger“, „verbittert“ beschrieben werde. Hat man ja neulich in der causa Annalena Baerbock gesehen. Wenn sie mich überhaupt erwähnt haben, dann fast nie mit Namen, nur „Berliner Blogger“. Und wenn dann doch mal mit Namen, dann mit Attribut „Rechter Blogger“. Steht halt in irgendwelchen Wikis und Verleumdungskatalogen so.

Deshalb gebe ich da auch nicht übermäßig viel drauf.

Nun aber schreibt einer mehr als nur ein Wort dazu:

Hallo, Hadmut,

eines vorweg: ich lese jeden Tag dein Blog, bin quasi (sic!) süchtig danach.

Ist halt leider nur unidirektional. Du schreibst, ich lese.

Deswegen schreib ich jetzt mal.

Ich komme mal gleich auf den Punkt, falle sozusagen mit der Tür ins Haus.

Beim Lesen deiner Texte sagt meine Amygdala (ha!), „der Typ tickt genauso wie ich“. Die Schreibweise, die Wortwahl, die analytische Schärfe, die Logik.

Aber, es gibt einen Unterschied. Und das ist deine zunehmende Verbitterung. Oder auch Wut. Ich registriere es peu-à-peu, deine Texte werden zunehmend ärgerlicher.

Und du hast dich auf Frauen (dazu komme ich noch), den „Sozialismus“ und den „Kommunismus“ eingeschossen. Die beiden letzteren sind erstmal nur Begriffe. Die Frage ist, was steckt dahinter, was ist des Pudels Kern?

Die heutigen Linken, Sozialdemokraten und Grünen sind keine Sozialisten, Kommunisten oder sonstwas. Es sind schlichtweg nur Parasiten.

Das wirkliche Konzept des Sozialismus und Kommunismus basiert auf LEISTUNG. Das muss man verstehen. Du bist im Westen aufgewachsen, ausgebildet und geformt worden.

Das macht es schwerer, diesen dialektischen Widerspruch zu verstehen.

Der Leitspruch im (DDR) Sozialismus lautete : „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung“. Quit pro quo. Und das wurde durchgesetzt. Arbeit war Pflicht. Hatte natürlich auch Kehrseiten.

Insbesondere was wir heute „persönliche, individuelle Freiheit“ NENNEN.

Leitspruch im Kommunismus war „…jedem nach seinen Bedürfnissen“. Das setzt noch viel mehr LEISTUNG voraus. Denn sonst ist ja gar nicht genug da, was verteilt werden kann.

Es gab kaum Parasiten.

Heute gibt es ca. 40-50% Parasiten. Entspricht so ziemlich der Abgabenquote.

Was die Frauen betrifft: Ich mag sie und wir brauchen sie. Die echten Frauen meine ich. Nicht die Esken oder Dreyer und dergleichen, die sind bösartig. Baerbock z.B. ist was Anderes, ist ne echte Frau, leider nur strunzdumm.

Und dann gibt’s noch die klugen Frauen (meine z.B.) . Die sind aber momentan etwas abgeschreckt von deinem Duktus.

Hier liegt der Schlüssel. Ich glaub, evolutionstechnisch.

Das Prinzip wird grade massiv missbraucht, siehe Frauenquote, Merkel, Leyen, Lagarde usw.

Dazu will ich natürlich mal was sagen.

Alle Frauen kann ich nicht so verschreckt haben, ich habe nämlich viele Leserinnen und viele, die mir schreiben.

Es müsste auch eigentlich – zumindest bilde ich mir das ein, vielleicht ist es aber doch nicht so, wie ich mir das vorstelle – ersichtlich sein, dass sich mein Groll nicht gegen Frauen, sondern gegen Feminismus, Genderismus, Feministen, Lesbenpolitzirkus, und vor allem Frauenquoten, Frauenförderung, und diese absurde Vergötterung der Frau als das unfehlbare, stets nur geknechtete untdrückte Opferwesen unermesslicher Güte und die Verteufelung weißer Männer als die für alles Böse und schlechte Verantwortliche wendet.

Da ich mich als Gegenpol zum Mainstream verstehe, und meine Kapazität beim Schreiben und die der Leser beim Lesen endlich und deutlich begrenzt ist, konzentriere ich mich natürlich auf die Prioritäten.

Tschuldigung, wenn ich das mal so sage, aber: Ich erwarte von meinen Lesern, dass sie das merken und begreifen. Ich bin hier nicht so eine Wohlfühl-Illustrierte. Wer hier nur zwei, dreimal reinguckt und meint „Gottogott, der schreibt frauenfeindlich!“ – sorry, aber der/die kann mir als Leser gestohlen bleiben. Ich bin nicht das ZDF. Und meine Zielgruppe ist auch nicht die des ZDF.

Man kann es nun mal – vor allem als einzelner Autor, der auch nicht mehrere Programme oder unterschiedliche Sendungen anbieten kann – nicht allen recht machen. Egal, wie ich es mache, es wird immer irgendwem nicht gefallen. Also schreibe ich es so, dass es dem primären Zweck meines Blogs, nämlich der Wahrnehmung meiner Meinungsfreiheit dient, und damit meiner Meinung möglichst deckungsgleich ist, und zweitens so, dass ich auch ein mainstreamkritisches Publikum erreiche.

Dazu gehört zwangsläufig und unausweichlich, dass es nicht allen gefällt.

Würden mir alle schreiben, dass sie mein Blog toll fänden, könnte es seinen Zweck nicht mehr erfüllen, unbequem, kritisch zu sein.

Und deshalb nehme ich es auch ganz bewusst in Kauf, dass manche Frauen mein Blog schlecht finden oder sich verschreckt fühlen. Nicht nur, weil ich eben nicht die Brigitte oder Cosmopolitan oder Bild der Frau herausgebe, sondern weil ich es für erforderlich halte, dass sich einige Frauen verschreckt fühlen, weil sie sonst gar nicht merken, was für einen gesellschaftlichen Schaden sie mit ihrem Konsens anrichten. Jede Frau, die zum Feminismus/Genderismus schweigt und damit stillschweigend durchgehen lässt, dass sich andere als ihre Vertreter, als ihre Repräsentanten ausgegeben, fügt der Gesellschaft Schaden zu. Mein Blog nicht zu mögen ist der erste Schritt zur Besserung, zu merken, dass die Welt der Frauenförderung, -bevorzugung, -vergötterung eben nicht die heile tolle universell schöne Welt ist, als die sie verkauft wird. Und sorry, aber viele Frauen merken das eben nur, wenn man ihnen verbal auf die Zehen tritt. Intellektuell kommt das nicht bei allen an. Sorry, ist so.

Ich will aber auch gar nicht bestreiten, dass ich mich verbittert anhöre.

Ich bin verbittert.

Was sollte ich wohl sonst sein? Ich verstehe die Erwartungshaltung dieser Leute nicht, dass ich irgendetwas anderes als verbittert sein sollte. Was denn überhaupt?

Was soll ich denn sein?

Belustigt? Erfreut? Milde? Bisschen enttäuscht? Zufrieden? Aufgeben, einfach vergessen?

Komischerweise schreiben die Leute nicht, was ich denn dann eigentlich sein sollte.

Verdammt nochmal, ich halte es auch rational und systematisch für richtig, verbittert zu sein, ich nehme mir das Recht heraus, verbittert zu sein, und ich betrachte es als Teil meiner Meinungsfreiheit, mich auch so zu artikulieren, wie ich es meine. Ich halte es sogar für erforderlich, verbittert zu sein und auch so zu klingen, ich halte es für authentisch.

Denn: Ich schreibe hier nicht als objektiver, unbeteiligter, unparteilicher Beobachter. Ich schreibe hier als Geschädigter. Eigentlich dürfte ich das gar nicht schreiben müssen, denn eignetlich wäre das Aufgabe der Presse und des Rundfunks. Aber wie ich mal in einem Interview erklärt habe: Die Überlegung zum Anfangen dieses Blogs war, dass wenn es mit Presse und Rundfunk nicht geht, dann muss es eben ohne gehen, dann mache ich es eben selbst.

Ich halte es für ein Gebot der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, in diesem Widerspruch und Zwiespalt, gleichzeitig Geschädigter und Berichterstatter zu sein, was sich ja schon nicht problemlos verträgt, nicht so zu tun, als sei ich neutral und unparteiisch. Ich habe nicht nur nicht das Ziel, nicht verbittert zu klingen, sondern ich würde es geradezu für eine Täuschung des Publikums halten, in eigener Sache zu schreiben und sich als objektiver, neutraler Beobachter zu gerieren.

Und es würde die Kritik zu milde machen, würde der Bösartigkeit und Gemeinschädlichkeit des Linken, des Feminismus, des Genderismus, dieser political correctness, schlicht nicht gerecht. Es würde den falschen Eindruck erwecken, dass es nur Kritiker gäbe, aber keine Geschädigten. Man würde damit diesem „Narrativ“ dienen, dass weiße Männer ja nur Angst um ihre Privilegien hätten und das nur deshalb kritisierten. Man muss sich dieser Lüge entgegenstellen. Und das tut man nicht, wenn man den Schaden verschweigt.

Freilich heißt es, und das mit einigem Recht, dass man selbst immer sein schlechtester Anwalt ist.

Weiß ich.

Aber einen anderen als mich selbst habe ich ja auch nicht gefunden, weder im realen, noch im übertragenen Sinne. Es hat auch keiner das Wissen in dieser Mischung, das ich habe.

Es hat aber noch einen anderen Grund.

Ich bin 55 und merke inzwischen doch deutlich, dass ich gesundheitlich und körperlich nicht mehr da bin, wo ich früher mal war. Ich merke, dass ich mich auf dem absteigenden Ast bewege.

Ich habe inzwischen auch meinen Job als Informatiker nicht mehr, halb bin ich von selbst gegangen, halb hat man mich herauskomplimentiert. War für mich nicht mehr erträglich, es kam aber auch noch das Mobbing und die Verleumdungskriege von links dazu, bei denen man auch merkte, dass die Zugriff auf Insiderdaten und das Unternehmen unterwandert haben. Dann noch ständiges Geblubber mit Frauenquoten, Frauenförderung, Black Lives Matter, Frauen in allen Spitzenpositionen, die da aber inhaltlich nichts mehr machten und nur noch dysfunktional waren, samt muslimischer Kopftuchassistentin, und ständigem political correctness Dauergetrommel. Eine ziemlich verblödete IT. Und ein bevorstehender Betriebsübergang ins Nirwana. Da habe ich den Abschied mit freundlichem Handschlag gewählt und mich entschieden, bis zum Erreichen der Rente eigentlich nicht mehr – nicht mehr regulär – in der IT-Branche zu arbeiten, die ich für geistig ziemlich vermüllt halte (was ich ja auch gelegentlich schon beschrieben habe) und mich mit Bloggen zur Rente zu arbeiten. Was ja dann auch den Vorstellungen Linker und der Feministinnen entsprechen müsste, denn die Berliner Antifa wollte mich ja unbedingt aus dem Job drängen. Zumindest in dem Punkt sind wir uns da ja nun einig, und ich hatte das ja auch vorher angekündigt, dass wenn ich aus dem Job gedrückt werde, ich 100% in das Blog stecken werde. Was mich natürlich auch beweglicher macht, ich habe meine neue Zeit- und Reisefreiheit ja auch schon getestet. Ich muss nicht mehr Urlaub nehmen, und Termine lange voraus planen, um nach Dubai zu fliegen und mir die Expo anzuschauen. Ich mache es einfach so. Ich steige einfach in den Flieger und fertig, sonst nichts. Wenn ich Lust habe, blogge ich nachts um halb vier. Wie es mir gerade gefällt.

Es bringt aber auch die Erkenntnis mit sich, dass ich damit faktisch aus dem Berufsleben als Informatiker ausgeschieden bin.

Gut, wurde mir jetzt sowieso zu blöd, weil IT-Sicherheit inzwischen eine entsetzliche Bürokratie geworden ist, Datenschutz auch, man eh nicht mehr vorankommt, nur noch ätzend viel Formalscheiß macht und überall nur unbeliebt ist, weil Sicherheit immer stärker als Last aufgefasst wird, und der Arbeitsablauf in der IT-Branche immer übler, immer linker wird. Und es kotzt mich einfach an, wenn man dann auf Quotenfrauen trifft, die einfach keine Ahnung haben, den Leuten falsches Zeug erzählen, um ihren Standpunkt zu vertreten, oder da solche Kindergartenschulungen mit Wachsmalstiften und jeder malt was, oder albernen Ratespielen auf Sendung-mit-der-Maus-Niveau als IT-Sicherheit ausgegeben werden, und es dann aber heißt, es müssten natürlich alle das gleiche Gehalt bekommen, wegen Pay Gap.

Ich will nicht mit jemandem gleich bezahlt werden, der nicht mal die vier Sicherheitsstufen Öffentlich-Dienstgebrauch-Vertraulich-StrengVertraulich auseinanderhalten kann, und deshalb nicht nur falsche, sondern rechtswidrige Anweisungen geben, oder Leuten, die kindische Ratespiele veranstalten. Dafür bin ich mir schlicht und einfach zu schade. Ich tu mir diesen Scheiß nicht an.

Und dann reden sie von „Digitalisierung“. Nachdem man vorher feministisch alles kaputtgeschlagen und auf Kinderniveau gezogen hat, damit man den IT-Job auch aus der Stilldemenz heraus treiben kann. Gutzi, gutzi, gutzi, haddu aber fein gemacht…!

Nee.

Was aber auch heißt, dass an dem Schaden, den man mir zugefügt hat, nichts mehr zu beheben ist, dass er endgültig ist.

Und das hat zwei Konsequenzen:

  • Ja, ich bin verbittert. Richtig. Weil man mich zerstört hat, während ich mitansehen muss, wie man durch Frauenförderung und Quoten selbst die allerdümmsten Nüsse noch in hohe und höchste Positionen hievt. Nicht nur als Ungerechtigkeit gegenüber Männern (und das dann „gerecht“ nennt), sondern zum Schaden der Firmen. Das wäre ja alles noch irgendwie überschaubar und vertretbar, wenn die Ergebnisse wenigstens gleich gut wären. Aber es geht eine massive Verblödung damit einher. Ich sehe nicht nur die IT-Sicherheit irgendwo auf Sesamstraße-Niveau angekommen, ich habe auch festgestellt, dass Datenschutz und Compliance a) fest in Frauenhand und b) vollkommen dysfunktional geworden sind. Die sitzen nur noch da, um gleich bezahlt zu werden. Sonst läuft da nichts mehr, außer vielleicht ab und zu noch gegen Männer zu intrigieren. Ich habe das selbst schon erlebt, wie gegen mich intriegiert wurde. Eine linke, feministische Kollegin hatte einen Mitarbeiter, der unter ihr war, angewiesen und aufgestachelt, Streit mit mir vom Zaun zu brechen, weil sie nicht einsehen konnte, dass Sicherheitsanforderungen auch für sie gelten. Ich hatte sie mal auf dem Dienstweg belehren lassen, dass Sicherheitsanordnungen, die für ausnahmslos alle gelten, sogar für sie gelten. Konnte sie nicht verknusen und hat einen beauftragt, mir mir Stunk anzufangen. Es flog auf, und darauf angesprochen rechtfertigte sie sich damit, was ich für ein schreckliches Blog habe. Was das mit dem Sicherheitskonzept zu tun haben soll, konnte sie nicht sagen. Wollte sie auch nicht. Frau im Krieg, da ist jedes Mittel erlaubt. Obwohl das mit meinem Job überhaupt nichts zu tun hatte und ich mir das verbat, private Animositäten auf diese Weise auszutragen. Es zeigt aber, wie sehr dieser Feminismus, diese Frauenförderung, dieser Quotenzwang alles vergiftet haben – und dann nennen sie Männer „toxisch“. Ich habe nicht nur keinen Bock mehr auf diesen Scheiß, es ist mir auch zu gefährlich geworden. Das sind genau die Leute, die anderen dann als Kampfmittel sexuelle Belästigungen anhängen, die es nicht gegeben hat.

    Gerade habe ich aus einem ganz anderen Unternehmen in einem ganz anderen Bereich (Medizin) erfahren, dass eine ganz linke Feministin doch einen ehrlichen Augenblick hatte und offen gesagt hat, dass sie den Auftrag bekommen hat, einem Mann, den man loswerden wollte, eine sexuelle Belästigung anzuhängen, die es nicht gegeben hatte, und dass sie sowas nicht mitmacht und im Gegenteil bestätige, dass er sie in keiner Weise belästigt oder sich sonst falsch benommen habe.

    Und dann hatte ich noch Ärger mit einer, die eigentlich in einer anderen Stadt arbeitete, aber dann und wann vorbeikam und neben mir saß, weil ich einen freien Tisch neben mir hatte, aber immer sehr laut war, dafür nichts von Körperhygiene hielt und – vorsichtig ausgedrückt – für großes olfaktorisches Unwohlsein meinerseits sorgte. Die fing dann einen Diffamierungskrieg gegen mich an, weil ich die unglaubliche Frechheit besessen hatte, sie im Februar 2020 – Frühstadium Pandemie – angehalten hatte, wenn sie mit dem Zug aus einer anderen Stadt kam, und alles angefasst hatte, sich die Hände zu waschen und einen Spritzer Desinfektionsmittel aus den Spendern zu nehmen, die ich hatte aufhängen lassen. Weil ich da der einzige war, der sich informiert hatte (Leser werden sich erinnern, dass ich Ende Januar 2020 schon darauf hingewiesen hatte, dass Masken in großen Mengen nach China wegverkauft werden). Muss man sich vorstellen: Pandemie, Cororona, udn ich habe im Februar 2020 noch einen offiziellen Anschiss bekommen, weil ich es gewagt hatte, Frauen zum Händewaschen und -desinfizieren aufzufordern, was mir einfiele. So eine Entgleisung. Ich habe mich an dem Tag dann eigenmächig ins Home Office versetzt, und gerade, als man mir zürnen wollte, kamen vom Konzern die Schilder zum Aufhängen, dass sich jeder die Hände waschen und desinfizieren müsse, und alle ins Home Office. Verdammt, der Danisch hat ja Recht gehabt. Und nicht nur da. Dass man die Firma mal Home-Office-tauglich machen sollte, hatte ich im Rahmen des Sicherheitskonzeptes schon drei, vier Jahre vorher gefordert. Eher, weil es im Haus auch Ärzte gab und es in Berlin schon mal Ebola-Fehlalarm mit Quarantäne gegeben hatte, und wir auch schon Fliegerbomben und zweimal Leichen in der Nähe der Firma rumliegen hatten, da könne das immer mal gesperrt werden. Ich bin mal von einer Woche oder zwei ausgegangen und dafür nicht ernst genommen worden. Und dann plötzlich Danisch hat Recht XXXL.

    Ihr macht Euch keine Vorstellungen, wie froh ich über das Home Office war. Wenn man nur noch per Mail und per Videokonferenz kommuniziert, sind solche Vorwürfe sexueller Belästigung oder olfaktorische Kollisionen deutlich erschwert, man ist da einfach sicherer. Ich wohne alleine und bin dann mal einen Tag, eine Woche, einen Monat keinem mehr begegnet, bei dem ich fürchten müsste, das Messer in den Rücken zu kriegen. Das ist entspannend.

    Ich muss aber sagen, dass mir die Arbeit da bis vor etwa drei, vier Jahren noch richtig viel Spaß gemacht hat. Sehr nette Kollegen, prima Arbeitsumfeld, tolle Sache. Und dann ist das abgestürzt. Plötzlich fingen viele Leute an zu spinnen. Quotenfrauen, die nur da sind, um zu stänkern und zu intrigieren. Und reihenweise mit den Leuten Krach anfangen. Nicht nur mit mir, mit vielen anderen auch und mit denen oft noch viel mehr. Bei denen man den Verdacht hat, dass die überhaupt nur da sind, die Firma zu sprengen. Wo Leute nicht nur wutentbrannt kündigen, sondern zwischendurch die Firma mal nicht mehr handlungsfähig ist, weil die Hälfte oder zwei Drittel der Leute en gros kündigen und gehen, weil sie diese neumodische Stänkerei und Mobberei nicht mehr mitmachen wollen.

    Es führt aber zu massiver Verärgerung, Groll, Verbitterung, wenn man das so mit ansieht, wie diese Politik die Gesellschaft und ihre wirtschaftlichen Grundlagen zerstört – ohne auch nur irgendeinen Nutzen, und sich viele Frauen dabei noch unheimlich gut und überlegen vorkommen.

    Natürlich halte ich nicht alle Frauen für blöde.

    Aber man muss inzwischen schon intellektuell sehr stark und charakterlich sehr gefestigt sein, dem Gedanken zu widerstehen. Denn auch viele von denen, die nicht blöd sind, machen trotzdem gerne mit und nutzten die Vorteile für sich, nichts mehr können und machen zu müssen.

    Übrig bleibt eine Firmenruine.

  • Ich bin aber in der Position, meiner Verbitterung Ausdruck zu verleihen. Sprachlich, intellektuell, tatsächlich.

    Und ich sehe einige Gründe dafür, es zu tun, aber keinen Grund dafür, es nicht zu tun.

Mancher mag es anders sehen.

Aber ich halte es für richtig, für wichtig, für erforderlich und gerade zu für meine gesellschaftliche Pflicht und zwingende Konsequenz aus meinem Anspruch auf Ehrlichkeit, nicht nur verbittert zu sein, sondern es auch zu zeigen.

Ich möchte nicht von dieser Sorte Korruptheit sein, das alles einfach so hinzunehmen und es gut oder zumindest nicht schlecht zu heißen. Ich hielte es für verlogen, sowas gut zu finden, und noch für viel schlimmer, so zu tun.