Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Das sozialistische Klimamärchen

Hadmut
6.11.2021 14:59

Wie wir von vorne bis hinten verkohlt werden.

Ich hatte das Schema schon mal am Beispiel des Sozialstaates und der Mindestlöhne erläutert:

Uns erzählen sie hier einen vom Sozialstaat, von Solidarität, von fairen Löhnen und Mindestlohn, die Realität ist aber eine andere. Nämlich die, dass immer mehr Funktionen, immer mehr Produktion aus dem Land in Billiglohnländer wie China oder Bangladesh (Kleidung) ausgelagert wird. Während man uns hier vom Produktions-, zum Dienstleistungs- und Wohlfahrtsempfängerstaat umkrempelt, wandern immer mehr Produktionen nach China ab, vom Strohhalm bis zum Roboter und Dieselmotoren.

Warum ist das so?

Weil uns eine sozialistische Gesellschaft vorgegaukelt wird, obwohl Sozialismus nicht funktionieren kann und nie funktioniert hat. In anderem Zusammenhang erwähnte ein Leser gerade ein Zitat, das hier aber wunderbar passt:

Socialism in general has a record of failure so blatant that only an intellectual could ignore or evade it.

Thomas Sowell

Geisteswissenschaften sind die Ausbildung dazu, das Versagen und die Dysfunktionalität des Sozialismus trotz frappierender Offensichtlichkeit ignorieren zu können und sich eine Scheinwelt einzubilden.

Und genau das erleben wir hier. Ein Tunnelblick, der sich immer weiter zuzieht, während sich die Gesellschaft, das System immer weiter ausdehnt. Man bastelt sich hier einen Ausschnitt, der sozialistisch aussieht, und alles, was nicht dazu passt, und das ist immer mehr, findet in China, außerhalb des Blickwinkels statt.

Brandenburg ist eine Spargelgegend, aber die Spargel im Glas in meinen Vorräten kommen aus China.

Und das geht schief. Jetzt gerade.

Denn kaum stellt sich mal ein Schiff im Suezkanal für ein paar Tage schief oder müssen die Chinesen wegen Klima oder Energiemangel mal ihre Produktion runterfahren, ist bei uns Krise. Die Bänder stehen still, die Versorgung hapert, viele Firmen warnen, dass Weihnachten wegen Engpässen bei Weihnachtsgeschenken ausfallen könnte.

Und es ist nicht unmöglich, aber inzwischen schon schwierig, etwas mit „Made in Germany“ zu finden. Ich habe neulich gestaunt, weil ich eine Steckdosenleiste mit sehr vielen Dosen brauchte, und eine bekam, die Made in Germany war. Sehr, sehr wenig in meiner Wohnung ist noch Made in Germany. Vor allem der Steuerbescheid.

Handwerker gibt es viel zu wenig, LKW-Fahrer auch, Fachkräftemangel. Dafür massenweise Akademiker und Quotensyndrome, die Versorgungsansprüche, aber keine Absicht haben, jemals zu arbeiten. Man redet von Mindestlohn, lebt aber auf Kosten der Billiglöhner in Asien.

Und trotzdem erzählt man uns, die sozialistische Gesellschaft sei das Ideal.

Derselbe Schwindel wiederholt sich gerade mit dem Klima.

Hier erzählt man uns einen von Klimaneutralität und der Reduktion des CO2-Ausstoßes, hat erst die Kernkraftwerke plattgemacht und nun die Kohlekraftwerke.

Währenddessen steigt der CO2-Ausstoß in China immer weiter an. So wird berichtet:

China ist seit Jahren der mit Abstand größte Verursacher von fossilen CO2-Emissionen. Sein Anteil am Gesamtausstoß ist 2020 deutlich von 27 auf 31 Prozent gestiegen. Das liegt vor allem daran, dass die Volksrepublik die Pandemie mit strengen Maßnahme schneller in den Griff bekam als die meisten anderen Staaten. Als einzige große Volkswirtschaft verzeichnete China deshalb 2020 ein positives Wirtschaftswachstum – entsprechend stieg auch der CO2-Ausstoß.

Während Chinas fossile CO2-Emissionen 2020 um 1,4 Prozent stiegen, gingen sie beim zweitgrößten Treibhausgasverursacher, den USA, um 10,6 Prozent zurück. Beim drittgrößten Verursacher, der EU, waren es minus 10,9 Prozent. Auch der viertgrößte Verursacher, Indien, erlebten einen Rückgang, um 7,3 Prozent. Einen Abwärtstrend gibt es in den USA und der EU bereits seit rund 15 Jahren, während es in China seit etwa 20 Jahren steil nach oben geht. Abgesehen von dem Rückgang 2020 wachsen die Emissionen in Indien seit Jahrzehnten stetig.

Die fossilen CO2-Emissionen dürften 2021 bei 36,4 Milliarden Tonnen liegen. Das geht aus Hochrechnungen auf der Basis von Messungen bis Ende Oktober hervor. Das sind etwa 4,9 Prozent mehr als 2020 und es ist fast so viel wie im Vor-Pandemie-Jahr 2019 (36,7 Milliarden Tonnen nach aktuellsten Zahlen).

In China und Indien dürften diese Emissionen steigen, in den USA und der EU weiter sinken. Für China wird mit plus 5,5 Prozent gegenüber 2019 gerechnet, für Indien mit plus 4,4 Prozent. In den USA werden minus 3,7 Prozent gegenüber 2019 erwartet, in der EU minus 4,2 Prozent.

Und Focus: 200 neue Kohlekraftwerke im Bau: China trickst die EU klimapolitisch brutal aus

Deutschland macht mit der Klimapolitik Ernst. Indien und China spielen dagegen auf Zeit und setzen auf billige, schmutzige Kohle. Dahinter steckt ein Wettbewerbskalkül. Europa soll mit teurer Energie bei Stahl, Papier, Chemie und der Auto-Industrie vom Weltmarkt verdrängt werden. Hinter den Kulissen grüner Lippenbekenntnisse wird mit harten Bandagen gekämpft – auch handgreiflich.

Den Verdacht, dass China hinter der Migration steckt, um Europa und die USA lahmzulegen, hatte ich ja schon öfter geäußert. Dass es beispielsweise seltsame Verbindungen zwischen den Chinesen und der amerikanischen Antifa gibt. Oder die Chinesen Militär in Kanada stationiert haben. Es würde in das Konzept passen, und auf derselben Herangehensweise beruhen, wenn auch der ganze Energie- und Klimakrampf nach demselben Schema abliefe: Gesellschaftlicher Korrektheits- und Gerechtkeitsdruck durch durchgeknallte Linke.

Chinas Präsident Xi Jinping hat den UN-Klimagipfel bewusst geschwänzt. Beim Gipfeltreffen in Glasgow hätte er sich massive Kritik anhören müssen. Schließlich ist China nicht nur der mit Abstand weltgrößte CO2-Emittent und verschmutzt die Atmosphäre mehr alle anderen Industrieländer zusammen. Vor allem vollzieht Peking keine echte Wende. 60 Prozent des Stroms kommen aus schmutzigen Kohlekraftwerken. Mehr als 200 neue sind sogar im Bau, und 150 Kohleminen werden nun neu eröffnet. Peking will keine wirkliche Wende, Klimaprotest wird brutal unterdrückt. Klimaneutralität will China erst 2060 erreichen.

Auch Indien folgt zwar einer Rhetorik des Klimaschutzes, doch die Kohleverstromung wird auch dort massiv ausgebaut. Indiens Kohlekraftwerke generieren zwei Drittel des Stroms. Im Rahmen des Corona-Wiederaufbauprogramms hat die Regierung gerade die Erschließung von 40 neuen Kohlegruben beschlossen. Der staatliche Konzern Coal India baut im ganzen Land neue Kohlekraftwerke, schon jetzt sind 280 davon im Vollbetrieb. Erneuerbare Energien würden Indiens wirtschaftliche Zukunft nicht ermöglichen, heißt es in Delhi.

Man könnte vermuten, dass Greta, Luisa, die Grünen von China aus gesteuert werden. Was erklären würde, warum viele Leute auf die Unterscheidung bestehen, dass sie keine stalinistischen, sondern maoistische Kommunisten sind.

Es ist aber nicht nur so, dass China die Welt austrickst, sondern unsere Regierung und Medien auch die Wähler. Denn es ist keineswegs nur China, das in China das CO2 rausbläst. Es sind wir.

Nämlich mit jedem einzelnen Stück, jedem Strohhalm, das wir in China herstellen lassen und kaufen. Wir lagern nicht nur die Billiglohnarbeit, sondern auch CO2-Emission nach China aus, um uns hier einen auf Mindestlohn und Klimaschutz einzubilden. Man müsste aber den CO2-Ausstoß in China, der auf die Produkte für uns entfällt, eigentlich auf unseren CO2-Ausstoß anrechnen und nicht den für China.

Die Konsequenz daraus wäre, dass man zum Klimaschutz genau das Gegenteil dessen macht, was unsere Regierung betreibt und uns die Medien einreden. Nämlich unsere – vergleichsweise sauberen – Kraftwerke nicht abbauen und im Gegenteil die Produktion aus China wieder hierher verlagern, wo wir Kontrolle über die Produktionsumstände haben.

Es wäre, wenn es wirklich um Klima und CO2 ginge, viel wichtiger, die Produktion von China wieder nach Europa zurückzuverlagern, als hier die Kraftwerke zu zerstören und alles mit Windrädern vollzustellen, während China mehr ausstößt, als wir alle hier zusammen.

Natürlich würde das dann nicht mit der Sozialismusstory zusammenpassen, weil man dann eben doch wieder Billiglöhner hat und man statt Soziologie zu studieren und rumzuschwafeln doch wieder „in der Produktion“ steht, wie es in der DDR so schön hieß.

Für mich sieht das alles so aus, als würden wir bei Themen wie Löhnen und CO2 ganz massiv belogen und hinters Licht geführt werden. Einmal, um uns hier das Märchen von der sozialistischen Gesellschaft zu erzählen. Und uns wohl auch industriell zu ruinieren.

Ich habe noch nicht verstanden, wie man sich die Zukunft vorstellt. Wenn die gesamte Produktion künftig in China stattfindet und bei uns gar nichts mehr außer heißer Luft, ideologischem Geschwätz und schlechten Medien produziert wird, worin soll dann eigentlich der Geldrückfluss bestehen? Womit wollen wir uns dann eigentlich künftig die Waren aus China kaufen?

Politisch fühle ich mich von vorne bis hinten belogen.

Als Wähler. Als Steuerzahler. Als Informatiker. Als Mann. Als Mensch.