Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Eine Bestätigung für meine Amygdala-These…

Hadmut
1.11.2021 14:18

… und eine weitere Überführung der Soziologen des marxistisch-frei erfundenen Faselns.

Die in den Mainstream gedrückte Meinung

Wir wurden ja nun in den letzten Jahren zugehämmert mit der nie geprüften, aber als selbstverständlich wahr hingestellten Behauptung, all die gesellschaftlichen Probleme beruhten auf „Filterblasen“ und „Echokammern“. Die Social Media, und vor allem, die bitterbösen, weil von weißen Männern gemachten, Algorithmen seien an allem schuld, weil sie den finsteren Mächten wie Facebook die Macht verliehen, Leuten immer nur das zu zeigen, was sie sehen wollten.

Die Lösung sei, und das sei unausweichlich, Leute zwangsweise mit der Gegenmeinung zu konfrontieren und überall „Diversität“ durchzusetzen, alles zu durchmischen. Die Leute dauerhaft mit schwul und queer und trans und Frau und schwarz und Muslim und vegan und weiß der Kuckuck was nicht alles zu konfrontieren.

Belege dafür gab es nie.

Analysiert man das Aufkommen dieser Ansicht, dann zeigt sich, dass sie von Medienhuren, Mietmäulern, opportunistischen Gewerbsschwätzern, eigentlich müsste man sie Fake-News-Dealer, Propagandahehler und Meinungszuhälter nennen, vom Schlage eines Sascha Lobo in Umlauf gesetzt und durch öffentlich-rechtliche Propaganda-Verstärker wie Lanz, Maischberger, Illner in die Gegend posaunt und von den Parteien als Programmgrundlage eingekauft wurden.

Das war nicht nur paradox, weil ausgerechnet die, die am lautesten den Vorwurf der Filterblasen und Echokammern erhoben, selbst die waren, die nur noch ihre eigene Meinungen hören wollten und alle anderen mit Sprüchen wie „keine Plattform bieten“, Terror an den Unis und Sperrkampagnen auf den Social Media plattmachten, die nicht exakt das Lied sangen, was man links hören will, und somit leicht als tiefenverlogen zu erkennen, so verlogen, dass Grüne und SPD das auch als Reden für ihre Veranstaltungen einkauften, weil die es ja gerne verlogen mögen.

Es war auch schlicht falsch und frei erfunden, entbehrte jeder Grundlage. Entwickelt nach dem Soziologenprinzip, dass wer eine Korellation findet – oder auch nur glaubt, eine gefunden zu haben – sich eine Kausalität frei ausdenken und als wahr behaupten darf. Weil man ja fest auf Marx als Leithammel geeicht ist und dann noch der ganze Schwachsinn von Leuten der Kategorie Foucault dazu kam, der dann zu diesen Theorien wie blank slate (wir werden eigenschaftslos geboren und dann nur noch sozialisiert) oder der Diskurstheorie, wodurch alles, die ganze Realität, nur durch Sprechakte geschaffen wird. Daraus ergibt sich ja dieser grenzenlose Schwachsinn, dass man glaubt, man könne die Realität politisch passend verändern, indem man den Leuten Sprache verbieten und andere Sprache aufzwingt. Wir dürfen nicht mehr Neger sagen, dafür müssen wir Mitarbeitende sagen.

Das Ziel ist eine Umerziehung, wie Orwell sie in 1984, vor allem mit Zimmer 101, beschrieb. Man versucht – man nennt es Diversität, tatsächlich ist es das Gegenteil – uns unterschiedsblind zu machen, indem man uns ständig – Frauen, Migranten, Schwarze, Queer, Trans usw. – mit Andersartigkeit konfrontiert, aber sofort bestraft, wenn man die Beobachtung artikuliert. Weil man soziologisch-philosophisch-idiotisch glaubt und überzeugt ist, dass die Fähigkeit, etwas wahrzunehmen, vor allem Unterschiede wahrzunehmen, allein darauf beruht, dass jemand den Sprechakt vollzogen hat, den Unterschied zu benennen und den Begriff einzuführen. Man glaubt beispielsweise, dass es Männer und Frauen nur deshalb gibt, weil teuflische Hebammen nach der Geburt ihren Beschluss verkünden, ob das geborene Etwas ein Junge oder ein Mädchen sein solle. In der Konsequenz glaubt man, gesellschaftliche Unterschiede wie Geschlechter oder Hautfarben eliminieren zu können, indem man den Sprechakt, die Bildung der Begriffe, rückabwickelt, sie „dekonstruiert“.

Und ausgehend von dieser Theorie folgerte man eben, dass alle gesellschaftlichen Probleme, zusammengefasst schlicht jegliche Abweichungen in Wort und Fakt von der marxistischen Utopie, mithin also deren Nichteintreten,

Frei erfundener Blödsinn. Das ganze Ding beruht darauf, dass die Geisteswissenschaften praktisch nur noch willkürlichen Schwachsinn ohne jede wissenschaftliche Substanz, aber nach marxistischer Ideologie betreiben, und jeder da wie in der Klapsmühle behaupten kann, was er will. Mehr als ein Deppenzoo sind die Geisteswissenschaftler schon lange nicht mehr, eher im Gegenteil. Ein Zoo steht für eine gewisse Vielfalt, die Geisteswissenschaftler bestehen in ihrer Einfalt inzwischen fast nur noch aus einer Sorte Deppen.

Eine empirische Untersuchung, eine Herleitung, eine Nachprüfung gab es nicht. Es passt in den Marxismus, die heilige Schrift des Propheten Karl, also muss es stimmen.

Und die mediale, besonders öffentlich-rechtliche Verstärkung fand es dann, weil die Medien, vor allem der beitragsfinanzierte Rundfunk, längst zum Futtertrog all jener Zivilversager geworden ist, die aus diesem geisteswissenschaftlichen Sumpf kommen, dies also ungeprüft einfach weiterreichen.

Meine Gegenthese

Ich beschreibe und entwickle ja nun seit Jahren – obwohl kein Hirnforscher, allein aus der Beobachtung und algorithmischen Denkweise des Informatikers – die Gegenthese, eigentlich in jeder Hinsicht das genaue Gegenteil.

Für mich sieht es so aus, als ob der Mensch – wie jedes verhaltensfähige Tier, letztlich sogar Pflanzen – keineswegs ohne Verhaltensweisen geboren wird, sondern im Gegenteil einen sehr großen Fundus an evolutionär erworbenen und genetisch vererbten Verhaltensweisen mit sich führt. Ich hatte das mal beschrieben anhand von Forschungsergebnissen zum Entstehen von Geschlechtern. Wir alle tragen quasi eine komplette Bibliothek von allgemeinen, aber auch spezifisch weiblichen und männlichen Verhaltenweisen und Bauanleitungen mit uns herum, die aber epigenetisch (Methylierung) durch Hormone und so weiter ein- und ausgeschaltet werden und uns beispielsweise zu Mann und Frau machen.

Meiner Einschätzung und Beobachtung nach macht das bewusste Handeln, das Denken, die Ratio nur einen Teil des Gehirns aus, und ist eigentlich auch nur eine Erfindung der Evolution, um uns anpassungsfähiger zu machen, in die Lage zu versetzen, unsere Verhaltensweisen in gewissem Umfang auch nach der Geburt noch anzupassen und dazuzulernen. Könnte mit unserer im Tierreich vergleichsweise langen Lebensdauer zusammenhängen. Bei uns dauert ja schon die Kindheit länger als bei vielen Tierarten das ganze Leben. Außerdem können wir weite Strecken zurücklegen und uns in andere Umgebungen begeben. Beides, das hohe Alter und die Fähigkeit zum Nomadentum, funktionieren nur mit einer Anpassungsfähigkeit, wie sie beispielsweise ein Löwe nicht hat.

Neben diesem kleinen bewussten und noch kleineren rationalen Teil des Gehirns haben wir einen Verhaltensapparat, der uns archaisch steuert, uns uns verhalten lässt, wie wir es seit Millionen von Jahren als Äffchen oder sogar noch als Reptilien betrieben haben, um überleben zu können. Und eine zentrale Rolle spielt dabei wohl die Amygdala, die für Angst, das Erkennen von Gefahr, aber auch die Freund-Feind-Kennung und die Flucht vor oder Kampfreaktion gegenüber Fressfeinden oder konkurrierenden Rudeln zuständig ist. Die also steuert, dass wir uns dem eigenen Rudel gegenüber loyal und kooperativ zeigen, uns den Rudelverhaltensweisen anpassen und dem Leithammel hinterherlaufen, ohne ihn in Frage zu stellen, und jeden Gegner nicht nur so schnell als solchen erkennen, dass er uns nicht überraschen und überrumpeln kann, und ihn kompromisslos angreifen und bekämpfen. Das ist das, wo die doppelten Maßstäbe herkommen. Unterschiedliche Verhaltensweisen für Rudelfreund und Feind. Fellputzen und Beißen.

Und meine These führt zum exakten Gegenteil der Bewertung.

Ich nämlich halte in der Konsequenz die Diversität und die Konfrontation mit dem Anderen für die Wurzel allen Übels.

Weil nämlich, wenn das so stimmt, wie ich mir das vorstelle, die Konfrontation mit Leuten anderer Merkmale, Aussehens, Verhaltensweise, Sprache, Herkunft, Religion, das Aufzwingen anderer Sprechweisen, der ganze Toleranzkram, die Amygdala ständig in einen Bedrohungszustand versetzt, weil sie ständig im Alarmzustand ist, weil sie Angreifer vom Konkurrenzrudel erkennt.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass ein gemischtes Team mit Männern und Frauen nicht die Leistungsfähigkeit eingeschlechtlicher Gruppen erreicht, weil das Gehirn schlicht und ergreifend völlig anders reagiert, wenn jemand vom anderen Geschlecht ins Zimmer kommt. Das geht Männern so, und Frauen sagten mir, dass es Frauen auch so geht. Ich hatte ja mal dieses Schlüsselerlebnis eines Telefonats mit einem Zwitter (der auch so genannt werden sollte), der mal klang, als würden ein Mann und eine Frau gleichzeitig synchron reden, dann mal Sätze als Mann begann und als Frau beendete, oder den Hauptsatz als Frau und den Nebensatz darin als Mann sprach. Ein sehr interessantes Gespräch, aber ich dachte, mir brennt das Hirn durch, weil ich merkte, dass da oben 100% CPU-Last damit verbraten werden, weil das Hirn ständig versuchte, sich festzulegen, ob ich nun mit einem Mann oder einer Frau sprach. Es gibt im Hirn Mechanismen, die jede Person in den ersten Millisekunden bewerten, ob es Mann oder Frau, Freund oder Feind, harmlos oder potentieller Fortpflanzungspartner und so weiter ist, und die entsprechenden Verhaltensregeln einstellen. Und das ist völlig egal, ob man das gut oder schlecht findet, ob man es mag oder nicht, es ist der tatsächliche Befund. Die Schwerkraft verschwindet auch nicht, weil man sie nicht gut findet oder sie einem politisch nicht passt.

Nach meiner These kommt das Hirn nur zur Ruhe, zu Frieden und der Muße zu arbeiten und sich zu entspannen, indem man ihm die einheitliche Herde, das Rudel ohne jede Feinde oder Konkurrenz lässt. Alles Andersartige, alles, was er nicht klar einordnen kann (queer usw.) verursacht Stress und Kampfbereitschaft. Weil wir evolutionär darauf programmiert sind.

Und das macht sich auch an Äußerlichkeiten fest. Völlig egal ob Hakenkreuz oder Antifa-Flagge, Hautfarbe, Tattoos oder eben – das ist der Zweck – irgendwelchen Tribe-Zeichen, wie die tätowierten Punkte der Triaden oder runtergelassenen Hosen amerikanischer Knastbrüder. Die Amygdala hat anscheinend einen eigenen Mustererkennungsapparat, der unablässig zwischen Freund und Feind erkennt und unterscheidet. Und dementsprechend die passenden Verhaltensweisen aktiviert.

Und Moral, Gewissen halte ich für nichts anderes als den Mechanismus, über den sich das unterbewusste automatisierte Rudelverhalten mit dem bewussten Verhalten einigt und auseinandersetzt, welche Verhaltensweise die richtige ist. Es gibt keine absolute Moral (dazu später mehr), das ist alles subjektiv und auf Übereinstimmung mit dem eigenen Rudelverhalten ausgelegt. Es gibt keine guten Menschen, aber die absurde Wirkung der Gutmenschen, weil das alles letztlich nur Selbstbelohnungsjunkies sind. Leute, die darauf aus sind, dass ihnen ihr Hirn die Belohnungsstoffe für solches Verhalten ausschüttet, die mit ihrem Verhaltensprogramm konform handeln.

Ich halte deshalb diesen gesamten philosophischen soziologischen geisteswissenschaftlichen Komplex für komplett falsch und nur durch die Marxistenideologie gesteuert. Ich halte das, was die da als Therapie durchdrücken, nämlich diese Diversität, diese Konfrontation mit dem Andersartigen bei gleichzeitigem Redeverbot, für extrem kontraproduktiv. Es ist nichts anderes, als das Hirn künstlich in einen virtuellen dauernden Kriegs- und Bedrohungszustand zu versetzen, was sich fatal auswirkt.

Deshalb sind auch Organisationen wie die FDJ oder sogar die ganzen Nazis mit ihren Armbinden, Uniformen und einheitlichem Verhalten eigentlich nichts anderes als Amygdala-Beruhigungsprogramme: Man verwendet leicht erkennbare Muster, um der Amygdala sofort zu signalisieren „der ist vom selben Rudel“. Die Abwesenheit alles Andersartigen.

Ich hatte oft kritisiert, dass ich in den vielen Holocaust-Ausstellungen und -Gedenkstätten immer dasselbe Problem sehe: Sie zeigen nur die Symbole und Erkennungsmerkmale der Nazis, aber nie deren Methoden. Es ist quasi das umgekehrte Programm: Das Trainieren der Amygdala auf das Feindmuster. Siehst Du einen mit Hakenkreuz, beiß ihn sofort.

Diese ganzen Redeverbote, das Angreifen jeder Andermeinung als „Nazi“, es erscheint mir alles als nichts anderes mehr als die Folgen einer trainierten und ständig unter Stress gesetzten und in den Kriegszustand versetzten Amygdala.

Und die Beobachtung, dass sich „diverse“ Gesellschaften balkanisieren oder Ständegesellschaften bilden, scheint meine These zu bestätigen.

Die Bestätigung

Bei Heise ist nun ein Artikel über eine Studie erschienen, die meine These voll zu bestätigen scheint.

Computermodell zeigt zerstörerisches Potenzial von sozialen Netzen – Experten warnen davor, dass die Polarisierung der Gesellschaft durch Social Media einen irreversiblen Kipppunkt erreichen könnte.

Ein interdisziplinäres Team aus Soziologen und Physikern hat ein Computermodell entwickelt, um den stetigen Anstieg der politischen Polarisierung zu analysieren. Das Multi-Agenten-Modell soll insbesondere klären, welche Rolle soziale Medien dabei spielen. Die Studie “Modeling the emergence of affective polarization in the social media society”, die die Forschenden jetzt in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht haben, zeichnet ein pessimistisches Bild: Laut dem Modell gibt es Kipp-Punkte, ab denen die gesellschaftliche Polarisierung irreversibel wird.

Mögliche Effekte und die politische Identität

Bislang galt der Echo-Kammer-Effekt als eine gängige Erklärung für politische Polarisierung in sozialen Medien: Weil User in sozialen Netzwerken bevorzugt Inhalte konsumieren, die ihrem Weltbild entsprechen, würde sich ihre politische Meinung weiter verfestigen – so die Theorie. Dieser Ansatz ist allerdings umstritten, denn soziale Netze sind in der Regel nicht die hauptsächlichen Nachrichtenquellen vieler User. Ihr Effekt ist daher viel kleiner als zunächst vermutet. Zudem gibt es Untersuchungen, die einen paradoxen Befund zeigen: Setzt man User gezielt möglichst fremden, konträren Meinungen aus, werden ihre politischen Positionen nicht offener und flexibler, sondern sie verhärten sich noch.

Der Soziologe Petter Törnberg von der Universität Amsterdam und seine Kollegen aus Deutschland, Italien und Schweden gehen daher davon aus, dass politische Polarisierung ein Effekt ist, der mit dem zunehmenden Einfluss politischer Identitäten zu erklären ist. Nach diesem Erklärungsansatz sind politische Debatten keine rationalen Diskussionen über politische Meinungsverschiedenheiten mehr. Sie gleichen vielmehr einem Kampf zwischen verfeindeten Stämmen, bei dem es wichtiger ist, wer zur In-Group und wer zu den “Anderen” gehört als wer welche Argumente vorbringt.

Demnach wäre es genau das, was ich beschreibe: Eine Programmierung der Mustererkennung der Amygdala unter Kriegsbedingungen. Es geht überhaupt nicht mehr um ratio oder Argumente, sondern nur noch Freund-Feind-Angreifen. Genau das, was ich seit zehn Jahren von feministischen Veranstaltungen beschrieben habe, die mir wie die Furien vorkamen, eigentlich wie die Nazis, frei von jedem rationalen Gedanken, nur noch das Einpeitschen auf das Feindbild.

Software-Agenten stellen Polarisierung nach

Wie stark die jeweilige politische Identität ausgeprägt ist, ist demnach von den Interaktionen mit Gleichgesinnten abhängig. Hat man hingegen viel mit Menschen verschiedenster Gruppen zu tun, wird die Bindung an die Gruppenidentität schwächer. Um die Theorie zu überprüfen, entwickelten die Forschenden ein Computermodell zur Untersuchung der gesellschaftlichen Dynamik von Identität und politischer Polarisierung. Darin interagieren Software-Agenten jeweils mit zufällig ausgewählten anderen Agenten aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft und mit anderen Agenten, deren politische Identität ihrer ähnlich war – die sie also nach ihrer Präferenz aus dem Gesamtpool aller Agenten kontaktiert hatten. Aus der Summe aller Interaktionen errechnet sich dann in jeder Zeiteinheit des Modells, ob sich die Bindung an die politische Identität verstärkt, abschwächt, oder gar ob die Identität komplett wechselt.

Bei der Untersuchung der Dynamik des Modells stieß das Team auf Kipppunkte – Polarisierungsgrade, die Rückkopplungsschleifen auslösen, die zu einer ausufernden dauerhaften politischen Polarisierung führen. Darüber hinaus zeigt das Modell sogenannte “Hysterese”-Effekte – das heißt, selbst wenn sich die Bedingungen so ändern würden, dass es sehr viel schwerer wäre, radikale Gruppen in sozialen Medien zu finden, würde die Polarisierung nicht wieder unter einen bestimmten Wert sinken. “Genau wie der Klimawandel kann auch die politische Polarisierung auf unvorhersehbare und gefährliche Weise reagieren”, erklärt Törnberg, der Hauptautor der Studie.

Um die Polarisierung wieder zu verkleinern, müssten die separaten Gruppen sich einigen, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten.

Reines Amygdala-Verhalten.

“Früher wurde diese Aufgabe durch die Massenmobilisierung erfüllt, die die fordistische Gesellschaft der Moderne kennzeichnete, zum Beispiel durch groß angelegte Kriege”, schreibt Törnberg. “Heute, in einer postmodernen, fragmentierten Gesellschaft, ist es weniger klar, wie ein solches Zusammenkommen umgesetzt werden könnte. Vor etwa zwei Jahren war eine gängige Antwort der Forscher, dass ein großes, gemeinsames Problem – wie eine globale Pandemie – eine Lösung bieten könnte. Das scheint leider nicht geholfen zu haben“. Auch wenn er grundsätzlich nicht auf eine technische Lösung des Problems setze, sei er sich jedoch sicher, “dass es durchaus möglich wäre, eine entpolarisierende Form der sozialen Medien einzuführen.”

Demnach sind die Social Media funktional so etwas, wie wenn die Fußballfans gegnerischer Vereine aufeinander treffen, und sie künstliche Kriege führen, obwohl sie ja letztlich beide Fußballfans und praktisch gleich sind, indem über die Vereinsfarben künstlich verschiedene Rudel erzeugt werden.

Dasselbe hatte ich schon für Linke und Rechte beschrieben. Eigentlich sind sie gleich und unterscheiden sich nicht geringfügig, aber rhetorisch baut man diesen Gegensatz auf, um Bruderkriege führen zu können.

Konsequenzen

Die Konsequenz daraus wäre, dass der marxistische Geisteswissenschaftlerschwachsinn und die Medien die Gesellschaft erst so zerstört haben, dass sie irreparabel und irreversibel kaputt ist, weil man durch dieses Konzept des „Dekontruierens“, der „Diversität“, der Redeverbote und Sprachgebote die Leute erst in einen Kriegszustand und die Amygdala in Daueralarm versetzt hat.

Man hat genau das Gegenteil dessen getan, was richtig gewesen wäre, und ausgerechnet die, die glauben, sie würden auf diese utopische Gesellschaft hinarbeiten, haben nur ein Schlachtfeld bereitet.

Oder wie ich so oft sage: Rechte sind das, was übrig bleibt, wenn Linke da waren. Linke bekämpfen nicht die Rechten und den Faschismus, sie machen sie.

Und das wäre auch eine Erklärung dafür, warum Marxismus immer und unweigerlich scheitern muss. Weil er auf diesem Konzept des „Klassenkampfs“ beruht, dem Glauben, dass man sich dadurch irgendwie läutern und aus diesen Sozialisierungen befreien kann. Dasselbe mit der „kritischen Theorie“, die ja auf der Ansicht beruht, dass man den ganzen Ärger dekonstruieren und loswerden kann, indem man ihn nur willkürlich und derbe bestreitet und angreift.

Tatsächlich ist das aber alles nur eine Form von Dummheit, die zur irreversiblen Zerstörung jeder Gesellschaft führt.

Weil sie mit den Hirnstrukturen inkompatibel ist, weil die Amygdala sowas abwehrt.

Und sicherlich findet man darin dann auch eine Erklärung dafür, warum die kommunistische Bedrohung um 1930 zur Gegenreaktion Nationalsozialismus führte. Wenn man das Schema einmal verstanden hat, fügt sich das exakt in dieses Schema ein.

Die Geisteswissenschaftler, die Soziologen, die Philosophen, die Marxisten und der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk haben diese Gesellschaft irreversibel zerstört. Und man hätte das verhindert, indem man grundlegende wissenschaftliche Anforderungen gehabt und gestellt hätte und damit diesen ganzen Marx- und Diskurstheorie-Quatsch verhindert hätte.