Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Reisewarnung Malediven

Hadmut
12.2.2020 0:12

Tja.

Ich war ja auch mal dort, allerdings auf einer Einheimischen- und nicht auf einer Touristeninsel, was ich hier im Blog ja ausgiebig beschrieben hatte und zwar aufschlussreich, aber nicht so paradiesisch fand. Vor allem die Islamisierung war mir aufgefallen, die nach Aussage von Einheimischen aus Saudiarabien betrieben wird. Schon öfters habe ich gelesen, dass – pro Kopf Bevölkerung, nicht in absoluten Zahlen – die Malediven das Land sind, aus dem die meisten Kämpfer des islamischen Staates kommen.

Dass man da leicht Ärger bekommen kann, wenn man sich nicht so benimmt, wie die sich das dort vorstellen, ist bekannt. Das unterläge ja grundsätzlich der Souveränität des Landes, aber ihre Haupteinnahmequelle ist der Tourismus, und wenn man sich jemandem mit schönen Bildern als Urlaubsland anbietet, dann hat man das auch irgendwo zu leisten. Man kann nicht Trauminsel auf Traumfotos für teures Geld verkaufen und dann Islamismus, Müllberge und Müllverbrennung mit offenen Feuern präsentieren. Zumal ich es seltsam fand, dass sie einerseits schwer auf Islam und die hohen Werte machen, dann im Duty-Free-Bereich des Flughafens aber massenweise Alkohol verkaufen, auch sowas wie 80.000-Dollar-Flaschen Whisky und so Zeugs. Man kann nicht einerseits auf Werte machen, die aber sofort fallen lassen, wenn’s um’s Geldmachen geht.

Als ich damals dort war, war ich in einem mittelguten Hotel, sehr angenehm, schöne Zimmer, hervorragendes Essen, aber jetzt nicht mit Wellness-Bereich oder eigenem Pool. Oder Massagen. Geht auf einer Einheimischen-Insel nämlich nicht. Damals gab es nämlich gerade großen Zoff, weil nach der Aufheben der strikten Trennung der Touristen- und Einheimischen-Inseln die Islamisten gesehen hatten, dass es da Massagen gab, das für Prostitution hielten und verboten haben. Dann aber weiche Knie bekamen, als die Hoteliers ihnen erklärten, dass es nicht mehr und nicht weniger als eine Massage sei und reichte Touristen einen Haufen Geld dafür bezahlten, dafür zu kommen, es aber nicht nötig hätten, für schnöde Prostitution zu kommen, und sie gerade die Finanzgrundlage des Staates ruinierten. Man hat das dann wieder etwas zurückgenommen, aber man merkte schon, wo das Problem hängt.

Das Hotel war auch gerade erst ganz wenige Jahre alt (wegen der Witterung aber auch schon wieder an einigen Stellen angegriffen), weil man als Tourist erst seit zwei oder drei Jahren auf diese Insel durfte. Entsprechend neugierig wurde ich da auch beäugt, aber es war nicht möglich, bei den Kindern Mädchen und Jungs zu fotografieren, weil die Mädchen in Windeseile in den Häusern verschwanden, sobald eine Kamera auch nur in ihre Richtung zeigte. Zur Nichtexistenz erzogen.

Die Welt schreibt gerade darüber, dass da drei rabiate Polizisten versuchten, eine Engländerin mit Gewalt festzunehmen, weil sie außerhalb des Badebereichs im Bikini unterwegs war.

Das kann man als Land halten, wie man will, aber dann kann man halt das Geld nicht nehmen und Traumurlaube versprechen. Gab wohl auch Ärger, man hat sich entschuldigt, weil das Ding in den Social Media rumging, und sie eben auf Tourismus angewiesen sind. Sonst ist da nichts.

Ich habe da trotzdem wenig Verständnis. Wenn man will, dass Leute aus anderen Ländern kommen und viel Geld da lassen, dann hat man gefälligst auch das zu bieten, was vereinbart ist. Entweder sagt man von vornherein, dass man ein islamisches Land ist und sich Frauen zu bedecken haben, oder man macht auf Urlaubsland. Aber nicht so tun als ob.

Und wenn einem das nicht passt, hätte man halt auch bei der Trennung zwischen Einheimischen- und Touristeninseln bleiben sollen. Schon, wie ich es erlebt habe, getrennte Strände mit 200 Meter Abstand für Einheimische und Touristen mit ganz unterschiedlichen Kleidungsregeln zu haben, finde ich schräg.

Und wenn man außerdem schwer auf Islam macht, dann aber im Duty-Free-Shop monströs Alkohol verkauft, kommt mir das schon sehr doppelmoralig vor.

Wie dieser Twitterer aber richtigerweise anspricht: Es kann nicht stimmen, wenn man uns hier in Europa einen erzählt, dass Multikulti so schön und toll wäre und alles besser wird. Multikulti ist schlicht gelogen.

In einer Polizeiansage am Freitag wurden die Touristen aufgefordert, „kulturelle Sensibilität und örtliche Vorschriften“ zu beachten.

Das halte ich zwar grundsätzlich für eine Selbstverständlichkeit, das Recht jedes Landes und die Pflicht jedes Reisenden.

Aber ich halte es für Betrug, wenn man das erst dort erfährt und hier in den Katalogen und auf den Tourismusbörsen immer nur die schönen Hochglanzfotos sieht. Man kann nicht auf Paradies und Trauminsel machen, und dann, wenn man dort ist, mit April-April kommen, das sind die Regeln und Bikini bitte nur am Strand hinter der Müllhalde.

Allerdings sieht man hier wieder nur einen Ausschnitt und nicht die Vorgeschichte, es passt aber so ungefähr in meine Erfahrungen auf den Malediven.

Es heißt zwar verschiedentlich, die Frau sei nicht ganz unschuldig, sie habe die Sonnebrille eines Polizisten genommen. Trotzdem halte ich das in einem Land, das vom Tourismus lebt, so für Tourismus wirbt, die Leute explizit zum Urlaub einlädt, für verfehlt und erwarte da einen entspannten Umgang.

Es heißt auch, sie sei betrunken gewesen.

Aber wenn man keine Betrunkene haben will, darf man eben keinen Alkohol verkaufen. Und wenn man keinen Alkohol-Konsum haben will, muss man das halt vorher klarstellen und sagen, damit die Leute wissen, worauf sie sich einlassen. Für viele Briten gehört Saufen einfach zwingend dazu, und sonst würden die nicht kommen. Dann muss man halt auf deren Geld verzichten.