Ansichten eines Informatikers

Ai Weiwei über deutsche Professoren und deutsche Studenten

Hadmut
12.2.2020 23:55

Allzuviel konnte ich mit Ai Weiwei bisher nicht anfangen. Ich habe in München mal eine Ausstellung gesehen und dachte mir „naja”.

Aber jetzt hat er bei mir Interesse und Aufmerksamkeit geweckt.

Interview der Berliner Zeitung mit Ai Weiwei: „Berlin ist die hässlichste, langweiligste Stadt, die es gibt“

(Natürlich ist Berlin hässlich und langweilig, auch dreckig und kaputt, aber Berlin ist wie keine andere Stadt voll mit Leuten, die damit zufrieden sind und das so haben wollen.)

Ai Weiwei über seine Professur:

Ich habe drei Jahre lang an der Universität der Künste unterrichtet. Wissen Sie, warum ich da weggegangen bin?

Weil Ihre Gastprofessur endete?

Es ist unmöglich, deutsche Studenten zu unterrichten. Sie sind faul, sie machen ihre Hausaufgaben nicht. Und das System ist höchst korrupt. Ich sollte diese Studenten ihren Abschluss mit Auszeichnung machen lassen. Ich fragte, wie das sein könne. Sie sagten, sie würden das immer so machen. Alle Professoren haben ihre Hand dafür gehoben. Das ist intellektuell unerträglich, deshalb bin ich da weg.

Das ist genau der Punkt, den ich damals angegriffen habe: Willkürliche, politische Notenvergabe. Auszeichnungen für unfähige Leute, weil es politisch so gewollt ist. Und dieses korrupte Hochschulsytem ist eng mit der Politik verwoben.

Unsere Universitäten sind längst hochkorrupte Jauchegruben.

Mit seiner Kunst kann ich jetzt nicht so viel anfangen. Aber damit hat Ai Weiwei bei mir Respektpunkte gesammelt.