Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Abhängigkeiten

Hadmut
12.2.2020 23:36

Über Weiterungen der Corona-Virus-Krise.

Es macht sich inzwischen die Erkenntnis breit, dass uns die Corona-Virus-Krise weit mehr Probleme als nur die Krankheit an sich bringen kann und wird. Wenn in China die Fabriken still stehen (und deren Tourismus nicht mehr stattfindet), läuft auch im Rest der Welt nicht mehr viel. Beispielsweise kommen die Wirkstoffe vieler Medikamente, insbesondere Antibiotika, überwiegend aus China. Die WELT schreibt darüber, dass wir das auch nicht auf die Schnelle wieder ändern können:

Die Dunkelziffer der Infizierten könnte noch weitaus höher sein. Gelinge es nicht, die Seuche einzudämmen, könnte sich womöglich 60 Prozent der Weltbevölkerung anstecken, zitierte die britische Zeitung „The Guardian“ Gabriel Leung von der Universität Hongkong, einen der führenden Epidemiologen auf diesem Gebiet, der ebenfalls nach Genf gereist war.

OK, naja, sorry, das war jetzt blödes Geschwätz, eine Tautologie, wie „Kräht der Hahn laut auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist.” Oder „Regnet’s lang und kalt im Mai, dann ist der April vorbei.” „Schaffen wir es nicht, es einzudämmen, wir es sich weiter ausdehen”. Wie gut, dass sie dafür einen führenden Experten, eine Koryphäe gefragt haben.

Nee, ich will auf das hinaus:

Sollte sich die Lage noch zuspitzen und China etwa beschließen, keine Wirkstoffe mehr auszuliefern, um die Produktion für dringend benötigte Arzneien im eigenen Land einzusetzen, hätte der Rest der Welt ein großes Problem.

Zwar gibt es durchaus große pharmazeutische Produktionsstätten in Indien. Allerdings sei es auf die Schnelle nicht möglich, die Produktion dort hochzufahren, obwohl die Fabriken teilweise nur zu 40 Prozent ausgelastet seien, warnt Hosseini. „China hat in den vergangenen Jahren ein solches Preisdumping betrieben, dass sogar Indien sich viele Wirkstoffe von dort liefern lässt. Das wieder umzustellen, geht nicht von heute auf morgen.“

Umso wichtiger sei es, dass die Bundesregierung nun endlich umsteuere. „Wir haben schon vor drei Jahren vorgerechnet, dass eine Rückverlagerung der Antibiotikaproduktion wirtschaftlich unrentabel wäre. Ohne staatliche Unterstützung wird das nicht funktionieren“, sagt der Experte. […]

Gibt noch mehr Probleme. Die Autoproduktion soll ja auch bald stehenbleiben, weil viele Bauteile aus China kommen und es keinen Ersatz gibt (zumal man mit der Diesel-Nummer gerade viele deutsche Zulieferer und kleine Hersteller pleite gemacht hat.) Es heißt, Amazon würde gerade alles aufkaufen, was sie kriegen können, um sich noch die Lager zu füllen, solange es noch geht.

Globalisierung eben. Und Regierungsverlogenheit. Einerseits macht man hier einen auf Mindestlohn, hohe Sozialabgaben, Energiewende, Kohleverzicht, hohe Strompreise und tut so als ob, faktisch aber hat man zentrale Funktionen des Staates nach China ausgelagert, wo es alles das nicht gibt. Erinnert mich an die Abschaffung der Kernkraftwerke, um dann den Strom aus maroden Kraftwerken im Nachbarausland zu beziehen, die man nicht unter Kontrolle hat, die einem dann aber trotzdem um die Ohren fliegen.

Vordergründig macht man hier auf Sozialstaat, hintergründig lässt man im Billigstland produzieren.

Sehen wir es so:

Die Chinesen haben den Weltmarkt für alles mögliche, sind die Werkstatt der Welt.

Wir dagegen sind führend in Geisteswissenschaft, Gender, Gesellschaftsbeschimpfung und Hartz IV.