Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Der dritte Deutsche Sozialismus

Hadmut
20.10.2019 15:19

Das dritte Unheil steht schon vor der Tür.

Bei Tichy schreibt’s:

Die politische Korrektheit führe die Welt in den Abgrund, mahnt der litauische Ex-Staatschef Vytautas Landsbergis: Sie sei nichts anderes als die Lüge. Den Deutschen wirft er vor, sie mieden Tabuthemen. Ihre Sympathien für den Kommunismus kann er nicht verstehen. […]

Sie sprechen von Morallosigkeit. Im Westen glauben viele, Moral sei links.

Sozialistische Ideen sind sehr beliebt. Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Sozialismus und Moral. Im Gegenteil. Die Idee, Wohlstand für viele zu haben, konsumieren, konsumieren und noch mal zu konsumieren, was ist dar an moralisch? Das sind banale Freuden. […]

Viele Linke sehen sich als Kämpfer für Moral, wollen die Welt verbessern.

Wie soll die Welt besser werden, wenn man die einen Menschen besser stellen will als die anderen? Diese Leute glauben, im Namen des vermeintlich Guten könnten sie Menschen unterdrücken. Das ist schon in sich unmoralisch. Aber man muss sich auch fragen, was dieses Gute ist, das sie angeblich anstreben. […]

Wo genau liegen die Gefahren von Marxismus und politischer Korrektheit?

Der Marxismus ist eine Ideologie, die auf der Annahme beruht, dass der Mensch für den anderen Menschen ein Feind ist, dass die Menschen einander ausnutzen, dass alles ungerecht ist und die Ungerechtigkeit zu Hass und Rache führt. Das alles will der Marxismus än­dern und die Übeltäter im Zweifelsfall vernichten. Die Bourgeoisie muss ge­hen, entweder freiwillig oder sie muss vernichtet werden. Marxismus – das sind erfundene, angeblich wissen­schaftliche Regeln, die nichts anderes sind als eine neue Religion. Man fragt nicht mehr Gott, was gut und schlecht ist, sondern die Geschichte lehrt es. […]

Erinnert Sie die politische Korrektheit an Sowjetunion und Kommunismus?

Der Kommunismus hat die Menschen unterteilt in solche, die es wert sind zu leben, und solche, die es nicht sind. Ich würde das als „Klassen“-­Rassismus bezeichnen. Daran wurde dann alles andere ausgerichtet – das Regime, die Diktatur. Und das Motto war immer: Wir haben die Wahrheit auf unserer Seite. Je­der, der gegen diese Wahrheit ist, ist ein Schädling. Und den muss man vernich­ten. Keine Gespräche mit dem Feind!

Keine Gespräche mit dem Feind! Hat das nicht gerade auch Sascha Lobo gefordert?

„Klassenrassismus” ist gut, den muss ich mir merken.

In Deutschland wird strikt unterschieden zwischen Sozialismus und Nationalsozialismus.

Das ist der größte Betrug, dass man jetzt immer so tut, als gäbe es einen Unterschied zwischen den Totalitarismen, zwischen nationalem und internationa­lem Sozialismus. Aber den gibt es nicht. Nur die Lackierung ist anders. Die Dis­sidenten in der Sowjetunion haben die Kommunisten rote Faschisten genannt. Und sie hatten recht. Die Diktaturen sind in ihrem Wesen alle gleich, sie sind alle faschistisch, sie setzen auf Gewalt und berufen sich auf eine Philosophie, um diese Gewalt zu rechtfertigen. De facto sind sie sozialdarwinistisch. Egal, ob rot, braun oder schwarz.

Das ist der zentrale Punkt. Der Nationalsozialismus war ein Sozialismus. Die DDR war ein Sozialismus. Und jetzt bauen sie am nächsten. Weil Sozialisten so dumm sind, dass sie nicht einsehen, dass es immer wieder schief geht.

Und deshalb auch die „Antifaschismus”-Rhetorik: Damit der erste nicht auf deren Konto geht. Damit man nicht merkt, dass alles Scheitern seit 1918 immer kommunistisch-sozialistisch war.

Und zum Stand der Versklavung:

Warum wurden Sie nicht wie vorgesehen Ehrendoktor der Uni Leipzig?

Die Verleihung wurde abgeblasen, weil ich darüber sprach, dass auch die Rote Armee in Deutschland schreck­liche Verbrechen begangen hat. Das ist ein Tabuthema, die Deutschen trauen sich nicht, darüber zu sprechen. Man hat den Deutschen das Rückgrat ge­brochen, sie sind arme Menschen. Sie können sowjetische Menschen werden, leider sind sie dazu bereit.

Inwiefern?

Es ist erstaunlich, wie man sich in Deutschland denjenigen gegen­über verhält, die gegen den Kommunismus kämpften. Die Kommunisten haben nach dem Krieg die alten Konzentrationslager Hitlers wieder in Betrieb genommen, nach den braunen Faschisten dienten die den roten Faschisten. Gegenüber den Opfern des Kommunismus gibt es bis heute ein Grundmisstrauen in Deutschland. Selbst die Aufschriften auf den Denkmälern für sie sind ganz andere als bei denen, die gegen die Nazis kämpften. Da steht nichts von verbrecherischer Diktatur, gegen die sie kämpften – da ist dann nur verbrämt von Fehlern zu lesen und dergleichen. Ganz sanft. Kein Wort darüber, dass sie gegen eine kriminelle Ideologie kämpften, eine, die auf Hass baute, darauf, Menschen zu den Feinden anderer Menschen zu machen.

Die gesamte Presse, öffentliche Meinung steht unter dem Schema: Kommunismus ist gut, die Weltrettung, und Gegner des Kommunismus sind alles böse Nazis.

Zur Vorbereitung auf den dritten Sozialismus-Kommunismus.

Wie erklären Sie sich das Verhalten der Deutschen?

Sie begraben sich selbst. Bei ihnen ist es heute so, dass es als unanständig gilt, wenn man seine eigene Meinung hat, man muss das denken, was die Mehrheit denkt, das, was der Chef vorbetet.

Und wieder die Verbindung zu den Russen:

Und woher kommt die Affinität zu Russland?

Die Deutschen sind den Russen in ihrer Denkweise und in ihrer Mentalität sehr ähnlich. Sie passen sehr gut zu dem russischen Imperium, das Putin bauen will. Michail Jurjew beschreibt das ganz offen in seinem Buch „Das dritte Imperium“. Sinngemäß steht da: Ein enges Bündnis Russlands und Deutschlands ist unausweichlich, das ist für beide Länder sehr vorteilhaft, das hat schon Bismarck verstanden. Deshalb wird es auch kommen. Die angelsächsische Welt konnte das zweimal verhindern, aber das dritte Mal wird ihnen das nicht gelingen.

Hatte ich das nicht gerade gestern schon mal als den Zweck von der Leyens?

Tja.

So wird’s laufen.