Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Stromverbrauch gesenkt – Energie gespart?

Hadmut
7.2.2013 0:19

So eine Zwischenüberlegung.

Ich habe mal daran gearbeitet, meinen Stromverbrauch zu senken. Gegenüber den Vorjahren habe ich ungefähr 200 bis 300 kWh eingespart (nicht so ganz exakt zu bestimmen, weil etwas unterschiedliche Abrechnungszeiträume und ich weil ich einige längere Abwesenheiten und Reisen hochinterpolieren musste).

Woran lag’s?

Kann ich nicht so genau sagen.

  • Ich habe einen (großen) Röhrenfernseher gegen einen eigentlich kleineren LCD ersetzt, der bei den heute üblichen 16:9 Filmen ein gleich großes Bild liefert. (wobei ich mehrfach gelesen habe, dass die heute gern genommenen großen LCD-Fernseher sogar mehr Strom ziehen, aber irgendwie hatte ich damals gerade keine Lust, mir einen großen Fernseher zu kaufen, weil ich damals keinen mit gutem Streaming-Client gefunden habe und deshalb nicht zuviel Geld raushauen wollte, solange die nicht tun, was ich will.)
  • Steckdosenleisten mit Schalter, mit denen ich Geräte richtig ausschalte.
  • Bis auf eine Badezimmerleuchte habe ich alles mit Halogen rausgeworfen und nur noch wenige Energiesparlampen, weit überwiegend LEDs. Sowohl bei den Deckenleuchten, als auch bei kleinen Lese- und Schreibtischlampen.
  • Ich habe zwar für verschiedene Sachen einen dicken PC mit zwei Platten, i7, 16G RAM und bla bla bla, habe mir aber zusätzlich zum surfen und mailen und sonstigen Kleinkram so einen ganz kleinen, schwachen, aber leisen Mini-PC mit AMD 350 CPU gekauft, den ich meistens verwende.
  • Allerdings habe ich aufgrund veränderter Berufstätigkeit öfter zu Hause gekocht als früher. Damit könnte der Energieunterschied sogar noch höher liegen, wenn man das herausrechnen könnte und würde.

Das war’s. Mehr habe ich eigentlich nicht gemacht. Im Gegenteil, ich war sogar deutlich mehr zu Hause. Was genau davon den Strom gespart hat, kann ich nicht sagen.

Nur: Gelohnt hat sich’s nicht. Wenn man 300 kWh pro Jahr einspart, spart man je nach Tarif maximal etwa um die 80 Euro pro Jahr. Die Sparmaßnahmen waren deutlich teurer und müssten damit schon 5 Jahre halten, um den break even zu erreichen. Die LEDs und die Schalter schaffen das womöglich, der Mini-PC aber wohl nicht. Und der Fernseher auch nicht so wirklich, wenn man liest, welche Selbstzerstörungsmaßnahmen heute in Fernseher eingebaut wurden. (Ich musste den Röhrenfernseher allerdings ohnehin ersetzen, weil der so langsam den Geist aufgab. Dafür hatte der noch einen richtigen Schalter zum Ausschalten.)

Finanziell hat es sich nicht gelohnt. Sparen ist eine ziemlich teure Angelegenheit.

Aber was ist mit dem Umweltschutz und der political correctness? Klima und so? Natürlich hilft es da, wenn man weniger Strom verbraucht. Ich bezweifle aber, dass ich tatsächlich weniger Strom verbraucht habe, denn man muss ja den ganzen Stromverbrauch zur Herstellung und Lieferung der Sachen mit berücksichtigen. Und die liegen garantiert weit drüber. (Nur zahlen die dort weniger für den Strom als ich als Privatbürger, weshalb die das Zeug überhaupt noch zu vertretbaren Preisen anbieten können.) Wahrscheinlich ist Umweltschutz auch mit einer ziemlichen Menge Mehrverbrauch an Energie verbunden.

Den einzigen Vorteil sehe ich in der Lebensqualität. Der Fernseher ist besser. Der PC ist leiser. Und entgegen der Meinung der Mehrheit empfinde ich die LED-Lampen sogar als angenehmer als die Halogen-Lampen. Auch wenn das gelblich-warme Licht einer Halogen-Schreibtischlampe schon etwas sehr gemütliches hat, was ich zugeben muss. Aber wenn man die an 300 Tagen mit 40 Watt je 2 Stunden brennen lässt, sind auch das schon 24 kWh pro Jahr. Da amortisiert sich eine LED-Lampe schon – je nach Nutzung – zwischen einem und vier Jahren. Falls sie solange hält, denn die Dinger sind auch mechanisch meist labil. Und LED-Lampen sind nicht giftig und enthalten kein Quecksilber. Sie gehen nicht so leicht kaputt wie Energiesparlampen.

Aber eigentlich ist das alles Kleinkram. Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass wir die meiste Energie mit Mobilität verheizen und uns den ganzen Stromsparquatsch in der Wohnung dagegen an den Hut stecken könnten. Angeblich enthält ein Liter Benzin so irgendwas um die 9 kWh Energie (auf den Wirkungsgrad pfeif ich jetzt grade mal). Eine Einsparung von 300 kWh pro Jahr entspräche damit ungefähr 33 Litern Benzin, ein halber Tank. Ich hätte aufschreiben sollen, wie weit ich gefahren bin, um den Krempel einzukaufen. Wahrscheinlich habe ich mit den Fahrten bzw. der Anlieferung des Zeugs schon mehr Energie verbraucht, als ich dann damit gespart habe.

Ich habe ja vor einiger Zeit schon mal ausgerechnet, dass es sich nicht lohnt, zur billigeren zweitnächsten Tankstelle zu fahren anstatt bei der nächsten zu tanken, weil der Cent Unterschied schon die Kosten der Fahrt von 1,5 km kaum erwirtschaften kann, die Zeit dazu schon gar nicht.

Neulich habe ich nach Kühlschränken gesehen. Es gibt billige mit A+, und teure mit A++ oder A+++. Eine grobe Überschlagsrechnung zeigte, dass sich der teure mit A+++ bei derzeitigen Strompreisen erst nach etwa 13 Jahren anfangen würde, sich gegenüber dem billigen zu rentieren. (Die merklich bessere und gediegenere Qualität und andere Unterschiede wie Geräuschentwicklung mal außer Acht gelassen.) Man sagt aber, dass man Kühlschränke schon nach etwa 7-8 Jahren ersetzen solle, weil die Technik dann soweit fortgeschritten ist, dass neu kaufen billiger wäre als den alten weiter laufen zu lassen. (Was zwar meiner Beobachtung auch widerspricht, aber nehmen wir es mal hin/an.) Wenn ich aus Energiespargründen den Kühlschrank ersetzen soll, bevor er sich gegenüber dem billigeren A+-Kühlschrank rentiert hat, warum soll ich dann überhaupt den teureren Energiesparkühlschrank kaufen? Oder ist das zu kurzsichtig, weil wieder nur meine Energiekosten, aber nicht die der Herstellung betrachtet werden? Ist es in der Summe vielleicht doch besser, einen Kühlschrank zu nutzen, bis er auseinanderfällt? So wie es vermutlich energetischer Blödsinn ist, Autos vorzeitig zu verschrotten nur weil sie Spritsäufer sind?

Es ist seltsam, aber manchmal habe ich das Gefühl, die beste Methode, Energie zu sparen, ist einfach, gar nicht darüber nachzudenken und einfach nur das zu tun, was man persönlich für nötig hält, und die üblichen, politisch korrekten Stromsparmaßnahmen gar nicht zu beachten. Mit einem Gerät, was im StandBy 1 Watt weniger als ein anderes braucht, spare ich im Jahr durchaus 24 * 365 = 8,760 kWh. Das sind gigantische 2 Euro und ein paar Zerquetschte. Auf die Lebensdauer etwa eines Fernsehers bezogen optimistisch betrachtet ungefähr 10-20 Euro pro eingespartem Watt. Lohnt es sich da, denn 100 Euro teureren Fernseher zu kaufen? Und braucht die Herstellung besonders stromsparender Fernseher oder anderer Geräte womöglich mehr Extra-Strom, als die Dinger einsparen können?

Ich hatte allerdings einen alte kleine Stereoanlage, die knapp 10 Watt im StandBy gezogen hat. Die hat im Laufe ihrer Nutzung mehr Strom als Kaufpreis gekostet. Und ist den Weg alles recyclebaren gegangen.

Die Quintessenz ist aber, dass unsere Energiepolitik nichts taugt. Den ganzen Klimbim mit Energiesparbirnen und LED-Lampen kann man sich energetisch an den Hut stecken, solange man von Arbeitnehmern Flexibilität bei der Wahl der Arbeitsstätte erwartet und verlangt, dass die Leute pendeln oder außerhalb wohnen. Mobilität kostet weitaus mehr Energie als die Wohnung. Statt dem ganzen Energieerneuerungsklimbims wäre es weitaus sinnvoller, bei Wohnungen die zu fördern, deren Arbeitsplatz näher ist, um das Pendeln zu reduzieren.

Ich muss da immer an eine Aussage eines BSI-Präsidenten denken, mit dem ich mich mal deswegen auf einer Konferenz angelegt habe: Der behauptete (also offizielle Meinung der Bundesregierung), dass IT-Sicherheit ist, wenn die IT-Sicherheitsbranche steigende Umsätze meldet.

Dann verstehen die unter Energiesparen wohl auch, dass die Energiesparkrempelbranche steigende Umsätze meldet.

53 Kommentare (RSS-Feed)

Ursula
7.2.2013 1:52
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Ich habe einen Freund, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Er ist ein richtiger Tüftler und hat für sein kleines Haus ein paar sehr intelligente Sachen konstruiert, u.a. einen Kühlschrank in der Außenwand, der, soweit möglich, den bestehenden Temperaturunterschied nutzt. Natürlich hat er längst auf LED-Leuchten umgestellt, nutzt Sparschaltungen bzw. Zusatz-Ausschalter und achtet bei Anschaffungen akribisch auf den Energieverbrauch. Strom kommt aus einer Solaranlage auf dem Dach, bemerkenswert ist, dass er und seine Frau sogar ohne externe Stromversorgung auskommen, und das ohne Einbuße an Lebensqualität. Gekocht wird mit Gas, einen Fernseher haben sie nicht, Computer sehr wohl. Richtig beeindruckend wird es, wenn man die Zahlen hört: ihr Stromverbrauch lag im vergangenen Jahr bei um die 400kWh, während “normal” sparsame Mehrpersonenhaushalte mal locker bei dem 4-fachen liegen.

Es mag schon sein, dass Energiesparen oftmals nur das Gewissen beruhigt und in der Ökobilanz weit weniger gut weg kommt. Aber es steht auch für einen Bewusstseinswandel hin zu mehr Nachhaltigkeit, und dazu gehören dann auch längere Produktlebenszyklen, Recyclebarkeit, Vermeidung von Verkehr, insbesondere die Abkehr vom gesellschaftlichen Zwang zur Mobilität usw. Wie jeder Wandel geht auch dieser nur sehr langsam voran, aber wenn man die ersten Schritte nicht geht, kommt man bei den nächsten nie an. Oder man wird irgendwann umso härter von den Umständen dazu gezwungen.


Bzzz
7.2.2013 1:57
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Mit den Kühlschränken hast du absolut recht, ich arbeite bei einer Firma, die einen guten Teil ihres Geldes damit verdient, dass andere beim Kühlschrankkauf nicht rechnen können oder wegen der grünen Brille nicht rechnen wollen. Es wird sogar mehr oder minder offen kommuniziert, dass das (immer noch) so ist – aber der Bedarf ist da, also wird die Hochleistungsdämmung produziert und mit Erfolg an die Gerätehersteller verkauft.

Andererseits bringen die sprudelnden Einnahmen einige Nebeneffekte mit: Davon abgeleitete Produkte. Und da wirds teils schon sehr sinnvoll. Ohne diese Quersubventionierung der Forschung, rein durch Uni-Arbeit (die Firma stammt vom ZAE Bayern ab), wären wir heute weder bei der Auswahl, noch bei der Qualität, und schon gar nicht bei den Preisen, die durch die hochskalierte Produktion inzwischen möglich sind. Ich werf dir mal ein paar Einsatzzwecke vor die Füße:
* Innen- und Außenmaße von LKWs und Containern sind quasi fix, damit kann man nicht beliebig dick dämmen. Bei der intensiven Nutzung lohnt sich bessere Dämmleistung insbesondere bei Gefriergut.
* Bei ganz passiven Systemen muss der Bediener schon kreativ werden, sofern er nicht den Deckel auflässt. Den Insulin-Behälter muss man zwei Hochsommertage im Auto vergessen, dem Koffer für Organtransporte muss man das Eis fürs Bierkühlen rausklauen, und bei Großtransporten von Medizin- und Biotechprodukten muss man schon mit dem Gabelstapler Löcher reinfahren, damit das Zeug schlecht wird.
* Alles, was in großer Höhe rumfliegt, muss gegen extreme Kälte geschützt werden. Jegliches Dagegenheizen braucht Energie, die man wiederum mitführen muss, und die durch ihr Gewicht weiteren Verbrauch verursacht. Das fängt bei Ballons an, denen die anhängende Elektronik einfriert, geht weiter bei solargespeisten 24/7-Drohnen, deren Lithiumakkus über Nacht temperaturbedingt einbrechen, und hört vermutlich bei ganzen Passagierflugzeugen auf, wobei die bisher afaik nur für die Wägelchen der Saftschubsen angefragt haben…damit das Essen auch für den letzten bedienten Fluggast noch heiß genug ist, dass er sich die Zunge dran verbrennen kann, wenn er denn möchte.
* Bei neuem Wohnraum in den Top-Lagen von Großstädten kann man die Rechnung aufmachen, ob man für 10€ pro Quadratmeter Wand dämmt, oder ob man für die gleiche Fläche und Dämmleistung 100€ ausgibt, aber 25 cm mehr Wohnraum erhält. Bei denkmalgeschützten Fassaden kann man im Normalfall gar nicht sinnvoll dämmen, da die Schießschartenoptik ja nicht in Frage kommt.

Aber klar, Auswüchse gibts da auch wieder. Heizkessel kann man in der Regel konventionell dämmen, und Betriebsflüssigkeiten in Autos muss man auch nicht auf Teufel komm raus auf Temperatur halten. In Oberklasseautos fallen 1000€ mehr auch nicht auf und wenn dabei ein Viertelliter Ersparnis auf 100km rausspringt lässt sich das werbetechnisch super ausschlachten, aber rentieren wird sich das im Leben nicht. Nicht mal Generationen später, wenns billig genug geworden ist, dass jeder Golf sowas verbaut hat.


Flusskiesel
7.2.2013 7:08
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Von ökologischen Standpunkt ist es m.E. nach auch fragwürdig, funktionierende Geräte auszumisten und gegen neue zu ersetzen (außer, das Altgerät frisst *extrem* viel Energie).
Die Herstellung, der Transport des neuen Gerätes sowie die Entsorgung des Altgerätes “kosten” ja auch Energie und Umweltverschmutzung.
Wenn man etwas für die Umwelt tun wollte (um damit auch Energie zu sparen), dann würde man etwas gegen die geplante Obsolenz tun.


“Wir sparen mit jedem Pfennig, koste es, was es wolle!”
Alte Weisheit, aus der DDR, immer noch aktuell.

_ttp://www.oliverjanich.de/die-wahre-ursache-der-wohnungsnot/
Es stehen massenhaft Wohnungen leer. gute Häuser werden hier auf Kosten der Steuerzahler abgerissen, damit die Mieten oben bleiben, Sanierungen werden erzwungen…
Und gleichzeitig gibt es Obdachlose, Asylanten werden in Hotels untergebracht…
Die haben nicht mehr alle Tassen im Schrank, dieses Bonzenpack!

_ttp://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/solarstandort-thueringen-zwischenbilanz-eines-fiaskos/
“Das erst Ende April 2010 neu eröffnete und bestausgestattete „Thüringer Kompetenzzentrum für Hochtechnologien und Solarwirtschaft“ meldete bereits im Juni 2011 Insolvenz an.”
Wenn Bonzen sparen…
Und die Schawan auch schon wieder — mein lieber Schawan…

Carsten

“Wer Wahrheit sucht, darf nicht die Stimmen zählen.”
Gottfried Wilhelm von Leibniz


Matias
7.2.2013 7:21
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Ein noch viel eindrücklicheres Beispiel im Zusammenhang mit Energiesparen, Ökostrom etc. Sind Solarzellen. Die werden ( oder zur Zeit vielleich ‘wurden’) jahrelang als Retter fürs Klima angepriesen obwohl die bei vielen Modellen und Standorten in ihrer gesamten Lebensdauer nicht einmal die Energie erzeugen, welche zur Herstellung gebraucht wurde!


ein anderer Stefan
7.2.2013 7:38
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Der Kauf neuer Geräte lohnt sich m.E. sowieso nur, wenn die alten den Geist aufgeben. Wir haben noch einen alten Röhrenfernseher, der wird hier so lange laufen, bis er den Geist aufgibt – dann gibts nen neuen. Und die Umweltbelastungen durch den Transport der Geräte aus Taiwan, China oder sonstwoher werden sowieso immer ausgeblendet.

Energiesparlampen sind dummes Zeug, dadurch, dass sie im Haushalt viel zu oft ein- und ausgeschaltet werden, gehen sie zu schnell kaputt und enthalten zudem Quecksilber. Aber die wurden uns ja regelrecht aufgezwungen.

Thema Auto: das umweltfreundlichste Auto ist immer noch das, was es gar nicht gibt. Und so lange innerhalb der EU immer noch Joghurt kreuz und quer durch die Gegend gefahren wird, um möglichst viele Subventionen abzugreifen, müssen wir uns als Privatleute um Kraftstoffverbrauch und Umweltbelastung eh keine Sorgen machen. Die ganzen Euronormen für PKW sind letztendlich eine verkaufsfördernde Maßnahme für die Autoindustrie, genauso wie die Abwrackprämie vor ein paar Jahren. Ein Auto belastet bei seiner Produktion die Umwelt so stark, dass es eigentlich erst nach ~ 15 Jahren ersetzt werden dürfte, weil es erst dann anfängt, die Umwelt durch die fortdauernde Nutzung stärker zu belasten als die Produktion eines Neuwagens. Ich sehe die Zukunft der individuellen Mobilität sowieso nicht mehr in dem klassischen Modell “Jeder hat ein Auto”. Daran ersticken unsere Städte (und wir leben zunehmend in Städten), in denen Autofahren immer weniger sinnvoll ist. Die intelligente Kombination verschiedener Verkehrsmittel ist der sinnvollere Weg – je nach Bedarf. (Zu Fuß, Fahrrad, Taxi, Car-Sharing, ÖPNV, Bahn/Bus/Flugzeug) Wenn diese Wege gut ausgebaut sind, braucht man in der Stadt keinen PKW mehr. (Deswegen verstehe ich auch die Kommunalpolitik hier in Dresden nicht, die immer noch auf die “autogerechte Stadt” setzt – das ist echt ein Modell von vorgestern.)


nullplan
7.2.2013 7:44
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Eine Sache, die mir persönlich häufig auf die Füße fällt im Umgang mit Umweltschutzlobbyisten, ist, dass diese häufig nicht zwischen qualitativen und quantitativen Argumenten unterscheiden. Beispiel:

A: Das Gerät spart _nicht_genug_ Strom ein. (quantitativ)
B: Aber es /spart/ Strom! (qualitativ)

Dass man das eine mit dem anderen nicht entkräften kann, fällt denen häufig nicht auf.


Steffen
7.2.2013 8:56
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Für einen Vortrag zum Thema “Energieverbrauch von Laptops optimieren” hatte ich mal interessehalber berechnet, wie weit ich im Durchschnitt gerechnet mit meinem Auto mit der Energie kommen würde, die in meinem Smartphoneakku und in meinem Laptopakku drin ist.

Ergebnis: Mit meinem Smartphone könnte ich das Auto 5 Meter, mit dem Laptopakku 50 Meter weit bewegen. (im Durchschnitt nach dem Verbrauch pro 100 km berechnet, höchstwahrscheinlich würde bei einem realen Versuch der Anlasser schon den Smartphoneakku komplett leerziehen)

Das ergab dann auch gleich eine der ersten Folien in dem Vortrag: Man solle bloss nicht glauben, wenn man einen Energiesparlaptop kauft oder seinen alten Laptop energieoptimiert (mit Undervolting etc.) daß man damit irgendwie groß was für die Umwelt getan hätte. Man macht das damit die Kiste kühler bleibt und man eine längere Akkulaufzeit hat.

Einmal 100 Kilometer mit dem Auto fahren (oder gar für ein Wochenende mit dem Flieger nach Mallorca düsen) verbraucht ein paar Zehnerpotenzen mehr Energie als man die komplette Lebenszeit des Smartphones braucht (oder vielleicht sogar sämtlicher Smartphones, die man jemals besitzen wird)


Hanz Moser
7.2.2013 8:57
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“habe mir aber zusätzlich zum surfen und mailen und sonstigen Kleinkram so einen ganz kleinen, schwachen, aber leisen Mini-PC mit AMD 350 CPU gekauft”

Das wird nichts. Die Dinger fressen kaum weniger. Ich habe hier gerade einen aktuellen Quadcore mit 32GB RAM stehen. An einem Netzteil von etwa 2003, das 70% wohl als maximale Effizienz hat, braucht das Ding im Leerlauf 50W. Über 120W bekomme ich ihn nicht. Demnächst kommt das angedachte Netzteil, dann bleiben wohl noch 25W im Leerlauf übrig. Jetzt miss mal deinen E350 durch.
Und auch vor zwei Jahren sah das kaum besser für den aus…

Jetzt schau dir mal an, wie aufwändig die Gewinnung seltener Erden ist und wie massiv dabei die Umwelt verschmutzt wird. Du hättest bei dem Pentium IV bleiben sollen. Bis der mit Strom aus einem Kernkraftwerk seinen Nachfolger umwelttechnisch erspart hat, dauert es ewig.

Speziell bei Autos kann ich dir auch ziemlich sicher sagen, dass es keinerlei Sinn ergibt die vor einem Alter von 15 Jahren zu ersetzen. Bei Audis mit Aluminiumkarosserie sieht es nochmal schlechter aus.

Und weil Strom sparen so wichtig ist, haben wir ja auch Gewerbestrom. Wenn es wirklich um die Umwelt ginge, würde man da ansetzen. Nicht bei den Krümeln, die bei Privatleuten einzusparen wären.
Aber dann hätten wir auch keine Feinstaubplaketten und solchen Unsinn.


Hadmut
7.2.2013 9:21
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@Hanz: Doch, das Ding hat ein eigenes Notebook-Netzteil und braucht tatsächlich weniger Srom, wird auch kaum warm.


Johanna
7.2.2013 9:22
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Nun, Umweltschutz nach Art der Grünen ist, wenn jemand anderes den Dreck abbekommt. Außerdem ist “Umweltschutz” oder “Energiesparen” hier nur ein Schlagwort, um die neoliberale Ideologie, die im Kern auf gleichem Niveau wie bei der FDP zu ihren besten Tagen ist, besser verbergen zu können.

Dass man Einsparungen auf der einen Seite die Mehrkosten auf der anderen Seite gegenrechnen muss, lernt man eigentlich auf jeder Berufsschule. Und aus diesen Überlegungen wird jeder vernunftbegabte Mensch mit etwas Rechnen zum Schluss kommen, das es im Haushaltsbereich nur sinvoll ist, Geräte neu anzuschaffen, wenn die alten aufgebraucht sind. Das spart dann außerdem Müll, bei vielen Elektrogeräten sogar teilweise Giftmüll, und das ist dann wirklich Umweltschonend.


O.
7.2.2013 9:29
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Hadmut, es gibt auch Energieverbrauchsmessgeräte….
messen stat spekulieren!

( Nein, ich verdiene nicht an solchen gerätenmit 😉 )

Ich war jedenfalls richtig erschrocken, fast schon geschockt, als ich sah, was Geräte im Standby so saugen.
Ich hatte zwar Steckdosen mit Schaltern schon, aber nur da, wo ich gut rankam, die auch benutzt. Mittlerweile lettere ich auch unter den Tisch, um den Rechner vom Netz abzuklemmen.

Das Netzteil läuft meistens mit und dazu noch die Netzwerkhardware.
Braucht man ja alles nicht, wenn man sowieso nicht zu Hause ist…und 24 Stunden am Tag das laufen lassen… geht stark in die Kosten ein.

Ansonsten habe ich auch fast nur noch LED-Beleuchtung.


Ich denke auch das es am besten ist Sachen so lange zu nutzen wie sie es tun und man muss schon genau gegenrechnen ob es sich lohnt das zu ändern. Als Beispiel mein Auto, fahre ich es weniger als 5 Jahre, hat es sich nicht zum Vergleichsmodell gelohnt.

Ich fahr ein Auto das so wenig Sprit wie möglich verbraucht (3,0 nominell, 3,1 als das wenigste das ich je im Monatsmittel geschafft habe, 4,1 wenn ich es fahre wie ein normales Auto ohne auf Spritsparen zu achten). Für mich wären die 33 Liter Benzin (iirc ist Diesel energiedichter, also sagen wir 30 Liter Diesel) anderthalb Tankfüllungen und so ~700 km Strecke. Damit kann ich eine Menge rumfahren und Sachen einkaufen.

Gekauft hab ich es gebraucht für (einschließlich Reparaturen) ~12k Euro. Ein vergleichbares Auto (also sprich mein Modell aber ohne den Energiesparmodus) hätte bei gleicher Kilometerzahl ~6k gekostet, angenommen ich hätte auch da 3k Reparaturen reinstecken müssen wäre ich bei ~9k rausgekommen, habe also für mein Drei-Liter-Auto ~3k mehr bezahlt.

-> Rechnet sich das?
In Geld: Nach ~5 Jahren schon.
Hier die Berechnung:
Dieselpreis: 1,40 €
Jahresstrecke: 30.000 km
Realverbrauch: 4,1 L/100 km
in 5 Jahren verbraucht: ~6.100 L
dafür bezahlt: 8.600 €

Ein Bekannter vor mir hat das andere Modell und verbraucht 5.5 L/100 km. Er hätte bei meinem Nutzungsverhalten ~11.500 Euro bezahlt.


Herrmann
7.2.2013 10:06
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Mundus vult decipi, ergo decipiatur.

Umweltpolitik basiert von Anfang an auf Lug und Trug. Waldsterben ein riesiger Schwindel. Ozonloch gab es wohl schon vor den bösen FCKWs. Atmosphärischer Treibhauseffekt wird mit einer Strahlungserhaltung erklärt, die es in der Physik nicht gibt. Der Rest ist Dreisatz nach Svante Arrhenius. Energie haben wir genug, die muss man nicht künstlich verknappen. Das sind nur neue “corn laws”, die Armut herbeiführen.


Steffen
7.2.2013 10:16
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Was noch dazukommt, der Mehrverbrauch älterer Geräte ist während der kalten Monate nichtmal ein echter Verlust, denn er heizt mir die Bude. Die kWh-Preise sind allerdings nicht gleich.


dieter
7.2.2013 11:11
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“Ein Auto belastet bei seiner Produktion die Umwelt so stark, dass es eigentlich erst nach ~ 15 Jahren ersetzt werden dürfte, weil es erst dann anfängt, die Umwelt durch die fortdauernde Nutzung stärker zu belasten als die ”

Wieso bitte ?

Was soll denn da bitte stärker belasten?
Gehört habe ich diese Behauptung auch immer mal wieder, wenn man sich aber mal reale Zahlen ansieht (es kann ja wohl nur um den Verbrauch gehen), wird man feststellen müssen, dass die Autos im Schnitt in den letzten 25 Jahren nicht sparsamer geworden sind. Dafür aber größer, schwerer, schneller und luxuriöser.

Zu ähnlichen Ergebnissen wird man wohl bei den meisten Maßnahmen kommen, die uns von irgendwelchen Weltenrettern empfohlen oder zwangsverordnet werden. Ich vermute, das liegt daran, dass die Ökofredis i.A. von Naturwissenschaft keine Ahnung haben und sich daher von jeder Lobbytruppe in die Tasche stecken lassen, sofern es in die eigene Ideologie passt (das Glühlampenverbot haben wir wohl Philips und Osram zu verdanken).


Joey
7.2.2013 11:22
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Ach ja die Diskussion mit den Energieverbräuchen. Interessanterweise sind vor allem die Menschen die auf jedes Watt beim PC achten (vgl. Diskussion über Spielergrafikkarten die im 3D Betrieb 200W brauchen) die, die im Winter zum Skifahren in die Berge, Ostern-Pfingsten kurz auf Malle/Ibiza, und im Sommer dann nach Asien, Amerika, Afrika oder mindestens nochmal ans Mittelmeer düsen.


Johanna
7.2.2013 12:36
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@O: Wenn Geräte im Standby zu viel Strom verbrauchen, kauft man sich im Baumarkt oder bei IKEA eine abschaltbare Steckdosenleiste und das Problem ist für zwei bis drei Euro gelöst. Es gibt auch Steckdosen mit entfernt anbringbaren Schaltern, die Steckdose verschwindet hinter dem Schrank und der Schalter ist trotzdem gut erreichbar. Zur Not verkabelt man das selbst, wenn man weiß, was man tut. Auf keinen Fall ist Standbyverbrauch ein Grund, mit einem deutlich teureren meist unkalibrierten Messgerät den Verbrauch zu ermitteln oder gar neue Geräte anzuschaffen.


Joe
7.2.2013 12:54
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Energieverbrauch skaliert übrigens linear mit Wirtschaftswachstum und Lebensqualität. Wenn also irgendwelche Politiker “Energie sparen” wollen, dann meinen sie damit die Umsetzung eines Morgenthau-Plans.

Ich habe übrigens mit ähnlichne Maßnahmen meinen Stromverbrauch deutlich (vierstellig) reduzieren können, die gesparte Knete geht jetzt in fossile Treibstoffe zu Vergnügungszwecken. Netto also ein ansprechendes CO2-Plus…


Stefan
7.2.2013 13:50
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Es geht nicht um den Energieverbrauch, der wird nur vorgeschoben wegen Umwelt und Blabla. Es geht um ein Konjunkturprogramm welches mittlerweile in die Hosen geht. Man wollte den Bürgern unter der Flagge Umweltschutz einige Quersubventionen zu Gunsten der notleidenden Bauindustrie, den Energieversorgen und der Automobilindustrie unterschieben, zuletzt nahm man noch die Elektrogerätehersteller hinzu.

Jetzt zeigt sich, dass man über das Ziel hinausgeschossen ist, die Mieten steigen nicht zuletzt wegen überzogener Zwangsdämmung. Die Strompreise steigen auf Grund willkürlicher Verknappung und unrentabler Ökoproduktion. Die Spritpreise steigen auf Grund der hohen weltweiten Nachfrage. Der Gaspreis wird von den Russen nach belieben festgesetzt. Und zu guter Letzt werden teure Zwangskäufe auf Grund von Produktverboten fällig (Glühbirnenverbot, etc.).

Jetzt kommen die Amis und fangen plötzlich an Gas zu fracken, die Chinesen werden bald folgen, damit pushen sie die Energieintensiven Wirtschaftszweige auf Jahrzehnte hin, es wird unserer Politklasse nichts anderes bleiben als dem internationalen Druck zu folgen, ansonsten wandern die Schlüsselindustrien Chemie, Metall und Automobil zwangsweise ab, blieben sie hier gingen sie vor die Hunde. Bin mal gespannt wie die Politik aus der Nummer wieder herauskommen will, wer erklärt jetzt den Gutbürgern dass wir eventuell doch neue Atomkraftwerke benötigen damit die Industrie nicht vor die Hunde geht? Wer erklärt ihnen dass die auf Jahrzehnte garantierten Ökosubventionen alleine von den Verbrauchern getragen werden müssen? Ebenso die Netzausbaukosten?

Ich freue mich ganz ehrlich auf den Tag an dem zwangsweise zurückgerudert werden muss. Ich bin ehrlich auf den Schönsprech gespannt der da abgefeuert wird…


O.
7.2.2013 18:49
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@Hadmut:

“Mit einem Gerät, was im StandBy 1 Watt weniger als ein anderes braucht, spare ich im Jahr durchaus 24 * 365 = 8,760 kWh. Das sind gigantische 2 Euro und ein paar Zerquetschte.”

Also, bei mir kommen da nur 8760 Wh raus.

Der Standby-Betrieb vieler Geräte ist aber (ich staunte selbst darüber, als ich es nachgemessen hatte), extrem vielmehr, als man gemeinhin annimmt, oder zumindest, als ich gemeinhin annahm.

Ichdachte, es geht da um einige zehn oder einige hundert Milliwatt, und staunte nicht schlecht, als da einige 10 Watt auf dem Display angezeigt wurden… also Faktor 100 oder auch Faktor 1000 höher, als mal so dahin geschätzt.

Daß Automobile eine der ineffizientesten Fortbewegungsmittel sind, dachte ich, ist bekannt? Und obendrein ist die Nutzlast (wenn man das Auto als fahrendes Designobjekt jetz nicht mit zählt) recht gering.

Das Fahrrad ist nach wie vor von der Energieeffizienz am besten.


O.
7.2.2013 18:50
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Ach das Komma hatte ich übrsehen, hadmut.


O.
7.2.2013 19:01
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@Ursula:
“Aber es steht auch für einen Bewusstseinswandel hin zu mehr Nachhaltigkeit, und dazu gehören dann auch längere Produktlebenszyklen, Recyclebarkeit, Vermeidung von Verkehr, insbesondere die Abkehr vom gesellschaftlichen Zwang zur Mobilität usw.”

Ja, man sieht es – wohl typisch deutsch – bei Programmierprojekten.
Auch wenn man alles von zu Hause machen kann und der Kunde hunderte von Kilometern weit weg ist, man will die Leute, auch externe Leute, möglichst vor Ort haben. (Kontrolle haben wollen die.)

Zum Beispiel, weil man vor Ort so viel besser kommunizieren kann *hüstel*,
und dann wird die meiste Zeit mit langen Besprechungen verbraten
und wer lieber konstruktiv Dinge umsetzt, als nur rum zu labern,
ist schon mal der Aussätzige.

Seit es Computer gibt, und den Anspruch zum papierfreie Büro,
ist der Papierverbrauch sicher nicht kleiner geworden.

Und seit es das Internet auch für Firmen gibt,
und man die Welt zum globalen Dorf zusammen schrumpfte,
muss man sicher noch mehr rum reisen mit Bahn, Auto, Flieger.

irgendwie kann man den Eindruck haben, das meiste geht irgendwie nach hinten los.

Dabei denke ich nicht, daß es so sein müsste, aber wenn Technologie auf Idiotie trifft….


O.
7.2.2013 19:36
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@O: Wenn Geräte im Standby zu viel Strom verbrauchen, kauft man sich im Baumarkt oder bei IKEA eine abschaltbare Steckdosenleiste und das Problem ist für zwei bis drei Euro gelöst.
(…)
Auf keinen Fall ist Standbyverbrauch ein Grund, mit einem deutlich teureren meist unkalibrierten Messgerät den Verbrauch zu ermitteln oder gar neue Geräte anzuschaffen.”

Erstens habe ich ja solche Steckdosenleisten, nur nicht bei allen Geräte auch benutzt, weil ich manchmal zu Faul war, unter den Tisch zu krabbeln..

Der Grund? Ich hatte den Verbrauch im Standbybetrieb für wesentlich geringer gehalten, als er ist.

Und ich habe ein Messgerät für diesen Zweck geschenkt bekommen.
Selbst unkalibriert, lass es statt 1% satte 10% Toleranz haben, ist es doch hilfreich, wenn es mir aufzeigt, daß der Verbrauch einige Zehnerpotenzen höher war, als ich vermutet hatte.


O.
7.2.2013 19:42
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Da ist also schnellstens abschalten mittel-/langfrisitg die beste UND kostengünstigste Vorgehensweise.

Den Aufwand für Gewinnung und Transport von Uran sollte man auch
nicht vernachlässigen…
…wo hier schon das Transportthema immer wieder angesprochen
wird.
Und die Nutzung für Kernwaffen ist ja auch noch zu
berücksichtigen.

Davon abgeshene wird das zeugs auch immer teurer
und PeakUranium steht auch vor der Tür.

Zu den seltenen Erden: wie schaut es eigetlich mit
Elektronikrecycling aus?
Sollte das nicht bald sehr lohnend werden?

“Und weil Strom sparen so wichtig ist, haben wir ja auch
Gewerbestrom. Wenn es wirklich um die Umwelt ginge, würde man da
ansetzen. Nicht bei den Krümeln, die bei Privatleuten
einzusparen wären.”

Genau.


O.
7.2.2013 19:43
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Mist, der Anfang fehlte:

in anderer Stefan:
“Röhrenfernseher”? Oder meinst Du Strahlenkanone?

@Hanz Moser
“Bis der mit Strom aus einem Kernkraftwerk seinen Nachfolger
umwelttechnisch erspart hat, dauert es ewig.”

Naja, Kernkraftwerke sind ja nun die allergrößten
Energievergbraucher.
Extrem aufwändigund immer wieder vom Stand der Technik
überholt, und nachrüste extrem teuer.

Obendrein:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/sellafield-preis-der-atomkraft-1.1591684

http://www.sueddeutsche.de/wissen/atomkraftwerke-ein-super-gau-pro-jahrzehnt-1.1365163

Da ist also schnellstens abschalten mittel-/langfrisitg die beste UND kostengünstigste Vorgehensweise.

(und nun witerlesen im vogen Posting ;-))


FullXD
7.2.2013 21:01
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Ökostrom? Studien zufolge wechseln die Männer ihren Stromanbieter häufiger als Frauen. Laut einer Studie wechselten die männlichen Verbraucher den Anbieter mehr als doppelt so häufig wie die Frauen. Dafür reden Frauen um ein vielfaches mehr über einen möglichen Wechsel zu Ökostromanbietern.

Mehr Infos z.B. unter
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/stromanbieter-wechseln-ist-maennersache-a-796371.html
http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/grundlagen/gender_diversity/Projekte/Determinanten_der_Wechselbereitschaft_von_Frauen_zu___kostrom/index.html
http://www.lichtblickblog.de/2012/02/01/was-hindert-frauen-am-wechsel-zu-okostrom/


Hadmut
7.2.2013 21:01
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@O: Ich habe ein solches Messgerät. Das sagt mir aber auch nur, wieviel das Gerät im Moment der Messung verbraucht, nicht wieviel das Gerät über’s Jahr verbraucht. Denn mein Gerät misst Leistung und sogar Energie, aber nur solange man es in der Leitung lässt. Und das mache ich auch nicht mehr als mal einen Tag oder so. Außerdem habe ich es noch nicht systematisch gemacht. Damit habe ich aber festgestellt, dass ein etwas älteres und sowieso lausiges Radio im Standby 15 Watt zieht. Oder genauer gesagt zog. Seither zieht es nichts mehr.


Knut
7.2.2013 22:07
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Dieselbe Beobachtung habe ich gemacht. Der neue A+++ Kühlschrank verbraucht allenfalls 10% weniger als der Alte. Unglücklicherweise ist zwischendurch das alte Energieverbrauchsmessgerät abgeraucht. Beim alten waren halt die Dichtungen alle und man musste die Türen bewußt schließen.

Das Gerücht mit dem Fernsehermehrverbrauch ist ziemlich sicher im Größenwachstum zu suchen. Ich habe jetzt 1m und vorher 70cm Beschiss. Die größere Fläche muß ja beleuchtet werden. Ob per Elektronenkanone oder mit LED ist da nicht der große Unterschied.

Das mit dem Standby-Verbrauch bekommen einige Firmen gut hin. Letztendlich braucht man ja nur ein Netzteil für den FernbedienungsARM und dann ein Relais um den Rest einzuschalten. Bei mir klackt es im Fernseher und nach dem Ausschalten ist der auf dem Energieverbrauchsmeßgerät nicht zu sehen.

@Matias Was soll den der Unsinn ? Solarzellen spielen die Energie zur Herstellung recht schnell wieder ein.

@Verschiedene Wenn die deutsche Industrie so am Enrgietropf hängt und Gehälter im Vergleich dazu völlig unwichtig sind, hätte ich gerne einen großen Schluck aus der Pulle. Es ist doch völliger Unsinn anzunehmen, das die Steigerung der Preise von 70 auf 80 Euro pro MWh irgendeine Auswirkung hat. Es gibt Länder, wo der Strom direkt ab Staudamm für 25 Euro pro MWh zu haben ist. Oder anders gerechnet: Es gibt da einen Grenze bei 10GWh, also ist das wahrscheinlich viel. Die Kosten 700000 Euro. Bei 100000 Euro mehr müßte der Laden also 2 Leute entlassen. Glaubt wirklich jemand, das wir da von einer größeren Pommesbude reden, wo jetzt auch noch die Grenze gesenkt werden mußte ?

Alle pro Mitarbeiter energieintensiven Betriebe sind doch schon längst weg oder haben eine Nische gefunden. Die Produkte fließen in den weiteren Wertschöpfungskreislauf und der deutsche Hersteller honoriert das, weil er damit Ärger nach Produkthaftungsgesetzt vermeidet. Vom Imageschaden mal abgesehen.


Knut
7.2.2013 22:35
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Und noch einer zum Thema Energieverbrauch LKW vs. PKW

Da meint einer “Und so lange innerhalb der EU immer noch Joghurt kreuz und quer durch die Gegend gefahren wird, um möglichst viele Subventionen abzugreifen, müssen wir uns als Privatleute um Kraftstoffverbrauch und Umweltbelastung eh keine Sorgen machen”

Man sollte sich dann mal überlegen, warum der Joghurt einem nicht so auf der Tasche liegt, wie das eigene Gefährt ? Und zwar selbst dann, wenn man nur den Sprit rechnet.

Ein LKW 2000km durch Europa kostet etwa 1200 Euro Diesel. Also weniger als 1Cent auf die 125g Packung bei 20 Tonnen Ladung.

Die Konsequenz für PKW-Fahrer kann also nur sein Fahrgemeinschaften zu bilden. Aus einem 6 Liter Auto wird da abrechnungstechnisch schnell das nicht erhältliche 2 Liter Auto. Und, macht man das ? Ich mache es z.B. nicht, obwohl der Kollege nur 300m die Strasse runter wohnt. Ist einfach zu viel Geschäft. Mal muß der eine früher weg. Oder zur Schulung, Einkaufen, Turnverein, was weiß ich. Da nutzt man dann halt die 40% Tage nicht, wo man im wesentlichen hintereinander her fährt.


Hanz Moser
7.2.2013 23:38
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@ Hadmut
Dann miss doch das Ding mal durch. Die meisten Brocken neueren Datums, die man an Laptops hängt, erreichen durchaus 85% Effizienz. Ich hab hier gerade ein besonders feines Exemplar, dass selbst bei vollen 90W Leistungsabgabe nur handwarm wird und auch noch extrem klein ist.
Wenn deine Büchse auf Mobilteilen basiert könnte sie aber die 20W nach unten knacken. Die meisten mini ITX Boards mit E-350 liegen effektiv drüber. Absoslut abartig sind die mini ITX Bretter von Intel mit 19V Versorgung. 15W im Leerlauf sind kein Problem und du kannst sogar nen Quadcore reinstecken.

@ O.
Lies noch mal was ich geschrieben habe und denk drüber nach, warum ich ausgerechnet Kernkraft als Beispiel genommen habe.


Hadmut
7.2.2013 23:52
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Da komme ich jetzt nicht dran, ist gerade verpackt und woanders.

Das Ding ist noch viel kleiner als ein mini ITX. Es ist ein Foxconn NT-A3500.

Laut c’t lohnt sich das bei mini ITX nämlich nicht, weil die normalen PC-Netzteile mit so niedrigen Stromverbräuchen nicht klarkommen. Da wird empfohlen, stattdessen lieber einen der kleinen Celerons zu nehmen, die dann effektiv auch nicht nennenswert mehr Strom liefern, aber viel mehr Rechenleistung. So ein E350 lohnt sich erst, wenn man ein komplett darauf ausgelegtes System hat. Und das ist dieser Foxconn eben. Da ist auch nur eine 2,5-Zoll-Platte drin, und auch nur eine schwache Graphik, die im Prozessor mit drin ist, aber für normale Arbeiten und Videogucken völlig reicht. Nur für Videospiele und 3D-Rendering ist das Ding untauglich, weil zu schwach auf der Brust.

Weil aber – im Gegensatz zu einem mini ITX – damit bekannt ist, dass das Ding nicht mehr Strom ziehen kann, kann man auch die Stromversorgung entsprechend auslegen.


ein anderer Stefan
7.2.2013 23:50
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Im Idealfall braucht man in der Großstadt gar kein eigenes Auto mehr, wenn der ÖPNV gut ausgebaut ist und ergänzende Angebote existieren (carsharing, Radwege).
Das hilft den Leuten auf dem Land wenig, ist mir schon klar. Aber wenn die Landflucht so weiter geht, erledigt sich das Problem weitgehend von selbst. Handwerker und Großfamilien kommen auch in der Stadt nur schwer ohne Auto zurecht, das wird sich wohl auch nicht ändern. Aber insgesamt denke ich, dass die Zahl der privaten PKW nicht mehr großartig zunehmen wird und langfristig sinken wird. Die Kisten kosten in Anschaffung und Betrieb ein Vermögen, was sich viele Leute auch nicht mehr leisten wollen, da die Karre die meiste Zeit eh nur rumsteht.


O.
8.2.2013 0:48
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immerhin ca. 1/4 bis 1/3 des Verbauchs ist von den Haushalten:

http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=3526


O.
8.2.2013 0:54
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“@O: Ich habe ein solches Messgerät. Das sagt mir aber auch nur, wieviel das Gerät im Moment der Messung verbraucht, nicht wieviel das Gerät über’s Jahr verbraucht. Denn mein Gerät misst Leistung und sogar Energie, aber nur solange man es in der Leitung lässt”

Daß das Gert nur mist, solange es in der Eitung st, sollte klar sein…
ud es gibt auch Geräte, die den Verbrauch af Wche, Monat, Jahr hochrechnen.
Daß man dafür ohnehin längere Zeit messen muß, sollte klar sein, denm
nicht jedes Gerät läuft permanent, z.? Kühlschränke sind mal an und mal aus.

Das Verhältnis von An und Uaszeiten muss also berücksichtigtt werden.
Und das ändert sich sicher auch mit den Jahreszeiten, wegen der Randbedingungen Umgebungstemperatur…


Hadmut
8.2.2013 0:56
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Ich hatte bisher nicht die Zeit, mich damit so ausgiebig zu befassen…


Hanz Moser
8.2.2013 2:51
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“Laut c’t lohnt sich das bei mini ITX nämlich nicht, weil die normalen PC-Netzteile mit so niedrigen Stromverbräuchen nicht klarkommen.”

Das sollte klar sein. Ein 400W Schaltnetzteil läuft bei 10W mit 2,5% Last. Das kann nicht effizient sein, wenn das Netzteil noch bezahlbar sein soll.
In dem Bereich ist es praktisch das beste, ein sehr effizientes Laptopnetzteil zu nehmen und dann einen DC-DC Wandler. So kommt man auf über 80% Effizienz und kann noch die knapp über 100W liefern, die man als Spitze braucht.

Drei Wandlungsschritte, 230-20V, 20V-ATX, ATX-Mainboard, sind aber einer mehr als für die Größenordnung 230V auf 1-3V sinnvoll wäre. Das ist auch der Grund, warum die Mini ITX Boards von Intel mit 19V Buchse so unglaublich effizient sind. Sie sparen den ATX Zwischenschritt aus.
Im Vergleich zu deinem Foxconn braucht ein Intel DQ77KB mit einem Celeron und einem guten Laptopnetzteil vielleicht 2-3W mehr im Leerlauf, ist aber ein vollwertiger PC. Vermutlich braucht das Ding effektiv sogar weniger, weil der E350 unter Last für die gleiche Rechenleistung deutlich mehr Strom braucht.


Stefan W.
8.2.2013 3:50
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Haushalte verbraten nur rd. 1/3 der Energie, aber die Produkte der Industrie und Landwirtschaft werden ja, abgesehen vom Export, auch von den Haushalten letztlich konsumiert.

Die Haushalte wiederum haben 3 große Posten: Verkehr, Heizung und Sonstiges. Sonstiges zerfällt in die größeren Posten Heißwasser, Kühl-Gefrierschrank, Herd, Waschmaschine, Spülmaschine.

Wer die Duschzeit von 10 auf 3 Minuten reduziert spart wahrscheinlich mehr, als jmd. der sich nach 5 Jahren einen neuen Kühlschrank kauft.

Mein Kühlschrank kostet mich rd. 80€ Strom im Jahr. Man kann erstmal versuchen die Temperatur nicht so niedrig zu stellen – wenn das Bier oder die Cola dann nicht mehr schmeckt oder man häufiger Verdorbenes wegwirft hat man allerdings übertrieben.

Meine Energiesparlampen beschrifte ich alle, wenn ich sie reindrehe, mit dem Datum, um später zu kontrollieren, wie lange sie gehalten haben. Bislang ist mein subjektiver Eindruck, dass sie sich durchaus lohnen, auch wenn es eine Lobbysache wäre. Übrigens, soweit ich weiß, von der EU, in der ökologische Parteien gerade nicht den Ton angeben. Allerdings werde ich später nicht sagen können, wieviele Stunden sie gebrannt haben, und wieviele Schaltvorgänge erlebt.

Während ich aber einerseits ehrgeizig bin in meinem Bereich sparsam zu sein glaube ich nicht, dass es viel bringt, im globalen Maßstab gesehen. Die meisten Leute haben geringe Spielräume was den Energieverbrauch betrifft. China, Indien und Brasilien sind stark wachsende Volkswirtschaften, bei denen es für viele Menschen überhaupt mal darum geht einen Kühlschrank zu haben. Und andere Waren, die mittels Energieeinsatz produziert werden. Mit mehr Wohlstand werden die für jede KWH Energie, die billig zu haben ist, froh sein. Es werden Waren produziert, bewegt und konsumiert werden soviel es gerade geht. Wenn das Öl knapp wird werden die Preissteigerungen und Einschnitte dramatisch sein, und man wird von den Preisen gezwungen zu sparen, was geht.

Die Summe der Energie, die von denen gespart wird, die durch kritisches Nachdenken dazu kommen heute weniger Energie zu verbrauchen – die wird von der Weltwirtschaft bestimmt in Null komma Nichts aufgesogen. Wenn Sparsamkeit heute dazu führt, dass der Spritpreis nicht so stark steigt, dann fliegen die Leute weiter ungezügelt in den Urlaub. Spart man gar nichts (und auch sonst keiner), dann steigt der Preis, und es wird für Millionen zu teuer, weit weg zu fliegen – sie fliegen dann weniger weit oder seltener oder sparen anderswo.

Aber wenn man heute bereits alle Ecken erforscht, wo sich noch was sparen lässt, dann könnte das schon was bringen. Wenn 1 Mrd. Inder – plakativ gesprochen – A++ Kühlschränke kauft und nicht B–, weil in Europa ein paar Ambitionierte, die es sich leisten können, genug Geld bezahlt haben, um die Entwicklung sparsamer Geräte zu forcieren, dann hat diese ganze Sparerei vielleicht doch Sinn.

Wenn die Solaranlagen nur mühsam den Strom wieder einspielen (was offenbar bestritten wird), den ihre Produktion benötigt hat, dann wäre es immer noch ein Transfer von Strom, der heute noch bezahlbar ist, in die Zukunft, wo er vielleicht deutlich teurer wird.


Herrmann
8.2.2013 8:55
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Auch hier sieht an man vielen Kommentaren, dass die Öko-Jakobiner mitten unter uns sind. Es wird gerne auf Ausnahmen (“in der Stadt braucht man kein Auto, da gibt’s den ÖPNV”) verwiesen, um dann alle Mitmenschen (auch auf dem Land ohne jeglichen ÖPNV) zu knechten. Immer schön Tabula rasa für die neue Ordnung machen. Pfui.


Johanna
8.2.2013 10:39
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In der Stadt gibt es ÖPNV, aber der ist alles andere als “günstig”. Selbst mit den hier angebotenen “Jobtickets” (etwas günstiger als die normalen Monatstickets), die wir in unserer Firma mit sehr vielen Angestellten nutzen, ist mein privat genutzter Kleinwagen im Jahr (Versicherung, Steuer, Benzin, TÜV, Reparaturen) bei meinem Fahrverhalten deutlich preiswerter. Im Kern zahle ich im ÖPNV also drauf. Selbst Carsharing oder die Möglichkeit, bei längeren Strecken auf Mietwagen zurückzugreifen verbessert gar nichts.

Was diese Messgeräte angeht: Natürlich müsste man sie über mehrere Tage in der Steckdose lassen und sie müssten den Verbrauch auf die Gesamtzeit umrechnen können (geht bei den mir bekannten). Dann kann man auch die Gesamtkosten pro Jahr halbwegs interpolieren. Und was stellt man dann fest? Genau: Dass die Angaben auf den Typenschildern oder im Handbuch einigermaßen realistisch sind, sofern dort nicht bloß die Scheinleistung in Voltampere aufgeführt ist.


euchrid eucrow
8.2.2013 11:03
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das groteske an der sache ist aber auch, dass den haushaltlichen einsparbemühungen erfolgreich von seiten der energieversorger und der politik entgegengewirkt werden. das einsparpotential, welches sich am jahresende im geldbeutel bemerkbar machen sollte, wird von jahr zu jahr geringer oder bleibt erfolglos. ich kenne genug leute, denen es im letzten jahr, trotz sparbemühungen, bei der endabrechnung fast das genick gebrochen hat.
die quittung für energiesparen bekommt man mit einem jahr verzögerung durch energiepreiserhöhungen. die entwicklung der strompreise beispielsweise, kann jeder nachverfolgen. die steigen seit 2000 stetig.


Torsten
8.2.2013 12:23
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@Stefan W. so genau wie du machen sich leider die wenigsten Gedanken. Ich kann mich an viele Diskussionen erinnern, wo ich den Leuten immer wieder versucht habe klar zu machen, dass das Licht einer der kleinsten Posten ist. Strom für Licht macht im Haushalt nur 5-10% aus. Bei 1000€/a für Strom reden wir über 50-100€, Ich kann also nur max. 100€/a sparen. Kochen, Waschmaschine, Geschirrspüler ziehen da schon mehr. Die Frage ist auch, ob nicht noch mehr oder länger beleuchtet wird, wenn die LED-Lampen billig sind, schließlich brauchen sie wenig Strom, was ein Teil der Einsparung wieder wett machen könnte.

Ich habe vor ein paar Monaten eine neue Waschmaschine gekauft, die alte war nach fast 20 Jahren kaputt. Der Nachbar half mir beim Tragen zum Wertstoffhof und meinte, für den Stromverbrauch der Alten hätte ich schon lange eine Neue kaufen können. Die Rechnung stimmt leider nicht, selbst wenn die Neue nur halb so viel verbraucht, was ~ hinkommt. Ich habe bei beiden den Verbrauch gemessen. Pro Waschgang werden 1-2 KWh eingespart, bei 100x in Jahr 200KWh * 0,25€/KWh = 50€. Die neue hat über 1000€ gekostet, muss also wieder sehr lange halten 🙂

Ähnliches Problem mit dicken Autos, die natürlich viel verbrauchen; SUVs sind in der Stadt eh albern. Aber darüber regen sich dann Leute auf, die in einem Altbau mit Ölheizung leben und über 2000l/a verbrauchen. Dafür kann man lange autofahren. Das isolieren alter Häuser rechnet sich aber auch nicht wirklich, deshalb wird es subventioniert. Bei 100000 Renovierungskosten und 1000€ Einsparung nach 100 Jahren (ohne Zinsen). Neue Fenster, Keller und Dach abdichten bringt erst mal viel, die Fassade zu machen, rechnet sich selten. Die Energiepreise sind dazu noch viel zu niedrig. Da die USA jetzt autark von fremden Gas und Öl sind, werden zudem wahrscheinlich die Gaspreise auch bei uns fallen und die Kopplung zum Öl nicht länger haltbar sein. Das wird nicht gut für Klima sein, aber Energiesparen rechnet sich dann noch weniger. Guter Beitrag beim Deutschland Funk http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1996917/ Steigende Energiepreise führen auch erst mal dazu, nach neuen Quellen zu suchen, werden diese gefunden, fallen die Preise wieder…


Johanna
8.2.2013 12:40
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euchrid euchrow kann ich nur zustimmen. Das was man an Energie spart, wird meistens durch den steigenden Strompreis zunichte gemacht. Heißt aber, dass man mehr zahlen würde, hätte man nicht gesart und damit sind Energieeinsparungen durchaus positiv, wenn man richtig einkauft. Das Problem ist nur, dass die meisten Geräte, vor allem Stromfresser wie Heizungspumpen, Kühltruhen, Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner mittlerweile ziemlich “durchoptimiert” sind – wer in den letzten paar Jahren ein modernes Gerät gekauft hat, kann heute nur noch wenig sparen.


Hanz Moser
8.2.2013 13:21
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@ Johanna
Also Angaben auf Typenschildern sind nun wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss. Bei Wasserkocher oder Borhmaschine mag das ja sein, bei vielen Elektronikgeräten hilft einem das, was da draufsteht aber kaum.

Ich bin vor zwei Jahren selbst rigoros jedes Gerät im Haus durchgegangen und habe gemessen. Da waren einige Knaller dabei. Die Waschmaschine, die dauerhaft 6W Wirkleistung braucht, obwohl sie nicht mal eine elektronische Steuerung hat. Ebenso der Fön, der mehr als 2W Wirkleistung weggeblutet hat oder die Settop Box für DVB-T, die im Betrieb 11W braucht und im Stand-By 11,5W. Und auch der Fernseher, der ausgeschaltet doch in etwa 0W braucht.

Ob sich der Aufwand wirtschaftlich lohnt ist da die eine Frage. Ob es nicht auch eine Einstellungssache ist, sinnlose Verschwendung einzudämmen, eine andere.


Johanna
8.2.2013 14:19
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@Hanz Moser: Typenschilder sagen nichts über den Standby-Betrieb aus, sondern über den Nennbetrieb. Das Problem ist nur, dass bei vielen Geräten ausschließlich die (aus technischer Sicht relevante) Scheinleistung angeben, aber nicht die ins Geld gehende Wirkleistung.

Standbyverbrauch gibt es nicht, wenn man die Geräte ausschaltet – zur Not mit den genannten Hilfsmitteln. Deswegen gibt es auch nichts sinnvolles zu messen. Das Männer “rigoros” “jedes Gerät” “durchgehen”, und bei all diesen Messungen unnötig Zeit vergeuden, in der sie mehr verdient hätten, als sie einsparen werden, mag ja sein, ist aber nur ein weiteres Indiz dafür, dass Hadmut völlig Recht hat, wenn er darauf hinweist, das es gravierende Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt.


Hanz Moser
8.2.2013 16:18
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@ Johanna
Meine Aussage bleibt valide. Elektronikgeräte, wenn sie denn ein Typenschild haben, weichen sehr oft in der Praxis vom angegebenen Verbrauch ab.

Ebenfalls schön, dass du keine Geräte hast, bei denen der Standbybetrieb aus Anwendungssicht wünschenswert wäre. Ich habe davon einige und bevor ich überall einen zusätzlichen Schalter dazwischen klemme, weil es sich doch nicht lohnt sie anzulassen, scheinen mir die 30 Sekunden für die Prüfung des Standbystroms durchaus wirtschaftlich.

Davon abgesehen dass ich hier keine Aussage von Hadmut finde, die eine geschlechtsspezifische Sicht darlegen würde, frage ich mich was der Kommentar soll.
Liegt es vielleicht am Borderlinesyndrom, dass du krampfhaft versuchst mit dem Geschlecht eines unter Pseudonym schreibenden Kommentators zu argumentieren? Bist du vielleicht als Frau handwerklich so ungeschickt, dass du so lange zum Ein- und Ausstecken eines Gerätes brauchst, dass sich das bei dir nicht rechnet?

Wenn ich kurz überschlage was mir die gute Stunde Arbeit an Ersparnis bisher gebracht hat, müsste ich Kunden rund 350 Euro netto pro Stunde in Rechnung stellen können, damit sich das ausgeht.


Hartmut
8.2.2013 17:16
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Bin zwar etwas spät dran, aber das muss ich nun doch noch loswerden.

Zum Thema Energiesparen hat bereits 2008 der englische Physiker David J.C. MacKay von der Uni Cambridge eine Arbeit mit dem schönen Namen “Sustainable Energy – without the hot air” gemacht, die mittlerweile sogar ins deutsche übersetzt wurde (siehe http://www.withouthotair.com/translations.html#german). Ein tolles Stück Papier, das zu Lesen jedem zu empfehlen ist, der an die “Energiesparlogik” unserer Politiker glaubt.


lars
9.2.2013 1:41
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@Hartmut:
Danke für den Link. Nach kurzem rumblättern kann ich dieses Buch nur als fantastisch bezeichnen. Bisher das lesenswerteste das mir seit langem vor die Augen gekommen ist.


Johanna
9.2.2013 11:20
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“Liegt es vielleicht am Borderlinesyndrom, dass du krampfhaft versuchst […]”

“Bist du vielleicht als Frau […]”

Genau, warum sachlich, wenn es auch persönlich geht? Sie erwarten bitte nicht, dass ich mich auf dieses unterirdische Niveau hinab begebe.

Erstens bezweifle ich, dass Sie den Mumm hätte, mir derartiges ins Gesicht zu sagen, zweitens hätte ihre Backe mein “handwerkliches Geschick” unverzüglich zu spüren bekommen, hätten Sie sich einen derartigen geistigen Totalausfall in meiner Gegenwart erlaubt.


lars
9.2.2013 11:45
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@ Johanna: Da sieht man mal wieder welches Geschlecht das handgreiflichere ist 😉


Heinz
9.2.2013 23:34
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> Dann verstehen die unter Energiesparen wohl auch, dass die Energiesparkrempelbranche steigende Umsätze meldet.

Was meinst du warum sie die Glühlampen verboten haben und uns die teuren und giftigen Quecksilberlampen andrehen, für die es nichteinmal eine Rücknahmeverordnung wie bei Batterien gibt.


DerdieBuchstabenzählt
11.2.2013 10:29
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Wenn die “Klimaschützer” es denn ernst meinten,
würde der ÖPNV für die Nutzer kostenlos sein?


Lohengrin
3.4.2013 5:50
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Ich habe mal hier im Haus die elektrischen Geräte ausgemessen, und war erstaunt. Am Ende habe ich 150 Watt, die rund um die Uhr gefressen wurden, abgestellt.

Die dicksten Dinger waren:
Alte Gefriertruhe. Verbrauch vergessen, aber neue für 300 Euro rechnet sich in vier Jahren. -> neue gekauft.
Drei mal Flachbildschirm für Computer. Jeweils zwischen 8 und 23 Watt. -> Schalter davor.
Zwei mal Waschmaschine. Je 9 Watt -> Stecker gezogen.
elektrische Jalousie. 6 Watt. -> Schalter davor.
Mikrowelle. 5 Watt. -> Schalter davor.
Ladestationen für herumtragbare Telefone und Radios. Teilweise über 10 Watt. -> ausgesteckert.

Fehlt noch: Pumpe an der Zentralheizung.

positiv aufgefallen sind mir:
Alter Kühlschrank. 20 Watt. (ich habe über einen Tag gemessen)
LAN-Switch. 2 Watt.

Ansonsten die ganz einfachen Dinge:
Stecke nie eine einzelne Pizza in den Ofen!
Koche nicht einen Liter Wasser für eine Tasse Tee!
Kauf dir eine Induktionskochplatte, wenn du mal eine für 30 Euro kriegst!

Das Messgerät liegt jetzt seit fast zwei Jahren im Schrank herum. Ich habe es kaputtbrechen müssen, um die Knopfzelle rauszunehmen. Aber jetzt weiß ich, dass das Ding auch noch funktioniert, wenn ich es mal wieder brauche.

Ob ein Computer mit Bildschirm im Betrieb 120 Watt oder 70 Watt frisst, macht den Bock nicht fett, wenn er nur zwei Stunden täglich läuft.
Bei einer Waschmaschine, die mit kaltem Wasser gefüttert wird, und elektrisch heizt, ist die einzige Chance, seltener zu waschen.

Das war nur elektrisch. Aber elektrisch ist für mich, der die Preise für gewöhnliche Menschen zahlen muss, das Teuerste.
In Sachen Heizung empfehle ich warme Kleidung anzuziehen. Weit über 20 Grad in der Wohnung ist etwas für Leute, die die Kosten auf andere abwälzen können, also die, die durch ihre Heizrechnung belegen müssen, dass sie einen derart hohen Bedarf haben, um ihn erstattet zu kriegen.