Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Insel verschollen

Hadmut
23.11.2012 20:23

Dass Leute auf einer Insel verschollen gehen, ist ja nicht neu. Neuerdings fehlen aber ganze Inseln.

Ich hätt ja noch Verständnis dafür, dass in Karten, die älter als 40 oder 50 Jahre sind, Fehler sind. Ging damals nicht besser und konnte nicht alles verifiziert werden.

Ich hätt ja auch noch Verständnis dafür, dass ab und an mal eine Insel unter Wasser geht, denn schließlich haben wir ja aktiven Vulkanismus und Erdbeben und ein Ansteigen des Meeresspiegels. Auch OK und nicht zu ändern.

Dass es aber so viele Inseln in den Karten geben soll, die gar nicht existieren, dafür habe ich im Zeitalter von GPS, Satellitenaufklärung und digitalen (d.h. jederzeit schnell und billig zu korrigierender) Karten kein Verständnis mehr. Auf der einen Seite wollen sie irgendwelche Fabriken in Feindesland auf den Meter genau fotografieren können, andererseits wollen sie nicht gemerkt haben, dass da komplette Inseln gefaked sind. Als ob die solche Miniinseln nicht nach Verstecken, Spionageeinrichtungen usw. untersuchen würden.

Es könnte natürlich Gründe dafür geben, ganz bewusst an falschen Karten festzuhalten. Ein Sandhaufen draußen auf dem Meer, der dem Staat gehört, kann das Hoheitsgebiet enorm ausdehen. Das kann sich militärisch, politisch, aber auch bezüglich der Fischerei usw. auswirken. Einfach mal ein paar Inseln eingezeichnet oder Phantasieinseln von Möchtegern-Entdeckern einfach nicht wegradiert, schon ist das Hoheitsgebiet viel größer.

Aber vielleicht gibt es die Inseln auch und sie suchen jetzt eine Legende, um sie von den Landkarten zu putzen. Weil man nicht will, dass dort irgendwelche Leute hinfahren, oder so. Ich kann mich noch erinnern, dass ich (Jahr 2000) in Australien von Alice Springs nach Cairns geflogen bin und zufällig ein kleines Fernglas im Bordgepäck hatte. Und wie wir da so über eine Gegend des tropischen Outbacks geflogen sind, die angeblich komplett unbewohnt sein soll, hab ich das was entdeckt, was wie die Deckel von Raketensilos aussah. Und an der ein oder anderen höchst seltsamen Antennenanlage bin ich auch schon vorbeigekommen. Für sowas wären Inseln irgendwo im Meer sicherlich auch nicht schlecht. Es könnte also auch sein, dass die Inseln da sind und die uns nur erzählen, es gäbe sie nicht. Denn im Zeitalter der digitalen Landkarten kann man auch wunderbar desinformieren. Dass es Bielefeld nicht gibt, wissen wir ja schon. China könnte mal zu der Auffassung kommen, dass es Taiwan nicht gibt. Oder Burma/Birma/Myanmar/oder-wie-das-jetzt-heißt oder Nordkorea könnten behaupten, dass sie selbst nicht existieren. So manche Gefängnisinsel könnte von der Landkarte verschwinden. 1998 1984 lässt grüßen.


5 Kommentare (RSS-Feed)

rubars25
23.11.2012 22:48
Kommentarlink

[quote]Ein Sandhaufen draußen auf dem Meer, der dem Staat gehört, kann das Hoheitsgebiet enorm ausdehen.[/quote]

Wer kann die Existenz von Wake Island visuell bestätigen? 😀


Phil
24.11.2012 0:42
Kommentarlink

Wake Island?
https://maps.google.com/maps?q=19.298021,166.628008&num=1&t=h&z=14

also zumindest in Battlefield 1942-3 gibt es das 😀 Allerdings verläuft der Flughafen genau anders herum 😉


yasar
24.11.2012 14:52
Kommentarlink

Wi man am Beispiel Türkei vs. Griechenland in der Ägäis sehen kann, sind Inseln wichtig, um Ansprüche auf Bodenschätze im Meer zu begründen. Auch wenn es im wesentlich nur ein paar unfruchtbare Felsen sind.

Da wundert es einen nicht, daß da schnell mal ein paar dazuerfunden werden, insbesondere, wenn man es nicht so einfach überprüfen kann, ob es die Insel überhaupt gibt.


Heinz
25.11.2012 14:24
Kommentarlink

@Hadmut
“1998 lässt grüßen.”
Was genau meinst du – 1984?


Hadmut
25.11.2012 14:37
Kommentarlink

*Seufz* Ja. Wie zum Geier komm ich auf 1998? Was ging mir da durch den Kopf?