Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wer kennt sich richtig gut mit H.264 aus?

Hadmut
28.2.2012 13:16

Technische Frage zum Aspect.

Mich grämt eine Frage zur Konvertierung alter Videodateien (alles mögliche, auch MPEG-2) in H.264:

Einige der alten Dateien sind anamorph, d.h. das Verhältnis von Bild-Breite zu Höhe entspricht nicht dem Verhältnis der horizontalen zur vertikalen Pixel-Zahl (anders gesagt: die Pixel sind nicht quadratisch sondern breiter als hoch).

Nun grüble ich, ob man die besser gleich in ein Bild-Format konvertiert, bei dem das Pixel-Verhältnis dem Bild-Verhältnis entspricht (also vor dem Komprimieren hochskaliert) oder ob man es anamorph läßt und einen Aspect Ratio angibt (also das hochskalieren dem Anzeigegerät überläßt).

Das anamorphe Format mit einem Aspect Ratio zu verwenden dürfte zu einer niedrigeren Bitrate oder besseren Qualität bei gegebener Bitrate führen. Das Problem ist aber, daß nicht alle Player den Aspect beachten und skalieren, manche bleiben stur beim Pixel-Format. Ich bin mir nicht sicher, ob das innerhalb von H.264 zulässig oder ein Firmware bug ist, der behoben werden kann.

Was ist besser?


15 Kommentare (RSS-Feed)

Schneggen_Schubsa
28.2.2012 14:18
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moin,

ich kenne mich zwar nicht richtig gut aus aber ich tue in meiner freizeit durchaus videos digital arichvieren. und mit staxrip und .264 arbeiten.
bis jetzt bin ich ohne probleme gefahren das ganze anamorph zu encoden spart angehnem die rechenzeit.
was für mich immer wieder an sehr guter ratgeber ist, ist brother john’s encoding wissen
http://encodingwissen.de/
das ganze am besten an nem ruhigen tag gemütlich durchlesen. um nu aber eine fixe antwort zu geben verweise ich mal fix hierhin –> http://encodingwissen.de/videobild/zielaufloesung
ich hoffe ich konnte ein bischen helfen
lg _schnegge


Hadmut
28.2.2012 15:11
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Etwas mehrdeutig, der Gute. Bei 1-Pass sagt er, man solle das Seitenverhältnis „mitteilen”, bei 2-Pass sagt er, man solle auf quadratische Pixel umrechnen.

In den anderen Kapitel äußert er sich nicht so eindeutig. Er erklärt, daß es beides gibt und beides geht (soweit war ich auch schon), aber entscheidet sich nicht für eine Methode. Unter http://encodingwissen.de/videobild/anamorph/mpeg-4 heißt es, am besten wäre es, das anamorphe beizubehalten wegen des besten Qualität/Bit-Verhältnis (wie von mir erwähnt), und daß nur ältere Player damit Probleme hätten.

Mein nagelneuer WD TV Live (ganz neues Modell) kann das aber auch nicht. Mal abwarten, was WD dazu sagt.


don django
28.2.2012 15:48
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Bin was deine Frage angeht ebanfalls überfordert. Das Forum auf doom9.org ist jedoch recht gut.


Christian
28.2.2012 16:39
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Blöde Frage am Rande: Hat man die Aspect Ratio tatsächlich in den Videostrom gepackt? Ich hätte sie vom Gefühl her eher im Container untergebracht, dann ist es unabhängig vom Codec.

Aber Hadmuts Erfahrung mit den Playern habe ich leider auch gemacht. Anamorph ist eine gute Idee, wenn sie flächendeckend umgesetzt ist. Das ist leider nicht der Fall.


Hadmut
28.2.2012 16:42
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@Christian: Das macht die Sache nochmal blöder, das gibt’s nämlich beides. Manche Player verwenden den Aspect im Container, und manche den im Codec. Und manche gar keinen.


Arno
28.2.2012 18:13
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Einfache Sache: die Auflösung *niemals* umrechnen und *immer* ein Aspect Ratio definieren. Ich encode mit mencoder entweder zu MP4/AVI oder (bei hochwertiger Quelle) zu H.264/MKV (mit mkvmerge als externem Multiplexer). Und mein WD TV live mit vorletzter Firmware – genauer gesagt mit 1.03.49_V_WDLXTV.COM_WDLXTV_LIVE-0.4.7.3 – hat noch nie irgendwelche Probleme mit dem Aspect Ratio gehabt.


Encodingwissen
28.2.2012 19:45
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[quote]Etwas mehrdeutig, der Gute.[/quote]
Ich mach das gerne. 🙂 Es kommt halt auch immer drauf an.

Grundsätzlich: Resizing nur dann, wenn’s gar nicht anders geht, denn Skalieren heißt immer Qualitätsverlust. Das hat mit der Pixelform erstmal nicht direkt was zu tun, heißt aber natürlich: eine anamorphe Quelle bleibt anamorph. Und anders herum: Anamorph ist deswegen gut, weil nicht Skalieren gut ist.

2-Pass seh ich so, dass man das eh nur bei fest vorgegebener und stark eingeschränkter Zielgröße macht – also wenn die volle Auflösung sowieso zuviel ist. Und wenn man eh schon skalieren muss und sich damit den Qualitätsverlust eingefangen hat, dann kann man auch gleich mit auf quadratische Pixel umrechnen (das ist ja auch nix anderes als skalieren) und evtl. Abspielproblemen aus dem Weg gehen.


Hadmut
28.2.2012 19:56
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Danke für den Hinweis.

Ich warte jetzt mal noch ab, ob WD auf meine Anfrage reagiert. Und werde dann das ganze mit meinen Geräten noch mal durchtesten.

Aber generell tendiere ich auch dazu, es anamorph zu lassen. Ich hab mich aber vor zwei Jahren damit schon mal rumgeschlagen und gemerkt, daß meine diversen Fernseher, die vom USB-Stick spielen, das alle nicht können. Ist mir inzwischen wurscht, weil ich auf DLNA umstelle, da hab ich das Problem aber gerade teils wieder.


Rainer
28.2.2012 22:04
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Mal etwas abseits der Fragestellung: welches Videomaterial soll den nach AVC (um-)kodiert werden? Ich bin eher der Ansicht, dass man sowenig wie möglich umrechnen sollte. Wenn ich alte MPEG2-Videos habe, dann ist das eben so, aber durch Neukodierung in H.264 spar ich auch nicht wirklich was. Anders sieht die Sache z.B. bei Aufnahmen (Digitalisierung) von Videokassetten aus. Da kann man natürlich gleich das moderne Format wählen, aber hier hat man keine Anamorph-Problematik.

Speicherplatz ist recht günstig, und auch wenn H.264 bei vielen Videos nur die Hälfte oder 30% des Platzes braucht, so würde ich mir zweimal überlegen, ob ich was neu kodiere.
Was aber geht, um die ganzen Dinge zu ordnen, ist die Paketierung in den Matroska-Container. Hier lässt sich auch das Seitenverhältnis angeben, und mit mkvmerge (aus mkvtoolnix) [oder der mkvmerge GUI] ist das schnell gemacht. Inzwischen werden fast alle Videoformate geschluckt.


Hadmut
28.2.2012 22:15
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Kraut und Rüben, alles mögliche.

Plattenplatz ist ein Grund – je nach Parametern bekommt manein MPEG2 auf ein fünftel oder zehntel ohne sichtbaren Qualitätsverlust. Und Plattenplatz ist durchaus ein Kostenfaktor, es ist ein Riesen-Unterschied, ob man seine Daten auf ein einzelnes DLNA-NAS bekommt oder mehrere braucht. Aufwand, Strom, Kosten. Zumal wenn es darum geht, die Daten auch in der Zweitwohnung vorrätig zu haben. Und wenn man ein paar Videos auf dem iPad für unterwegs drauf haben will, ist der Platz sogar sehr knapp. Und nicht günstig. Und wenn man Videos per Internet überträgt ist das ein enormer Zeitfaktor.

Der zweite Grund ist, daß viele Videos in Formaten vorliegen, die eben auf vielen Playern einfach nicht abzuspielen sind.

Und der dritte Grund ist, daß viele der Videos schwarze Balken haben, um es in PAL 4:3 einzupassen. Spielt man das auf einem modernen Fernseher ab (ohne jedesmal mit der Fernbedienung in der Zoom-Einstellung herumstellen zu wollen), dann packt der Fernseher/Player links und rechts schwarze Balken hin, um das 4:3 auf 16:9 zu bringen, und in der Aufnahme selbst sind oben und unten schwarze Balken um es wieder auf 16:9 zu kriegen.

Eigentlich ist der Zweck der Übung, daß alle meine Videos auf allen meinen Geräten abspielbar sind. Mit Matroska geht dann erst mal gar nichts mehr. Und Seitenverhältnisse kann man auch in mp4 oder avi angeben. Wenn der Player sie ignoriert, hilft einem auch Matroska kein Stück weiter.


Dummy
29.2.2012 9:00
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Ich möchte dich noch auf Folgendes aufmerksam machen:

https://trac.handbrake.fr/wiki/AnamorphicGuide

Je nach Zustand deiner Quelldateien ist “Loose Anamorphic” sehr hilfreich.

Grundsätzlich würde ich auch für das belassen im anamorphen Format plädieren. Umzurechnen bedeutet entweder einen erheblichen Auflösungsverlust oder ein erhebliches Plus an Pixeln – welche auch alle Speicherplatz belegen – von der Umrechnungszeit ganz zu schweigen.


Hadmut
29.2.2012 9:07
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Danke!

Eigentlich wollte ich mir heute morgen noch einen RaspberryPi bestellen und den mit XMBC in meine Tests mit einbeziehen, aber die Shop-Server sind geschmolzen und die Dinger waren innherhalb von Sekunden ausverkauft.


MAthias
29.2.2012 10:56
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Klein und Videos zuliefern kann der auch (in ein paar Wochen)

http://www.fxitech.com/products/


Hadmut
29.2.2012 11:06
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Nicht uninteressant, aber viel zu teuer.


Rainer
29.2.2012 19:24
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Kraut und Rüben, damit hast Du völlig recht.
Aber die Lage ist schon entzerrter als noch vor einigen Jahren. Wie hab ich mich gefreut, als endlich die WDTV erschienen ist: ein kompaktes und günstiges Abspielgerät für Videos. Einstöpseln an Strom und HDMI, USB-Stick/Festplatte ran, läuft. Zumindest hab ich noch kein Video gefunden, das nicht will. Das Gerät ist aber auch hauptsächlich für meine Eltern da, und da muss so etwas ohne Schnickschnack und Komplexität gehen. Übrigens ist das die erste Generation, die kann noch nichtmal DTS (da muss ich dann erstmal am PC umwandeln).

Von Matroska bin ich eigentlich überzeugt. Es ist bezüglich der Fähigkeiten die Vereinigung und Erweiterung aller bestehenden Container. Und das sieht inzwischen auch die Unterhaltungsindustrie so. Nur leider nicht die MPEG und ihre fanatischen Unterstützer. Es mag also sein, dass ein iPad (oder sonstiges i-Gerät) nur MP4 mag, obwohl ansonsten derselbe Inhalt drin ist. In solchen Fällen weiß man aber, dass man sich in absolute Hersteller-Abhängigkeit begibt. (Ich wollte gerade noch aufs Format zu sprechen kommen, weil Android-Tablets ja eher für Filme geeignet sind, aber 4:3 scheint bei Deinen Videos sogar von Vorteil zu sein.)

Hm, die alten (16:9)-Videos mit einkodierten Balken, das hab ich nicht bedacht. Ich bleibe dennoch dabei, dass man nicht an den Formaten und Containern rumspielen soll, weil die Daten ja „korrekt“ sind. Die Abspielsoftware ist entscheidend. XMBC basiert doch auf mplayer? Da müsste man eigentlich recht problemlos ein Zoom hinzufügen können.

Was den Speicherbedarf betrifft, das kann ich nicht beurteilen. Wenn es wirklich hunderte Videos sind, die Du alle auch mobil vorhalten willst/musst, lohnt sich vielleicht ein Gerät mit Festplatte (gibt es z.B. von archos). Auf der anderen Seite gibt es auch gute Programme, die bestehende Videos (auch recht schnell) in kleinerer Auflösung ins richtige Format/Container konvertieren; wobei ich davon ausgehe, dass Du das Original behältst.