Ansichten eines Informatikers

Auf amerikanischen Toiletten…

Hadmut
29.8.2007 10:57

…gehen seltsame Dinge vor. Ich hatte nebenbei schon ein paarmal auf Webseiten amerikanischer Medien was dazu gelesen, inzwischen gibt es auch ne deutsche Zusammenfassung beim SPIEGEL. Es geht um eines meiner Lieblingsthemen: Amerikanische Bigotterie und Doppelmoral. ­čÖé

Diesmal hat es einen Senator erwischt. Da hat die amerikanische Flughafenpolizei nichts besseres zu tun, als sich in der Dienstzeit heimlich auf’s M├Ąnnerklo zu hocken und auf schwule Anmache zu warten ( Haben die nichts besseres zu tun? Sollten/wollten die nicht lieber Terroristen oder sowas fangen?) Nu haben sie dabei auch einen gefangen, der da wohl unter der Klowand durch eindeutige Gesten machte. Ein US-Senator. Noch dazu einer von der erzkonservativen Sorte. Mal wieder so ein Ding, wo man sich mit einer T├╝te Chips auf die Couch setzen und in Ruhe zugucken will, wie sich die Amis mal wieder mit ihrer Pseudomoral ad absurdum f├╝hren.

Eine Sache stand aber in dem Artikel, die mir in den USA auch schon oft aufgefallen ist: Man ist auf einer ├Âffentlichen Toilette nie allein, man wird beim Sch…. grunds├Ątzlich und stets beobachtet. Die komischen Klot├╝ren in den USA sind n├Ąmlich nicht nur unten offen, so da├č man immer die F├╝├če und meist die runtergelassenen Hosen sieht, sondern auch an den Seiten. Die Spalten zwischen diesen Klappt├╝ren und den Holzw├Ąnden sind meist so um die zwei Finger breit. Das hei├čt, da├č jeder, der davor vorbeigeht, im Vorbeigehen durch die beiden Spalten den gesamten Raum sieht. Und zwar nicht nur schemenhaft, sondern alles. Im Detail.

Erst dachte ich, das w├Ąren individuell-lokale Unzul├Ąnglichkeiten. Aber nein. Das ist da so ├╝blich. Selbst in teuren Hotels. Sogar im Hilton in Washington DC hab ich das mal bemerkt – und mich per E-Mail beschwert. Kam aber keine Reaktion.

Einerseits sind die Amis extrem pr├╝de, alles mu├č z├╝chtig bedeckt sein. M├Ąnner m├╝ssen beim Baden weite Badehosen tragen, damit sich nur ja nichts abzeichnet. Die Toilette darf man nicht einmal beim Namen nennen, sondern mu├č sie schamhaft mit “Restroom”, “Men’s Room” oder sowas umschreiben. Und dann gucken sie einem alle zu. Als ob es darum ginge zu ├╝berwachen, da├č man sich auf dem Klo sittenkorrekt verh├Ąlt.

Und nun benutzt da ein US-Senator diesen Klo-Spalt f├╝r schwule Fleischbeschau.

Man lernt doch immer noch was ├╝ber die USA dazu. Jetzt wei├č ich endlich, warum die Klot├╝ren dort Guckspalte haben.