Türkische Schusswaffen
Nur ein Detail.
Ein Leser schickt mir gerade einen Link auf einen Artikel der BILD und den Text dazu über die türkische Mafia-Bande „Die Daltons“, die in Deutschland ihr Unwesen treibt und Kopfgelder auf Staatsanwälte und Richter aussetzt.
Das Thema hatte ich ja schon, aber mir fällt darin ein Detail auf:
Laut eines Ermittlungsberichts überschwemmt die türkische Mafia-Gruppe „Ezgins“ Deutschland mit Schusswaffen aus illegalen Fabriken in der Türkei.
Toll.
Während man gerade gründlich jedem, der Mitglied in der AfD ist oder schon mal einen politisch unkorrekten Ton geäußert hat, den Waffenschein entzieht, „überschwemmt“ die große Diversität Deutschland mit Schusswaffen.
Besteht da vielleicht ein Zusammenhang? Sind das zwei Seiten derselben Münze?
Und was heißt eigentlich „überschwemmt“? Von wievielen reden wir da?
Und was sind „illegale Fabriken in der Türkei“? Wie kann man denn illegale Waffenfabriken errichten? Das fällt doch irgendwann auf. Ist das vielleicht von der Regierung Erdogan gebilligt? Oder kann man Waffenfabriken so hinter anderen Betrieben – Getriebe, Wasserpumpen oder so etwas – so verstecken, dass das keinem auffällt?
Ich war einmal kurz in Nicosia in Nordzypern (türkisch), da gibt es einen Grenzübergang, und man findet in Fußgängerumgebung eigentlich nur Restaurants und den üblichen Touristenkrempel. Ich war in einem Schuhgeschäft und habe mir da ein paar Hausschuhe, so Birkenstock-artige Schlappen gekauft. Stand sogar Birkenstock drauf, war aber zweifellos eine Fälschung, viel zu billig, aber qualitativ nicht schlecht. Da sagt mir der Verkäufer und Ladeninhaber, dass ich das bleiben lassen sollte, weil die an der Grenze zur Republik Zypern das Gekaufte kontrollieren und man mit Fälschungen Ärger bekommt. Er hat genau die gleichen Schuhe aus derselben Fabrik zum selben Preis noch einmal, aber da steht dann statt Birkenstock der echte Name der Fabrik drauf. Die sind dann völlig legal, aber die kauft ihm keiner ab. Weil mir das egal ist, habe ich also die legalen genommen, aber verwundert gefragt, ob dieser Name dann wirklich echt ist, und die Fabrik damit ja zugebe, dass sie gefälsche Schuhe herstellt. Der Ladeninhaber meinte, das sei in der Türkei nicht ungewöhnlich und geduldet, dass die Fabriken nebenher noch illegales Zeug herstellen. Wobei sich das bei den Waren wie diesen Schlappen darin erschöpfte, einfach einen anderen Namen draufzustempeln. In der Türkei sei es nicht erforderlich, das geheim zu halten.
Ich war 1990 mal in Malaysia und Singapur. Da gab es einen ähnlichen Effekt. Viele Fälschungen, raubkopierte Videos in normalen Kaufhäusern, miserabel gefälschte Rolex für 10 Euro an jeder Ecke. Aber auch Markenprodukte, vor allem damals sehr angesagte Lacoste-Shirts, und manchmal von verblüffend guter Qualität (teils sogar besser als Original-Lacoste, die gar nicht so gut waren). Mir sagte damals ein Verkäufer (keine Ahnung, ob das stimmt oder Verkaufsstory war), dass ein Teil dieser Waren nicht einmal Fälschungen, sondern tatsächlich „echt“ seien, weil viele der teuren Marken in Fabriken in Asien billig produzieren lassen, um sie dann teuer zu verkaufen, und diese Fabriken dann mit den Original-Werkzeugen und -Materialien einfach ein paar mehr machen und auf eigene Rechnung verkaufen, weil sie auch zu diesen Spottpreisen mehr verdienen, als auf dem Umweg über die großen Marken. Es spricht manches dafür, dass ein Teil der „gefälschten“ Waren keine Fälschungen, sondern illegale Überproduktionen der Original-Fabriken sind. (was wiederum gerne behauptet wird, um das Zeug als hochqualitativ und vom Zoll nicht zu unterscheiden zu verkaufen)
Wenn ich das jetzt aber so lese, frage ich mich, ob es da Fabriken in der Türkei gibt, die irgendwelche Metallprodukte mit waffenähnlicher Herstellung oder sogar legal Waffen produzieren, und dann abends einfach die Maschinen noch etwas länger laufen lassen.
Schusswaffen herzustellen ist kein leichtes Unterfangen. Es gibt aber durchaus einige Leute, die wissen, wie man das macht. Und für den Schwarzmarkt muss das ja auch nicht die höchste Qualität sein. Gerade bei Mordwaffen ist es ja oft wichtig, dass die nicht wiederverwendet werden und vorher nicht verwendet wurden, um sie nicht zuordnen zu können. Die müssen nicht lange halten, anders als etwa Dienstwaffen.
Sind wir jetzt türkisches Beutegebiet?