Ansichten eines Informatikers

Biochemie

Hadmut
2.3.2022 12:32

Ein Biochemiker schreibt mir zum Blockartikel über die kaputte Chemie:

Hallo Herr Danisch,

die Chemiesache kann ich auch bestätigen. Ich hab als Biochemiker etwa 20 Jahre in Forschung und Entwicklung gearbeitet (…[Firmen und Organisationen gelöscht]…). Grob geschätzt etwas mehr als die Hälfte meiner Vorgesetzten waren weiblichen Geschlechts, was ja schon mal statistisch eigenartig ist, da mehr Männer als Frauen in den MINT-Fächern studieren. Sei’s drum.

Aber was sich da teilweise mit den weiblichen Führungskräften abgespielt hat, wäre kabarettreif, wenn’s nicht so traurig wär.

Überall das gleiche Schauspiel.

Hysterische Heulkrämpfe, Rumgeschreie, Stutenbissigkeit, fachliche Inkompetenz, Desinteresse am Job und den Mitarbeitern. Falsche Versprechungen, ständige Orientierung am Schema F, kein Denken abseits der Bahnen gewünscht. Jede Verantwortung wird sofort bei günstiger Gelegenheit abgegeben.
Belohnung oder wenigstens Wertschätzung von übermäßigem Engagement der Mitarbeiter? Fehlanzeige.

Ich hab nach 20 Jahren das Handtuch geworfen, sitze jetzt in einem simplen Bürojob und denk mir, mein Engagement bekommt ihr nicht mehr, schaut, wie ihr allein weiterkommt.
Ich bin natürlich nach wie vor sehr gut in die Branche vernetzt, der größte Teil des Freundeskreises arbeitet (noch) in dem Bereich.

Es hat sich in 10 Jahren noch weiter verschlimmert. Leistungsdruck für die “niederen” Ebenen hat sich enorm verstärkt, und die “mittlere” Ebene ist mit Quotenfrauen aufgefüllt, die ihren Job als Statussymbol sehen, aber nicht die Arbeit investieren wollen, die dazu eigentlich nötig wäre.

Da gibt’s Teilzeitgruppenleiterinnen, die jeden Donnerstag Abend allen ein schönes verlängertes Wochenende wünschen (der Rest der Belegschaft darf aber – in manchen Forschungsbereichen – auch am Wochenende arbeiten). Kommen nicht vor 10 und gehen um 15:00, weil das Kind ja von der Kita abgeholt werden muß… Dafür müssen sich alle anderen von morgens bis abends im Labor die Beine in den Bauch stehen.

Unfassbar, dass der Laden überhaupt noch läuft.

Aber, wie gesagt, ich schau mir die Katastrophe von außen an und lach hämisch in mich hinein.

Geliefert wie bestellt. © Danisch.