Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Dolmetschen

Hadmut
6.1.2022 18:21

Leser fragen – Danisch weiß es auch nicht.

Ein Leser fragt an, warum Annalena Baerbock in den USA Dolmetscher einsetzt, wenn sie doch ein Jahr zum Schüleraustausch in Florida und mindestens ein Jahr zum Studium in London gewesen sein soll.

Weiß ich nicht.

Nimmt sie denn da Dolmetscher? Habe ich gar nicht mitbekommen. Vielleicht hat sie ja mit Dolmetscher studiert.

Oh, ja, tatsächlich, sie spricht dort öffentlich auf deutsch.

Gut, das kann natürlich auch politische Gründe haben, dass jeder in seiner Sprache spricht. Oder vielleicht fehlte die Zeit, es vorzubereiten, weil es ja hieß, dass sie nur kurz dort sei und das alles unter Zeitnot passierte. Vielleicht liegt es auch daran, dass es ja nicht um ein „Guten Tag, ich bin die Annalena und es ist so schön hier“ geht, sondern gleich mal um Drohungen gegen Russland. Da dürfte man vermutlich jedes einzelne Wort auf die diplomatische Goldwaage legen, und Baerbock ist ja schon auf deutsch problematisch und tollpatschig. Das könnte zu leicht in die Hose gehen, die gleich bei sowas auf englisch loszulassen. Und vielleicht hat sie ja aufgrund der Kritik auch eingesehen, dass ihr Englisch nicht gerade so international klingt.

Aber ehrlich gesagt: Ich finde ich es dämlich, in den USA aufzutreten und dann dort nicht Englisch zu sprechen.

Das ist etwas, was ich heutzutage als Minimum von jedem erwarten würde, der auch nur daran denkt, irgendwas mit Diplomatie oder Ausland zu machen, vor allem dann Außenminister. 1970 war das vielleicht noch anders, und damals kam man eigentlich noch kaum mit Englisch in Kontakt. Ich war in Hessen in der Grundschule, und da haben wir dann in der 3. und 4. Klasse schon – einfaches – Englisch gehabt. Mehr so „the ball is under the table“, aber immerhin schon mal Aussprache und so grundsätzliche Strukturen und schon mal Kontakt damit gehabt. Dann hatte ich in der 5. erst Latein, in der 7. dann aber wieder Englisch, und konnte dann schon mit dem Grundschulwissen einiges. Wir sind damals als Schüler noch echt vom Hocker gewesen, wenn wir mal, was sehr selten vorkam, auf jemanden trafen, der tatsächlich Englisch sprach. Das war alles nur so theoretisch. Eigentlich nur die Amerikanischen Truppen. Ich kann mich noch erinnern, dass wir mal im Winter und tiefen Schnee mit dem Auto auf der Landstraße an einer Stelle vorbei kamen, an der eine Amerikanerin mit Kleinkind mit ihrem Amischlitten abgekommen und in den Straßengraben gerutscht war, und dort zu erfrieren drohte, und mein Vater, der gut französisch, aber praktisch nicht englisch sprach (aber damals zu der Sorte Mensch gehörte, die glaubte, dass man ihr unverständliches Pseudophantasieenglisch besser verstehe, wenn er die Leute möglichst laut anbrüllte, weil er dachte, dass mindestens halb taub sein müsse, wer ihn nicht verstehe), der dann irgenwie klar machte, dass sie einsteigen soll, wir bringen sie die zwei, drei Kilometer zurück zur US-Kaserne. Ich saß als Kind mit der auf der Rückbank und dachte, ich versuche das jetzt mal mit dem Englisch, und war völlig verblüfft und baff, als die das verstand, als ich „good evening“ und „how are you“ oder sowas in der Art sagte, und die sogar antwortete. Das hat mich erschüttert, weil ich der Lehrerin nicht so ganz über den Weg getraut und nicht erwartet hatte, dass das wirklich so funktioniert.

Diese Zeiten sollten aber doch eigentlich längst vorbei sein.

Ich war auf den vielen feministischen Veranstaltungen immer wieder verblüfft, dass dort unter den Protagonistinnen Leute zu finden sind, die wirklich für alles zu dämlich wirken, als ob sie gar nichts gelernt hätten, kein Stück logisch denken können, richtig blöd wirken, aber dann trotzdom oft sehr gut, sehr fließend, sehr flüssig, mit sehr guter, meist amerikanischer, und ziemlich akzentfreier Aussprache Englisch sprachen, als ob sie regelmäßig dort waren oder dort schon Vorträge gehalten hätten. Das ist ein Rätsel, das ich bisher nicht lösen konnte, warum so viele der Protagonistinnen im Genderlager einerseits so brachial doof und ungebildet wirken, andererseits aber ein verblüffend gutes Englisch sprechen, das man so in Deutschland eigentlich kaum oder nur sehr schwierig erwerben kann, für das man schon Zeit in einem englischsprachen Land, un deren Klang nach, den USA oder Kanada verbracht haben müsste. Allerdings findet man dann auch bei enorm vielen der Feministinnen, dass sie irgendein Auslandsjahr oder Zusatzstudium oder was auch immer in den USA verbracht haben, was bei mir den Eindruck hinterließ, dass die alle in den USA abgerichtet wurden und dabei Englisch gelernt haben oder gelehrt wurden. Schulenglisch reicht dafür eigentlich nicht.

Eine andere Überlegung war, ob sie vielleicht das, was ihnen an ratio und Verstand im Hirn fehlt, an sprachlichen Fähigkeiten wettmachen, und das vielleicht was mit der weiblichen Ausrichtung zu tun hat und sie vielleicht deshalb so feministisch drauf sind, weil das bei ihnen besonders stark ausgeprägt ist, und sie vielleicht mehr Hirnkapazität zum Lernen von Sprachen haben. Denn Effekt hat man ja sehr häufig, dass die Jungs in der Oberstufe Mathe und Physik nehmen und die Mädchen Deutsch und Englisch, weil ihnen die Sprachen mehr liegen. Da könnte was dran sein, das könnte seinen Grund haben.

Sind natürlich nicht alle, manche sind dann auch schlecht in Englisch, gerade deshalb fiel mir das auch immer wieder so auf.

Gerade deshalb, weil ich in diesem linken Umfeld so viele Feministinnen erlebt habe, die zwar sonst nichts in der Birne haben, aber auffällig gut, fließend, eloquent, wortschatzreich, mit guter Aussprache und akzentarm oder sogar akzentfrei Englisch sprachen und nicht nur vorbereitet reden, sondern mühelos auch spontan parlieren und quasseln konnten, gerade deshalb kommt es mir so seltsam vor, dass das bei Baerbock so anders ist. Oder zumindest fällt es mir halt auf.