Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Von der Tiefe des Zweikrawattenwitzes

Hadmut
5.1.2022 2:18

Manchmal ist es schon erstaunlich, was man durch eine Bemerkung und Leserhinweise so alles zusammenbekommt.

Ich hatte so flapsig einen Witz erwähnt, den mir ein Leser schickte. Hier nochmal der Witz:

Eine Frau schenkt ihrem Mann zu Weihnachten zwei Krawatten.

Bei erstbester Gelegenheit bindet der sich eine um und tritt vor seine Gattin. Diese reagiert mit einem vorwurfsvollem Blick: “Die andere hat dir wohl nicht gefallen?!”

Dazu zwei Leserhinweise.

Hinweis zur Herkunft

Dazu gingen mehrere Hinweise ein, die allesamt auf das Buch Anleitung zum Unglücklichsein von Watzlawick hinausliefen. Hier die umfangreichste Zuschrift:

Hallo, Herr Danisch,

nix gegen den “Krawattenwitz” ihres Lesers;er ist nur leider sehr wahrscheinlich “geklaut” (oder aber unwissentlich “frei erfunden”.)

Das Original fand sich vor Jahrzehnten bei dem verstorbenen Paul WATZLAWICK, dem Jahrhundertgelehrten.

Das Original erzählt von der Kunst, sich – ohne Not – unglücklich zu fühlen. Zielscheibe ist hier die traditionelle hyperprotektive “Jiddische Mamme”, der Prototyp der “Helikoptermutter” – avant la lettre. Sie umsorgt insbesondere lebenslang ihre Söhne wie Schulbuben, und wenn ein Sohn nun der einzige Nachkomme ist, dann ist er der einzige Lebensinhalt seiner Mamme, deren Fürsorge er “lebenslänglich” ausgeliefert ist.

Ein Beispiel dafür:

Geht der Sohn mal nachts auf die Toilette, nutzt Mama die Pause, um in das Schlafzimmer zu eilen und die Bettwäsche wieder zu glätten.

Nun aber – nach Jahrzehnten aus dem Gedächtnis erzählt – der Originalwitz :

Mama hat ihrem Sohn 2 Hemden gekauft. Er will sie loben und ausdrücklich seine Freude bezeugen. Zu diesem Zweck zieht er eins der Hemden an. Bevor er zum Lob für Mamas guten Geschmack anheben kann, bricht diese in hemmungsloses Schluchzen aus: “Und das andere Hemd, das gefällt Dir überhaupt nicht ???”

Das Original ist also ein genialischer JÜDISCHER (!!!) Witz mit dem tollen “doppelten Boden”: vom Sohn wird erwartet, ein Gefallen zu äußern, über das Hemd, das er weder gesehen noch anprobiert hat. Und Mama hält eben dies “Unmögliche” für möglich.

Die psychischen Folgen

Sehr geehrter Herr Danisch,

das von ihnen angesprochene Syndrom hat in der Psychologie sogar einen eigenen Namen: Double Binds.

https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbotschaften

Sie sind typisch für die Kommunikation von Narzissten und wohl mitverantwortlich für das Entstehen von Schizophrenie. Wenn das Kind keine Leitlinien zum Verstehen der Welt hat, (was ist richtig, was ist falsch), sondern alles immer nur falsch ist, ist die einzige Orientierung und Welterklärung die Mutter (in den allermeisten Fällen). Da deren Erklärungen aber nie konsistent mit bisherigem sind, erfolgt die Abspaltung und die Emigration in die Welten des Wahns.

Eine ziemlich verblüffende Parallele also zur Kommunikation unserer Regierung, mit den von Ihnen so oft beschriebenen Doppelbegriffen.

Als Doppelbotschaft (auch doppelte Botschaft oder Doppelbindung; englisch double bind) bezeichnet man in der klinischen Psychologie, der Sozialpsychologie und der Kommunikationswissenschaft ein dysfunktionales (bei häufiger Verwendung pathologisches) paradoxes Muster zwischenmenschlicher Kommunikation,[1] das häufig in „gestörten“ Beziehungen auftritt.[2][3] Der Begriff „Doppelbotschaft“ bezieht sich auf die kommunizierte Information, der Begriff „Doppelbindung“ auf das dadurch ausgelöste Reaktionsmuster, siehe → Doppelbindungstheorie.[4]

Doppelbotschaften stellen eine Kommunikationsfalle dar, weil sie – meist auf unterschiedlichen Kommunikationsebenen, wie Inhaltsebene (meist verbal) und Beziehungsebene (häufig paraverbal oder nonverbal) – zwei Botschaften gleichzeitig vermitteln, die einander widersprechen und sich gegenseitig ausschließen.[5][6] Die widersprüchlichen Botschaften können dabei vom Inhalt der gesprochenen Worte, dem Tonfall, der Gestik, der Mimik oder Handlungen ausgehen.[7]

Der Empfänger solcher Botschaften steht vor dem Dilemma, wie er sich verhalten soll, weil er nicht beide Botschaften gleichzeitig befolgen oder für wahr halten kann und ihm unklar ist, welche der Botschaften er beachten soll. Meist kann er die Zweideutigkeit dieser Botschaft nicht bewusst erkennen, also beispielsweise die Diskrepanz zwischen (verbalem) Inhalts- und (nonverbalem) Beziehungsaspekt, und hat keine Möglichkeit, adäquat darauf zu reagieren.[3][8] Eine solche Kommunikation erzeugt beim Empfänger Verwirrung, Unsicherheit, Stress und kann, wenn Doppelbotschaften häufig verwendet werden, unter Umständen den Empfänger dieser Botschaften langfristig krank machen oder schwere Beziehungsstörungen auslösen. Doppelbotschaften können in manipulativen Beziehungen[9] dazu eingesetzt werden, den Partner ins Unrecht zu setzen, zu kritisieren, abzuwerten, zu verunsichern (und letztendlich zu schwächen), da dieser nicht richtig handeln kann und zwangsläufig gegen eine der beiden Botschaften verstoßen muss.[10] Doppelbindungen können in der Eltern-Kind-Beziehung bei der Entstehung von Bindungsstörungen eine wichtige Rolle spielen, z. B. bei emotionaler Vernachlässigung oder emotionaler Misshandlung, im Rahmen von Kindheitstrauma oder kollusiven Beziehungsmustern[11] in partnerschaftlichen Beziehungen zur Erzeugung bzw. Festigung von Machtstrukturen, Abhängigkeiten oder beispielsweise in pathologischen „Borderline-“ oder „narzisstischen“ Beziehungen.

Oha.

Wenn Eltern ihre Kinder so erziehen, dass sie die Anforderungen niemals erfüllen und nicht mehr erkennen können, was nun falsch und was richtig ist, produzieren sie damit Narzissten und Borderliner.

Wenn diese Selbstwidersprüchlichkeit und Inkonsistenz frauentypisch ist – und das muss sie ja sein, denn die Feministinnen beschweren sich ja gerade mit dem Argument darüber, dass dieses logische Denken und die Anforderung, sich nicht selbst zu widersprechen, spezifisch frauenausgrenzend seien, weil Frauen das Geschlecht nicht draußen vor dem Labor ablegen und nur mit dem Verstand reingehen könnten – dann könnte und müsste man daraus schlussfolgern, dass eine Gesellschaft, die zum großen Teil von alleinerziehenden Müttern aufgezogen wird, dadurch zu krankhaften Borderlinern und Narzissten wird.

Wobei ja Borderline und Narzissmus irgendwie verwandte Störungen sind, womöglich sogar dieselbe, nur in entgegengesetzte Richtungen.

Die Frage wäre also, ob Feminismus selbstverstärkend ist, weil er zu einer hohen Anzahl von alleinerziehenden Müttern führt, die aus Unausstehlichkeit nie einen bekommen oder sich geschieden haben, ihrerseits dann kleine Gestörte großziehen, die dann noch stärkere Feministinnen werden und so weiter.

Selbstverstärkend, bis die Gesellschaft an den Bekloppten zerbricht.

Rudelverhaltensstörung

Das nun wieder könnte sogar mit meiner Theorie des Rudelverhaltens zusammenhängen.

Ich habe ja geschrieben, dass ich „Moral“ für nichts anderes halte als die unbewussten, aber in das Bewusstsein durchdrückenden Ergebnisse mancher Teile des Gehirns, die das Verhalten auf Übereinstimmung von Soll und Ist überprüfen. Das Soll-Verhalten könnte sich aus evolutionär erworbenen Überlebensstrategien, aber auch aus erlerntem Rudelverhalten ergeben. Gerechtigkeit. Zehn Gebote. Ehrlichkeit. Und so weiter.

Wenn nun jemand durch eine solche Selbstwidersprüchlichkeit in der Erziehung nicht zu erlernen vermag, was richtiges Verhalten ist, insbesondere Sozialverhalten, wie man sich also zu verhalten hat, damit der andere zufrieden ist (und wenn es auch nur ist, sich über Weihnachtsgeschenke zu heuchelfreuen, was im Krawattenfall oder Hemdenfall ja nicht mal mehr möglich ist), dann dürften Rudelgestörte entstehen.

Und das könnte dann genau jene Generation von Linken und Feministen erklären, die hemmungslos und mit allen Mitteln klauen, rauben, plündern und erpressen.