Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ithaka, Troja, Atlantis

Hadmut
13.8.2021 17:00

Archäologische Leserpost.

Ich hatte doch etwas despektierlich geschrieben, dass Odysseus bei Homer hochtrabend als König von Ithaka beschrieben wird, Ithaka aber gerade mal eine schmales Eiland ist, in der längsten Ausdehnung gerade mal so etwa 22 oder 23 km lang, wenn man die Zipfel mitmisst, aber unwegsam, da ist nicht viel.

Ein Archäologe warnt mich allerdings:

Hallo Hadmut,

die Insel, die heute Ithaka heißt, muß nicht unbedingt die Insel sein, die man in der Antike so nannte. Viele antike Ortsnamen gingen im Mittelalter verloren und wurden in der Neuzeit wissenschaftlich neu zugewiesen und von den Staaten, die das für ihre Identitätsbildung brauchten (v.a. Griechenland und Israel) anstelle der mittelalterlichen übernommen. Kreta hieß im Mittelalter Candia, nur als Beispiel.

Im Fall von Ithaka gibt es eine unter Fachleuten gut bekannte Kontroverse. Wilhelm Dörpfeld (ja, der Mitarbeiter Schliemanns in Troja und Mykene und spätere Direktor des Dtn. Archäol. Institutes in Athen) entschied sich seinerzeit für jene Insel, die hernach, aufgrund seiner Autorität, staatlicherseits den Namen Ithaka bekam. Es gab aber ernstzunehmende Gegenmeinungen, u.a. die, daß die sehr viel größere Insel, die heute (wieder?) Leukas heißt, das antike Ithaka gewesen sei. Ich weiß nicht, wer da recht hatte (ich habe mich nie näher mit dem Problem befaßt), aber eindeutig war die Sache m.W. nie.

Beste Grüße,

Oh, das wusste ich nicht.

Leukas wäre dann sogar zwar längenmäßig auch nur bei 30km mit Zipfeln, aber breiter, also flächenmäßig deutlich ergiebiger. Da flackern dann sogar alte Griechisch-Kenntnisse bei mir auf. Ich dachte noch so, leukos, das heißt doch irgendwas mit weiß. Leukozyten, Leukoplast und so weiter. Tatsächlich: Es heißt „Die Weiße“, vermutlich, weil sie da weiße Felsen haben.

Und weil sich bei Troja so viele Zuschriften, ich hatte es erwähnt, darum drehten, dass die Grabungsstätte Troja laut Google Maps heute etwa 6 km vom Meer entfernt ist, das antika Troja aber am Strand gelegen haben soll und es nun von Meeresspiegel über Vulkanismus bis zum Schichtenbau verschiedene Hypothesen gibt, warum Troja nunmehr so weit vom Meer entfernt ist, schreibt mir noch einer:

Hallo,

zum angedachten Troja-Besuch kann ich das Buch des Geoarchäologen Eberhard Zangger empfehlen. Der setzt Troja plausibel mit Atlantis gleich, und hat damit (wie es hier heisst) “in ein Wespennest gestochen”:

https://www.atlantis-scout.de/atlantis-zangger-de.htm

Hoch spannend geschrieben und, wer weiss, “es hätte ja so sein können”

Freundliche Grüsse,

Die untergegangene Stadt Atlantis? Gab es da in der Gegend denn Erdbeben und vulkanische Aktivitäten?

Die Müllhalde weiß dazu:

Atlantis (altgriechisch Ἀτλαντὶς νῆσος Atlantìs nḗsos ‚Insel des Atlas‘) ist ein mythisches Inselreich, das der antike griechische Philosoph Platon (428/427 bis 348/347 v. Chr.) in der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. als Erster erwähnte und beschrieb. Es war laut Platon eine Seemacht, die ausgehend von ihrer „jenseits der Säulen des Herakles“ gelegenen Hauptinsel große Teile Europas und Afrikas unterworfen hat. Nach einem gescheiterten Angriff auf Athen sei Atlantis schließlich um 9600 v. Chr. infolge einer Naturkatastrophe innerhalb „eines einzigen Tages und einer unglückseligen Nacht“ untergegangen.

Bei Atlantis handelt es sich um eine in Platons Werk eingebettete Geschichte, die – gleich den übrigen Mythen Platons – eine zuvor aufgestellte Theorie anschaulich darstellen soll. Der Hintergrund dieser Geschichte ist umstritten. Während Althistoriker und Philologen fast ausnahmslos eine Erfindung Platons annehmen, die durch zeitgenössische Vorbilder inspiriert wurde, vermuten manche Autoren einen realen Hintergrund der Geschichte und unternahmen unzählige Versuche, Atlantis zu lokalisieren (siehe dazu den Artikel Lokalisierungshypothesen zu Atlantis).

Bereits in der Antike wurde eine mögliche Existenz von Atlantis diskutiert. Während Autoren wie Plinius bestritten, dass es das fragliche Inselreich gegeben habe, hielten andere, beispielsweise Krantor, Poseidonios oder Strabon, die Existenz für denkbar. Auch die ersten Parodien des Themas entstanden bereits in der Antike.

Da würden mir gewisse Zweifel kommen, dass es Atlantis jemals gegeben hat. War die Menschheit 9600 v. Chr. technisch überhaupt schon in der Lage, eine Seemacht zu bilden, die große Teile Europas und Afrikas unterwirft? Die müssten ja dann schon auf dem Stand der Griechen und der Römer gewesen sein und dann 8000 Jahre lang gar keinen Fortschritt hinbekommen haben.

Und woher sollte dann Platon, und ausgerechnet nur Platon, davon gewusst haben? Wie soll sich das 9000 Jahre lang als Information gehalten haben? Gab es Athen 9600 v. Chr. überhaupt schon?

Ich dachte immer, die ältesten organisierten Kulturen hätte es um 4000 v. Chr. gegeben.

Trotzdem die Frage: Gibt es dort Vulkanismus, Erdbeben, Veränderungen des Meeresspiegels, die eine Stadt (Troja) vom Meeresspiegel hinaufheben oder umgekehrt versenken (Atlantis) könnten?