Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

„Wer ist diese Frau?“

Hadmut
15.7.2021 2:04

Lanz hat eine richtige Frage gestellt: Wer ist Annalena Baerbock? – aber er hat nichts draus gemacht.

Vorhin stellte Markus Lanz Robert Habeck eine eigentlich gute Frage – hat aber überhaupt nichts draus gemacht, weil er das wohl auch nur rhetorisch gemeint und nicht gemerkt hat, dass er eigentlich die richtige Stelle meint.

Lanz hatte angesprochen, dass eine Menge Leute Annalena Baerbock für eine Hochstaplerin halten.

Mehrmals hatte er Habeck mit deren Aussagen konfrontiert. Etwa dem berühmten Schweinemelker-Video. (Soll man nicht für möglich halten, aber: Die Tage rief mich eine Journalistin einer großen Zeitung an, die über die Causa Baerbock und wie das alles anfing schreiben sollte, und die kannte nicht mal dieses Video.) Oder Baerbocks Aussage, dass niemand ein Buch alleine schreibt, Habeck aber eine Reihe von Büchern geschrieben hat, und ihm der Plagiatsjäger sogar bescheinigte, dass darin gar nichts plagiiert ist.

Ich hatte es vorhin schon beschrieben. Habeck machte auf mich den Eindruck, als stünde er in gewisser Weise fassungslos vor einem riesigen Trümmerhaufen. Als wäre der selbst schockiert darüber, mit welcher Wucht und Gewalt diese Welle über die Grünen hergedonnert ist.

Irgendwann fragte Lanz mal „Wer ist diese Frau?“, und später merkte auch eine andere Frau unter den Studiogästen (Namen vergessen, eine echte Völkerrechtlerin), dass eigentlich alles, was Annalena Baerbock anfasst, „Fragen aufwirft“.

Wer also ist diese Frau?

Leider hat Lanz wieder mal nicht nachgehakt. Manchmal habe ich den Eindruck, dass er nicht selbst auf die Fragen kommt, sondern ihm irgendjemand vorher wichtige Fragen aufschreibt, er damit aber oft nicht viel mehr anzufangen weiß, als sie mit bohrendem Ton vorzulesen.

Habeck sagte mal, dass er sie (wenn ich das jetzt richtig in Erinnerung habe) seit vier Jahren aus der gemeinsamen Arbeit bei den Grünen kenne.

Er machte nicht den Eindruck auf mich, als würde er sie privat kennen. Und dass er sie nicht länger kennt, sagt er ja selbst. Ich hatte den starken Eindruck, dass Habeck selbst darüber geplättet und erstaunt ist, was ihnen da widerfährt. Ich kann mich täuschen und kenne den ja auch nicht, aber in dieser Talkshow machte der auf mich nicht den Eindruck eines Komplizen, sondern eines Geschädigten.

Letzte Woche hatte Lanz ja schon diesen komischen Grünen-Fuzzi, der nur dumm Zeug daherredete, nachdem ihm vorher 28 (oder waren es 24? Nee, ich glaube, es waren 28) Grüne abgesagt hatten. Obwohl die ja normalerweise alle medien- und aufmerksamkeits- und kamerageil sind. Normalerweise kann doch keine Politikerin einer Kamera widerstehen. Wieso also auf einmal der Rückzug in die Deckung?

Mein bisheriges Arbeitsmodell war, dass die Grünen eine hochkriminelle Mafia sind, die alles und jeden betrügen, und keine Masche – Waldsterben, ISDN, Ozonloch, Klima, Gender, Migration – auslassen, um rigoros abzukassieren, zu raffen, zu nehmen. Eine Partei betrügerischer Kleptomanen, die jede Story nehmen. Daran halte ich auch fest. Das ist richtig.

Aber nirgends steht, dass Betrüger nicht selbst betrogen werden können.

Ich bin mir noch nicht sicher, aber ich habe so einen Eindruck, dass die Grünen gerade selbst Opfer ihrer eigenen Betrugsmasche geworden sind, dass Baerbock die Grünen selbst auch in der selben Weise betrogen hat, wie sie und die Grünen die Öffentlichkeit täuschen.

Die Masche war ja bisher immer: Frau ist toll, Frau kann alles, Frauenstatut, und dann noch dieser ganze Gender- und Feminismusschwachsinn = kommt bloß nicht auf die Idee, von einer Frau tatsächlich etwas zu verlangen. Diesen Michael Kellner, Sprecher und Wahlkampfleiter bei den Grünen, den habe ich im Verdacht, dass er mit drinsteckt, denn der scheint die schon länger zu kennen und ein paar Lebenslaufparallelen zu haben.

Aber im Großen und Ganzen überlege ich gerade, ob das ein Betrug im Betrug war, ob Baerbock mit ihrer Hochstapelei, die man im Feminismus- und Genderumfeld systematisch lernt (Rhetorik-Kurse bei Gender-Studies zu stratgischem Betrügen und Diffamieren usw.), auch die Grünen selbst getäuscht hat, und die gerade in einer Art Schockstarre darüber sind, dass es eine Frau sein konnte, die sie reingelegt hat, wo doch Frauen so rein und unschuldig und wunderbar und unfehlbar sind.

Womöglich hat das alles tiefer eingeschlagen, als man von außen so sieht.

Womöglich stehen die nicht nur vor der Hochstaplerin Annalena Baerbock und den Trümmern ihres Wahlkampfes.

Womöglich stehen die gerade vor den Trümmern ihrer Ideologie, ihrer Überzeugung, ihres Glaubensgrundsatzes, dass das Böse männlich und das Gute weiblich ist, und die Frauen die Welt erretten würden.

Vorhin hatte ich es gerade davon, dass es Grüninnen gibt, die allen Ernstes glauben, dass Autoverkehr dominant männlich sei und feministische Mobilität eben gar keine Mobilität ist, sondern frische Luft. Was ein Witz ist, weil Frauen längst die übelsten Karren fahren. Ein alter Kumpel schrieb mir dazu, dass in ihrem Wohnumfeld die fetten SUVs längst „Hausfrauenpanzer“ heißen, weil die Frauen mit diesen riesigen Dingern rumfahren.

Ich hatte mal eine Kollegin, eine Juristin. Eine schlanke, zierliche Frau, der man einen Kleinwagen wie den Mini oder sowas zugetraut hätte. Hatte einen reichen Mann. Deshalb fuhr sie so ein riesiges Schlachtschiff, Mercedes, ich glaube M-Klasse oder sowas war das. Riesig. Einfach riesig. Gefühlt innen größer als mein Zimmer damals im Studentenwohnheim. Ich hatte sie mal drauf angesprochen. Sie hatte wenig Verständnis für die Frage, aber hat mir das erklärt: Frauen würden längst gerne ganz große Drumms fahren. Sie kennt viele, die mit solchen brachialen Dingern rumfahren, weil das ein Gefühl für Sicherheit gibt, und weil man Kinder darin so geräumig und bequem verstauen kann, wie den Kleinkram in der großen Handtasche. Es passt einfach alles rein und man findet alles, ohne danach suchen zu müssen.

Und dann kommen die Grünen und erzählen uns einen, der Autoverkehr sei dominant männlich.

Und ausgerechnet diesem Knalltütenverein passiert es nun, nicht nur von einer Hochstaplerin vorgeführt und abgezogen zu werden, sondern dass Leute von außen, auch noch solche, die die Dummpresse „rechte Blogger“ nennt, und die Feministen „Misogynist“, sofort merken, dass die eine Schwindlerin ist, während sie selbst es nicht gemerkt haben. Dass die sich das von außen haben sagen lassen müssen – das Offensichtliche!

Ich habe so etwas den Eindruck, dass die Grünen gerade richtig in Schockstarre sind, weil sie das Feindbild Mann gepflegt haben und von einer Frau reingelegt wurden.

Und ich glaube, das war noch nicht mal alles. Da kommt noch mehr.