Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Impfnebenwirkungen und Presse

Hadmut
22.3.2021 14:14

Auch eine Form von „Diskurstheorie”.

Ein Leser schreibt:

Meine Frau ist ja Ärztin und seit einigen Wochen für die Notaufnahme einens Krankenhauses zuständig.

Seitdem in der Presse steht, dass es Probleme mit dem Impfstoff von Astra Zeneca geben könnte, werden immer mehr Leute deswegen eingeliefert.

Letzte Woche waren das die Hälfte aller aufgenommenen Leute!

Interessant sind dabei zwei Dinge:
1) Es ist keiner gestorben oder auf der Intensivstation gelandet
2) Es gibt einen direkten zeitlichen Bezug zu der Meldung in der Presse und dem Ansteigen der Fallzahlen

AZ wurde ja wochenlang vorher verimpft. Nach der Meldung gibt es jetzt auch auf einmal messbar viele Leute, die angeblich krank geworden sind.

Es könnte also sein, dass erst die Meldung selbst den „Beweis“ liefert, dass es da ein Problem gibt.

Perception becomes reality.

Gut, nun ist der direkte zeitliche Bezug zu den Meldungen der Presse eine sogenannte Korrelation, die deshalb noch keine sogenannte Kausalität ist. Wenn die Presse über Tote bei einem Terroranschlag berichtet, gibt es da auch einen direkten zeitlichen Bezug zu den Berichten, obwohl – auch wenn man es kaum glauben mag – es nicht die Presseartikel waren, die die Leute in den Tod getrieben haben. Es könnte durchaus sein, dass es wirklich Nebenwirkungen gibt. Und dass jemand nicht dran stirbt, und nicht auf der Intensiv landet, heißt ja nicht, dass es nicht da ist. Ich war auch schon aus Gründen im Krankenhaus – Mandeln, Meniskus – aus denen man nicht stirbt und auch nicht auf der Intensiv landet, aber trotzdem eine tatsächliche und reale Erkrankung hat, für die man ins Krankenhaus muss (sollte).

Und gerade dann, wenn etwas wie die Corona-Impfung neu ist, und deshalb weder bei den Hausärzten, noch in der Bevölkerung selbst Erfahrungswerte und Allgemeinkenntnisse im Umgang damit vorliegen, und die teure, krankenhausmäßige Diagnostik ran muss, halte ich das durchaus für sinnvoll und richtig, zur Abklärung ins Krankenhaus zugehen.

Trotzdem stellt sich die Frage, warum ein und dieselbe Presse einerseits Impfverweigerer als Corona-Leugner, Querdenker und Rechte beschimpft, und gleichzeitig selbst Angst vor der Impfung nährt.

Kurios finde ich dann aber schon, für wie problematisch und gefährlich manche eine Impfspritze halten, aber niemand was gegen

  • komplette Geschlechtsumwandlungen,
  • Abtreibungen (die ich als Laie nun als wesentlich gefährlicher für die Abgetriebenen als eine Corona-Impfung halten würde)
  • Tattoos

sagt. Gerade über Tattoos habe ich gehört, dass es keine einzige Tattoo-Farbe gibt, die als unbedenklich und medizinisch zugelassen gilt, und in den Farben häufig der letzte Dreck drin ist, metallhaltiges Zeug und irgendwelcher anderer Mist. Man macht ein Riesen-Drama um die Impfungen, gleichzeitig aber gibt es überall diese Tattoo-Studios, in denen man sich alles bis zu Autolack findet (hier und hier). Ich finde es absurd, wenn sich Leute über die Gefahren der Impfung aufregen, aber kein Wort dazu verlieren, dass sie selbst oder zumindest Millionen von Leuten sich in irgendwelche Läden legen, in denen ihnen irgendwer irgendwas großflächig in den Wanst perforiert.