Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Das Kevin-Chaos der SPD

Hadmut
11.3.2021 12:25

Die Erklärung für den Schwachsinn.

Man wundert sich ja schon die ganze Zeit, wohin die SPD eigentlich will, nachdem sie anscheinend wirklich jeden vor den Kopf stößt und verprellt. Ich hatte ja schon öfters geschrieben, dass die sich da so eine LBYQTZXY?-Wählerschaft einbildet und von der gewählt werden will, die aber praktisch nicht existiert. Sah man beispielsweise auch am Urteil des rot-grünen Bundesverfassungsgerichts über die Eintragung des dritten Geschlechts in den Reisepass. Irgendwo gab es mal eine Statistik, dass in den meisten Bundesländern schlicht gar niemand das in Anspruch genommen hatte, und ansonsten nur wenige.

Offenbar ist die Zahl der Queeren und Inter- oder Transsexuellen (eine/r schrieb mir gerade, dass ich da was falsch mache, ich muss das nochmal separat klären, nicht hier in diesem Blogartikel) weit niedriger, als von den SPD-Strategen gedacht. Dazu kommt – und das wird mir auch von den durchaus einigen Lesern, die ich auch in dem Bereich habe, auch wenn mir das manche nicht glauben wollen, durchaus bestätigt – nämlich dass die Mehrzahl derer, die irgendwas anderes als eben nicht klar und eindeutig Mann/Frau sind, vor allem als ihre Privatsache betrachtet und nicht in die Öffentlichkeit tragen will. Es gibt einige Zirkuspferde und Aufmerksamkeitshuren, aber es sind vergleichsweise wenige und mitunter nicht mal echt. Es gibt viele Leute, die eigentlich keine geschlechtliche Besonderheit aufweisen, auf irgendwie auf Queer machen weil sie aufmerksamkeitssüchtig sind oder irgendwelche anderen Probleme haben. Im Ergebnis führt das dazu, dass man sich aus Politiker- und Journalistensicht heftig verschätzen kann, was so das Wählerpotential angeht.

Obendrein kommt, und auch das wurde mir schon bestätigt, dass ziemlich viele der Leute aus diesem ganzen Bereich vor allem der Intersexuellen keineswegs doof sind, sondern sich im Gegenteil – aus naheliegenden Gründen – sehr intensiv mit ihrer eigenen Situation und Sache beschäftigt haben und durchaus ein der Lage sind, eine eigene Meinung zu haben und einzunehmen, und sehr gut merken, dass die SPD da Schrott erzählt und nur mit billigen Methoden versucht, sie einzunehmen. Auf nicht wenige wirkt das dann eher abstoßend als anziehend. Gerade Leute aus diesem Bereich vor allem der Intersexualität haben da recht feine Antennen und merken sehr schnell, wenn sich da irgendwelche Dummschwätzerinnen anbiedern wollen. Und sowas können die dann auch nicht gebrauchen.

Und dann setzt man sich noch so einen Hausdrachen wie Esken obendrauf, die nicht nur ständig dumm daherschwätzt, sondern auch noch ständig blöd guckt, und während man sich noch fragt, welche Wähler die damit eigentlich erreichen wollen, erheben sie Führungsanspruch und halten sich für die kommende Volksmehrheitspartei.

Neulich schon unkte FOCUS SPD muss sich entscheiden – zwischen Hipster-Akademiker und Frau an der Aldi-Kasse, als man sogar noch den linken Zottelzumsel Wolfgang Thierse in die rechte Ecke stellte, weil zu rechts. Weil der gemerkt und kritisiert hatte, dass die SPD irgendein Problem mit alten weißen Männern habe.

Jetzt kommt aber noch einer um die Ecke, der FOCUS schreibt über den SPD-Abgeordneten Florian Post: Münchner Abgeordneter packt über SPD-Chaos aus – das wird für Esken und Kühnert zum Ernstfall

Die Sozialdemokraten stehen aus der Sicht von Post vor einer dramatischen Richtungsentscheidung. Sie dreht sich um die sogenannte „Identitätspolitik“, um die derzeit ein Streit zwischen dem früheren Bundestagsvizepräsidenten und DDR-Bürgerrechtler Wolfgang Thierse auf der einen, Kühnert und der Parteivorsitzenden Saskia Esken auf der anderen Seite tobt. Post beschreibt es so: „Kühnert will aus der SPD eine Sammlungsbewegung für kulturelle Minderheiten machen. Die SPD war aber immer eine auf die arbeitende Mehrheit der Gesellschaft ausgerichtete Volkspartei. Sie wollte für die, die jeden Tag den Reichtum unseres Landes neu erarbeiten, einen gerechten Anteil am Haben und am Sagen in der Gesellschaft durchsetzen. Davon bleibt in einer Partei, die auf kulturelle Minderheiten setzt, nichts übrig.“

Die Partei der kulturellen Minderheit. Hört sich irgendwie an wie Flaschensammler.

Ob sowas quantitativ reichen kann, wäre die eine Frage.

Wie es qualitativ gehen soll, die andere. Es würde zwar erklären, warum die von der SPD so einen habebüchenen Schwachsinn daherreden, nämlich weil sie jeder extremen Randgruppe nach dem Mund reden wollen, aber wie man sowas unter einen Hut bringen will, erschließt sich mir nicht. Schwule und Muslime auf einen Nenner zu bringen, zum Beispiel.

In dem innerparteilichen Richtungsstreit geht es um Sozial-, contra Identitätspolitik, auch um die Frage, welchen Einfluss die sogenannte Queer-Bewegung in der SPD haben sollte. Die Debatte kommt aus den USA, wo schon seit Jahren etwa an den Universitäten ein heftiger Streit um Rechte von Minderheiten tobt. Etwa um die Frage, ob ein Uni-Professor, von dem sich junge Schwarze in ihren Gefühlen verletzt sehen, von der Universitätsleitung geschasst werden sollte. In Deutschland geht es um das Gendern in der deutschen Sprache und um die Umbenennung von Straßennamen (Mohrenstraße).

Solche Fragen hatte Wolfgang Thierse zum Thema gemacht, woraufhin sich Esken und Kühnert, in offensichtlicher Anbiederung an die Queer-Bewegung, „beschämt“ geäußert hatten. Die Parteiführung inklusive ihres Kanzlerkandidaten Olaf Scholz und der wahlkämpfenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer würde die Debatte am liebsten einfach auslaufen lassen, mit der Wahlkreis-Direktkandidatur von Post wird er aber nun doch handfest – zu einer Machtfrage.

Was perfekt zu der absurden Personalie der Verfassungsrichterin Susanne Baer passt, die ja auch keine juristische Substanz liefert, sondern nur diesen Gender-und-Gerechtigkeitsschwachsinn blubbert. Das ist genau das Thema.

Der Unterschied zwischen der SPD und Christdemokraten sei einfach, so Post: „Die Konservativen wollen regieren. Die SPD will recht haben. Der innerparteiliche Streit ums Rechthaben ist wichtiger als das Rechtbekommen bei Wahlen.“

Na, dann mal viel Spaß.