Ansichten eines Informatikers

Porschefahrer habens auch nicht leicht

Hadmut
23.2.2021 15:11

Drei Anmerkungen. [Korrektur]

In München gibt es Aushänge, auf denen einer behauptet, er hätte seinen roten Porsche Cayenne irgendwo geparkt, sich aber nicht gemerkt, wo, fände ihn nicht mehr und bitte um Mithilfe der Bevölkerung, nachdem auch seine Hausangestellten den Porsche nicht hätten finden können.

Schreibt die WELT, und die BILD hat den Aushang.

Das ist nicht so lächerlich, wie es auf den ersten Blick wirkt, ich habe ja mal in (vor) München gewohnt. Da stehen ziemlich viele Porsches rum, da gerät die Suche nach einem knallroten Porsche Cayenne schnell zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

(Persönlicher Tipp: Nachts gehen und die Fernbedienung am Schlüssel drücken, dann sieht man, welcher blinkt.)

Leichter wäre das in Berlin. Am ersten Tag: Immer der Rauchsäule nach. Ab dem zweiten: Bei der Feuerwehr nach der Liste fragen, wo diese Woche Cayennes gebrannt haben. Oder deren Tweets durchgucken. Kam vorhin im Radio, auch letzte Nacht haben wieder einige Autos hier gebrannt, sie erwähnten aber die Typen nicht.

Allerdings sollte man sich von Porsche Cayenne sowieso trennen, der Name ist politisch unkorrekt. Die Indianer gehen in den USA gerade dagegen vor, dass man ihre Bezeichnungen für Fahrzeuge verwendet, sie stören sich besonders am Jeep Cherokee.

Und dann auch noch rot lackiert. Das hat ja was von Rothaut und red facing. Geht gar nicht.

Auch dagegen hätte man dem Mann in Berlin helfen können, denn entweder wäre der Wagen schon in Polen, wo das politisch viel entspannter ist und der Wagen sich frei bewegen kann und nicht mehr an der Kette liegt, oder das Berliner Modell: Der Wagen steht im Prinzip schon noch da, aber man erkennt ihn nicht mehr als seinen wieder. Und rot wäre er auch nicht mehr.

Denkbar wäre freilich auch, dass der Fahrer etwas dement ist, und sich über Ort, Zeitpunkt, Farbe und Modelldetails geirrt hat. In Australien haben sie nämlich einen Porsche gefunden:

Dem solventen Porschefahrer empfehle ich daher den Umstieg auf den Force Gurkha. Der wird nicht so oft geklaut, und selbst wenn, wäre es billiger, sich einen neuen zu kaufen als die Hausangestellten auf die Suche zu schicken. Und wäre auch unter den typischen Münchner Fahrzeugen viel leichter zu finden.

Korrektur: Ein Leser hat mich aufgeklärt, dass der Porsche Cayenne und nicht Chayenne oder Cheyenne heißt, und der nach dem Pfeffer und der Stadt und nicht nach den Indianern benannt ist.

Ich hatte mir dabei zwar was gedacht, aber eben falsch gedacht. Ich war nämlich der Meinung, dass das alles nur verschiedene (deutsch/englisch/französisch) Schreibweisen desselben indianischen Wortes sind.

Tatsächlich sind beide Worte indianisch, aber zu weit auseinander (Nord- und Südamerika), als dass es verwandte Sprachen sein könnten. Das eine meint die Pfefferschote, das andere das Volk.

Ich glaube aber nicht, dass Porsche das in der aktuellen Rassismusdiskussion weiterhilft, denn die wenden sich ja allgemein dagegen, dass Autos nach Völkern benannt werden, und die werden sich da wohl kaum auf solche Feinheiten einlassen.

Außerdem ist das dann wie in der Ethnomathematik: Wenn man es glaubt, dann ist es auch richtig so.