Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Finanznöte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Hadmut
21.1.2021 21:30

Ein Finanzcontroller erklärt mir was.

Guten Abend Hr. Danisch,

sie mutmaßen darüber, wie die Aufwendungen für Altersvorsorge beim MDR so extrem in die Höhe geschossen sein können und warum sie den Löwenanteil der Personalkostensteigerungen ausmachen. Hier kann ich als Finanzcontroller etwas Licht ins Dunkel bringen.

Nun, die Antwort ist recht einfach. Ich vermute, dass dies am extrem niedrigen Zinsniveau liegt. Für Pensionszusagen sind in der Regel Rückstellungen zu bilden, indem Geld ratierlich zugeführt und am Kapitalmarkt festverzinslich angelegt wird. Wenn man weiß, wieviel Pension ein Mitarbeiter zu erwarten hat, ist es finanzmathematisch nicht allzu schwierig, auszurechnen wie hoch diese monatliche Zuführung bei einem angenommenen Kalkulationszinsatz (interner Zinsfuß) zu sein hat. Liegt Letzterer nun deutlich niedriger, als prognostiziert, so ist auch das angesparte Kapital insgesamt geringer und somit auch die monatliche Rente, die daraus gezahlt werden kann. Letzendlich ist das derselbe Effekt, wie bei einem Sparbuch, das auf Grund der Nullzinsen keine Kapitalerträge mehr abwirft. Als Folge muss dieser Effekt durch unplanmäßige, zusätzliche Zuführungen in die Pensionsrückstellungen ausgeglichen werden, da man ja eine Verpflichtung gegenüber dem Mitarbeiter eingegagen ist und diese später rechtlich bindend zu erfüllen hat. Exakt dasselbe Problem haben alle Unternehmen, die Betriebsrenten im Sinne einer Direktzusage ihren Mitarbeitern gegenüber gemacht haben.
Die Situation verschärft sich sogar noch, da Pensionskassen derart hohe Kapitalbeträge anzulegen haben, dass sie diese in aller Regel nicht auf Konten liegen lassen, sondern dafür Anleihen kaufen. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren derzeit aber sogar negativ. Inwieweit die aktuellen leichten Zinssteigerungen in den USA hier eventuell zukünftig etwas Linderung versprechen, muss abgewartet werden.

Auch hier ist also der Nullzins mit seinen fatalen Nebenwirkungen verantwortlich an der Misere und die Versorgungsanstalt öffentlich-rechtlicher Rundfunk hat dieselben Probleme wie andere Versorgungswerke auch. Da sieht man dann halt, wo bei den Öffentlich-Rechtlichen die Prioritäten liegen.

Würde passen.

Also letztlich eine Finanzierung von Südeuropa über den Umweg der Rundfunkbeiträge.

Ich hatte das Thema ja auch schon öfters angeschnitten. Linke behaupten ja gerne, dass Geld aus dem Nichts entsteht, man das einfach drucken kann und Negativzinsen so toll wären.

Dass aber dieses ganze „überflüssige” Geld für rapide ansteigende Immobilienpreise sorgt, damit auch für höhere Mieten, und man mit dem Geld praktisch auch die eigene Infrastruktur verschenkt, kapieren Linke nicht. Dafür sind sie zu blöd, halten sich aber stets für die Kapitalismusexperten. Wir haben ja diesen Effekt der zweigeteilten Inflation, in der die Preissteigerung nicht bei den normalen Lebenshaltungskosten besteht, weil Lebensmittel usw. derzeit nicht knapp sind und der Markt das nicht hergibt, bei knappen Gütern wie Immobilien die Preissteigerung aber heftig zuschlägt.

Und dann merkt man des eben auch bei den Geldanlagen und dem Rentenmarkt.

Während uns Normalsterblichen die Lebensversicherung irgendwann mal sagt „Tut uns leid, gibt nicht viel”, sollen wir für die Pensionen der Fernsehheinis mehr Beiträge zahlen, obwohl die ja selbst dieses linke System fördern und betreiben.

Denn, das muss man festhalten, die Rundfunkheinis sind ja nicht Opfer der Negativzinsen, sondern über ihren ideologischen Wahnsinn selbst deren Treiber.

Letztlich also eine Situation wie in Animal Farm, in der die anderen Tiere immer mehr für die Schweine arbeiten mussten.

Warum eigentlich werden den Fernsehleuten die Pensionen nicht mach dem Motto „Bedenke, worum Du bittest. Es könnte Dir gewährt werden!” einfach gekürzt? Mit einer Grußkarte dran „Hättet Ihr Idioten vor dem Senden halt mal nachgedacht!”